Winterhütte im Schneesturm

Winterhütte im Schneesturm

‚Verdammt, wieso habe ich bloß gesagt das es kein Problem wäre allein in diese verdammten Berge zu fahren? Jetzt steh ich hier im nirgendwo und komm weder vor noch zurück.‘ Erschöpft legt der blonde Koch seine Stirn aufs Lenkrad und schließt seine Augen. In Gedanken versunken, erschreckt er als er plötzlich ein Klopfen an der Scheibe vernimmt. Ruckartig richtet er sich auf und schaut zu seinem Retter. Doch kann er durch den vielen Schnee nur eine vermummte Person sehen. Er öffnet die Tür und blickt ausgerechnet in das Gesicht das er am wenigsten sehen will. „Zorro“, bringt der Blonde über die Lippen.
„Was zur Hölle machst du hier? Es zieht ein Schneesturm auf, du kannst nicht einfach im Auto sitzen und abwarten“, meckert dieser auch sogleich los. „Welche andere Wahl habe ich denn?“, gibt der Blonde zurück, entmutigt wie zuvor und plötzlich ist es ihm egal wer dasteht, Hauptsache er muss nicht die Nacht alleine in einem eiskalten Auto verbringen. Schon seit über einer Stunde sitzt er hier fest, nicht wissend wie er die Nacht überstehen würde. „Dir einen sicheren Unterschlupf suchen! Mach schon steig aus und komm mit“, fordert der Grünhaarige ihn auf. „Wir müssen uns beeilen. Die Hütte ist ein Stück entfernt, aber dort ist es sicher“, setzt er fort, während er Sanjis Tasche vom Rücksitz nimmt. Als er die Tasche geschultert hat blickt er zu Sanji der immer noch im Fahrersitz sitzt, scheinbar keine Anstalten macht, das halb eingeschneite Auto zu verlassen. „Worauf wartest du? Willst du erfrieren?“, geht er den Koch an, kein Verständnis wieso man sich nach solch einer Nachricht nicht bewegt. Erst in dem Moment sieht er die große Wölbung unter Sanjis Jacke. Einen kurzen Moment benötigt der Schwertfanatiker, was das gerundete Mittelteil des Blonden zu bedeuten hat und was das für Konsequenzen mit sich zieht. Doch schnell ist ihm klar, dass es nichts an dem Plan ändert einen sicheren Unterschlupf zu suchen.
‚Rational denken‘ sagt sich der Grünhaarige selbst. Wie von selbst zieht er seine Mütze vom Kopf, nur um sie seinem Gegenüber zu reichen. „Hier zieh die an. Wir müssen los“, richtet er sich unbeeindruckt an den Koch. „Kein wie hast du das angestellt oder du musstest dich ja in so eine Situation bringen?“, hakt Sanji nach. „Keine Zeit, das klären wir später. Steig jetzt endlich aus“, fordert Zorro ihn erneut auf, woraufhin der Koch endlich Anstalten macht, den Fahrersitz zu verlassen. „Brauchst du außer der Tasche irgendwas Anderes aus deinem Auto?“, will er wissen, wobei seine Augen das Fahrzeuginnere schon nach wichtigen Dingen absuchen. „Im Kofferraum ist noch eine kleine Notfalltasche die sollte mit“, gibt der Koch zur Antwort. Schnell packt Zorro auch diese und nimmt anschließend Sanji an der Hand um ihm aus dem Auto zu helfen, denn bisher hat der Blonde sich nur so gedreht, dass er aussteigen könnte.

