Fanfic: The Angellion (jetzt endlich 4)
einen Vorschlag zu machen, Majestät?“ Der Monarch schien zu überlegen. „Meinetwegen. Spreche, aber fass dich kurz!“ Der Unterengel nickte schnell. „Ein Duell“, sagte er „zu Eurer Belustigung. Wie wäre dies?“ Während der hohe Engel nachdachte schien es, als würden die Anwesenden förmlich die Luft anhalten, um seine Gedanken nicht zu stören. Der Engels rechts zu Seiten von Alexiel zitterte. Nicht stark, aber er tat es. „Er hat Angst.“ Dachte der Junge verwundert. „Und wie er Angst hat.“ Der König dache lange nach. „Er ist grausam.“ Kam es Alexiel „während er überlegt leidet der arme Engel! Er leidet, weil er nicht weiß, ob er überlebt!“ „Es gibt viele Arten von Grausamkeit. Der Kerl da beherrscht schon mal zwei von ihnen!“ Diesmal war es eine andere Stimme, nicht sein Menschenverstand, sondern dass, was die Nonnen ihnen oft über Höllenbewohner erzählten. Doch das war ein Engel... „Nun gut“, begann der emporragende Engel endlich. „Wir werden sehen, was daraus wird!“ Die Erleichterung des Mannes war förmlich zu spüren. Die >Majestät< wandte sich an die anderen Engel, die an den Wänden standen. „Ruft das Dorf zusammen! Sagt ihnen, nach langer Zeit wird endlich wieder ein Duell abgehalten!“ Die Männer nickten, verbeugten sich und verließen dann den Saal. Ohne einen weiteren Wink des Königs wurde Alexiel von dem einen Engel, der den Vorschlag gemacht hatte, von hinten an den Armen gepackt und, für dessen Meinung viel zu grob, ebenfalls, jedoch zu einer anderen Tür, herausbugsiert. Sie gingen einen weiteren Gang entlang. Nur dieser war diesmal nicht aus grobem Stein, wie der vorherige, sondern war weiß, aus demselben Marmor wie der Saal. Nur dunkler, nicht so blendend. Zirka in der Hälfte des Ganges rutschte es Alexiel endlich heraus: „Was meint er mit Duell?!? Wer soll sich duellieren? Und wie?!“ Der Engel sah ihn herablassend, mit einem unverkennbar höhnischen Blick, an. „Was denkst du wohl, Vögelchen?“ auch dies war mal wieder nicht als wirkliche Frage gedacht, denn er antwortete sofort selbst: „Duelle dienen zur Erheiterung, das weißt du wohl wenigstens. Du duellierst dich.“ Er lachte laut auf. „Kämpfen meinst du?!? Aber... aber ich kann nicht kämpfen!“ Genervt packte der Mann fester zu. Alexiels Handgelenke schmerzten. „Nenn es duellieren. Nicht kämpfen, Mensch.“ Aus seinem Mund klang das Wort >Mensch< gleich einer schweren Beleidigung. Mehr redete er nicht mit ihm. Am Ende des Ganges befand sich eine Tür, man konnte wohl auch von einem >Tor< sprechen, aber es sie war nicht so groß, sah nur so aus wie ein Tor. Dahinter leuchtete Tageslicht hervor. Natürlicher als die Lichtquelle, welche den Gang erleuchtete. Zu Alexiels Überraschung stieß es der Unterengel nicht auf, sondern drehte sich zur Seite und betrat einen Raum, der keine Tür besaß und auf eine bestimmte Art genauso aussah wie alles andere hier: weiß. In dem Raum befand sich als einzigstes ein Schrank. Es war wohl so etwas Ähnliches wie eine Umkleidekabine. Der Engel zog Alexiel mit so schnellen Fingern die Hose aus und eine andere, die er aus dem Schrank gezogen hatte, wieder an, dass der es kaum mitbekam. Es war eine schwarze Hose, sie fühlte sich sehr weich an, so ähnlich wie