Fanfic: Auf der Suche nach der Wahrheit (komplett)

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Er nahm war, dass sich bei seinem Eintreten alle nach ihm umdrehten und ihn förmlich anstarrten.
Er blieb stehen und sah sie fragend an.
„Was ist denn los? Warum schaut ihr denn so?“
Soun war der erste, der auf seine Frage antwortete.
„Wir dachten bloß, dass... nun ja..., Akane wollte doch noch einmal mit dir reden. Wo hast du sie denn gelassen?“
„Akane? Achso, die von vorhin. Tja, ich hab sie nicht gesehen.“
„Was? Aber... wo kann sie denn dann abgeblieben sein?“
Dann meldete sich Genma zu Wort.
„Sohn, es ist deine Pflicht als ihr Verlobter sie zu suchen.“
„Ja, es wird kühl draußen, sie wird sich noch erkälten.“ Gab ihm Kasumi besorgt recht.
Ranma sah von einem Gesicht ins andere. In allen konnte er das selbe lesen. Sie alle machten sich Sorgen. Aber warum sollte gerade er sie suchen gehen? Er kannte sie doch gar nicht..., oder? Und wieso behauptete sein Vater ständig, dass es seine Verlobte wäre?
„Bitte...“ sagte Kasumi leise und sah ihn mit einem Ausdruck in ihren Augen an, den er nicht zu deuten wusste. Es war eine Art Schmerz, aber auch Trauer und dann doch wieder auch etwas enttäuschtes...
„Na gut, wenn’s denn sein muss.“
Ohne noch weiter etwas zu sagen, machte er auf dem Absatz kehrt und ging zurück nach draußen. Als er dann auf der Straße vorm Haus stand, fragte er sich, wo er denn eigentlich anfangen sollte zu suchen. Er konnte doch schlecht ahnen, wo sie war, warum hatte er sich nur breitschlagen lassen? Seufzend machte er sich auf den Weg und bog bei jeder Kreuzung einfach wahllos ab, was sollte er denn sonst auch machen?
Auf einmal lenkte etwas seine Aufmerksamkeit auf den nahegelegenen Park, an dem er beinahe vorbeigelaufen wäre. Der helle Vollmond spiegelte sich malerisch auf der Wasseroberfläche des Sees, der sich in ihm befand, und erzeugte ein wunderschönes Bild. Davon angezogen steuerte er auf diesen See zu und blieb an dessen Rand stehen. Es war eine romantische Nacht, abgesehen davon, dass es bitterkalt war, was auch daran deutlich wurde, dass das Wasser des Sees mit einer dünnen Eisschicht überzogen war. Langsam aber doch merklich wurde es Winter. Ein leises Geräusch drang an Ranmas Ohr, es klang wie ein leises Schluchzen. Er wollte diesem Geräusch nachgehen und folgte ihm.

Akane hatte sich nicht von der Stelle bewegt. Obwohl es schon eisig kalt war und sie stark fror, wollte sie nicht nach Hause gehen, noch nicht. Sie wischte sich die immer wieder hochkommenden Tränen weg und stand auf. Sie wollte sich ein wenig die Beine vertreten, um warm zu werden. So folgte sie gedankenverloren dem Ufer des kristallklaren Sees und rieb sich notdürftig mit den Händen die Arme warm, auch wenn es recht wenig brachte. Seufzend ließ sie sich am Ufer nieder und streckte die Hand nach der Eisschicht des Sees aus. Als sie sie berührte schreckte sie kurz zurück, da es beinahe noch kälter war, als der Rest der Umgebung. Sie fragte sich, ob das Eis schon dick genug war um sie zu tragen und setzte es auf einen Versuch an. Vorsichtig stellte sie einen Fuß nach dem anderen darauf und stellte fest, dass es nicht brach. Darum wagte sie sich noch ein Stückchen weiter vor und ging langsam schreitend näher zur Mitte des Sees. Ihr Gewissen sagte ihr, dass es unvernünftig war, so wagemutig zu sein, doch im Moment hörte sie nicht auf ihren Verstand. So überhörte sie auch das leise Knirschen der Eisdecke und ging einfach weiter geradeaus. Die Geräusche wurden lauter und kleine Risse bildeten sich im Eis, die sich immer weiter verzweigten. Jeder halbwegs vernünftige Mensch wäre sofort umgedreht, doch inzwischen war es schon zu spät...
Mit einem lauten <Krach> brach das Eis unter Akanes Füßen und sie fiel in das eisige Wasser. Ein Schrei entlud sich ihrer Kehle, doch es war niemand in der Nähe, der ihn hätte hören können. Verzweifelt um sich schlagend versuchte sie sich über Wasser zu halten und krallte sich schließlich an der restlichen Eisdecke fest, doch auch diese zerbrach unter dem Gewicht und Akane ruderte wild mit den Armen. Immer wieder tauchte ihr Kopf kurzzeitig unter Wasser, doch es gelang ihr mehr schlecht als recht den Kopf prustend oben zu halten. Doch für wie lange würde sie es noch aushalten?