Erst einmal ausgestiegen, verriegeln sie das zugeschneite Auto, um sich dann endlich auf den Weg zu machen. Es schneit heftig, was eine schlechte Sicht bedeutet. Dennoch ist der Grünhaarige zügig unterwegs, was bedeutet, dass er den Koch hinter sich herzieht, den Berg hinauf. „Nicht so schnell“, keucht der Blonde außer Atem, eine Hand unter seinem Babybauch. ‚Mist, wir sind viel zu langsam und er ist schon am Ende seiner Kräfte‘. Zorro lässt seine Hand los und legt diese stattdessen auf Sanjis Rücken und greift mit seiner anderen Hand wieder dessen Hand, hofft innerlich, dass er seinem Gefährten so etwas besser unterstützen kann. „Wir müssen uns wirklich beeilen“, versucht er dem Blonden nochmal klar zu machen, da sieht er endlich das wonach er Ausschau gemacht hat. „Siehst du da oben das Licht? Dort müssen wir hin, bevor der Schneefall zu stark wird und wir unsere Orientierung verlieren. Es ist sind noch ungefähr 500 Meter bis wir den Berg geschafft haben, danach werde ich dich tragen“, erläutert der Grünhaarige. „Okay, dass schaffe ich“, erwidert der Schwangere schweren Atems.
Endlich erklimmen sie das letzte Stück des Berges, von nun an ist es wesentlich flacher und das Licht deutlich zu erkennen. Eine kurze Pause zum Verschnaufen bekommt Sanji gegönnt, denn Zorro verknotet die zwei Taschen. Sanji atmet immer noch schwer, aber länger will Zorro nicht warten, das Wetter ist ihm zu ungewiss. „Das wirst du nehmen müssen, wenn ich dich den Rest der Strecke trage“, richtet der Grünhaarige sich an seinen Begleiter. Mit einem Nicken lässt Sanji sich helfen das Gepäck zu schultern. Zorro hockt sich vor ihn in den Schnee, damit er Sanji Huckepack nehmen kann. „Gut festhalten und nicht einschlafen. In fünfzehn Minuten sind wir da“, richtet sich der Grünhaarige an den Schwangeren. Er weiß, dass auch dies hier nicht optimal für den Blonden ist, aber besser als diesen weiter durch den Schnee zu hetzen.

Gerade noch rechtzeitig erreichen sie die Hütte, der Schneesturm nimmt Fahrt auf. Erst einmal setzt Zorro seinen Begleiter auf den nächst gelegenen Sessel ab, obwohl draußen der Sturm tobt und dies nicht gerade leise, ist Zorro die Ruhe selbst. Kaum dass er den Blonden abgesetzt hat und die Taschen zur Seite gestellt hat, legt er seine nassen Sachen ab, bis er in Boxershorts vor seinem alten Freund steht. „Ich empfehle dir das gleiche zu tun. Falls in der Tasche noch was trocken ist zieh’s an, ansonsten werde ich dir was leihen“, richtet der Grünhaarige sich an den Blonden und geht in Richtung einer der Türen. „Gibt es hier ein Bad, heißes Wasser?“, fragt Sanji, der sich durchgefroren fühlt, bevor Zorro in der Tür verschwinden kann. „Ja, aber bis das Wasser warm ist dauert es. Zieh die nassen Sachen aus.“
Einige Minuten später sitzt der Schwangere eingewickelt in einer Decke auf dem Sessel und wartet darauf das Zorro wiederauftaucht. „Komm, dass Wasser ist warm.“, ruft dieser von der Tür aus noch immer fast nackt, was Sanji auf eine gewisse Weise als störend empfindet, dabei muss sich der Schwertfanatiker nicht verstecken. „Kannst du dir nichts anziehen?“, erwidert Sanji. „Ich will auch zuerst duschen, also komm bevor ich es mir anders überlege und dir nicht den Vortritt überlasse“, fordert der Grünhaarigen seinen Gast auf.
Das kleine Bad, in welches der Blonde geführt wird, ist höchstens zwei Quadratmeter groß, dennoch stehen beide gerade jetzt gemeinsam in diesem kleinen Raum. „Dort liegt ein Handtuch, Waschzeug steht auf dem Waschbecken. Beeil dich, du hast höchstens zehn Minuten heißes Wasser“, erklärt Zorro und zeigt dabei auf die genannten Dinge. „Hast du trockene Sachen?“, fragt er noch, bevor er dem Schwangeren das Badezimmer überlässt. „Bis auf eine Hose ja“, gibt er zur Antwort. „Gut, ich leg dir gleich eine von mir hin“, gibt Zorro zurück und verlässt daraufhin das Bad, sodass Sanji sich duschen kann.
Als der Blonde aus der Dusche tritt liegt auf seinen Sachen eine schwarze Trainingshose von Zorro. Schnell zieht er die Hose sowie ein langärmliges Shirt an und tritt in den gut geheizten Wohnraum.

