Fanfic: The Angellion (jetzt endlich 4)
ruckartig sprang der Junge weg, aus dem Angriffsfeld des Gegners heraus. Hinter sich nahm er die Kante der Plattform wahr. In einigem Abstand standen dort die Menschen und sahen gebannt zu ihnen auf. Der Kämpfer drehte sich zu ihm um. Der Ausdruck auf seinem Gesicht hatte sich nicht im Geringsten geändert, er fühlte sich immer noch gleich überlegen. Was er wohl oder übel auch war… Der zweite Angriff war schneller als der Erste, so kam es Alexiel vor. Er spürte sofort den Luftzug. In dem Moment, als die todbringende Spitze der Waffe genau vor seinen Augen war schwang er mit dem Oberkörper zurück. Ebenfalls ein Reflex, den er sich im Waisenhaus, zum Vermeiden von blauen Augen und anderen Verletzungen in der Gesichtsgegend, durch Kolya, der ihn gerne und oft verprügelt hatte, verursacht. Die Reaktion tat auf jeden Fall seine Wirkung. Wieder verfehlte der Engel ihn. Leider war er zu nahe an ihm dran, sodass der Blonde sich nicht mehr nach vorne hin aufrichten konnte, ohne das Metall der Lanze spüren zu müssen. Er fiel zurück. Millimeter fehlten, und er wäre herunter gestürzt. „Scheiße.“ Entfuhr es ihm. „Das ist dein Ende, Vögelchen.“ Knurrte der Mann. Alexiel schluckte so schwer, dass es ihm im Hals wehtat. Plötzlich spürte er etwas an seiner Hand. Er sah nach unten. „Ein Holzspeer?!“ fragte er verblüfft. Er sah die Leute an, die dort standen. Sie zuckten mit den Schultern. Sie wusste nicht woher er kam. „Denk nicht drüber nach. Wehr dich einfach, Vögelchen!“ Endlich hörte er einmal auf dass, was ihm der Menschenverstand riet. Kurz ehe der zweite Schlag auf ihn niederschmetterte riss er die neue Waffe hoch, Metall krachte auf Holz. Es gab ein knrischendes Geräusch, aber seine Lanze hielt stand. Er riss sie zurück und stieß nun selbst zu. Er hatte nicht getroffen. Das war klar gewesen, er hatte noch nie dergleichen versucht, nie. Auch >Killer< hatte ihm zwar ein klein wenig das Schlagen mit bloßen Fäusten gezeigt, und die Stellen wo es wirklich wehtat, aber sonst nichts. Dazu hatte Alexiel keine Zeit gehabt. Zu viel Arbeit an Bord. Kochen und alles… Aber das war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, in andere Gedanken abzuschweifen, denn dem Kämpfer schien es nicht gerade zu gefallen, dass sich sein >Opfer< nun mit dem gleichen Mittel wie er verteidigen konnte! „Das zählt nicht!“ rief er, und Alexiel war schon drauf und dran sich zu wundern, dass so einer überhaupt reden konnte. Aber verkniff sich eine solche Bemerkung. Der Monarch winkte kopfschüttelnd ab. „Soll er doch eine kleine Chance haben, viel nützen wird sie nicht. Das hoffe ich jedenfalls für dich, Engel!“ Der Kämpfer knirschte mit den schneeweißen Zähnen. „Na gut, werden wir mal nett sein aber glaub mir du hast kei…“ in dem Moment wurde er äußerst schmerzhaft unterbrochen. Alexiel hatte das kurze Gespräch genützt, sich aufgerappelt und nun mit der stumpfen Seite des Speeres zugestoßen. Dahin wo es bei einem Mann am meisten weh tut… Der Engel verdrehte die Augen. „Ah…“ Er ließ seine Waffe fallen, dann knickte er zusammen. Zur Sicherheit stieß Alexiel ein zweites Mal an der gleichen Stelle zu, und zum Dritten mit voller Kraft auf den Kopf des Gegners. Das war zu viel für diesen. Er schnappte