Fanfic: The Angellion (2)
Kapitel: The Angellion (2)
So, für Saiyana hab ich jetzt mal weitergeschrieben! ^^ und natürlich auch für alle andren, die`s vielleicht lesen! ^^ Und danke für die ganzen Kommis zu meienr Frage! Ich danke allen!! *vor jedem dankend verbeug* leider hatte ich keine Zeit alle zu kommentieren, aber ich hab sie gelesen und find sie cool!! ^^ und hier kommt jetzt das erste Kapitel! (hab mir sehr Mühe gegeben, weiß aber nich wie`s geworden is!) <br />
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Alexiel war in jedem Fall nicht das gewöhnlichste Kind, welches je in das große, jedoch namenlose Kirchenwaisenhaus am Rande von Weißrussland gebracht wurde. Niemand wusste woher er kam. Eines morgens schlief der kleine, gerade mal einjährige Junge mit den goldblonden Haaren und strahlend blauen Augen auf den Steinstufen der Kirche, ruhig und als würde er in einem weichen Bett liegen, hatte er sich gerekelt. Splitternackt und nur mit einem kleinen Kettchen in der Hand. Es war ein runder, tropfenähnlicher Anhänger. Auf der Rückseite stand unmissverständlich sein Name: Alexiel. Der Name eines einsamen Engels. An diesem Tag hatte es geregnet. Die erste Person die ihn gefunden hatte war das Hausmädchen, das rausgegangen war um den Briefkasten zu leeren. Erschrocken hatte sie die Pastorin, und Leiterin des Waisenhauses, benachrichtigt. Erst hatten sie ihn einen kleinen, süßen Jungen genannt, doch dann hatten sie seinen Rücken gesehen. Das, was wohl auch der Grund war dass er nun, fast elf Jahre später, immer noch im Waisenhaus war: Bis über beide Arme erstreckten sich riesige Engelsflügel. Niemand wusste wie er zu dieser >Verunreinigung<, wie es die Nonnen nannten, gekommen war. Aber jeder, der davon erfuhr, mied den blonden, engelsgleichen Jungen. Alles begann eines Sommers, kurz nach Alexiels Geburtstag, den, weil sie seinen richtigen Geburtstag nicht kannte, die Pastorin auf diesen Tag gesetzt hatte, weil er vor elf Jahren damals gefunden worden war. Es war Mitte August, aber nicht besonders heiß, in Russland wurde es nie ganz heiß. Es war jedoch warm genug, dass Alexiel und die anderen Waisenkinder draußen mit Jeans und Pullover herumlaufen konnten, ohne die Jacken, die sie sonst immer trugen. Alexiel war groß, nicht besonders groß, aber er gehörte zu den Größeren des Waisenhauses, das sollte eigentlich heißen, dass er nicht so oft geärgert und gehänselt wurde, aber Alexiel wehrte sich nicht oft, er war zwar schlagfertig mit Worten, aber im Kampf Mann gegen Mann stände er auf verlorenem Posten! Deshalb war er eines der Lieblingsopfer der Großen. Es war wie eine Hetzjagd auf ein Tier, sie jagten ihn und wenn sie ihn hatten, kreisten sie ihn ein und verprügelten und beschimpften ihn. Das war so, es machte ihnen Spaß und Alexiel hatte sie langsam daran gewöhnt. Außerdem hatte er eine besondere Stärke, die ihm half dass er nicht so oft Prügel einstecken musste: er war unglaublich schnell und wendig. Sobald er draußen war rannte er auch schon. Irgendwohin wo sie ihn nicht fanden, und dort blieb er dann, bis sie aus Langeweile die Jagd nach ihm aufgaben und sich jemanden anderen zum Ärgern suchten. Wie auch heute. Alexiel saß mit überkreuzten Beinen in der Krone einer großen Eiche, die am Rande des Hofes stand, und