Once upon a Time

Misery

Hallo und herzlich willkommen zu Mamas Märchenstunde ^^ Ich will auch garnicht lang schnacken, viel Spaß beim Lesen.

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Kapitel 1: Misery


Die Sonne brannte erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel, auf die trockenen Straßen.
Staub wurde von den umherlaufenden Menschen aufgewirbelt, blieb auf ihrer verschwitzen Haut kleben und ließ die ganze Szenerie heruntergekommen wirken.
Immer weiter wanderte die brennende Scheibe in den Himmel und je höher sie stieg, umso zermürbender wurde die drückende Hitze.
Waren die Straßen am Anfang des Tages, im Angesicht der andauernden Dürre, noch recht belebt gewesen, so waren sie nun ebenso Menschenleer.
Die wenigen Straßenhändler, die noch in ihren kleinen schäbigen Ständen herum lungerten, wurden zusehends weniger.
Ein paar einzelne versuchten mehr schlecht, als recht mit Lumpen ihre Stände gegen die Sonne und somit die unerträgliche Hitze ab zu schirmen.

Viel zu lange dauerte diese quälende Dürre nun schon an, seit zwei Wintern war kein Tropfen Regen mehr gefallen.
Die meisten Menschen in diesem Land litten Hunger, konnten sie doch ihre Felder nicht ausreichend bestellen. Kaum etwas von den Ernten konnten die Bauern für sich behalten, die Fürsten des Feuerreiches verlangten von jedem ihren Tribut.
Wer nicht genügend Abgaben leisten konnte war der Willkür der Adeligen ausgeliefert.
Die Männer wurden auf bestialischste Art gefoltert und auch der Rest der Familie, war abhängig von der Gnade des jeweiligen Fürsten.
Viel zu oft mussten die Frauen dem Herrscher, in jeglicher Hinsicht ihre Dienste erweisen.
Den jungen Burschen erging es nicht besser, sie hatten Glück wenn sie als Stallbursche, Schuhputzer oder Gärtner für die Ländereien angestellt wurden.
Meist jedoch wurden sie einfach verstoßen, in den Slums an den Waldrändern ausgesetzt oder an das fahrende Volk verkauft.
Am schlimmsten traf es allerdings in einem solchen Fall die jungen Mädchen.
Sie wurden nur all zu oft am Fuß der Norowareta yama in den Wald geführt, um dort aufgebart den Dämonen, als Opfer zu dienen.
Die Adeligen versprachen den Bauern, dass diese Opfer sie vor den An - und Übergriffen der Dämonen schützen und den Regen zurück ins Land bringen würden.
Doch nach all der Zeit die nun schon verstrichen war, hatte die Bevölkerung sich in zwei Lager gespalten.
Unter dem Volk ging seit Dekaden die Legende um, dass es die Adeligen waren, die vor Jahrhunderten das Siegel zum Tor der Dämonischen Welt zerstört und den Durchgang dadurch unwiderruflich geöffnet hatten.
Von den Slums ausgehend hatten sich kleine Widerstandsgruppen gebildet, die gegen die Menschenopfer und die Führungsweise der Herrscher aufbegehrten.
Sie schenkten den Worten der Adeligen und Oberhäuptern keinen Glauben mehr.
Die anderen vertrauten weiterhin den Worten ihrer Herrscher bedingungslos und taten alles um bei ihnen nicht in Ungnade zu fallen, sie waren blind für die Wahrheit.
Getrieben von der Hoffnung, welche die Versprechungen in ihnen geweckt hatte, vertrauten sie darauf, dass alles besser werden würde, solange sie ihrem Oberhaupt gefügig waren.
Trotzdem war das klagen in den Dörfern groß, die Menschen litten unter der Hitze und viele der Brunnen waren schon lange ausgetrocknet.
Nur einige wenige der Slums an den Waldgrenzen, hatten noch Wasser an den Böden ihrer Brunnen.
Diese Tatsache wurde den Bewohnern dieser kleinen, abgeschiedenen und heruntergekommenen Wohnsiedlungen zum Verhängnis.
Die Fürsten schickten Soldaten in die Slums, mit dem Auftrag Wasser und Vorräte für sie zu beschaffen.
Der Protest der Menschen war laut, sie bedachten die Soldaten mit wüsten Beschimpfungen.
Einige von ihnen griffen die Truppen mit dem Mut der Verzweiflung und bloßen Händen an, doch sie fielen einer nach dem anderen.
Die Soldaten schlugen sie mit ihren Schwertern nieder und der trockene Boden wurde getränkt, vom Blut der verzweifelten Männer und Frauen.

