Fanfic: Orangenblüten und Meeresrauschen

Kapitel: Tomorrow

Eine zarte Brise umwehte ihre Nase. Das Haar kitzelte ihr Gesicht und der Geruch von Orangen umgab sie. Langsam stieß Nami die Luft wieder aus und erfreute sich an der Ruhe. Wenn sie kurz darüber nachdachte, war es nur die Ruhe vor dem Sturm.
»Mama?«
Ein Lächeln umspielte Namis Lippen, als sie die Stimme ihrer jüngsten Tochter hörte.
»Willst du dich auch kurz ausruhen, bis deine Gäste kommen?«
»Ich wollte dich fragen, ob du weißt, wann sie kommen? Ich will doch alle wiedersehen und ihnen meine Geschenke zeigen!«, fragte Lily aufgeregt.
Nami klopfte auf den Platz neben sich und ihr Ebenbild setzte sich auch brav hin.
»Hier hat man die beste Sicht auf die Straße. Also brauchen wir nur warten!«, erklärte Nami und konnte jedoch nicht verhindern, dass ihre Tochter sich auf die Bank stellte.
»Ich sehe Onkel Ruffy nicht!«, klang sie enttäuscht.
»Du wirst ihn auch zuerst hören und nicht sehen!«, kicherte die Mutter.
»Meinst du, dass Onkel Lysop eine Freundin für Mister Pig gemacht hat?«
Große braune Augen schauten Nami an und ihr Blick fiel auf das schwarze Kuscheltier, welches ihre Tochter in den Armen hielt. Mister Pig, eigentlich eine Bulldogge, wurde von Lily als Nilpferd verkannt und bekam den nicht ganz passenden Namen.
»Da müssen wir uns wohl überraschen lassen.«
Ein Schmollmund folgte. Lily war sehr ungeduldig, nicht so wie Melody und Kaname. Die beiden kamen eher nach ihrem Vater. Lily hatte Namis Temperament geerbt.
»Tante Robin hat geschrieben, dass alle vorbeikommen werden, also auch Olivia, freust du dich schon?«
»Oh ja! Da kann sie mir bei dem Origami helfen! Das kann sie immer so schön!«
»Ja, ich bin ein wenig neidisch auf ihren Schwan!«, gab Nami zu.
Lily kicherte vergnügt, ehe sie ihre Mutter wieder mit großen Augen ansah.
»Mama, kann ich mir eine Orange pflücken?«
Nami schmunzelte, ehe sie der Kleinen eine Orange unter die Nase hielt. »Hab mich schon gewundert, dass du noch nicht gefragt hast.«
»Papa fragt doch auch, obwohl er sich um die Pflanzen kümmert. Meinst du, er hat einen Kuchen gemacht?«
»Wohl eher eine leckere Geburtstagstorte!«, schmunzelte Nami, wusste sie es doch zu gut.
»Deine Orangen sind immer noch die Besten!«
»Dabei sind es noch Orangen von Oma Bellemere«, erklärte Nami, während sie an ihre Ziehmutter dachte.
So viele Jahre waren schon ins Land gegangen. Schade, dass sie ihre Enkelkinder nie zu Gesicht bekommen hatte.
»Ich werde mich dann mal ans Tor stellen, um alle Geschenke entgegen nehmen zu können!«, schlug sie vor und verschwand, während Nami gluckste.

