Fanfic: Orangenblüten und Meeresrauschen

Kapitel: Today

Benommen öffnete Nami die Augen. Eine niederdrückende Schwüle umgab sie und ihr fiel es schwer, das matschige Grün über ihr zuzuordnen. Nach mehrmaligem Blinzeln wurden die Umrisse deutlicher und sie konnte das Grün den Blattwerken von tropischen Palmen zuordnen. Das irritierte die Nami. Waren sie nicht auf den Weg zur nächsten Insel? Das angestrengte Nachdenken verursachte ihr Kopfschmerzen und sie fasste sich an die Stirn. Allgemein war ihr leicht übel und ihr ganzer Körper schmerzte als sie sich aufsetzte.
»Nami, bist du endlich aufgewacht?«, fragte eine sanfte Stimmte erleichtert.
»Sanji?«, fragte Nami irritiert und versuchte ihren Smutje zu finden. »Was ist passiert?«
»Wir sind in dem Sturm über Bord gegangen und auf dieser Insel gelandet«, erklärte der Blonde und überreichte Nami eine halbe Kokosnuss in der sich klares Wasser befand. »Trink erstmal, du hast lange geschlafen. Wir dürften hier am Strand sicher sein. Bis jetzt konnte ich keine gefährlichen Auren spüren.«
Die Navigatorin nickte knapp, ehe sie trank. Wie herrlich und erfrischend das Wasser schmeckte!
»Wir haben Glück, dass dies keine Winterinsel ist«, meinte Sanji und lächelte Nami wissend an.
»Da hast du recht. Ich werde also aufpassen, das mich kein Insekt anknabbert!«, versprach sie.
»Du solltest etwas essen. Ich habe genügend Früchte gesammelt und dann können wir schauen, ob es auf dieser Insel noch mehr gibt. Vielleicht finden wir sogar ein Wildschwein für eine kleine Portion Fleisch.«
Nami lachte laut auf, während sie die angebotenen Früchte aß. »Ich bin nicht Ruffy!«
»Gut zu wissen!«, grinste der Koch und hielt ihr die Hand, nachdem sie gegessen hatte, hin, damit sie besser aufstehen konnte.
Die Navigatorin nahm die Hand entgegen und besah sich ihre Umgebung genauer. Sie waren noch in Strandnähe und das Rauschen des Meeres pfiff in ihren Ohren. Der goldene Sand reflektierte die warmen Sonnenstrahlen, sodass Nami ihre Augen zusammenkniff, da sie geblendet wurde. Gut, dass Sanji sie in das weiche Gras und im Schatten der Palmen gelegt hatte. Es rührte sie, dass er sich so gut um sie gekümmert hatte. Sogar Essen hatte er finden können.
»Wie geht es dir? Hast du dich verletzt?«, fragte Nami.
Ihr war gerade eingefallen, dass sie noch gar nicht nach seinem Empfinden gefragt hatte und es war ihr peinlich.
»Mir geht es gut. Ich mach mir eher Sorgen um unsere Freunde. Ihre Navigatorin und der Smutje sind nicht mehr an Bord. Der Käpt'n wird ausflippen!«, antwortete Sanji und zog sein schwarzes Jackett aus.
Fragend sah Nami ihn an, als er ihr sein Kleidungsstück reichte.
»Auch wenn es warm ist, zieh es bitte drüber! Nicht, dass die Insekten dich doch noch überfallen, dann wird unser Arzt durchdrehen«, erklärte Sanji.
Kopfschütteln kam sie seiner Bitte nach und schaute sich den Himmel genauer an. Ein ungutes Gefühl beschlich sie. »Es wird noch ein ziemliches Unwetter kommen!«
»Auf einer Tropeninsel wundert mich das nicht«, grübelte Sanji nachdenklich. »Ich habe vom Strand aus einen Berg gesehen. Vielleicht sollten wir uns von dort einen Überblick verschaffen. Mit viel Glück bietet sich eine Höhle als Unterschlupf an.«
»Du hast Recht, Sanji.«

Gemeinsam gingen sie tiefer in den Urwald hinein. Während Sanji störrische Lianen und riesige Farnen zur Seite schob, damit Nami passieren konnte, hatte die Navigatorin ihren Klima-Takt-Stock kampfbereit.
