Childs of North - Modern Ragnarök

Viel zu Viel

Mein Kopf pochte, aber ich bekam wieder Luft. Es roch nach Krankenhaus. Steril. Ich schnaubte leise und räkelte mich etwas um wieder Gefühl in meinen Körper zu bekommen. Unter mir war es Weich. Ich lag auf einem Bett. War ich wirklich im Krankenhaus? Ich öffnete langsam die Augen, es war etwas dunkler als ich erwartet hatte. Ich erwartete das grelle Licht eines Krankenzimmers welches mich gleich erblinden lassen würde. Aber es war Dunkel. Erst nach und nach begann alles klarer zu werden und ich sah Nanda neben mir sitzen. Sie lächelte mich schwach an. „Hey...“ ich erzwang mir selbst ein lächeln. „Hey... Was ist passiert?“

Sie seufzte und stand von ihrem Stuhl auf, setzte sich neben mich aufs Bett und zuckte mit den Schultern. „Wir wollten zur Klasse gehen... Du hast dich.. als wäre jemand hinter dir her, umgedreht und hast irgendwas angestarrt. Dann hast du keine Luft mehr bekommen und bist umgekippt... Kjell hat dich gerade so auffangen können... Die Schulschwester hat dich zwar untersucht konnte aber nichts feststellen... Nachdem du das Bewusstsein verloren hast, hast du auch wieder ganz normal geatmet. Mach das nie wieder.. verstanden? Ich hab mir riesige Sorgen gemacht...“ Ich musste etwas lächeln als sie so schmollte. Ich streckte meine Arme nach ihr und sie legte sich ruhig neben mich.

„Sind wir im Krankenhaus?“ „Natürlich nicht. Wir sind im Krankenzimmer. Wir haben gleich Schulschluss... Wir können dich nach Hause bringen.. Oder mit zu uns nehmen wenn die Straße noch nicht frei ist...“ „Nicht zu viel Info für meinen Kopf gerade.. Lass mich erst mal wach werden.“ Sie drückte sich vorsichtig an mich. „Entschuldigung... Geht's dir denn besser?“ Ich nickte schwach. „Ja... Ich.. Erinnre mich auch nicht mehr wirklich daran.. Nur noch dass ich keine Luft bekommen habe.. Und dann wurde alles Schwarz...“ Ich hörte ein kurzes leises lachen. „Kjell hat dich einfach so Schwach gemacht dass du das atmen vergessen hast.“ ich musste selbst etwas lachen. „Sehr Witzig.“

Sie stand langsam auf und nahm das Glas vom Nachttisch und klemmte es zwischen ihre Schenkel, nahm dann die Wasserflasche und schenkte ruhig etwas von dem Wasser ein ehe sie mir das Glas reichte und die Flasche ruhig wieder schloss. „Er hat sich ziemlich Sorgen um dich gemacht.“ ich musste etwas lächeln und nahm einen Schluck vom Wasser. Er war trocken als hätte ich seid Stunden keinen Speichel in diesem gehabt.

„Ich denke ich werde einfach Krank. Heute Morgen hatte ich das auch schon... Als wir noch im Auto waren. Ich glaube da war ich auch kurz weg getreten.“ „Schwanger bist du aber nicht?“ Ich sah sie verwirrt an. „Heiß ich 'Heilige Jungfrau Maria' oder wie?“ Sie grinste, sah dann zur Tür als es klopfte ehe Kjell langsam hinein kam. „Na wer ist denn da wach? Atmen geht wieder ja?“ Er grinste mich an, ich verdrehte lächelnd die Augen. „Ich lach später wenn ich zeit finde. Aber ja, atmen geht wieder.“ Er setzte sich auf den Stuhl auf den Nanda bis eben saß und lehnte sich zurück. „Connor ist unten und wartet auf uns. Wir fahren dich nach Hause. Deine Sachen hab ich schon ins Auto gebracht.“

