♥ нєαятвєαт ♥ [MMFF]

тιмє нєαℓѕ αℓℓ ωσυη∂ѕ...?

Man sollte Montage abschaffen, schoss es Sam durch den Kopf. Gähnend streckte sie sich und blickte aus verschlafenen Augen durch die Klasse. Es herrschte eine gewöhnliche Unruhe kurz vor Unterrichtsbeginn. Nun, eigentlich hatte die Unterrichtsstunde bereits vor 15 Minuten begonnen, doch von dem Lehrer war bisher keine Spur. Jedoch störte dieser Umstand nur die wenigsten und so machten sich die Schüler das beste daraus. Die meisten saßen verteilt auf den Schulbänken und Tischen und redeten miteinander über das vergangenen Wochenende. Andere hatten es sich mit einem Buch auf ihrem Platz bequem gemacht oder bereiteten sich für die kommende Stunde vor. Wieder andere machten nur Unsinn, sei es aus Langeweile oder weil sie unbedingt den Klassenclown heraushängen lassen wollten. Schmunzelnd beobachtete Sam den Kindergarten vor sich, ehe sie sich zurücklehnte und die Augen schloss, um die letzten Minuten vor der kommenden Qual zu genießen. Es wäre durch diese Lautstärke noch fast erträglich gewesen, wenn sich nicht plötzlich ein Hagel von Papierkügelchen über ihre Haare ergossen hätte. Genervt hob sie ein Augenlid an und strafte die Übeltäter mit einem tödlichen Blick, der tatsächlich hätte töten können, wenn sie sich in einem dieser Sciencefiction Filmen befunden hätten. Doch die Realität sah leider anders aus, sodass sie ihre Peiniger, die sich lachend den Bauch hielten, nur missmutig betrachten konnte. Über so ein kindisches Verhalten konnte die Black nur den Kopf schütteln. Sie machte ja selbst gerne Späße, aber schließlich wusste sie auch, wo die Grenzen waren. Und ihre Grenze lag nun mal bei gewissen Montagmorgen, an denen die Schule wieder begonnen hatte. Eine Zeit, die sie lieber in ihrem kuschelig warmen Bett verschlafen wollte. Gerade wollte sie zum Sprechen ansetzen und ihre Klassenkameraden zur Rechenschaft ziehen, als sich plötzlich die Tür öffnete und der vermisste Lehrer gehetzt in die Klasse stürmte. Obwohl sein Haar schon weiß war, schien er noch recht jung für einen Lehrer zu sein. Sam vermutete, dass er sie sich gefärbt hatte und schätzte ihn auf 23 Jahre. Vielleicht sollte sie einmal ein paar Recherchen anstellen. Schließlich war er ihr schon bei der Schulsversammlung am gestrigen Tag aufgefallen und hatte mit seiner lässigen Art ihre ungeteilte Aufmerksamkeit erobert. Wie hieß er gleich nochmal? Sie glaubte sich an dem Namen Hatake zu erinnern, aber mehr wollte ihr im Moment nicht einfallen.
Mit seinem Eintreten wurde es urplötzlich still in der Klasse. Schnell bewegten sich alle zu ihren Plätzen und sahen erwartungsvoll zu ihm hinauf. Es war unumstritten, dass dieser Lehrer die Herzen und den Respekt der meisten Schüler durch seine einfache Art für sich gewonnen hatte. Lässig setzte er sich auf die Tischkante des Lehrerpults und fuhr sich durch das Haar. Eine Geste, die sie wohl noch oft an ihm sehen würde. Ein verlegenes Grinsen schlich sich auf sein Gesicht und entschuldigend sagte er:
„Tut mir Leid für die Verspätung, Leute, aber auf dem Weg ist mir noch eine schwarze Katze entgegen gekommen und da musste ich einen Umweg machen. Ihr versteht schon, wegen dem schlechten Karma...“
Eine weitere Eigenschaft, die ihn gleich noch sympathischer machte. Nicht nur, dass er wohl der einzige Lehrer an der Schule war, der seine Schüler duzte, nein, er war auch der einzige der ständig zu spät kam und sich dann auch noch irgendwelche Märchengeschichten als Ausreden suchte. Ungläubig wurde er von allen Seiten angestarrt. Die einen schüttelten nur den Kopf, während die anderen leise kicherten.