»Wirklich seltsam. Ich kann außer Kleintieren und ganz vielen Vögeln keine gefährlichen Tiere oder Raubtiere ausmachen«, meinte Sanji. »Ich glaube auch nicht, dass es hier eine Stadt oder ein Dorf geben wird. Dafür sieht es mir zu unberührt aus.«
»Da finden wir eine friedvolle Insel und der Rest unserer Bande ist nicht mit dabei«, schnaubte Nami, schon ein wenig aus der Puste.
»Sie werden uns schon finden. Vertraue einfach Ruffys Instinkt!«
»Du meinst, nachdem sein Magen gesättigt ist?«
»Genau!«
»Das glaube ich nicht!«, belächelte Nami. »Können wir hier eine Pause machen? Scheint so, als hätten wir den Berg erreicht.«
»Okay, das ist eine gute Idee«, meinte der Smutje. »Ruhe dich aus, ich werde die Früchte vom Baum holen.«
Mit seinem Skywalk gelang es Sanji mühelos, die obersten Baumgipfel zu erreichen und reife Ananasse zu pflücken.
Die Navigatorin ließ sich an einem kräftigen Baum nieder. Zum Glück gab es kurz vor dem Aufstieg noch eine halbwegs baumfreie, wenn auch hochgewachsene, Wiese. Namis Magen knurrte laut und diesmal war sie heilfroh, dass sie mit Sanji hier gestrandet war. Sie wollte sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn sie allein und auf eine gefährliche Insel gestrandet wäre. Wobei sie schon glücklich war, dass sie überhaupt unverletzt an eine Insel gespült wurde. Normal war es für die Neue Welt sicherlich nicht!
Nami wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Sanji ihr perfekt geschnittene Ananasstücke vor die Nase hielt. Ungläubig sah sie ihn an.
»Wow! Danke, Sanji.«
»Wo warst du nur mit deinen Gedanken?«, belächelte er ihr Verhalten.
»Wir hatten Glück und das in mehrfacher Hinsicht. Wir haben den Sturm überlebt, sind unverletzt an eine tropische Insel gestrandet, auf der es ausreichend zu Essen gibt und keine Gefahren! Im Gegensatz zu unserem letzten Aufenthalt ist es wirklich das Paradies!«, erklärte Nami und aß nebenbei das fruchtig-süße Ananasfleisch. »Zu guter Letzt haben wir dich auch wieder!«
Sanji verschluckte sich an dem letzten Bissen seiner Ananas und die Fruchtsäure brannte ihm unangenehm im Hals. »Ich wäre niemals freiwillig mitgegangen, wenn ihr nicht in Gefahr gewesen wärt!«
»Das weiß ich. Aber hör auf, mich mit Samthandschuhen anzufassen! Denkst du etwa, mir fällt dein behutsames Verhalten, mir gegenüber, nicht auf? Du bist so vorsichtig und wendest kaum noch unsere Kosenamen an!«, sprudelte es aus ihr heraus.
Ihr lag es schon die letzten Tage auf der Zunge, dass ihr Smutje sie äußerst bedacht ansprach und generell sein Verhalten ihr gegenüber sehr vorsichtig geworden war. Als hätte er Angst, sie erneut zu verletzen.
»Das ist mir gar nicht aufgefallen. Entschuldige Nami-swan, du musst dich ja richtig ungeliebt gefühlt haben!«, bemerkte er.
Bevor er jedoch in einen Liebestaumel fallen konnte, hielt er kurz inne. Nami rollte aufgrund des Kosenamens die Augen, doch dies war nicht der Grund. Er spürte plötzlich bedrohliche Präsenzen und es waren nicht Wenige. So viele, dass sie bereits umzingelt waren. Das wurde auch Sanji bewusst und er spürte eine Gänsehaut seinen Nacken hinunterlaufen.
