Fanfic: Auf der Suche nach der Wahrheit (komplett)

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ein Foto von Ranma befand, hing nun so ziemlich überall in Tokio, auch alle Polizeiwagen wussten von ihm. Kasumi und die anderen hatten sich wirklich alle Mühe gegeben und diese Aktion ins Leben gerufen. Sie hatten es nicht mehr ertragen können, wie sehr sich Akane wegen ihm quälte, deswegen ließen sie ihn jetzt schon polizeilich suchen. Mehr konnten sie nun nicht mehr tun, außer abzuwarten und darauf zu hoffen, dass es etwas brachte und was alle befürchteten, aber niemand auszusprechen wagte, dass er noch am Leben war...<br />
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Akane war noch in ihrem Zimmer. Sie wusste nichts von der Suche, wie hätte sie es denn auch erfahren sollen, wenn sie ihr Zimmer nicht verließ?<br />
Sie war bisher immer nur kurz herausgekommen um eine Kleinigkeit zu essen oder ins Bad zu gehen, hatte dabei aber mit niemanden gesprochen, auf die Worte der anderen einfach nicht reagiert. Einmal hatte ihr Vater versucht sie fest zu halten um ein Gespräch führen zu können, doch Akane hatte ihn nur aus trüben Augen angesehen. Diese Augen hatten Soun erschreckt, es waren leblose Augen, die jeglichen Lebenswillen, alle Freude und alles Glück verloren zu haben schienen. Und so in der Art war es auch. Akane isolierte sich vollkommen von ihrer Außenwelt und wenn sie nicht gerade wieder in ihrem Zimmer saß, ging sie hinauf aufs Dach und stierte gedankenverloren in den Himmel. Sie hoffte jede Minute darauf, dass sich das Tor öffnen und Ranma hereinkommen würde, doch vergeblich. Mit jeder Stunde und mit jedem Tag schwand ihre Hoffnung mehr und mehr, doch es gab dort ein Gefühl in ihr, dass sie nicht aufgeben ließ, sie war einfach nicht bereit, zu akzeptieren, dass er womöglich nicht mehr zurückkommen würde. Ihr Herz erlaubte es nicht ihn zu vergessen, dazu hatte er einen zu großen Platz in ihm...<br />
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Ranma war draußen auf dem Hof und half Naoko bei der Gartenarbeit. Nachdem sie und Arina zurückgekommen waren, hatten sie mit ihm gesprochen, über den Vorfall am Morgen. Er hatte alles erzählt, was er ihnen sagen konnte, also dass er es sich nicht erklären konnte, aber dass es wohl oder übel zu ihm gehörte. Die beiden hatten nur stumm genickt und aufgehört ihn zu löchern. Es war ihm auch sichtlich unangenehm gewesen. <br />
Den ganzen Tag war niemand mehr auf das Thema zu sprechen gekommen und sie hatten Ranma gebeten, ein wenig im Haushalt zu helfen. So machte er sich also jetzt nützlich mit Küchenarbeiten, oder so wir jetzt gerade draußen im Garten. Er hasste diese Arbeiten, doch er wollte niemanden verärgern, außerdem fühlte er, dass er es ihnen schuldig war, schließlich hatten sie sich um ihn gekümmert und ließen ihn bei sich wohnen. Also beschwerte er sich nicht und half, wo er nur konnte, auch wenn ihm etwas anderes im Kopf herum schwirrte. Seine Vergangenheit interessierte ihn viel mehr, und vor allem wollte er wissen, ob es jemanden gab, der auf ihn wartete, der sich Sorgen machte. Er musste es herausfinden, doch wie?<br />
