Galaxy
Die Vergangenheit holt jeden ein
Unerwartet
Unerwartet
Der nächste Morgen kam und ging; so schnell, dass sich Danielle und Ariana fragten, wo die Zeit geblieben war. Diese schien jedoch nur so davon zu fliegen; nicht einmal die beiden konnten sie aufhalten.
Ein unzufriedenes Seufzen kam von der Größeren, als sie aus dem Bus stiegen. Ria kicherte bloß.
Dany sah auf die Blonde hinab. „Sag bloß, dir macht das hier Spaß?“
Ria zuckte gleichgültig mit den Schultern: „Immer noch besser als im Heim!“
Dann entdeckte sie Yugi und rief lauthals über den ganzen Hof seinen Namen. Dany hob eine Augenbraue, während ihr Blick dem von Ria folgte.
Yugi, der leicht rot wurde, kam auf sie zu und murmelte den Schwestern ein leises „Hallo“ zu. Doch dann wandte er sich wieder ab und ging; dies geschah allerdings sehr plötzlich.
„Was war denn das jetzt?“, fragte Ria und schaute dem Älteren enttäuscht hinterher.
Doch der Grund ließ nicht lange auf sich warten: „Naaa...“, kam es spöttisch von einer Person hinter ihnen, „Doch noch da?“
Dany und Ria drehten sich synchron um und machten dieselbe Miene, als sie Yami sahen.
„Ohh...“, machte Dany und tat so als würde sie überlegen, bevor sie antwortete: „Da ich hier stehe, wird das sicherlich so sein! Wirklich gut kombiniert Sherlock Holmes!“
Yami machte kurz einen überraschten Eindruck; anscheinend hatte er nicht mit so einer Antwort gerechnet.
Ria aber grinste und verkniff sich bei Yamis Anblick ein Lachen. Lange würde sie das nicht mehr aushalten. Dany, die Rias krampfhafte Versuche bemerkte, zog die Kleinere mit sich in Richtung Schule.
Erst vor ihrem Klassenzimmer stoppte Dany und drehte sich zu Ria um, welche nun vor sich hin kicherte.
„Wir sehen uns in der großen Pause!“, flüsterte Dany der Blonden zu, welche nur nicken konnte. Dann trat sie in den Raum und ignorierte das Getuschel der anderen. Kaum dass sie sich gesetzt hatte, kam ein Junge aus ihrer Klasse zu ihr und meinte: „Hey du sitzt auf meinem Platz!“
Dany schaute auf und lächelte ihn an, während sie mit versteckter Ironie in der Stimme zurückgab: „Soll ich etwa liegen?“
Ihr Gegenüber schien genauso verblüfft wie Yami und brachte im ersten Moment kein einziges Wort hervor. Erst nachdem er über ihr Gesagtes nachgedacht hatte, murmelte er leise ein „Schon gut“ und verschwand wieder.
Dany schüttelte nur mit einem leisen Lachen den Kopf und vertiefte sich in ein Buch, das sie sich am Morgen eingesteckt hatte.
Es dauerte nicht lange, da traten Yami, Tea, Seto, Mai und Joey ein. Bis auf Yami, der kurz zu Dany schielte, ignorierten die anderen vier das Mädchen.
Dany war das gleichgültig, der Tag hatte recht gut begonnen, also warum sollte sie sich über so etwas ärgern? Erst als der Lehrer eintrat, ließ sie ihr Buch in die Tasche gleiten und wandte ihre Aufmerksamkeit dem Erzählenden zu.
Auf dem Hof stand Ria aufgeregt da und hoppelte die ganze Zeit aufgeregt um Dany herum und hielt Ausschau nach jemandem.
„Sag mal, was ist denn mit dir los?“, fragte Dany, die auf der Bank unter der alten Eiche saß, belustigt.
„Ich warte auf jemanden!“, kam es kurz und knapp zurück.