»Sanji?«
»Wir sind umzingelt.«
Namis Augen wurden riesengroß und hektisch sah sie sich um. Sie selbst hatte nichts mitbekommen.
»Sanji, sieh nur diese vielen Augen!«, zog sie scharf die Luft ein, während sie sich ihrer Lage bewusst wurde.
»Ich weiß. Keine Angst, ich werde dich beschützen, Nami-swan!«, versprach Sanji und stellte sich Rücken an Rücken zu ihr.
Die vielen eisblauen Augen hatten die Zwei noch nicht angegriffen, sondern ihr Verhalten nur beobachtet. Es war schon merkwürdig von schwebenden Augen, die entweder im Baum oder im Gebüsch flogen, gemustert zu werden. Nur langsam kamen diese vielen blauen Punkte auf die Piraten zu, lösten sich von ihrer Umgebung und nahmen menschenhafte Formen an. Nach einiger Zeit war Sanji klar, wer sich vor ihrer Nase verborgen hatte: Es muss ein Urvolk sein, denn sonst hätten sie wesentlich mehr als nur ein paar Blätter und Farnen um die Hüften. Sie trugen Lanzen, dennoch waren diese nicht bedrohlich. Ein extremes Verstärkungs-Haki machte jedoch auch aus diesen alten Speeren extrem gefährliche Waffen. Dennoch schienen sie nicht angreifen zu wollen. Statt die Lanzen erhoben zu halten, waren ihre Spitzen gen Boden gerichtet. Der definitiv größte Krieger legte seinen Speer sogar vor sich auf das Gras und ging gemäßigten Schrittes weiter auf die Piraten zu, die Handflächen dabei zeigend, als ob er beide beruhigen wollte.
Sanji lockerte seine angespannte Haltung und auch Nami ließ ihren Klima-Takt-Stock sinken. Beide wollten keinen Kampf verursachen und solange die Fremden sie nicht angriffen, war es ihnen auch recht.
Der große Krieger stand jetzt noch gut zwei Meter von Sanji entfernt, kam jedoch nicht näher. Dann überraschte er sie, indem er seine Hand auf die Brust legte und sich leicht verbeugte. Sanji war kurz verwirrt, jedoch ahmte er die Geste nach. Ihm war klar, dass es sich hier um den Anführer handelte der beide begrüßte, nur verwunderte es ihn, dass noch kein Wort gesprochen wurde.
Die Mundwinkel erhoben sich leicht und nun sah dieser Nami direkt in die Augen und neigte leicht seinen Kopf.
Verunsichert tauschte Nami einen kurzen Blick mit Sanji, um dann doch die Geste zu wiederholen. Es kam ihr so suspekt vor. Dabei hatten sie nun wirklich seltsamere Situationen überstanden.
Das Lächeln des Kriegers wurde breiter und er wandte sich an seine Gruppe, hielt dabei einladend eine Hand ausgestreckt. Aus dem restlichen Dutzend bahnte sich eine Frau ihren Weg und nahm lächelnd die Geste des Anführers entgegen. Nami stieß leise die Luft wieder aus. Sie hatte gar nicht mitbekommen, dass sie diese angehalten hatte. Aber ihre Befürchtungen, dass die Frau genauso wie die restlichen Krieger bekleidet war, erfüllten sich nicht. Sie trug zwar nur ein Bandeau aus Fasern, aber das war Nami nur recht. Ohne dem Oberteil hätte sie angst gehabt, dass ihr Sanji an Blutverlust hier vor Ort verstarb. Erst jetzt fiel auch Nami auf, dass die Frau gar keine Waffe trug. Sie konnte nur einen kleinen Beutel an ihrer Hüfte ausfindig machen. Aus diesem Beutel holte die Frau etwas heraus, legte es auf ihre linke Hand und hielt dies Nami auffordernd hin.
Die Navigatorin stutzte kurz und besah sich den Inhalt genauer an: Es war ein Samen. Fragend sah Nami in die kristallblauen Augen. Die junge Frau verstand, zeigte kurz mit dem
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