Seide, war aber schwer, sogar noch schwerer als die, die er zuvor anhatte, welche >Killer< gehört hatte. Das Hemd war ebenfalls weich, nur diesmal war es, wie man es bei einem solchen Stoff erwartete, auch luftig. Während der Engel irgendetwas aus dem Schrank kramte, dabei jedoch mit einer Hand immer noch im festen Griff dessen Handgelenke hielt, fielen Alexiel auch zum ersten Mal die unscheinbaren Bilder auf, die überall an der Wand verteilt waren. Er hatte noch nie gut malen können, denn Malen gehörte nicht zu den wichtigsten Dingen, welche die Ordensschwestern ihnen beigebracht hatten, aber diese Bilder, die meistens in sehr hellen, und trotzdem unfreundlichen, Tönen gemalt waren, sahen aus, als hätte sie jemand entworfen, der noch weniger Ahnung von Kunst hatte wie er selbst. Soviel, wie er erkennen konnte, zeigten sie Engel. Er konnte auch nicht genau sagen, ob sie von einem sehr begabten Dreijährigen oder von einem sehr unbegabten Dreißigjährigen stammten. Ein einziges Bild, fiel ihm auf, denn es war das einzigste, welches nach wirklichem Können aussah: Es zeigte ebenfalls einen Engel. Er strahlte so hell, dass es einem vorkam, als würde man von einer künstlichen Sonne beschienen. Man konnte kaum seine Konturen erkennen, doch er war schön. Sehr schön sogar. Das war nicht zu leugnen. Alexiel konnte nicht sagen wie, aber es war so ein Gefühl, wie, wenn man eine verwelkte Blume sah, und genau wusste, dass sie einmal wunderschön gewesen war. Die Worte der Pastorin, die sie ihnen einst vorgelesen hatte, klangen in seinem Kopf wieder: >Der, dessen Glanz wie kein anderer je den Himmel erhellte: Wunderschöner Luzifer, der Abtrünnige…< Mehr Zeit zu überlegen hatte er nicht, denn der Engel hatte gefunden, was er gesucht hatte: Ein graues Band. Im krassen Kontrast zu dem, was er anhatte, war es kratzig und hatte Ähnlichkeit mit Sackleinen. Der Mann schnürte es so fest, dass es ihm buchstäblich in die Haut schnitt. Aber er sagte nichts, gebracht hätte es, so wusste er mit fast genauer Sicherheit, sowieso nichts! Alexiel war nun anscheinend fertig, fertig zum Duellieren… Er schluckte „Angst, ist auch eine Art sich auf einen Kampf vorzubereiten!“ wäre die Stimme ein Mensch, so würde sie lachen, dachte er verärgert. Er hatte sich schon beinahe gedacht, wo er hingebracht wurde. Und er lag auch nicht so ganz daneben: Es war ein großer Platz, sehr groß, aber nicht unbedingt ganz so groß wie der Saal. Am Boden lag Stroh, etwa wie im Mittelalter immer. Er sah nur ein kleines Stück vom Boden, er war platt getrampelt. Was nicht verwunderlich war, beim Anblick der sicher über hundert versammelten Menschen! Sie hatten keine Flügel, daher waren es sich keine Engel, es waren einfach nur Menschen. Tot konnte er also nicht sein. Ein lautes Geflüster dröhnte über alles. Es waren so viele, dass das Geflüster schon fast als Schreien durchging… fast. Sie trugen verschlissene Kleidung, vorwiegend eine Art Kimono, der vielleicht einmal weiß war, nach all der Arbeit, die sie, wie es aussah, tun mussten, eher grau, fast schwarz, oder braun, schien. Auch trugen alle, wie er eines verpasst bekommen hatte, dunkle Bänder um den Kopf. Die Haut, die darunter hervorschaute, weil es wahrscheinlich öfters verschoben wurde, war rot und leicht angeschwollen. Wahrscheinlich tat es auch weh, das konnte man nie so genau wissen. Von irgendwoher trat plötzlich der König hervor. Er trug immer noch dasselbe wie zuvor, nur eine seltsame, nicht protzig aber trotzdem Ehrfurcht erzeugende, Krone auf dem Kopf. Sofort wurde alles ruhig. Der hohe Engel sah sich langsam und gemächlich um, dann begann er zu sprechen: „Nun gut, nach langer Zeit haben wir endlich wieder einen Besucher!