„Perfekt. Sorge dafür dass sie ins Bett geht und das sie dort bleibt.“ Er zog seine Augenbrauen skeptisch hoch. „Soll ich mit reinlegen oder wie?“ Sie zuckte mit den Schultern und grinste ihn unschuldig an. „Wenn du willst. Aber behalte deine Hände bei dir!“ Er lachte etwas. „Ich glaube es ist besser wenn sie etwas Ruhe hat. Ich bring sie nach Hause und geh dann selbst nach Hause. Beziehungsweise ich muss noch zum Hafen mein Auto holen. Leider muss sie heute Nacht auf mich verzichten.“ Er sah zu mir und wackelte mit den Augenbrauen, ich verdrehte schmunzelnd die Augen.

„Aber dann sollten wir jetzt gehen wenn Connor schon wartet..?“ Er winkte etwas ab. „Wir sollen uns alle Zeit der Welt nehmen die brauchen. Keine Eile. Connor ist geduldig.“ Ich nickte etwas, nahm dann aber trotzdem die Decke beiseite. Nanda reichte mir meine Schuhe welche ich langsam anzog. Mein Körper fühlte sich schlapp an als hätte ich eine dicke Erkältung und Fieber. Meine Finger waren fast taub. „Geht's?“ ich sah schweigend zu Kjell welcher mich ruhig dabei beobachtete, dann sah er ruhig in meine Augen und ich nickte etwas. „Alles bestens. Ich fühle mich nur etwas... erschossen.“ Er grinste. „Etwas? Wie wird man denn 'etwas' erschossen?“ ich zeigte ihm die Zunge.

Als ich langsam versuchte aufzustehen stand Nanda sofort auf und half mir langsam hoch. Ich schwankte etwas. Was auch immer mit mir war, es hat mich mächtig aus der Bahn geworfen. Mit Nanda's Hilfe zog ich mir langsam meinen Mantel an, dann spürte ich wie der Boden unter meinen Füßen verschwand. Kjell hatte mich hochgehoben. Mir stieg die Wärme in die Wangen. Wir starrten uns einen Moment an ehe ich den Blick abwendete und mich etwas räusperte, ich sah schweigend auf meine Hände welche ich auf meinem Schoß verschränkt hatte. „Ich kann auch laufen.“ Aus dem Augenwinkel konnte ich ein Kopfschütteln erkennen.

„Wir müssen noch Treppen laufen, bevor das nachher so elegant endet wie der Abhang im Wald, trage ich dich lieber.“ Nanda kicherte kurz. „Na, hast du mal wieder den sterbenden Schwan gespielt?“ Ich sah mit gesenkten Augenlidern zu ihr rüber, sie hingegen grinste nur unschuldig. „Na los gehen wir.“ Nanda ging ruhig voraus und hielt uns die Türen auf. Ich zuckte etwas zusammen als wir nach draußen kamen. Es war schrecklich Kalt geworden. Ich legte meinen Kopf schweigend auf Kjell's Schulter ab und seufze. Als ich mein Zittern nicht mehr unterdrücken konnte drückte er mich leicht an sich. Ich hatte das Gefühl selbst durch seine Jacke seine Wärme spüren zu können.

Als wir dem Auto näher kamen stieg Connor aus und öffnete die Hintertür damit Kjell mich ruhig hinein setzen konnte. Nanda beugte sich sofort zu mir. „Wenn du Zuhause bist schreibst du mir ja?“ Ich nickte. „Ja, mach ich.“ Sie drückte mir einen Kuss auf die Wange ehe Kjell die Autotür ruhig schloss. Ich beobachtete sie wie sie Kjell noch einige Energische Sätze an den Kopf warf ehe er ruhig nickte und selbst ins Auto stieg.