Räuspernd wandte er sich der Tafel zu. „Vielleicht kennt ihr mich ja noch von der Schulversammlung. Aber für die langsamen Denker von euch: Mein Name ist Kakashi Hatake und ich bin Referendar im ersten Jahr.“ Mit einer schönen gleichmäßigen Schrift schrieb er seinen Namen an die Tafel und drehte sich dann wieder zur Klasse.
„Ich werde versuchen den Unterricht so angenehm wie möglich für euch zu gestalten, aber das geht nur, wenn ihr euch auch bemüht und mitarbeitet. Wenn ihr Fragen oder-“
Plötzlich wurde der Hatake bei seiner kleinen Rede unterbrochen, als sich die Tür öffnete und ein Blondschopf wie ein gehetztes Tier den Kopf herein steckte. Mit hochrotem Kopf blieb das Mädchen stehen und sah schuldbewusst zum Hatake, der eine Augenbraue hob und sie prüfend musterte. Verlegen grinsend wippte sie auf ihren Zehenspitzen. „Uhm, Sorry, aber mein Wecker hat mal wieder nicht geklingelt...“
Kakashi nickte langsam und bedeutete ihr mit einer lässigen Kopfbewegung, dass sie sich setzen durfte. „Aber lass dir das nicht zur Gewohnheit werden“, sagte er noch, als sie breit grinsend durch die Reihen ging und sich am Fenster neben Sam fallen ließ. Diese schenkte ihrer Freundin einen kritischen Blick.
„Als ich aufgewacht bin, warst du schon längst weg, Ena. Also sag schon, wo warst du?“, flüsterte sie ihr zu. Leena wollte gerade zum Sprechen einsetzen, als sie von Kakashi mahnend unterbrochen worden. „-Erzähl ich dir später“, zischte sie und zwinkerte ihr mit einem geheimnisvollem Lächeln zu.

Genervt lehnte sich die Miller an die Hauswand des Mädchendormitoriums und stieß frustriert ihren aufgestauten Ärger in Form eines lauten Seufzers aus. Wütend ballte sie ihre Hände zu Fäusten, wobei sie den kleinen runden Gegenstand in ihrer rechten Hand bemerkte. Ihr Körper verkrampfte sich und sie biss sich auf die Unterlippe, um die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Es tat einfach nur verdammt weh und Savannah verfluchte die gesamte Welt für die Ungerechtigkeit, mit der man sie strafte. Sie erinnerte sich an das Telefonat, dass sie vor wenigen Minuten mit ihrer Mutter geführt und das wie immer in einem Streit geendet hatte. Ihre Mutter war wiedermal unzufrieden über die Entscheidung, die ihre älteste Tochter getroffen hatte, und verlangte tatsächlich von ihr, dass sie nach Hause kommen solle. Wieso verstand sie es einfach nicht, dass es Savannahs Traum, ihr Wunsch -nein, ihr Verlangen war, auf diese Schule zu gehen? Sie wollte doch nur ihrer größten Leidenschaft nachgehen. Tanzen. Einfach nur Tanzen und dabei diese scheiß Welt um sich herum vergessen. War das etwa zu viel verlangt? Warum durfte Emily, ihre kleine Schwester, denn alles tun, was sie wollte und wurde darin sogar noch unterstützt, und sie selbst nicht? So weit sie sich zurück erinnern konnte, musste sie sich alles, was ihr kleines Tänzerherz begehrte, selbst hart erarbeiten. Sie dachte an ihr geliebtes Cabrio, das sie in ihrer Heimat England zurücklassen musste. Wie lange hatte sie gebraucht, um das Geld durch mühselige Hausarbeiten bei ihrer Mutter und anschließendem Kellnern in einem Café zusammen zu sammeln? Tage? Wochen? Oder gar Monate? Sie wusste es selbst nicht mehr, aber sie war sich sicher, dass sie damals der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt gewesen war, als sie endlich die Schlüssel zu ihrem Traumwagen in der Hand hielt. Selbst die Reise nach La Palma musste sie sich größtenteils selbst finanzieren. Ihr wurde immer noch schlecht bei dem Gedanken an die vielen roten Zahlen, die auf der Rechnung standen. Wenn ihre Großeltern - natürlich ohne das Wissen ihrer Mutter - ihr damals nicht ausgeholfen hätten, hätte sie es wohl niemals bis hierher geschafft. Dafür war sie ihnen unendlich dankbar. Doch das war nur ein kleiner Trost, wenn sie daran dachte, dass sich ihre Eltern, selbst ihr Vater, gegen sie gestellt hatten und sich weigerten, sie finanziell zu unterstützen.