“ Hämisches Lachen unter den Engeln, die an den Seiten des Platzes standen, verwunderte, teils auch verängstigte, Blicke unter den Menschen. „Führ ihn her.“ Knurrte die >Majestät< Alexiels „Wächter“ zu. Dieser nickte schnell und stieß ihn mit dem Fuß in die Kniekehle. Alexiel stolperte vor. Der Engel drückte ihn von hinten auf den Boden. „Seht ihn euch genau an. Ein Junge aus einem weit entfernten Land. Wohl nicht freiwillig hier!“ erneutes Lachen. Mit einem Fingerschnippen des Königs erstarb es jedoch sofort wieder. „Nun gut! Genug der Vorrede! Bringt den kämpfenden Engel!“ Der >kämpfende Engel< hatte anscheinend nur auf dieses Kommando gewartet. Die Menge teilte sich, sodass ein breiter Mittelgang frei wurde. „Oh man…“ flüsterte Alexiel. Der >kämpfende Engel< war wohl kaum der richtige Ausdruck für den Mann mit den kräftigen, aber etwas kleinen, Flügeln, der nun zwischen ihnen auftauchte. Der >Angst einflössende Engel< oder der, vielleicht auch, >tötende Engel<, traf es besser! Es war ein Berg von Mann. Er hatte muskulöse Arme und von der Statur her auch sonst große Ähnlichkeit mit einer Mischung aus >Killer< und einem Sumoringer! Er grinste höhnisch, als er sich vor Alexiel auf die Plattform schwang. Der Erdboden erbebte regelrecht und seiner Wuchtigkeit. Auch der Monarch lachte gehässig. „Möge das Duell beginnen!“ verkündete er und verließ das große Podium zur anderen Seite. Alexiel sah, dass ein kleiner Aufgang dort zu einer Art Tribüne weiter oben führte, von welcher der hochgradige Engel alles überblicken konnte. Der Engel ließ könnerisch seine Muskeln spielen. Zu Alexiels vollständigem Entsetzten griff er ihn jedoch nicht mit bloßen Händen an… Nein… Er wusste nicht, woher er gekommen war, doch unerwartet plötzlich hatte der Berg einen Speer in der Hand. Einen silbern glänzenden. Er sah so unheimlich spitz und scharf aus, dass der Junge buchstäblich zusammenfuhr und einen Schritt zurück tat. So hatte er das nicht gedacht. Einen fairen Kampf, mit Fäusten ausgetragen, hätte er vielleicht noch überlebt. Aber mit einer solchen Waffe? Niemals! „Lieber Gott, wenn es dich gibt, bitte beschütze mich vor deinen Gesandten!“ flüsterte er angsterfüllt. Natürlich wusste er, dass eine solche Art um Gnade zu bitten sowieso nie funktionierte, aber etwas anderes fiel ihm im Moment nicht ein. „Los!“ kam eine, durch einen Lautsprecher, der irgendwo weiter oben befestigt war, Alexiel konnte nicht wörtlich sagen wo, verstärkte, Stimme. Auch darauf hatte der Engel mit großer Wahrscheinlichkeit gewartet. Den mit breitem Grinsen und unterdrückt hämischem Lachen stieß er die Lanze nach vorne. Sie verfehlte nur um einige Zentimeter Alexiels Kopf. Sein Herz hämmerte wie wild, als wollte es vor Furcht aus seinem Körper flüchten. Es war wie ein Reflex,