„Wie geht es dir Aenna?“ Ich sah durch den Spiegel ruhig in die Grünen Augen und nickte etwas. „Besser. Danke...“ Er nickte ebenfalls. „Du solltest dich im Krankenhaus vielleicht einmal durchchecken lassen.“ Ich winkte etwas ab. „Schon gut. War vielleicht einfach etwas viel heute.“ „Ja sie musste meine Muskeln begutachten.“ Kjell grinste Stolz. Connor sah seinen Bruder verwirrt an. „Du meinst deinen fetten Bauch und deine Schlabberarme? Oder deinen hängenden Arsch?“ Ich musste etwas grinsen und lehnte mich entspannt zurück. „Ich hab mich wohl verhört du hässlicher Penner. Wollen wir wirklich vergleichen wer von uns mehr Muskeln hat?“ „Du ziehst dich nicht vor Aenna aus.“ „Ach aber du? Du kennst sie nicht mal einen Tag und ziehst dich schon aus. Ich dachte ich hätte dir wenigstens ein bisschen Benehmen beigebracht.“ „Hallo?! Ich hab mich nicht ausgezogen?“ „Ja ne, ist klar.“

Ich blickte ruhig nach draußen und lehnte meinen Kopf an die Kühle Scheibe. So Lustig es war den beiden zuzuhören, so anstrengend war es auch. Ich beobachtete lieber die Häuser und Bäume an denen wir vorbei fuhren bis ich dann doch die Augen schloss. Ich hörte zwar dass die beiden noch immer ihre wilde Diskussion führten, was genau sie sagten konnte ich jedoch nicht ganz wahrnehmen. Ich war Müde und war gerade nur über die kalte Scheibe glücklich. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich meinen ich habe Fieber. Nachdem ich mir dann an die Stirn griff musste ich zu meinem bedauern feststellen dass ich wirklich Fieber hatte.

„Mein Herz.“ Wieder hörte ich das Flüstern dieser Stimme. Ich öffnete die Augen. Kjell und Connor waren noch immer dabei sich darum zu streiten wer besser aussieht. Innere Unruhe machte sich in mir breit. Ich fühlte mich unbehaglich. Als würde ich wirklich anfangen Wahnsinnig zu werden. Kjell hielt plötzlich inne und sah zu mir, musterte mich. „Alles gut?“ Ich sah ihn einen Moment einfach an. Wie konnte er das spüren? Oder war es Zufall? Aber dieses.. abrupt abbrechen des Gesprächs nur um nach mir zu sehen.

Ich nickte etwas. „Ich.. ich glaub ich hab etwas Fieber. Wahnvorstellungen und Herzen und...“ Ich redete wirres Zeug. Ich zog meine Augenbrauen überfordert zusammen ehe ich den Kopf schüttelte und meinen Kopf wieder an die Scheibe legte. Ich hatte druck im Kopf. Als würde jemand von innen nach außen gegen meinen Schädel pressen. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen dass sein Blick noch immer auf mir ruhte, dann sah er nach vorne. Er fing wieder an mich seinem Bruder zu reden. Was, weiß ich jedoch nicht. Ich hab es entweder nicht realisiert oder im gleichen Moment vergessen.

Das Auto hielt irgendwann an. Da ich meine Augen wieder geschlossen hatte musste ich sie erst wieder schwerfällig öffnen um sehen zu können wo wir waren. Wir standen wirklich vor unserem Haus. Connor drehte sich zu mir, Kjell war weg. Wieder machte sich Unruhe in mir breit und ich verkrampfte. „Geht's?“ Ich starrte Connor an, dann zuckte ich zusammen als die Autotür sich öffnete. Ich sah ihn entgeistert an, dann sah ich wieder auf den Platz wo er eben saß, dann zu ihm. Er hingegen sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. „Kleines?“ „Ja?“ Er musterte mich, dann legte er seine Hand an meine Stirn und seufzte, dann hob er mich hoch.

Vor der Tür stellte er mich langsam ab, hielt mich jedoch mit einem Arm an meiner Hüfte fest. „Gibst du mir bitte deinen Schlüssel?“ Ich nickte etwas benommen und griff in meine Jackentasche um dort dann den Schlüssel heraus zu kramen welchen ich ihm dann zittrig hinhielt. Himmel,
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