Fanfic: Veränderungen im Leben- Teil 9
waren Pferde fremd, er hatte nie engeren Kontakt dazu gehabt. Das einzige, was er an Sport trieb, waren diverse Kampfsportarten und eben Beybladen. Wie Kai auch, sie waren auch zusammen in einem Kampfsportkurs. Er war ihm ein guter Freund geworden, sie verband ein ähnliches trauriges Schicksal, bei Kai war es nur so grausam berechnet worden. Er kannte nichts anders in seiner Kinder- und Jugendzeit, als diese schreckliche Abtei in Moskau. Ray dagegen wuchs unbekümmert bei seinen Eltern auf. Bis dieser Unfall war. Da war er 7 Jahre alt. Der attraktive Schwarzhaarige schloss bestürzt seine freundlichen, aufrichtigen Augen und versuchte, nicht weiter daran zu denken. Seine Bettdecke bis zum Kinn hochziehend und sich einrollend, wie ein Embryo, versuchte er sich zu beruhigen und zu schlafen. <br />
<br />
Er wollte sich ablenken und dachte wieder an Lyn. Sie tat ihm leid, wie sie da an der Boxtür hing und wieder auf ihre Beine kommen wollte. Doch sie entspannte die Situation, indem sie über sich selbst lachte. Er wusste nicht, ob er das so könnte, sich selbst nicht so ernst nehmen. Sie war aber einfach ein fröhlicher Mensch und ihr Lächeln war faszinierend. Er musste sie oft ansehen, um sich ihre Gesichtszüge und Mimiken einzuprägen. Was ihn am meisten animierte, sie anzuschauen, waren ihre Augen. Diese großen, alles überstrahlenden, smaragdgrünen Augen mit langen Wimpern, welche die Form von Katzenaugen hatten. Sie blickten stürmisch, leidenschaftlich und ungezähmt und unterstrichen den Kontrast zu ihren blonden Haaren. <br />
<br />
Ray nahm eine Hand unter den Kopf, drehte sich auf den Rücken und legte die andere Hand auf seinen entblößten muskulösen Bauch. Er fühlte seinen eigenen Herzschlag. Dieser war nicht so regelmäßig wie sonst. Er merkte, wie sein Herz schneller schlug, seine Halsschlagader heftiger pochte und sein Brustkorb sich stärker hob uns senkte. Er musste aufstehen. Der schweratmige Blader setze leise seine Füße auf den Boden und zog sich seine Pantoffel an. Die Tür zog er leise zu und ging hinunter, durch das Wohnzimmer, in den Garten. Er atmete befreit die kühle Frühlingsluft ein und setzte sich auf die Bank. Er winkelte die Beine an und legte seine Arme darauf. Er schaute verträumt in den Sternenhimmel. Die Nacht war klar, deutlich sah man die Sternzeichen und das Himmelslicht warf illusorische Schatten. So wurde die Umgebung in ein neues Gewandt getaucht, wirkte irreführend, trügerisch, unheimlich und doch ungefährlich, so ehrlich. Dazu kam diese Stille, alles war so friedlich , kein Motorengeräusch, keine Fabrikabgase, keine Menschenmassen, als wenn hier die Welt stehen bliebe. Nur der Wald, die Pferde auf den Weiden, der Mond und die Sterne. Er wurde wieder schwermütig. Er dachte an einen lieben, treuen Freund, der ihn vor langer Zeit vor einem Unglück bewahrte, ihn schützte, mit allem Mitteln und aller Kraft, die er noch aufbringen konnte. „Wo bist du? Wo bist du nur? Ich wünsche dir, dass es dir wieder gut geht und danke dir.“ Ganz leise flüsterte Ray dies. Er schluchzte, vor schmerzlichen Erinnerungen aufgewühlt. Er wusste nicht, wo er war. Vielleicht bereicherte er das Beyblade eines kleinen Jungen, irgendwo auf der Welt? Oder war er auch alleine, irgendwo da oben? Er wusste es nicht. Er wünschte sich nur, dass es ihm gut ginge und er sich keine Sorgen machte. Der entrückte, muskulöse junge Mann fragte sich ebenso häufig, warum Driger nicht zurückkam. Hatte er, Ray, ihn so verärgert? Was hatte er getan? War Driger von ihm enttäuscht? Auch darauf wusste er keine Antwort. Eine Träne lief ihm über seine Wange. Ihr Weg nach unten brannte wie eine Feuerschneise mitten in seinem Gesicht, so heiß war sie. Er wischte sie weg, schniefte und stand auf. <br />