welche die Waisenhauskinder >Verlorenes Kind< nannten, weil sie damals angeblich gepflanzt wurde als ein Kind beim Spielen draußen starb. Unter sich hörte er die wütenden Stimmen von Kolya, Victor und den fünf anderen Jungen, deren Namen Alexiel vergessen hatte. Er sah, durch das dichte Blätterwerk hindurch, auf die Kirchenuhr, die mit ihren vergoldeten Zeigern im ganzen Dorf zu sehen war. Sie hatten Pause. Von mittags bis um Zwei. Alexiel überlegte, nach wie viel Zeit die Jungen diesmal aufgeben würden. Das letzte Mal waren sie sehr ausdauernd gewesen und hatten bis die Pause vorbei war nach ihm gesucht. Ganze zwei Stunden lang war Alexiel auf dem Dach der kleinen Kappelle gesessen, die sich direkt neben der richtigen Kirche und dem großen Waisenhausgebäude befand. Aber im Gegensatz zu ihnen war die Kappelle klein und leicht zu erklimmen, jedenfalls wenn man schwindelfrei war und keine Angst davor hatte dass die Regenrinne abbrechen könnte. Zum Glück war er ein Federgewicht, wie jedes Kind hier. Denn die Nonnen sparten an Essen, weil sie nicht wollten dass ihre Schützlinge >verfetteten<, wie Alexiel sagte. Aus Langeweile beobachtete er einen kleinen Vogel, wahrscheinlich ein Rotkelchen, dass auf dem Zweig über ihm Platz genommen hatte und sich jetzt ausgiebig mit dem Schnabel die Federn putzte. „Na, du Vogel, soll ich dir einen Namen geben?“ dachte Alexiel nach einiger Zeit. Wie als hätte das Tier ihn gehört hörte es auf sich zu putzen, wandte seinen kleinen Kopf mit den schwarzen Knopfaugen nach unten und sah ihn geschätzt zwei Minuten lang reglos an. Dann erhob es sich in die Luft und flog auf einen Zweig genau gegenüber von ihm. „Na also. Willst du doch. Dann nenn ich dich... ähm...“ ein Lichtkegel drang durch die Blätter genau auf den Vogel, sodass dieser strahlte als hätte ihm jemand einen Heiligenschein verpasst. „Ich weiß, ich nenne dich Luzifer. >Lichtbringer<, sagen die Nonnen. Wie findest du das?“ Der Vogel ließ ein helles Gezwitscher hören. „Na also!“ Eine Zeit lang blieb er ganz still sitzen, dann beugte er sich vor und strich dem Tier mit dem Finger leicht über die Federn. Er ließ sich tatsächlich streicheln. Jedoch nicht lange. Nachdem Alexiel ihm zweimal mit dem Finger berührt hatte breitete Luzifer wieder die Flügel aus und verschwand mit nochmaligem Gesang zwischen den Wolken. Alexiel seufzte und sah nach unten. Kolya und die anderen Jungen suchten immer noch nach ihm. „Puh...“ Er schwang die Beine auf den Ast, kletterte vorsichtig etwas weiter und hielt dann mit der Hand ein paar Blätter zur Seite. Vor sich sah er die große Mauer, die den gesamten Hof einrahmte, wie ein Gefängnis. Die Nonnen behaupteten sie sei zum Schutz der Schüler dort, weil es draußen gefährlich war, aber Alexiel hielt es eher für das, was es war: Eine Einschränkung seiner, und der Freiheit der anderen! „Möchte wissen wie es draußen wirklich ist...“ dachte er und musterte die schweren Steine der Mauer. Manchmal unternahmen die Nonnen Ausflüge mit den Schülern, aber aus irgendeinem Grund war Alexiel nie dabei gewesen. Kurz bevor der Tag kam hatten sie ihm immer etwas aufgegeben oder er war, wie die Pastorin sagte, plötzlich erkrankt, als wollten sie ihn nicht an die Öffentlichkeit lassen!! Etwas zwitscherte. Er sah sich verwundert um. Da saß er wieder. Das kleine Rotkelchen. Es saß ihm genau gegenüber auf dem Stein. „Du bist wieder da? Ich dachte du bist weggeflogen?