Galaxy
Die Vergangenheit holt jeden ein
Was bringt der Sieg?
Was bringt der Sieg?
„Was?“, Aknamkanons Augen weiteten sich. „Du!“ Erst jetzt erkannte er das Mädchen.
Bedrohlich richtete er sich auf. Sein Blick nahm an Kälte zu und der Zorn füllte den Raum; jeder konnte diesen spüren.
Ria stand immer noch in der Gasse. Sie hatte mit ansehen müssen, wie die Wachen ihre Schwester verfolgten. Innerlich flehte sie, dass Dany nicht gefasst worden war; doch wirklich glauben konnte sie dies nicht, da Dany noch immer nicht wieder aufgetaucht war.
Schritte kamen näher; Ria schaffte es nicht mal, sich umzudrehen, da wurde sie schon festgehalten. Ein Schrei entfloh ihr, doch sofort hielt ihr jemand den Mund zu.
Die Augen wurden ihr verbunden, damit sie nicht sah, wohin man sie brachte. Die Person sagte nichts; nur ein starker Geruch von Bier stieg ihr in die Nase.
Der Pharao kam langsam auf sie zu. So wütend hatte ihn selbst Atemu noch nie gesehen. Dany stand langsam auf; sie war bereit, jeden Moment zu flüchten. Ihr ganzer Körper spannte sich an, als er schon fast vor ihr stand.
„Wegen dir habe ich Amina verloren!“, knurrte er. „Glaube mir, du wirst den Palast nicht mehr lebend verlassen!“
Dany wurde bleich; jetzt musste sie unbedingt einen Ausweg finden. Atemu sah geschockt von Aknamkanon zu Dany. „Vater...“, begann er, doch der Pharao brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen.
Ria verspürte nur noch Angst. Sie flehte innerlich, dass ihr Entführer einen Fehler begehen würde; dass Dany sie finden würde. Doch Dany saß ja wahrscheinlich immer noch im Palast fest und kam nicht zu ihr.
Plötzlich roch es vermodert; es wurde ein wenig kühler. Sie hörte den Mann neben sich schwer atmen; er schien Ria nicht mehr lange tragen zu können.
Schwere Schritte erklangen und eine tiefe kehlige Stimme, die fragte: „Wer ist das?“
Die Person, die Ria trug, lachte heiser auf und blieb stehen. Ria erkannte jetzt endlich den Mann. „Das ist die Kleinere von den beiden, von denen ich dir erzählt habe!“
„Warum hast du sie mit hierher gebracht?“, fragte der andere Mann; seine Stimme wurde zornig.
„Wir können sie benutzen, mein Lieber! Mit der Kleinen können wir ihre Schwester erpressen!“ Ria wurde hart abgesetzt; sie unterdrückte ein 'Autsch'.
Der andere Mann schien nachzudenken, da Ria nichts mehr hörte. Schließlich gab er eine Antwort: „Nicht schlecht, aber warum? Was bringt dir das, Bakura?“
„So kann ich dafür sorgen, dass die Ältere der beiden den Prinzen und vielleicht sogar den Pharao tötet!“, antwortete Bakura und lachte lauthals.
Ria lief es eiskalt den Rücken hinunter. Sie versuchte krampfhaft, sich zu befreien, doch Bakura hatte vorgesorgt. Noch bevor er sie aus der Gasse gebracht hatte, hatte er sie gefesselt.
„Dann bring sie nach hinten ins Haus...“, meinte der unbekannte Mann gelangweilt und seine Schritte entfernten sich.
Sofort wurde Ria wieder brutal auf die Beine gerissen.
„Mach ja keine Faxen, meine Süße!“, hauchte Bakura ihr leise ins Ohr. Am liebsten hätte Ria laut geschrieen und wäre weggelaufen.
Dann zog er die Kleine ins nächste Zimmer, wo er sie wieder zu Boden stieß.
„Mal sehen, wie lange deine Schwester braucht, um hierher zu kommen!“, lachte Bakura gackernd und goss sich einen weiteren Becher mit Bier voll, bevor er sich auf eine Liege fallen ließ.
Danys Atem ging immer flacher. Was tun?
Der Pharao hatte schon seine Wachen gerufen, welche die Schwarzhaarige finster anschauten. Mehrere Waffen waren auf sie gerichtet.
Danys Blick glitt noch einmal durch den Raum. Dort standen die Hohepriester. Nur einer schaute hämisch zu ihr hinab. Er trug ein goldenes Auge dort, wo eigentlich sein echtes hätte sein müssen.
