Galaxy
Die Vergangenheit holt jeden ein
Todestag
Todestag
Gott, ich musste mir doch
glatt erstmal traurige Musik raussuchen,
um das so hinzukriegen xDDD
Ich hatte nämlich viel zu gute Laune ^^°
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glatt erstmal traurige Musik raussuchen,
um das so hinzukriegen xDDD
Ich hatte nämlich viel zu gute Laune ^^°
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Danielle stand auf. Wie jeden Morgen. Ihre Mutter war unten in der Küche; ihr Vater auf dem Feld; ihre kleine Schwester schlief noch neben ihr. Sie waren arm; das war wohl auch der Grund, warum ihre Eltern nebenbei stahlen.
Sie versuchten es vor den Kindern zu verheimlichen, schämten sich wahrscheinlich dafür, doch Dany war schlau genug, und hatte herausgefunden, wieso ihre Eltern oft bedrückt nur dagesessen hatten. Dany war erst neun, ihre kleine Schwester Ariana fünf.
Die Familie wohnte im Dorf Kul Elna; dieses war nur so besiedelt von Dieben. Einige von ihnen raubten Karawanen aus, die dicht am Dorf vorbeizogen und manche stahlen sogar in der nahen Stadt Theben auf dem Markt.
Und keiner ahnte an diesem Tag, dass das Schlimmste bevorstand...
Danielle weckte Ria, die sich nur murrend umdrehte. „Komm steh auf!“, meinte Dany und schubste sie über die Bettkante. Mit einem Schrei landete die Jüngere auf dem Boden. Sie schaute wütend zu Dany auf.
„Musste das jetzt sein?“
„Jaaaaaa!“, gab die Schwarzhaarige frech zurück.
Ria grummelte nur leise vor sich hin und befreite sich aus der dünnen geflickten Decke, die über ihr gelegen hatte.
„Komm, beeil dich!“, lachte Dany und sprang aus dem Bett.
Die beiden setzten sich an den Tisch und aßen wie jeden Morgen brav ihr Frühstück, auch wenn es beiden nicht schmeckte.
„Wir gehen zum Nil, okay?“, fragte Dany und ihre Mutter nickte. „Tut das, aber bleibt nicht zu lange weg!“
Beide nickten synchron und sprangen gleichzeitig auf.
„Bis nachher!“
„Bis nachher, Mami!“, sagte noch Ria und rannte schon Dany hinterher.
Der Nil trug wie jeden Tag sein Wasser in Richtung Norden. Das Wasser glänzte und spiegelte die Sonnenstrahlen. Dany und Ria gingen gern hier schwimmen. Die Stelle war nicht zu tief und von gefährlichen Tieren gab es hier keine Spur.
So wanderte Ra weiter und die beiden hatten die Zeit vollkommen vergessen.
Erst, als sie Krach vom Dorf her wahrnahmen, hörten sie auf. Langsam und vorsichtig schlichen sich die beiden weit genug an das Dorf heran, so dass sie etwas sehen konnten.
Dany stockte der Atem. Das ganze Dorf stand in Flammen, Wachen, die vom Palast des Pharaos kamen, stachen Menschen nieder und begannen zu lachen. Frauen, Männer, Kinder...Alle schrieen durcheinander; darunter auch Freunde von Dany und Ria. Jeder einzelne wurde abgeschlachtet; es gab keine Rücksicht auf Verluste.
Plötzlich kam der Mann in Sicht, den Dany noch nie gesehen hatte, aber von dem immer die Rede war: Pharao Aknamkanon.
Ein Mann lief zu ihm und fiel vor ihm auf die Knie: „Mein Herrscher, wir haben alle im Dorf gefunden und sie wie gewünscht, getötet!“
Der Pharao nickte nur, ehe er sich an einen alten Mann mit grauem Bart wandte: „Haben wir genug Seelen für das Ritual?“
Der Alte nickte; doch plötzlich rief eine Wache: „Hey! Da sind noch zwei Kinder!“
Dany riss die Augen auf. Man hatte sie entdeckt!
