Ei, Ei, Ei

Choppers aufregendstes Ostern

Choppers Osterfest

Traurig und niedergeschlagen saß der kleine Elch in der Kombüse der Thousand Sunny. Kleine Tränen rannten über die blaue Nase und er schluchzte erneut auf.
»Nicht traurig sein, Chopper! Wir werden dein Nest schon finden!«, ermutigte Nami den Arzt.
»Aber wir haben schon überall auf der Sunny gesucht!«, stöhnte Lysop gequält auf. »Das ist alles deine Schuld, Ruffy!« Mit einer ausladenden Geste wies er auf den Käpt’n der Strohhutpiraten, der geknickt den Kopf hängen ließ.
»Du hast auch nichts gefunden oder, Robin?«, schaute die Navigatorin ihre Freundin an.
»Leider nein.«, gab Nico Robin zu.
»Das finde ich gar nicht super von dir, Strohhut!«, maulte Franky schniefend, einige Tränen liefen ihm noch über die Wangen, nachdem er zuvor mit Chopper gemeinsam das unauffindbare Osternest heulend beklagt hatte.
Plötzlich ging die Tür auf und Jinbei trat herein.
»Und?«, fragte sogleich Lysop nach.
»Keine Spur. Selbst im Aquarium war nur das eine Nest gewesen. Im Übrigen, die zwei Streithähne..«, erzählte der Fischmensch, doch weiter hörte Chopper gar nicht mehr zu. Er war zu traurig, dass Ruffy sein Osternest einfach noch mal versteckt hatte, weil dieser es vor ihm gefunden hatte. Dabei hatte sich doch der Osterhase solche Mühe gegeben. Der kleine Elch erinnerte sich, wie der Morgen schon mit einem schlechten Omen begonnen hatte.

***

Ruckartig schlug Chopper seine Augen auf. Es war ungewöhnlich still in der Kabine der Jungen. Weder Zorros lautstarkes Schnarchen, die gemurmelten Abenteuergeschichten des Schützens noch Ruffys verschlafene Gejammer nach Frühstück erfüllte den Raum. Gähnend schob er die warme Decke beiseite, rieb sich mit seinen Hufen den Schlaf aus den Augen, bevor er sich umblickte und geschockte die Augen aufriss. Sämtliche Betten waren verwaist! Selbst Zorro lag nicht mehr in seiner Koje.
»Oh, nein! Ich habe verschlafen!« Aufgebracht sprang er aus seinem Bett und raste sofort in die Kombüse.
»Guten Morgen, Chopper. Hast du gut geschlafen?«, wurde er von Robin begrüßt.
»Wo sind denn die anderen?«
»Sie suchen schon ihre Nester.«, lächelte sie und widmete sich wieder ihrem Buch.
»Du hast ja deins schon gefunden!«, erschrak sich Chopper, als er das kleine Nest mit einer roten Schleife erblickte, in dem sich viele kleine Eier aus Schokolade sowie ein rotes Herz tummelten.
»Der Osterhase hat mir aus Dank ein Nest dagelassen, weil ich ihm geholfen hatte. Es lag auf meinem neuen Buch.«, erzählte Robin schmunzelnd.
Natürlich hatten sich Nami, Sanji, Jinbei und auch Robin zusammen geschlossen, um den Kindsköpfen ein erfreuliches Ostern zu bescheren.
Robin hatte sich angeboten, alle Nester in der Nacht zu verstecken. Nur eines hatte sie vergessen: Ihr eigenes Osternest. Dies hatte Sanji gemerkt und ihr Osternest kurzerhand in der Bibliothek versteckt, in der Hoffnung, dass sie ihm endlich ihre Liebe gestehen würde.
»Da muss ich sofort suchen gehen!«, hüpfte Chopper los, geradewegs in sein Krankenzimmer.

»Wenn ich der Osterhase wäre, wo hätte ich dann das Nest versteckt?«, murmelte der Arzt.