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Die Tendos hatten versucht Akane ein wenig aufzuheitern und es gelang ihnen auch, wenn auch nur teilweise. Akane schloss sich nicht mehr in ihrem Zimmer ein und blies Trübsal, sondern verbrachte die meiste Zeit unten. Sie lachte und sprach ganz normal, auch wenn es nicht wirklich echt war. Sie hatte eingesehen, dass es besser war, vor ihrer Familie so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Sie sollten sich nicht unnötig um sie sorgen, also spielte sie ihnen etwas vor. Doch ihr Lachen klang nicht wirklich echt. Die meisten konnte sie damit täuschen, doch jeder, der sie gut kannte und den Ausdruck in ihren Augen sah, musste sie eigentlich durchschauen. Auch wenn sie sich noch soviel Mühe gab, in ihren Augen schimmerte immer wieder diese Trauer hindurch, ein Schmerz, der so tief saß, dass sie ihn nicht verbergen konnte. Kasumi hatte mit ihr gesprochen und von der Fahndung erzählt, doch Akane war trotz allem nicht besonders erleichtert. So gut sie versuchte tagsüber die fröhliche, normale Akane zu spielen, so sehr ließ sie ihren Schmerz in der Nacht heraus. Wenn sie in ihrem Bett lag, vergrub sie ihr Gesicht in ihrem Kissen und ließ ihren Tränen freien Lauf, der gesamte aufgestaute Frust des Tages kam aus ihr heraus. In diesen Nächten, in denen sie allein war, konnte sie ihre Gefühle zeigen, die sie sonst vor den anderen verbarg. Sie musste ihr wahres Ich nicht verstecken, niemanden täuschen, konnte einfach zeigen, dass sie ihn vermisste, ohne von allen Seiten mitleidig angesehen zu werden. Sie hasste diese mitleiderfüllten Blicke, daher hatte sie sich auch für den Weg der Schauspielerei entschieden, um sie nicht ertragen zu müssen, um nicht nur von Mitleid umgeben zu sein. In der Nacht konnte sie alleine sein, nachdenken und manchmal schlich sie sich hinaus aufs Dach und besah sich den Sternenhimmel, der hell und klar vor ihr leuchtete, als wollte er ihr Hoffnung spenden. Und es half auch meistens, einfach nur so dazusitzen, die kühle Brise zu spüren und einfach an nichts zu denken...<br />
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Ranma war auf dem Weg zum Markt. Naoko und Arina hatten ihn zum einkaufen geschickt. Schon fast zwei Wochen war er jetzt schon bei den Takamatsus und hatte sich schon richtig eingelebt. Es quälte ihn zwar immer noch, dass er sich nicht erinnern konnte, doch nachts träumte er manchmal von seltsamen Personen, die ihm vertraut vorkamen. Natürlich wusste er nicht, dass es sein Vater und die Familie Tendo war...<br />
In manchen Träumen kam ein Mädchen vor, doch er konnte sie nur schemenhaft erkennen. Sie stand im Schatten, aber immer wenn er ihr näher kam und sie schon fast ereichte, wachte er auf. Jedes Mal war er danach verwirrter. Er wollte endlich wissen, wer das war, verdammt! Doch was konnte er schon tun? <br />
Auf dem Weg zum Einkaufen brauchte er nicht besonders lange, da es ein sehr kleines Dorf war und auch sonst ziemlich abgeschieden zu sein schien. Er war schon öfter auf den Markt gegangen, doch dieses Mal stach ihm etwas ins Auge, das vorher noch nicht da gewesen war. Es war ein Plakat, das an einer der Laternen hing und Ranmas Augen wurden immer größer als er es sich genauer ansah. Er war darauf abgebildet!<br />
Er kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als er sich selbst dort auf dem Bild sah. Es war eine Vermisstenanzeige und Ranma las sich nun auch den Text durch.<br />
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[Vermisst!<br />
Ranma Saotome<br />
Alter:16<br />
Größe:ca.1,75m<br />
Wie sind für jeden Hinweis dankbar!<br />
Bitte melden sie sich bei der Familie Tendo<br />
Adresse: ...]<br />