Akane kämpfte verzweifelt gegen das eisige Wasser. Wild um sich schlagend versuchte sie sich ans Ufer zu retten, doch vergeblich. Jetzt bedauerte sie es nie schwimmen gelernt zu haben. Die Kälte durchfuhr ihren gesamten Körper und ließ ihn Stück für Stück erstarren. Immer schwerer fiel es ihr sich über Wasser zu halten, sie glaubte nicht daran, dass um diese Uhrzeit außer ihr noch jemand hier draußen im Park war, doch insgeheim hoffte sie, dass jemand kommen würde. Jemand bestimmtes...
Sie dachte daran zurück, wie Ranma sie so oft beschützt hatte, bis jetzt war es ihr gar nicht recht bewusst geworden. Doch immer wenn sie in irgendwelchen Schwierigkeiten gesteckt hatte, war er da gewesen, hatte sie unterstützt.
Das Wasser spritzte durch Akanes Rettungsversuche in alle Richtungen davon, Akane wusste ganz genau, dass sie ohne fremde Hilfe hier nicht mehr herauskommen würde, doch solange sie sich noch einigermaßen halten konnte, gab sie die Hoffnung nicht auf. Mit letzten Kräften kämpfte sie sich ein Stückchen näher ans Ufer, auch wenn es nur sehr wenig war.
Plötzlich tauchte ihr Kopf unter Wasser, Akane schnürte es die Luft ab, sie schaffte es nicht mehr an die Wasseroberfläche, da die bisherige Aktion sie zuviel ihrer Energie gekostete hatte. Kleine Luftbläschen quollen nach oben, lange konnte sie nicht mehr die Luft anhalten. Sollte das etwa ihr Ende sein? Sollte sie so sterben?
Akane war noch nicht bereit aufzugeben, sie wollte leben, sie wollte noch einmal den echten Ranma sehen, ihre Familie und alle die ihr lieb geworden waren. Ihre Gedanken wurden unklar, sie nahm nur noch undeutlich wahr, wie eine Hand nach ihr griff und sie nach oben zog. Doch bevor sie an der Luft war, wurde es ihr schwarz vor Augen und ehe sie es sich versah war sie ohnmächtig geworden.