Vielleicht im Medizinschrank?
Nein.
Unter dem Krankenbett?
Nein.
Hm, ansonsten wäre ein Nest viel zu auffällig gewesen.
Vielleicht war sein Nest auch nicht in seinem Zimmer versteckt?
Vielleicht war es doch in der Nähe der Schaukel, wo er sich so gerne aufhielt.

Schnell sauste Chopper wieder nach oben aufs Deck.

»Ich finde euch schon noch!«, rief der kleine Elch laut der Wiese entgegen.
»Mach bitte nicht auch so ein Drama! Ich will schlafen!«, murrte Zorro, der es sich am Mast gemütlich gemacht hatte.
»Du wirst deins sicher nicht finden!«, empörte sich Chopper.
»Er ist vorhin wortwörtlich darüber gestolpert.«, kicherte Lysop, nahm aber Abstand, als er dem tödlichen Blick von Zorro begegnete.
»Naja, ich suche noch weiter.«, meinte Chopper.
»Du hast deins noch nicht gefunden? Hast du schon im Krankenzimmer nachgeguckt?«, hakte Franky nach, der sich gerade ein Cola-Ei schmecken ließ.
Auch er hatte sein Nest schon gefunden.
»Nein, da habe ich schon alles abgesucht.«
»Hey! Ich habe meins jetzt auch gefunden!«, freute sich Lysop, nachdem er in dem Löwenkopf der Sunny gesucht hatte.
Der kleine Elch wurde immer trauriger, war jedoch zugleich fest entschlossen. »Meins werde ich auch noch finden!«

»Wer fehlt denn eigentlich noch? Ruffy! Du sollst nicht alles auf einmal fressen!«, schimpfte Nami, die Hände in die Hüften gestemmt, als Ruffy sich gleich zehn eingewickelte Ostereier in den Mund stopfte.
»Alle müssten ihre Nester doch gefunden haben.«, zog Sanji an einer Zigarette.
»Nur du nicht, Blondi, hast es vor lauter Liebe übersehen«, stichelte Zorro.
»Schnauze, Marimo!«, zischte der Koch.
»Müsst ihr euch schon wieder streiten?«, seufzte Jinbei, das neueste Mitglied der Bande.
Er saß auch vor seinem Nest, gefüllt mit allerlei Leckereien, welches er im Aquarium gefunden hatte.
»Ich glaube Chopper hat sein Nest noch nicht gefunden.«, warf Brook ein. »Er sucht schon das ganze Schiff ab.«
Daraufhin warf Robin ihrem Käpt’n einen strengen Blick zu. »Hast du das Nest wieder zurück gelegt?«
Verwirrt schauten die restlichen Strohhüte zwischen den beiden hin und her.
»Wie meinst du das, Nico Robin?«, fragte Franky.
»Ruffy hatte Choppers Nest zuerst gefunden, als er sich nicht mehr im Krankenzimmer befand. Ich hatte ihn gebeten, es wieder an seinem Platz zurückzulegen.«
»Ich wollte ihm doch nur helfen, aber ich habe vergessen, wo ich es wieder versteckt hatte!«, schmollte der Strohhut.
»Das ist jetzt nicht dein Ernst?«, war Jinbei schockiert.
Worauf hatte er sich da nur eingelassen?
»Anscheinend doch. Du wirst dich dran wohl gewöhnen müssen!«, stöhnte Nami.
»Ihr werdet jetzt dem armen Chopper helfen! Ich will ihn heute nicht mehr unglücklich sehen!«, schimpfte die orangehaarige Navigatorin. »Abmarsch!«

Doch selbst mit Verstärkung konnten sie es nicht schaffen, Choppers Nest zu finden und der kleine Elch schlich mit hängendem Köpfchen in die Kombüse, um wenigstens etwas in seinen Magen zu bekommen.