Ria wimmerte; Dany drehte sich um und zog sie weg. „Nicht hinsehen Ria...Komm!“
Die beiden rannten, von den Wachen verfolgt, so schnell sie konnten, weg. Sie kämpften sich durch das Gestrüpp am Ufer und hängten außer Atem die Wachen ab.
Ria ließ sich in den Sand fallen und begann zu weinen. „Mami, Papi!“, wimmerte sie; Dany ging es genauso, doch sie musste für die Kleine jetzt stark sein.
„Komm!“, munterte Dany sie auf. „Wir gehen weiter!“
Ria schniefte und nickte, ehe sie ganz langsam aufstand und sie in Richtung Theben liefen.
Auf dem Markt angekommen sah Dany, dass Rias Kleidchen eingerissen war. Ria schniefte nochmals und fragte: „Sind Mami und Papi noch da?“
Dany lächelte ihr zu, obwohl sie wusste, dass sie Ria anlog, als sie sagte: „Sicher sind sie das!“
Sie sah sich um. Dany hatte keine Ahnung, was sie jetzt tun sollten. Innerhalb weniger Stunden hatten sie alles verloren. Ihre Eltern. Ihr Zuhause. Ihre Freunde. Sie hatten nichts zu essen, und was noch schlimmer war: nichts zu trinken.
Verzweifelt seufzte sie auf. Was tun?
Doch plötzlich kam ein Mann auf sie zu. „Hallo meine Süßen! Wo sind denn eure Eltern?“
Man roch es, er hatte zuviel Bier getrunken. Er kam immer dichter auf die beiden zu, warf ihnen lüsterne Blicke zu und grinste dreckig. Ria klammerte sich fest an Dany und wimmerte ängstlich auf.
Dany wäre am liebsten losgelaufen, doch sie wusste, dass Ria schon nicht mehr konnte. Der Mann war schon fast bei ihr; er streckte die Hand nach ihr aus, doch als er sie berührte, blitzte es auf. Ria starrte Dany erstaunt an. Der Mann lag bewusstlos auf dem Boden.
„Wie hast du das denn gemacht?“, fragte Ria und schaute von Dany zum Mann und wieder zurück.
„D-das weiß ich nicht!“, gab Dany zu und sah zu Ria.
„Komm schnell!“, flüsterte Ria ängstlich und Dany nickte, während sie sich von Ria mitziehen ließ.
Doch in dem Moment, in dem die beiden losliefen, wurde alles schwarz um sie herum und als die Umgebung wieder Farbe bekam, erkannten beide, dass sie in einem Tempel standen.
„W-wo sind wir denn jetzt?“, stotterte Dany und sah sich um.
Doch da trat aus dem Schatten eine Gestalt.
Dany und Ria zuckten zusammen, als eine laut widerhallende Stimme sprach: „Willkommen im Tempel der Götter!“
Dany drehe sich um und fragte vorsichtig: „Warum sind wir hier?“
Die Gestalt trat weiter ins Licht und nahm immer mehr Form an. Es war Osiris.
Ria drückte sich ängstlich gegen ihre große Schwester. „Dany!“
„Hab keine Angst meine Kleine, wir sind keineswegs böse.“, lächelte nun Horus, der neben Osiris erschien.
Mit diesen Worten ließ sich Ria nicht beruhigen. Sie wurde nur noch ängstlicher, umso mehr Götter auftauchten, denn mittlerweile standen auch noch Isis, Anubis und Seth vor ihnen.
„Warum sind wir hier?“, wiederholte Dany leise.
„Du hast doch eben gesehen, dass du magische Kräfte hast!“, sagte Anubis und sah sie aus seinen tiefschwarzen Augen genau an.
„Wir nehmen an, dass du und deine Schwester“, Horus nickte zu Ria, „Engel seid!“
„Nein!“, Dany schüttelte ungläubig lachend den Kopf. „Das kann nicht sein!“
„Es ist so!“, sagte Seth laut und Dany verstummte.
Ria und Dany sahen sich kurz an. Beide machten dasselbe ungläubige Gesicht.