Eine gute Woche war seitdem vergangen und die Menschen, in den Slums fürchteten sich vor den nächsten Übergriffen der Soldaten.
In einem eben dieser Slums, welcher Konoha genannt wurde, schlenderte ein junger Mann durch die aufgeheizten Straßen.
Seine Haut war von der Sonne stark gebräunt, er war sportlich gebaut und seine fast kinnlagen braunen Haare, hielt er sich mit einem abgewetzten Stirntuch aus dem Gesicht.
Das ärmellose Hemd klebte nass an seinem Rücken, seine knielange Leinenhose war zerschlissen und seine nackten Füße, vom Staub der Straße ganz verdreckt.
Ein Lederriemen lag über seiner linken Schulter und führte zu einem Wasserschlauch, rechts an seiner Hüfte.
Darunter verborgen steckte ein Messer in seinem Gürtel, ein weiteres war, mit einem Lederband, an seinem linken Knöchel festgebunden. Versteckt unter seinem Hemd, lag ein lederner Messergürtel auf seiner verschwitzten Brust, in welchem Zehn schmale, handliche Klingen steckten.
Müde von der Hitze schlurfte er weiter, solange er sich erinnern konnte, hatte er in seinen 18 Lebensjahren, noch nie eine solche Dürre erlebt und das bereitete ihm langsam Sorgen. Schließlich bog der Inuzuka, in eine schattige Seitengasse ein und lief in Richtung eines heruntergekommenen Pubs.
In dieser dreckigen Spelunke, arbeitete einer der wenigen Menschen, die er zu seinen Freunden zählte. Dieser verrückte Wirbelwind, hatte ihm als erster seine Hand gereicht. Durch ihn fand er vor acht Jahren seinen Weg in diesen Slum.
Seine Gedanken schweiften ab, zu längst vergangenen Tagen, als er völlig erschöpft im Wald von einem blonden Jungen aufgelesen wurde.
Er hatte ihn hier her nach Konoha gebracht und mit ins Waisenhaus genommen, wo Iruka sich ihrer angenommen hatte. An seinem Ziel angekommen, lehnte der Braunhaarige sich erschöpft an die kühle Wand und schloss einen Moment die Augen.
Dumpfe Schritte erklangen aus dem Hinterzimmer und nährten sich der schäbigen Holztür.
„Am Fuß der Norowareta yama? Keine besonders gute Idee, das ist Dämonenland“.
Beim Klang seiner Stimme, öffnete der Braunhaarige rasch die Augen und sah zur Eingangstür des Pubs.
Ein blonder Haarschopf erschien in der Tür, gefolgt von einem aschgrauem.
Als die blauen Augen des Blonden ihn erspäht hatten, stahl sich ein Grinsen auf sein Gesicht.
„Da bist du ja Kiba“.
Betont lässig, ging der Angesprochene auf seinen Freund zu und musterte unauffällig den Mann, welcher dem Blonden nach draußen gefolgt war.
„Du darfst schon gehen? Was ist mit dem Alten los, keine Kundschaft bei der Hitze?“
Gemächlich ging der Braunhaarige einige Schritte auf den Blonden zu, ohne den Fremden hinter ihm aus den Augen zu lassen.
Trotz der unglaublichen Hitze trug dieser einen schweren, langen Ledermantel welchen er zu allem Überfluss auch noch bis zum Kragen verschlossen hatte. Dadurch blieb einem die untere Hälfte seines Gesichts verborgen.