Sie erinnerte sich an den kleinen Gegenstand in ihrer Hand und hob die geschlossene Faust zu ihrem Gesicht. Fast zögerlich öffnete sie sie und erblickte mit Tränen verschleiertem Blick den goldenen Ring, der mit einem ebenso goldenem Kettchen versehen war. Bittere Erinnerungen an ihre verflossene Liebe trafen sie wie ein Schlag in die Magengrube und sie unterdrückte den Drang aufzuschluchzen. Sie dachte an die Worte ihrer kleinen Schwester. Wie diese sie immer geneckt hatte, weil sie den Ring ihres Ex-Freundes immer noch bei sich trug. Doch wie konnte sie diesen wegwerfen? War er doch ihre erste große Liebe gewesen. Selbst wenn er sie verletzt und sie mit einem anderen Mädchen betrogen hatte, gab es dennoch schöne Erinnerungen an eine Zeit in ihrer Zweisamkeit. Eine Zeit, in der sie sich noch sicher gewesen war, dass er ihre Liebe erwiderte. Doch das war jetzt alles Vergangenheit. Die Miller zwang sich dazu, an etwas anderes zu denken und steckte den Ring zurück in ihre Jackentasche. Suchend kramte sie nach etwas, bis sie endlich die Zigarettenpackung gefunden hatte. Schnell öffnete sie diese und stellte erleichtert fest, dass sie noch ein paar Stangen hatte. Vorsichtig zupfte sie eine aus der Verpackung und ließ ihre Hand zurück in ihre Jacke gleiten. Plötzlich legte sich ein erschrockener Blick auf ihr Gesicht und sie stellte missmutig fest, dass ihr etwas entscheidendes fehlte. Ungehalten fluchte sie auf. Ein spanischer Wortschwall an Beschimpfungen folgte kurz bevor sie verzweifelt gegen die Hauswand trat.
„Suchst du etwas?“
Erschrocken zuckte Savannah zusammen und fuhr herum. Für einen Moment starrte sie in die schwarzen Irden ihres Gegenüber ehe sie ihren Kopf abwandte und versuchte die Zigarette unauffällig in ihrem Jackenärmel verschwinden zu lassen. „-Was geht dich das an, Madara?“, zischte sie zurück und senkte den Blick. Er musste ihre Tränen nicht sehen. Der überraschende Besuch des Uchihas war ihr eindeutig unangenehm und sie war sich sicher, dass er die Zigarette gesehen hatte. Belustigt schnaubte der Uchiha und musterte Savannah aus verengten Augen.
„-Ach ich weiß auch nicht“, zwitscherte er unschuldig. „Ich dachte nur, du würdest das hier vermissen“ Grinsend hielt er einen rechteckigen Gegenstand in die Luft, den sie sofort wieder erkannte. „Woher...?“ Ihre Augen weiteten