»Da kommen sie!«
»Sei doch nicht so laut, Lily! Wir freuen uns doch auch, dass sie uns wieder besuchen kommen«, mahnte Kaname, der die Hände hinter dem Rücken verschränkt hatte.
»Wir sollten ihnen entgegenkommen!«, meinte Melody, die sich wieder daran erinnerte, dass Tante Kaya ja ein Baby erwartete.
»Das ist nett, dass ihr uns helfen wollt!«, lächelte Kaya, die wirklich erfreut war, die Kinder wieder zu sehen.
»Aber die Geschenke bekommst du noch nicht!«, mahnte Chopper, der sich gleich in seine große Gestalt verwandelt hatte, da er Lily bereits kannte und streckte seinen Arm mit den verpackten Geschenken in die Luft.
»Wie gemein!«
»Du bist nur zu ungeduldig!«, lachte Lysop und streichelte ihr über den Kopf. »Wie ich sehe, hast du immer noch deinen Beschützer bei dir?«
»Natürlich! Mister Pig passt doch auf mich auf!«
»Kommt doch mit in den Garten, Mama hat gesagt, dass es heute sehr schönes Wetter geben wird!«, schlug Kaname vor.
»Das wäre super, ich könnte eine kleine Pause vertragen«, stimmte Kaya zu und legte eine Hand auf ihren großen Bauch.
»Geht schon vor. Ich sehe die nächsten Gäste kommen!«, freute sich Lily und rannte ihnen schon entgegen.
»Hallo Geburtstagskind! Schick siehst du aus! Wie deine Mutter!«, lachte Olivia.
Sie war die Tochter von Robin und Franky die mit Brook im Schlepptau ankamen.
»Wirklich ein entzückendes junges Fräulein!«, sang Brook.
»Nein!«, schrie ihm auch gleich Lily entgegen.
»Wie?«
»Sie hat dir schon die Antwort auf deine nicht gestellte Frage gegeben«, gluckste Robin.
»Da kam eindeutig Namis Temperament hervor«, stimmte Franky zu. »Unsere Tochter hat dir dafür einen super Tritt gegen dein Schienbein verpasst.«
»Schienbeinknochen!«, verbesserte Olivia und strich sich ihre dunkelblauen Haare zurück, die blauen Augen, die sie von ihrer Mutter geerbt hatte, funkelten dabei.
»Geht schon einmal in den Garten!«, kicherte Lily. »Ich hole schon mal die beiden Streithähne!«
Tatsächlich waren in der Ferne Jinbei und Zorro zu sehen.
Während der Schwertkämpfer die Arme provokant verschränkt hatte, zog Jinbei den Beleidigten hinter sich her.
»Wollte er schon wieder zu den Pinguinen gehen?«, fragte Namis Jüngste als sie die neuen Gäste begrüßte.
»Wohl eher zu den Seekönigen!«, lachte der Fischmensch, während Zorro knurrte.
»Ich hätte den Weg schon gefunden!«
»Nach der Standpauke von Perona zu urteilen, wohl eher nicht!«, entgegnete Jinbei. »Ich möchte wissen, wie lange sie dich noch durch die Welt schiffen will!«
»Sie hat ihn bestimmt sehr lieb!«, platzte es aus Lily heraus.
Es war immer herrlich Onkel Zorro zu ärgern! Das hatte sie bestimmt von ihren Vater geerbt.
»Vielleicht sogar mehr als Reiju«, stichelte Jinbei.
»Pah!«
Mit großen Schritten stapfte Zorro an ihnen und dem Haus vorbei.
»Ich geh ihn mal einsammeln«, seufzte Jinbei. »Hoffentlich werden wir dann nicht die Letzten sein.!«
»Onkel Ruffy und Tante Reiju müssen auch noch kommen!«, warf Lily ein. »Oh, ich sehe sie auch schon!«
Lily bemerkte dabei, dass neben Onkel Ruffy noch eine weitere, wunderschöne Frau lief. Sie hatte sich bei Ruffy eingehakt und hatte Mühe, nicht das Gesicht zu verziehen. Ihre langen schwarzen Haare wehten leicht im Wind und Lily fiel wieder ein, dass Mama und Papa gesagt hätten, dass Ruffy seine Freundin mitbringen würde.
Ihr Onkel unterhielt sich gerade mit der anderen Frau, die kurze, rosa Haare hatte.
»Tante Reiju!«
Nachdem das Mädchen ihre Tante erkannt hatte, stürmte sie sofort auf sie zu.
»Hallo, meine Kleine! Du bist ja heute besonders wild!«
»Was ist denn mit deinen Haaren passiert? Hast du in Kirschsaft gebadet?«
Lachend hielt sich Ruffy den Bauch, auch die fremde Frau schmunzelte.
»Nein, ich habe mir die Haare gefärbt!«, kicherte Reiju und zwinkerte ihrer Nichte zu. »Damit man mich nicht mit deinem Vater verwechselt!«
»Gib mir mal das Geburtstagskind!«, grinste Ruffy und hob sein Patenkind hoch. »Du bist ja richtig groß geworden!«
»Ich werde noch viel größer!«, versprach Lily. »Wenn ich den Kuchen aufgegessen habe, bin ich dann genauso groß wie du!«
»Ha! Den Kuchen esse ich ganz alleine auf!«
»Das wäre aber nicht sehr nett, Ruffy«, mahnte die schwarzhaarige Frau und wandte sich an die Kleine: »Ich heiße Hancock.«
»Ich bin Lily! Heute bin ich sechs Jahre alt geworden!«, stellte sich auch das Mädchen vor. »Du bist richtig hübsch! Solche langen Haare wie du möchte ich auch haben! Melody mag ihre Haare nicht so lang und macht immer Zöpfe, aber ich möchte schöne lange Haare haben!«
»Bei langen Haaren kann man so schön dran ziehen!«, lächelte Reiju.
»Aber doch nicht bei meiner Hancock!«, verteidigte Ruffy sie sofort.
Lily konnte derweil beobachten, wie Hancock rot anlief.
»Wir sollten uns beeilen, sonst sind wir die Letzten!«
»Ihr seid die Letzten!«, kicherte Lily ihre Tante an.
»Dann los! Ich will noch was vom Kuchen abkriegen!«, stürmte Ruffy mit seinem Patenkind los und hinterließ eine Staubwolke.