„Und auf wen?“
Ria fror inmitten ihrer Bewegung ein und wurde rot. „Na auf Yugi!“, nuschelte sie leise und sah betreten auf den Boden.
„Gibt es denn da was, was ich wissen sollte?“, fragte Dany und von der Neugier getrieben, setzte sie sich wieder etwas gerader hin. Doch dann fiel ihr Blick auf eine Horde Mädchen, die immer näher kam.
„Oh nein“, stöhnte Dany und schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. „Jetzt geht das schon wieder los!“
Tea, die vorne weg lief, stellte sich vor sie und meinte: „Die Schuhe passen echt nicht zu deinem Shirt!“
Dany lächelte eiskalt und fragte: „Wieso, meine Shirts haben doch keine Füße?!“
Ria drehte sich um und grinste Dany zu.
Tea jedoch gab gehässig zurück: „Du glaubst wohl, du bist besonders schlau?“
Dany stand auf und sah Tea grinsend ins Gesicht. „Nein, ich weiß es schon lange!“
Ria kringelte sich hinter der verblüfften Mädchengruppe vor Lachen. Und keiner hatte bemerkt, dass Yami und Yugi nicht weit entfernt standen.
Yugi sah beeindruckt zu Dany, während sein Bruder eine unidentifizierbare Miene aufgesetzt hatte.
Doch Tea sah an ihr hinunter und stieß gehässig vor: „Schaut mal, sie hat sich beim Essen bekleckert!“ Die Mädchen begannen zu kichern, doch Dany konterte fröhlich: „Ja klar, ich wollte mir noch ein wenig für später aufheben!“
Ria bekam vor Lachen schon fast gar keine Luft mehr. Sie saß im Gras und kicherte ohne Ende, während die Mädchen nur verdattert dastanden.
Dany schnappte sich ihre Tasche und sagte noch freundlich: „Ich würde mich ja gern geistig mit dir duellieren, doch du bist, wie ich merke, unbewaffnet!“
Dann ging sie ohne ein weiteres Wort zu verlieren davon. Ria, die mit Tränen in den Augen auf dem Boden saß, rief Dany ein „Warte!“ hinterher, bevor sie selbst aufsprang und ihr nachlief.
„Hey!“
Dany hielt nicht an, da sie die Stimme schon so erkannte. Sie ging nur noch schneller den Gang der Schule entlang. Doch dann hielt sie jemand fest und zog sie herum.
„Ich hätte nicht erwartet, dass du mir jetzt noch hinterhergelaufen kommst!“, meinte Dany kühl und sah den Jungen an, der nur etwas größer als sie war.
„Und ich hätte nicht erwartet, dass du solche Antworten geben kannst!“, gab Yami zurück.
„Tja, dann hast du mich wohl falsch eingeschätzt, was?“
„Sieht so aus!“, grinste er leicht, doch Dany blieb unbeeindruckt.
„Was willst du?“, fragte sie eiskalt und ein Buch hervor, dass sie bekommen hatten und für den Unterricht lesen mussten.
„Ich will mich einfach nur unterhalten...“, brachte Yami kurz angebunden hervor.
„Ach..?“, murmelte Dany mit Spott in der Stimme, „Auf einmal? Vor ein paar Tagen sollte ich noch verschwinden, nicht wahr?“
Yami machte den Mund auf, es schien, als wollte er etwas sagen, doch ohne ein Wort hervorgebracht zu haben, schloss er ihn wieder.
„Ich muss dann!“, kam es von Danielle, ehe sie sich umdrehte und zu Ria ging, die vor einer Tür stand und wartete.
„Unglaublich nett!“, flüsterte Ria und begann zu kichern. Dany schenkte ihr ein Lächeln und zwinkerte leicht, während sie das Buch aufschlug und zu lesen begann.
Als Ria an Dany vorbeischielte, sah sie, dass Yami immer noch da stand und zu ihnen sah.