„Hier ist heißes Wasser, eine Tasse und Tee oder Kaffee nimm dir was du willst“, bietet der Grünhaarige an. „Vielen Dank“, erwidert Sanji, als er sich einen Tee zubereitet. Etwas Warmes zu trinken würde ihm zusätzlich helfen wieder warm zu werden. „Danken kannst du mir wenn ich dich nach dem Schneesturm wieder heil von diesem Berg runtergebracht habe. Ich hoffe dein Termin ist nicht in den nächsten Tagen, denn bis es sicher zum Absteigen ist dauert es ein paar Tage“, gibt der Grünhaarige nach einem kurzen Moment der Stille zurück. „Keine Sorge, ich habe noch ein paar Wochen vor mir“, kann der Blonde seinen Gastgeber beruhigen.
Zorro hatte in seiner Abwesenheit eine Decke auf die abgenutzte Couch gelegt, die der Blonde sich nun nimmt, als er es sich auf dem Möbelstück gemütlich macht. Es war ein anstrengender Tag für ihn und das merkte er nun deutlich.
Endlich mollig warm eingepackt und mit einem heißen Getränk in der Hand, kann der Schwangere den Rest des Wohnraumes betrachten, wo ihm auch gleich auffällt, dass neben dem gut befeuerten Kamin nun ein Wäscheständer mit seinen nassen Kleidungsstücken steht. ‚Zorro muss sie aufgehängt haben‘, geht ihm sogleich durch den Kopf. Der Wohnraum dieser Hütte ist nicht besonders groß, abgesehen von einem abgenutzten Sessel und der Couch stehen nur ein Kaffeetisch, eine Vitrine, sowie ein kleines Bücherregal in dem Raum. Auf dem Boden vor der Couch liegt ein Fellteppich und an den Wänden hängen drei Katanas, ansonsten ist der Raum nicht dekoriert.

„Ich hoffe eine Suppe und Brot tuen es für heute Abend, denn ich habe ehrlich gesagt nicht besonders viel Auswahl“, sagt Zorro als er Sanji einen Suppenteller reicht. „Danke, das ist mehr als ich erwartet habe“, erwidert dieser. „So ein schlechter Gastgeber bin ich nun auch nicht“, gibt der Grünhaarige empört zurück. „Nein, so meinte ich das nicht. Vor zwei Stunden habe ich noch gedacht, ich würde die Nacht im Auto verbringen und jetzt sitz ich in einer warmen Hütte, frisch geduscht und bekomme sogar noch etwas gekocht“, erklärt sich der Gast. „Ich konnte dich schlecht im Auto lassen. Und jetzt iss bevor es kalt wird.“

Eingekuschelt in einer Decke sitzt Sanji auf der Couch und beobachtet das Feuer im Kamin. Eine Hand auf seinem runden Bauch. „Hier das Wasser, das du haben wolltest.“, reist Zorro ihn wieder einmal aus seinen Gedanken. Dankend nimmt der Blonde das Glas entgegen. Vor ihm auf dem Tisch stehen zwei kleine Dosen mit Medikamente, woraus er sich je eine Pille holt. „Wozu sind die?“, fragt sein Gastgeber neugierig. „Eisenpräparat und Vitamine“, antwortet der Blonde kurzangebunden und schluckt genanntes zusammen mit dem Wasser runter.
„Ich habe vorhin gesagt ich würde meine Sprüche auf später verschieben, aber