»Schön dass ihr da seid!«, begrüßte Nami Robin umarmend.
»Die Zeit ist mal wieder super schnell vergangen!«, grüßte Franky Sanji, der gerade die Geburtstagstorte nach draußen brachte.
»Das kannst du laut sagen!«, stimmte Sanji lächelnd zu. »Kaname, bitte benimm dich in der Gegenwart einer Dame höflich!«
Stöhnend verdrehte eben genannter theatralisch die Augen, während Olivia neben ihm kicherte.
»Was meinst du, sollten wir die beiden verloben?«, hakte Franky nach.
»Wie bitte?!«
»Das war ein Scherz!«, lachte Franky und klopfte den nervösen Vater entschuldigend auf den Rücken. »Sie verstehen sich gut und sind im selben Alter!«
»Du meine Güte, da muss man ja aufpassen, wer hier wen miteinander verkuppelt!«, rief Lysop aus.
»Dein Kind ist das nächste!«
»Vergiss es, Franky!«
»Reizende Kaya, weißt du denn, was es werden wird?«, hakte Sanji nach.
»Mein Arzt meinte, dass er sich jetzt sicher ist, dass es ein Mädchen wird«, antwortete die Blonde. »Ich werde Chopper um eine zweite Meinung bitten, aber Lysop ist schon völlig aus dem Häuschen!«
»Natürlich! Sie wird bestimmt so schön wie ihre Mutter!«
»So ein Trottel!«, schüttelte Zorro den Kopf.
»Es wird noch besser, Onkel Zorro! Heute soll Onkel Ruffys Freundin kommen!«, erinnerte ihn Kaname.
»Das wird ein Spaß!«, grinste daraufhin der Schwertkämpfer teuflisch.
»Meine Nerven!«, stöhnte Jinbei.
Die Kinder kicherten.
»Meint ihr, die beiden kämpfen wieder?«, fragte Melody.
»Darauf wette ich! Das ist immer lustig!«
»Wenn Tante Reiju dann auch noch mitmacht«, überlegte Kaname laut, »dann wird es erst richtig lustig!«
»Liebliche Hancock! Du Schönste der Schönen!«
»Kinder, bitte nicht nachmachen!«, warnte Nami ihre Sprösslinge während sie zu ihrem Mann ging und ihm eine gut gezielte Kopfnuss gab.
»Beeindruckende Technik!«, staunte Olivia. »Meine Mama macht es immer anders und nur dann, wenn Papa etwas Unnötiges erfunden hat.«

»Vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid!«, begrüßte Lily die Runde nun offiziell.
Alle hatten bereits ein Stück der gigantischen Erdbeer-Sahne-Torte auf ihren Teller. Selbst Ruffy hielt sich zurück, lag es jedoch an Hancocks Hand, die auf seinen
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