nach Luft, dann kippte er nach vorne hin um und schlug hart mit dem Gesicht auf. Ein letztes Mal zuckten seine Flügel, dann erschlafften auch sie. Er war besiegt, bewusstlos, wahrscheinlich, oder auch nur ohnmächtig, Alexiel war kein Arzt, aber schlimm war es wahrscheinlich nicht, was er ihm angetan hatte. Sein Herz hatte aufgehört zu hämmern, jetzt schien es, als wäre es stehen geblieben. Erleichterung… oder auch nicht. Er spürte die Blicke der Leute in seinem Rücken, aber er drehte sich nicht um. Der König winkte unwirsch mit der Hand. Zwei der, wie Soldaten gekleideten, Engel packten den Besiegten an den Armen und schleppten ihn grob weg. Zwei weitere von ihnen blieben hinter dem Jungen stehen und rissen ihn ohne Vorwarnung nach vorne. Der hohe Engel kam von seinem Hochsitz herunter und stellte sich vor ihm auf. „So, ich kann mir nicht erklären wie, aber irgendjemand meint es wohl gut mit dir.“ Er grinste kalt. „Nur leider dulde ich kein Einmischen anderer. Wir werden den Schuldigen, der dir wohl geholfen hat, finden und bestrafen…“ Er musterte kurz jeden der Menschen ganz genau. „Und du…“ er überlegte, dann schnipste er den Engeln, die Alexiel hielten, zu. „Bringt ihn weg.“ „Was?!“ Er hing etwa zwei Zenitmeter über dem Boden, als sie ihn wegführten. „He, Moment mal!“ rief er. „Und für was hab ich das jetzt gemacht?!“ Aber er bekam keine Antwort. Er dachte schon beinahe, sie würden ihn wieder in die Angst einflößende Zelle sperren, in der er schon einmal gewesen war, doch dieser war ein anderer Gang. Man konnte ich auch >Tunnel< nennen, wenn man wollte, auch wenn das vermutlich etwas übertrieben war. Denn der Gang war nur so hoch, dass Alexiel gerade aufrecht stehen konnte, die Engel mussten gebückt laufen, sie waren zu groß. Außerdem war es dunkel. Sobald die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, sahen alle drei fast gar nichts mehr. >Vögelchen< überlegte nicht lange (falls man diesen plötzlichen Entschluss überhaupt >überlegen< nennen konnte!), er spreizte die Beine. Es rumpelte. Die beiden Männer waren gestürzt. Leider zusammen mit ihm. Er wand sich aus ihren Griffen und knallte mit aller Kraft, die er in den Armen besaß, ihre Köpfe zusammen. Sie fielen zusammen und blieben liegen, jedenfalls dachte er, sie wären wohl nicht mehr aufgestanden, sehen konnte er nichts. Er wollte auch nicht lange bei ihnen stehen bleiben, um es auszuprobieren. Er streckte die Arme aus, spürte die kalte Steinwand und begann sich an ihr langsam entlang zu tasten. Der Tunnel war mit Holzbalken gestützt, was er auf die einfachste Weise herausfand: Indem er mehrmals mit dem Kopf gegen einen solchen stieß! „So fühlt man sich also, wenn man blind ist…“ murmelte er leise. Er wusste nicht, wie lange er gegangen war, oder mit wie vielen Stützen sein Kopf Bekanntschaft gemacht hatte, bis er unerwartet etwas noch Kälteres als die Wand ertastete. Er wusste sofort, was es war: Eine Klinke. Er drückte sie herunter und blasses Licht strahlte ihm entgegen. <br />
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Das ist jetzt, glaub ich, ziemlich lang geworden. Aber was weiß ich... <br />
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cu Tekota14 <br />
(Viele grüße an alle, die meine FF je gelesen haben)<br />