<br />
Er wollte wieder ins Bett zurück. Er tapste leise und etwas unbeholfen in dem dunklen Haus herum, bis er vor seinem Schlafsack stand und sich losgelöst niederlegte. Er hatte nicht bemerkt, dass auch Kai nicht geschlafen hatte. Er war ihm gefolgt, bis in den Garten und hatte seinen sensiblen Freund beobachtet. Als er hörte, was Ray flüsterte, senkte er betreten den Kopf. Er wusste, dass Ray seinen mystischen Freund vermisste, aber dass er so sehr an ihn dachte, versetzte ihm einen scharfen Stich in der Herzgegend. Der blaugrauhaarige, selbstgefällige Anführer ging wieder zu seinem Bett zurück. Als er dann Ray das Zimmer betreten hörte, sagte er mit sorgenvollem Klang in der Stimme: „Schlaf jetzt, Ray.“ „Ja.“, war die schlichte Antwort, die soviel Emotionen ausdrückte. Kai meinte, dort jeglichen seelischen Unmut herauszuhören, der in einem solche Falle anfällt und tief gräbt. Ein tiefes Loch, welches sich immer weiter füllt. Sämtliche Gefühle und Geschehnisse absorbiert, aber nicht abbaut. Sie bleiben einfach da, immer parat, aus dem Loch zu kriechen, nicht in Vergessenheit zu geraten. Ray schloss seine Augen. Bald hörte Kai die ruhige Atmung des sanftmütigen Beybladekünstlers. Nun kam auch er zur Ruhe, es dauerte bis die letzten Gedanken schwerer zu verfolgen waren und der Körper nun diffiziler in den Laken weilte. Der Schlaf hüllte ihn ein.<br />
<br />
Erleichtert stellte ich am nächsten Morgen fest, dass die Hüfte zwar noch dick geschwollen war, aber die Schmerzen über Nacht abgenommen hatten. Als ich wieder auf zwei Beinen stand, konnte ich gut laufen. In der Hüfte vernahm ich lediglich ein leichtes drückendes Gefühl. Ich freute mich darüber, da ich ernsthaft dachte, doch ein paar Tage mein Becken schonen zu müssen. Jetzt musste ich nur noch testen, ob ich auch problemlos wieder unsere Pferde reiten konnte. <br />
Als ich die Treppe runterschlich, hörte ich die anderen schon in der Küche sitzen und erzählen. „Guten Morgen ihr Süßen!“, begrüßte ich die muntere Runde. „Hey Lyn, geht es dir schon wieder besser?“, rief der 16 jährige Blondschopf.<br />
Auch die anderen erkundigten sich nach meinem Wohl und Ray rückte bereitwillig, um mir auf der Küchenbank noch etwas Platz zu schaffen. „Was wollen wir heute machen?“, fragte Tyson. „Aber erst mal nur trainieren natürlich!“, warf er noch ein und blinzelte sarkastisch Kai zu. Der hatte sofort verstanden und guckte grimmig zurück. „Wir könnten ja an diesen Waldsee gehen, wie Lyn gestern vorschlug.“, meinte Ray und legte mir dabei die Hand auf die Schulter. Sofort strömte eine Wärme von dieser Handfläche aus und drang in mein Fleisch. Ich bekam eine Gänsehaut, weil es so angenehm war. Er ließ seine weiche Handfläche über mein Schulterblatt gleiten und zog sie dann zurück. Ich mochte diese Berührung sehr gerne, wenn mir jemand über den Rücken und das Rückgrat fährt und sanft dabei kitzelt. Da konnte ich dann für nichts mehr garantieren. <br />
<br />
Ich sah allen ins Gesicht und nickte zu der Idee zustimmend. <br />
<br />
Bis dann meine Lieben! Schöne Woche wünsche ich allen!