Weihnachten

Shinichi & Ran

Geplatzte Verabredung

Es war schon kurz vor Mitternacht. Schnaufend rannte Shinichi Kudo durch die Straßen. Der kalte Wind strich um sein Gesicht, die glitzernden Weihnachtslichter über seinem Kopf, die laute Musik hallte durch die Straßen und die Menschen unterhielten sich laut. Doch von all dem bekam er nichts mit. Er war konzentriert darauf an diesen einen Ort zu kommen. An den wichtigsten Ort, den er sich in diesem Moment vorstellen konnte. Er bog um die nächste Ecke und sah die Detektei Mori vor seinen Augen erscheinen. Shinichi wurde langsamer. Er hatte erwartet sie hier zu treffen, wie sie es ausgemacht hatten, aber er ahnte schon, dass er zu spät war. Mal wieder war er in einen Fall verstrickt gewesen, der ihn aufgehalten hatte. Aber er wusste, dass sie es ihm wieder übel nehmen würde. Dennoch hatte er gehofft, dass sie trotz aller Verspätung warten würde. Niedergeschlagen setzte er sich auf die Treppenstufen, die zur Detektei führten. Er schloss die Augen und dachte nach, wie er sich am besten entschuldigen konnte, als ihn plötzlich etwas Kaltes an der Wange berührte. Er schaute nach oben und sah Ran Mori auf ihn herabschauen, mit einer Soda-Dose in der Hand. „Ran... hör mal... es... es tut mir leid... ich..“ „Du warst mal wieder in einen Fall verstrickt?“ „Ja..ich.. ähm..“ „Das kennt man von dir...“ Sie drehte ihm den Rücken zu. „Nichts ist wichtiger für dich...“ Sie lief ein paar Schritte weg von ihm, doch Shinichi reagierte sofort und packte ihre Hand. Stocksteif blieb sie stehen. „Ich…“ Mit einem Schwung drehte sich Ran zu ihm um und er erkannte sofort ihre Tränen auf dem Gesicht. „Wie kannst du ein Mädchen in der Nacht in der Kälte einfach stehen lassen? Du hättest mir wenigstens Bescheid sagen können! Ist das wirklich zu viel verlangt?“ Sie versuchte ihn abzuschütteln, doch Shinichi stand auf und nahm sie in den Arm. Man hörte nur noch das leise Atmen der beiden. Es schien, als ob die stark befahrene Straße plötzlich im Hintergrund versank, als ob die Stimmen der aufgeregten Leute einfach verschwanden. In diesem Moment gab es nur noch Ran und Shinichi. Keiner der beiden wagte es, sich zu bewegen. Es hatte niemand erwartet, doch plötzlich fing es an zu schneien. Ran schaute erstaunt und mit verheulten Augen nach oben. Shinichi tat ihr gleich. Die Schneeflocken fielen auf ihre Gesichter und der Moment schien stehenzubleiben. „Ran… es gibt für mich nichts Wichtigeres als dich zu sehen. Es gibt nichts Wichtigeres als dich an Weihnachten lächeln zu sehen. Dich überhaupt lächeln zu sehen.“ Mit dem Finger strich er ihr eine Träne aus dem Gesicht. „Du Idiot…“ flüsterte sie und versteckte ihren Kopf in Shinichis Armen. Ein Lächeln strich über ihr Gesicht.
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