Die anderen sahen aus, als hätten sie gern die Wachen zurückgerufen. Selbst Atemu machte einen gequälten Eindruck. Es nagte an ihm, dass er diejenige, die ihm das Leben gerettet hatte, nicht vor dem viel zu frühen Tod bewahren konnte.
Dany schloss die Augen. Sie wünschte sich von ganzem Herzen, dass nun jemand käme und sie retten würde. Sie wollte Osiris eigentlich so schnell nicht wiedersehen.
Shimon, einer der Hohepriester, sah als erster, was Dany versuchte. Und als ein helles Licht über ihr erschien, war es den anderen ebenfalls bewusst: Ihr Ka erschien.
Jade brüllte laut auf, als sie von oben herab stieß. Niemand hatte sie auftauchen sehen; nur Dany hatte gewusst, dass sie dort war.
Jade baute sich vor Dany auf. Sie war bereit, jeden einzelnen zu töten, wenn es sein musste. Dany flüsterte leise: „Danke Jade!“
Der Drache wandte leicht den Kopf und es schien, als würde sie zuversichtlich nicken, bevor sie wieder zurück zu den Wachen sah.
Diese wichen zurück; mit so einem Monster konnten sie es nicht aufnehmen.
Atemu allerdings sah erstaunt zu Dany. Schon als kleines Kind hatte er gelernt, wie er mit seinem Ka umgehen musste. Sein Ka war Slifer, der Himmeldrache. (Kleine Anm: Hier ist der Schwarze Magier nicht Yamis/Atemus Ka ;D) Und der Drache, der nun vor ihm stand, sah fast aus wie seiner, nur in blau.
Jade riss das Maul auf, doch bevor sie angriff, rief Dany: „Nein, nicht!“ Jade sah zu ihr.
Shimon allerdings sah überrascht zu Dany und Jade. Hatte die Kleine etwa ihr Ka nicht unter Kontrolle? Aber allein konnte es doch nicht angreifen, also was war da los?
Dany flüsterte Jade zu: „Lass uns lieber gehen!“
Jade kniete sich hin; sie wollte, das Dany aufstieg. Das Mädchen verstand diese stumme Aufforderung und ging schon auf Jade zu, als ein Ruf ertönte: „Ra, komm zu mir!“
Es wurde gleißend hell und Dany kniff die Augen zu.
Als es wieder etwas dunkler wurde, richteten sich mehrere Augenpaare auf das riesige goldene Geschöpf an der Decke. Aknamkanon hatte Ra gerufen.
„Kämpfe um dein Leben, Kleine!“, lachte er plötzlich und Dany riss die Augen auf.
„Nein!“, sie schüttelte panisch den Kopf. Sie wollte nur noch weg hier.
„Dann stirbst du so!“, begann Aknamkanon, „Ra! Greif an!“ Ra schoss hinab und Dany erstarrte. Sie konnte nicht reagieren; doch Jade handelte wie immer von allein.
Der Drache drehte sich halb um und schlug mit dem Schwanz nach Ra aus. Dieser, mit voller Wucht getroffen, wurde zurückgeworfen.
Shimon wandte den Blick nicht mehr von Dany. Warum handelte das Ka allein?
Jade spie einen blauen Feuerball nach Ra, doch dieser wich geschickt aus. Ra antwortete mit seinem eigenen Feuer, das unentwegt auf die Erde zuschoss.
„Jade!“, rief Dany plötzlich, denn das Feuer raste nicht auf Jade, sondern auf Dany zu. Doch der Drache kam schnell herbei und stellte sich neben das Mädchen. Sie legte die Flügel um Dany und schützte sie so.
„Danke!“, hauchte Dany und Jade zwinkerte ihr zu.
Dann wandte sich der Drache ab und Dany schrie: „Eisinferno!“ Jade spie wieder den blauen Feuerstrahl und Panik kam auf, als Ra in dem riesigen Feuer gefangen war, dass sich immer mehr im Thronsaal ausbreitete. Ra verschwand und auch das Feuer von Jade nahm wieder ab und verschwand endgültig; hinterließ nur ein wenig Rauch.
„Wir haben gewonnen!“, rief Dany und Jade kam dichter, damit Dany sie streicheln konnte. „Danke, meine Liebe!“, flüsterte Dany und strich dem Drachen sanft über dem Kopf, bevor dieser verschwand.
Aknamkanon sah wutentbrannt zu Dany. „Du hast gewonnen, aber glaube nicht, dass du den Palast jemals wieder verlassen wirst!“
Dany machte ein paar Schritte zurück. „Was meint Ihr damit?“
„Niemand darf jemals erfahren, dass der Pharao von einem Bauernmädchen besiegt wurde!“, zischte Akunadin, der Bruder des Pharaos. „Du wirst für immer hierbleiben!“