***

»Ruffy? Du wirst doch jetzt nicht noch deinen letzten Osterhasen aufessen?«, holte die laute Stimme von Nami den Arzt wieder aus seinen Gedanken.
»Nein, ich will ihn nicht essen. Da Chopper sein Nest nicht findet, will ich ihm meine letzte Schokolade geben!«, erwiderte Ruffy ernst.
»Das kann ich aber nicht annehmen!«, schüttelte Chopper den Kopf.
»Doch, das kannst du!«, munterte Robin ihn auf, während sie mit ihren Teufelskräften einen neuen Korb, gefüllt mit Ostergras, auf den Tisch stellte. Grinsend platzierte der Strohhutkapitän den Osterhasen im grünen Dickicht.
»Von mir bekommst du auch etwas, schließlich kümmerst du dich immer um meine lebensgefährlichen Verletzungen!«, stimmte auch der Kanonier zu.
Mit einem Lächeln legte auch Jinbei eines seiner größten Schokoladen-Eier in das neue Nest.
Sanji hatte derweil noch schnell Zuckerwatte hergestellt und sie in Form eines kleinen Hasen auf einem Holzstäbchen gewickelt. Auch diese fand ihrem Platz in dem Körbchen.
Nachdem auch Franky, Brook und Nami das Nest weiter befüllten, zögerte Zorro noch.
Er wurde wiederum von Robin angeschubst, die ein Ei mit einem rotem Herzen in das nun gut befüllte Nest legte.
»Okay, seit er bei uns ist, habe ich auch weniger Narben davongetragen.«, brummelte der grünhaarige Schwertkämpfer und legte gleich drei Eier - rosa, blau und grün - ebenfalls hinein.
Die kleinen schwarzen Knopfaugen von Chopper wurden immer größer, bis er sich weinend bei seinen Freunden bedankte.
»Heul nicht rum, Chopper! Wir sind schließlich deine Freunde und wir teilen alles!«, lachte Ruffy, während er sich ein Ei von Lysop stibitzte und in den Mund schob.
»Hey! Das war mein Ei!«, protestierte die Langnase.
»So viele Süßigkeiten und die vielen Eier!«, kicherte Chopper fröhlich, seine Augen leuchteten vor Freude, als er sie streichelte. »Ei, ei, ei!«
Der Anblick entlockte Robin ein leichtes Schmunzeln, ehe sie sich an den Smutje wandte. »Könntest du jetzt das Frühstück bringen? Ich denke, jetzt könnten wir alle etwas vertragen.«
»Wie du befiehlst, Robin-chan!«, himmelte Sanji sie an.
»Dämliche Küchenschabe.«, brummte Zorro.
»Halt die Klappe, Muskelprotz!«
»Geht denn das schon wieder los?«, seufzte Jinbei.
»Daran solltest du dich gewöhnen, Yohohohoho!«, sang Brook und stimmte seine Gitarre.

Fröhlich ging Chopper nach dem Frühstück in sein Krankenzimmer, da er trotz Ostern noch seine Rumble Balls herstellen wollte. Dort befand sich alles, was er dazu benötigte.
Er stellte das Osternest von seinen Freunden auf dem Krankenbett ab.
»Okay, am besten, ich suche mir erst meine Gläser und die Geräte zusammen.«, dachte Chopper laut nach.
Als er die Gerätschaften aus dem Schrank holte, stutzte er.
»Was ist denn das?«, wunderte er sich, waren einige Gläser im Schrank bis zum Rand mit Schokoladen-Eiern gefüllt.
»Das sind ja kleine Schoko-Eier!«, quietschte Chopper überrascht. »Hier hat der Osterhase sie also versteckt!«
Tatsächlich: die kleinen Ostereier, die für den Elch gedacht waren, hatte Ruffy einfach in die Gefäße gefüllt, was aber Chopper nicht wusste.

»Hey Leute!«, schrie Chopper aufgeregt und rannte aufs Deck.
Verwundert und neugierig versammelten sich die restlichen Strohhüte, so wollten sie doch wissen, was er ihnen zu sagen hatte.
»Ich habe meine Sachen doch noch gefunden! Der Osterhase hat sie in die Gläser gefüllt!«
»Ja, freut mich, dass du sie jetzt endlich gefunden hast!«, strahlte Ruffy.
»Aber ich dachte, du könntest dich nicht mehr daran erinnern, wo du sie versteckt hattest!«, klagte Lysop.
»Man darf das doch nicht verraten, hat mir Robin gesagt. Der Osterhase macht es doch auch nicht!«, erklärte