“ dachte Alexiel verwundert. Der Vogel blinzelte ihn schief an. „Was willst du sagen?“ Wieder ließ es seinen Ruf ertönen. Dann drehte es sich um und es schien als würde es mit dem Schnabel auf die andere Seite deuten. „Ich versteh nicht was du sagen willst...“ Dann sprang es. Ein paar Sekunden lang war es aus seinem Blickfeld verschwunden, dann tauchte es wieder auf und zwitscherte erneut. „Ich soll dir folgen? Das willst du?“ Er hatte das Gefühl als ob das Tier nicken würde, aber es war wahrscheinlich nur eine Sinnestäuschung. Alexiel sah nach hinten und horchte. Er hörte wie Kolya und die anderen immer noch riefen und schimpften und mit ihren Holzstöcken auf die Steine und Bänke schlugen. Dann hörte er die Stimme der Pastorin die laut ein Kind zurechtwies. „Okay, ich komme mit. Schlimmer als jetzt, kann’s nicht werden!“ Damit balancierte er vorsichtig den Ast bis ganz nach vorne. Er schwankte gefährlich und Alexiel hatte das Gefühl gleich herunter zu fallen. Er biss die Zähne zusammen. Dann sprang er. Beinahe wäre er abgerutscht. Noch rechtzeitig krallte er sich mit den Fingern in den moosbesetzten Kerben zwischen den Steinen fest und zog sich hoch. Als er oben war atmete er tief durch. „Nur ein kleiner Sprung für meine Beine...“ Er spähte über die Schulter und dann nach unten, wo die Straße war, „aber ein großer Sprung für mich!“ damit ließ er sich herunterrutschten. In dem Moment als seine Füße den Boden berührten knickten seine Beine ein. Er landete auf den Knien. Sein Gesicht verzog sich zu einer schmerzverzerrten Grimasse. Vorsichtig rappelte er sich hoch und rieb sich die Hände, welche aufgeschürft waren, da er sich damit versucht hatte etwas an der Mauer abzubremsen, an seiner Hose ab und strich sich die blonden Haare aus den Augen. „Luzifer, wo bist du?“ Aber der Vogel war verschwunden. „Verdammt...“ Er blickte zurück. „Wieder hoch komm ich so auf keinen Fall mehr!“ Seine Knie waren ebenfalls aufgeschürft. „Das ist alles deine Schuld, Vögelchen!“ knurrte er leise. „Was mach ich jetzt?!“ Bis die Mittagspause um war würde zwar keiner merken, dass er nicht mehr auf dem Hof war, aber danach würde es sicher auffallen, da die Nonnen jeden Schüler auf einer Liste abhakten, der herein kam. Wer da nicht drauf war, wurde gesucht, und wenn sie ihn nicht fanden war klar, dass er weg war!! Er schluckte und sah sich um. Er sah keine Leute in der Nähe. Das hieß, niemand hatte ihn gesehen, wie er ausgebrochen war. Er versuchte all seinen Mut zusammen zu nehmen. Holte nochmals tief Luft und machte sich dann auf den Weg. „Schlimmer kann’s ja eh nicht werden...“ dachte er. Er befand sich in einer Seitenstraße, umgeben von großen Häusern. Es war das Armenviertel, in dem das Waisenhaus stand. Noch bevor er die Hauptstraße erreicht hatte hörte er den Lärm. Schreiende Kinder, die Stimmen der Kaufmänner die ihre Waren feilboten, Katzen und Hunde und das immer währende Geräusch von Pferden, die durch die Straßen gingen. Mit oder ohne Reiter. Es war Markttag. Der Geruch von Fisch und Gemüse lag in der Luft. Aber auch Brot und Kleider wurden in den vielen Ständen angeboten, die sich die ganze Straße bis zum