„Ihr werdet hierbleiben...Ihr habt ab heute hier euer Zuhause; um den Rest müsst ihr euch selbst kümmern! In euren Zimmern findet ihr eure Sachen, die ihr braucht!“, sprach Osiris und die Götter verschwanden wieder.
Ria und Dany standen verdattert da. „Dany, was ist mit Mami und Papi?“, fragte Ria; sie schien schon bald wieder den Tränen nahe.
„Ria, darum kümmern wir uns später!“, flüsterte Dany. Ihr Blick war auf einen Raum in der Nähe gefallen. Ein geheimnisvolles Leuchten entsprang nahe der Tür; dieses Etwas darin zog das Mädchen magisch an.
„Dany!“, hauchte Ria ängstlich.
Doch diese schritt immer fester auf den Raum zu und trat ein. Dann sah sie ihn: Einen pechschwarzen Stab, dessen Stern auf der Spitze immer heller zu leuchten begann, umso dichter sie kam.
„Was ist denn das?“, fragte Ria misstrauisch und musterte den Stab. Doch plötzlich rief sie: „Nein Dany, fass den nicht an!“
Doch die Größere hatte den Stab schon in der Hand. Sofort strahlte der Stern mit solcher Helligkeit, dass Ria wegsehen musste. Selbst Dany musste die Augen schließen. Sie spürte ein leichtes Ziehen im Rücken, ehe riesige schwarze Flügel auftauchten. Das klare Blau ihrer Augen wurde lila; ihre gesamte Kleidung änderte sich. Ria schrei leise auf. „Dany!“
Die Gerufene drehte sich um und sagte leise: „Was zum...?“
Und schon erklang sie wieder: Die Stimme von Osiris. „Ich wusste es!“
Dany wandte sich wieder um und sah dem Gott ins Gesicht. „Was?“
„Du bist Galaxis, Engel der Dunkelheit!“
Dany sah zu ihm auf; sie sagte nichts mehr, schien eher zu überlegen. Es klang für sie so unwahrscheinlich, und doch war sie es, die mit schwarzen Flügeln neben Ria stand.
„Wir müssen hierbleiben?“, fragte sie an Osiris gewandt. Traurigkeit übernahm ihre Gedanken. Osiris nickte kurz angebunden.
Doch Ria begann mit einmal zu weinen. „Ich will nicht hierbleiben!“, schniefte sie. „Ich will zu Mami und Papi!“ Ihre Stimme wurde immer lauter und herzzerreißender.
„Ria!“, flüsterte Dany, doch die Kleine ließ sich nicht beruhigen. Osiris stand nur an der Seite und sah auf die beiden hinab. Wut flammte in ihm auf. Wie konnte man den beiden nur ihre Eltern nehmen?
Er sah, dass Dany ebenfalls mittlerweile die Tränen übers Gesicht liefen. Verzweiflung und Trauer mischten sich zusammen und brachten dieselbe Reaktion wie bei Ria hervor. Sie hatte sich längst schon wieder zurück verwandelt.
„Mami!“, rief Ria in der Hoffnung, dass ebendiese gleich zur Tür hereinkam und lächelnd auf sie zukam; so wie sie es schon immer getan hatte, wenn Ria traurig war. „Maaaamiiii!“
Immer wieder schrie die Kleine nach ihrer Mutter, doch diese würde nie wieder antworten, oder gar ihre Tochter trösten können.
Dany wusste dies, konnte es aber ihrer Schwester nicht erklären. Sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter, weshalb sie aufsah. Osiris stand neben ihr und sagte leise: „Der Pharao wird uns das erklären müssen! Eine Strafe wird auch nicht ausbleiben!“
Dany nickte; es brachte ihr zwar nicht wieder ihre Eltern zurück, aber so wusste sie, dass der Verantwortliche dafür bestraft wurde.
Ria schniefte immer noch; sie hatte zwar aufgehört zu schreien, doch die Tränen blieben. Osiris verschwand wieder und ließ Dany und Ria allein zurück.