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Ranma ging diesen Zettel immer wieder durch. Es war er! Er musste es einfach sein!<br />
Also gab es doch jemanden, der ihn suchte, der ihn vermisste.<br />
Auf einmal hatte er Bilder vor Augen, von Kasumi, Soun, Nabiki und seinem Vater. Er erinnerte sich wieder an den Vorfall in Jusenkyo, an das Haus der Tendos und dass er Kampfsportler war. Doch es fehlte noch etwas. Dieses Mädchen aus seinen Träumen, blieb weiterhin nur eine Schattengestalt, er konnte sich einfach nicht an sie erinnern, sie blieb weiterhin aus seinem Gedächtnis gelöscht...<br />
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Ranma war überglücklich. Er konnte sich wieder erinnern!<br />
Doch was er nicht wusste und was ihm später noch einige Sorgen bereiten würde, war die Tatsache, dass noch etwas fehlte. Ein kleines, aber sehr wichtiges Teilchen seiner Vergangenheit, doch im Moment fiel es ihm nicht ein.<br />
Schlagartig machte er kehrt und vergaß dabei vollkommen, dass er ja eigentlich einkaufen sollte. Er rannte so schnell er konnte zurück zur Hütte von Naoko und Arina. Er riss die Tür nahezu auf und stürmte hinein. Die beiden, die gerade dabei waren den Abwasch zu machen, sahen ihn völlig verdutzt an, da sie nicht verstanden, warum er es so eilig hatte. <br />
Ranma verlangsamte seinen Schritt und fing dann an hastig zu sprechen.<br />
„Ich weiß es wieder!“<br />
„Was weißt du, Kenji?“<br />
Ranma sah die beiden lange an und fuhr dann fort.<br />
„Na, zum Beispiel, dass ich nicht Kenji heiße...“<br />
Arinas Augen weiteten sich.<br />
„Heißt das, du... du kannst dich wieder erinnern? An alles?“<br />
Ranma nickte stumm, er hatte ein Lächeln auf dem Gesicht. Ein erleichtertes Lächeln.<br />
„Ja und ich..., wisst ihr ich würde gerne...“<br />
„Du möchtest zu deiner Familie zurück, was?“<br />
Naoko sah ihn mit verständnisvoller Mine an.<br />
„Ja, genau das.“<br />
Ranmas Blick wanderte von Naoko zu Arina und verwundert musste er feststellen, dass sie keinen Ton sagte und auf den Boden starrte. Ranma war sich nicht ganz sicher, aber sie sah traurig aus, als würde sie gleich anfangen zu weinen. Da erinnerte er sich an das, was er in ihrem Tagebuch gelesen hatte. Richtig, sie hatte sich ja in ihn verguckt, kein Wunder also, dass sie diese Botschaft, dass er gehen wollte, nicht gerade glücklich machte. Besorgt sah er sie an. Er wollte ihr nicht weh tun, sie war ein nettes Mädchen, doch er würde nicht allein ihretwegen hier bleiben, dass musste sie einfach verstehen. <br />
„Aber du bleibst noch zum Essen, solange wirst du doch noch warten können. Du musste ja nicht auf der Stelle verschwinden, oder?“<br />
Ranma wandte seinen Blick wieder Naoko zu und willigte ein. <br />
„Außerdem kannst du uns dann ein bisschen etwas von dir erzählen.“<br />
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„Heh, Akane, sag mal, wo bist du bloß die ganze Zeit mit deinen Gedanken?“<br />
Akane schreckte auf. Sie war bei einer ihrer Freundinnen und hatte sich eigentlich ein wenig ablenken wollen, doch immer wieder schweifte ihr Blick in die Ferne und ihre Augen wurden leer. Obwohl sie wirklich versuchte, den Anschein zu erwecken, als sei die Welt in Ordnung, so gab es doch immer wieder diese Momente in denen sie einfach abschaltete und ihren Umgebung keine Beachtung mehr schenkte. Es waren diese kurzen Momente in denen eigentlich jeder bemerken musste, dass etwas