Ranma nahm nun auch seine zweite Hand zu Hilfe. Er war dem Geräusch nachgegangen und hatte dann einen spitzen Schrei und ein lautes Platschen gehört. Sofort hatte er angefangen zu rennen und nach kurzer Zeit hatte er gesehen wie ein Mädchen verzweifelt ums Überleben kämpfte. So schnell wie es auf dem dünnen Eis nur möglich war, ohne selbst einzubrechen, war er zu ihr geeilt, hatte ihr seine Hand entgegengestreckt und als sie unterging hatte er sich größte Mühe gegeben, sie aus dem Eiswasser zu ziehen. Jetzt zog er sie rückwärts robbend mit sich, bis sie auf festerem Untergrund waren. Unschlüssig was er tun sollte näherte er sich ihrem Gesicht und drehte es so, dass er es sehen konnte. Er erschrak, als er feststellte wer es war.
*Akane!*
Hektisch legte er seinen Kopf auf ihren Brustkorb um ihren Herzschlag zu hören, doch der wahr so schwach, dass er fast nicht mehr wahrzunehmen war. In Panik geraten packte Ranma Akane an den Schultern und schüttelte sie.
„Bitte wach auf! Komm zu dir!“
Doch es half nichts. Ranma sah seine letzte Chance in einer Mund zu Mund Beatmung und näherte sich ihrem Mund. Kurz bevor er ihn berührte stockte er. Er verstand nicht wieso, aber er war nervös und stellte auch fest, dass er rot angelaufen war. Das alles war ihm peinlich aber wieso bloß?
Er schluckte und rang sich dann schließlich dazu durch. Zitternd legte er seine Hände auf Akanes Schultern und ließ seinen Kopf auf den Akanes sinken. Immer näher kamen sich ihre Lippen und dann, wenn auch zögernd, küsste er sie. Natürlich war es kein echter Kuss, sondern nur erste Hilfe, doch er löste in Ranma ein vertrautes Gefühl von Glück und Geborgenheit aus. Als er sich wieder von ihr löste, bemerkte er erleichtert, wie Akane anfing zu husten und Wasser zu spucken.
*Gott sei Dank, sie lebt!*
Von seinen Gefühlen übermannt umarmte er sie und klopfte ihr auf den Rücken. Heiße Tränen der Erleichterung drangen in seine Augen und alle Anspannung löste sich von ihm. Sie war gerettet! Das war alles was jetzt zählte. Sie war gerettet...

Akane fand sich in den Armen von Ranma wieder. Sie erkannte sie sofort, seine Muskeln und seinen schwarzen Zopf, der ihr im Gesicht hing. Es konnte niemand anderes als Ranma sein. Benommen stellte sie fest, dass er sie umarmte. Da wurde sie plötzlich hellwach und stubste ihn sanft weg. Ranma sah sie mit einer Mischung aus Sorge, Erleichterung und Sanftheit an, ein Blick, der Akane ein wenig unangenehm wurde. Errötend blickte sie zu Boden und murmelte ein leises „Danke“, es war zwar nur ein Flüstern, doch Ranma verstand die Worte ganz genau. Akane zitterte stark, vor allem, weil ihr kalt war. Ranma sah dies mit sorgenvoller Miene, zog sein Hemd aus und wickelte sie darin ein. Jetzt war ihm zwar bedeutend kälter, doch Akane war wichtiger.
Sanft zog er sie in die Höhe und stützte sie ab, als sie ins Wanken geriet. Akane brachte weiterhin keinen Ton heraus, auch war sie so kraftlos, dass sie Ranma dankend ansah, als er ihr unter die Arme griff und sie mehr nach Hause schleppte, als dass er sie begleitete.
Bei den Tendos brach dann das vollkommene Chaos aus. Jeder umsorgte Akane, wo er nur konnte. Kasumi hatte sofort ein heißes Bad eingelassen und Tee gekocht, Soun brachte warme Decken und selbst Nabiki, die sonst so teilnahmslos war, half so gut wie möglich. Sie brachten Akane schließlich ins Bett und legten sich dann auch schlafen. Auch Ranma ging gähnend in sein Zimmer und streckte sich auf seiner Matratze aus. Doch bevor er einschlief starrte er noch eine ganze Weile an die Decke. Was war es nur für ein Gefühl gewesen, als er bemerkt hatte, wen er da aus dem See gezogen hatte? Angst...
Ranma hatte Angst um sie gehabt, Angst sie zu verlieren...
Seine Akane zu verlieren. SEINE???
Ranma setzte sich kerzengerade auf. Wieso seine Akane?
Dann wurde es ihm