„Du hast es erfasst“.
Ertappt kratzte der Blauäugige sich am Hinterkopf, lachte schadenfroh und gab dem Inuzuka ein Zeichen, dass er noch einen Moment brauchte.
In gebührendem Abstand blieb dieser stehen und beobachtete, so unauffällig wie möglich, den Gesprächspartner seines Freundes. Dieser Mann hatte irgendetwas an sich, das den Braunhaarigen seinen Blick nicht abwenden ließ.
„Wie gesagt, am Fuß der Norowareta yama euer Lager aufzuschlagen, ist keine kluge Entscheidung. Dort herrschen die Dämonen “.
Nahm der Blonde, währenddessen das Gespräch mit dem älteren wieder auf.
„Ihr und eure Leute solltet eurer Lager besser näher am Waldrand aufschlagen, dort ist es weitaus sicherer“.
Einen Augenblick schien der Grauhaarige zu überlegen, dann legte sich ein Lächeln auf seine Lippen, welches sich hinter dem hohen Kragen nur erahnen ließ. Einzig der Klang seiner Stimme verriet es.
„Vielen Dank für deinen Rat junger Freund, ich werde ihn beherzigen. Auf Wiedersehen Naruto“.
Der Unbekannte wand sich zum gehen, doch nach ein paar Schritten drehte er sich noch einmal zu den beiden jungen Männern um.
„Es war mir eine Freude deine Bekanntschaft zu machen, Kiba“.
Mit einem undeutbaren Blick fixierte der Fremde den Inuzuka, bevor er endgültig aus der kleinen Gasse verschwand.
„Was war das denn für ein merkwürdiger Typ?“.
Irritiert sah der Wolfsjunge dem Grauhaarigen einen Augenblick hinterher, während er diese Frage stellte, ehe er die Augen seines Freundes suchte.
„Er gehört zu einer Gruppe von Spielleuten die am Fuß der Norowareta yama ihr Lager aufgeschlagen haben. Er kam gegen Mittag in den Pub und erkundigte sich nach dem Fürsten dieser Ländereien“.
Missbilligend schüttelte Kiba den Kopf, ehe er ihn in den Nacken legte und die Hände in die Hüften stemmte.
„Weißt du ob er und seine Gruppe den Fürsten aus diesem Teil des Feuerreichs, ihre Aufwartung machen wollen?“
Die Stimme des Braunhaarigen klang leicht angespannt, aus gutem Grund.
Als die Soldaten nach Konoha kamen um ihre Vorräte zu plündern, begehrten viele Mitglieder der Widerstandsbewegung auf und fielen im Kampf.
Die Verluste ihn ihren Reihen wiegten schwer und schmerzten den Wolfsjungen, war er doch fester Bestandteil dieser kleinen Gruppe.
„Er hat zwar nach ihnen gefragt aber er hat kein Wort darüber verloren, ob sie sich auf den Weg in die Fürstliche Stadt machen wollen“.
Erschöpft fuhr der Braunhaarige sich mit einer Hand über das Gesicht, während er wieder eine normale Haltung einnahm.
„Meinst du, du kannst herausfinden wie ihre Pläne aussehen?“
Einen Moment lang sah er Naruto fragend an, ehe er den Lederriemen von seiner Schulter nahm und dem Blonden seinen Wasserschlauch reichte.
„Hier trink“.
Dankbar lächelte der Uzumaki seinen Freund an, entkorkte den Wasserschlauch und trank ein paar großzügige Schlücke, ehe er antwortete.
„Na hör mal, du tust ja beinahe so, als würdest du mir das nicht