„Dany!“, zischte Ria leise, „Yami steht immer noch da und sieht aus, als wollte er dir etwas sagen!“
„Hm?“, machte Dany ohne mit dem Lesen aufzuhören. „Was ist?“
Ria schnaubte leicht, schnappte Dany das Buch weg, wobei die Schwarzhaarige laut zu protestieren anfing.
„Ria! Gib das her, ich muss es bis zur nächsten Woche zur Hälfte gelesen haben!“, rief Dany und wollte sich das Buch zurückholen, doch Ria war um einiges flinker als Dany.
„Das kannst du immer noch!“, rief die Jüngere zurück, fuhr dann aber leiser fort, „Du weißt aber, dass du dich mit ihm irgendwann wieder versöhnen musst, ja?“
Dany grummelte etwas von wegen „Da kannst du lange drauf warten!“. Ria kicherte und warf Dany das Buch zu.
„Denk dran!“, wiederholte sie, während sie rückwärts davonging, „Sei nett und versöhne dich wieder mit ihm!“
Dany machte eine Miene, als könnte der Tag, an dem sie sich mit ihm versöhnen würde, bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten. Ria blieb dieser Gesichtsausdruck nicht verborgen, sodass sie erneut zu lachen begann.
Als Ria verschwunden war, wandte sich Dany wieder ihrem Buch zu, ohne auf Yami zu achten.
„Hey! Warte doch mal!“, rief Yami ihr plötzlich hinterher, als sie ganz vertieft in ihr Buch auf die Treppe zuging.
Dany bekam gar nicht mit, dass Yami immer wieder ihren Namen rief, und sie fast die Stufen erreicht hatte. Erst, als sie einen Schritt nach vorn machte und keinen Boden mehr unter den Füßen hatte, sah sie auf.
Sie quittierte dies bloß mit einem überraschten „Ach du Scheiße!“ und ließ das Buch fallen. Doch wieder einmal hielt Yami sie fest, bevor sie die Treppe hinunterfiel. Einige der Umstehenden sahen sie komisch an, sagten aber nichts.
„Ähm...Danke?!“, sagte Dany und versuchte sich aus seinem Griff zu befreien, doch dies ließ er nicht zu.
Er räusperte sich leise und murmelte ihr ein leises „Tut mir leid!“ ins Ohr. Verwundert über diese Aussage, drehte sie sich, so gut es ging, zu ihm um.
„Was?“, verwirrt sah sie ihm in die blutroten Augen.
„Ich weiß, dass ich...“, er brach ab und schaute verlegen zur Seite.
„Dass du ein Arschloch warst, um es direkt zu sagen!“, murmelte Dany und er lächelte gequält.
„So kann man es auch zusammenfassen...“
Dany wollte sich abwenden, doch dann tat Yami etwas, das sie nie von ihm erwartet hätte: Er küsste sie. Und das so leidenschaftlich, dass man hätte meinen können, die beiden wären zusammen. (Karis Idee ;) Die Stelle wollte sie haben xD) Dany war zu überrascht, um über Konsequenzen nachzudenken. Das zahlte sich allerdings aus, denn ein Schrei durchbrach die heile Welt der beiden, die nur für ein paar Sekunden angehalten hatte.
„Du!“, keifte Tea los und zeigte drohend auf Dany. Diese jedoch sah zu Yami, der bleich geworden war und keinen Ton mehr herausbrachte.
„Wie kannst du es wagen, meinen Freund zu küssen?“
Dany wollte den Mund aufmachen und etwas sagen, doch Yami kam ihr zuvor: „Tea...Nicht sie hat mich geküsst, sondern ich sie!“
Dany sah überrascht zu ihm auf. Wie leicht wäre es jetzt gewesen, Tea zuzustimmen, sie dadurch zu beruhigen; doch nein, Yami nahm sie in Schutz.
Auch Tea brauchte einen Moment, um zu verstehen, was Yami da gesagt hatte.
„Wie bitte?“, ihre Stimme hallte nur so von den Wänden wieder.
Yami fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut, das konnte