Fanfic: Linn
Kapitel: Begegnung
Es war ein sonniger Morgen. Miroku war gerade auf dem Weg zur Quelle um sich zu waschen als er vor sich auf dem Pfad Inu Yasha gehen sah. „Hey Inu Yasha, warte. Ich begleite dich!“, rief er und lief schneller. Der Halbdämon drehte sich um und Miroku erschrak. „Du bist ja gar nicht Inu Yasha. Du bist... wunderschön!“, rief er und zog das Mädchen an sich. Dieses schien davon weniger begeistert, schob ihn von sich weg und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige. „Die Kleine hat einen starken rechten Haken...“ dachte Miroku doch er war von ihrer Reaktion nicht sonderlich überrascht. In seiner langen Laufbahn als Weiberheld war ihm so ein Verhalten schon öfter begegnet. Erst jetzt betrachtete er das Mädchen genauer. Die Verwechslung war nicht verwunderlich. Sie sah Inu Yasha wirklich sehr ähnlich. „Na ja, vielleicht liegt es an den Ohren...“ überlegte er. Auch sie schien ein Hundedämon oder jedenfalls ein Halbdämon zu sein. „Wäre sie die Mutter meiner Kinder, würden unsere Nachkömmlinge auch zu einem Teil dämonisch sein...“. Miroku wurde aus seinen Gedanken gerissen als das Mädchen ihn ansprach. „Hast du mich gerade Inu Yasha genannt?“ fragte sie ihn und sah ihn misstrauisch an. „Äh ja, ich habe dich verwechselt. Ich..“, fing er an. „Kennst du Inu Yasha?“ fiel sie ihm ins Wort. Miroku war über den Verlauf dieses Gesprächs mehr als verwundert. Wie sollte er mit diesem wunderschönen Wesen flirten wenn dieses ihm ständig Fragen über Inu Yasha stellte? „Ja, ich kenne Inu Yasha. Wir reisen zusammen. Warum? Kennst du ihn auch?“, fragte er. „Ja!“, brach es aus ihr heraus. Doch dann senkte sie den Blick. „Nein, ich kenne ihn nicht. Weißt du wo ich ihn finden kann?“, sagte sie und sah ihn mit ihren tiefgrünen Augen flehend an. „Wie könnte ich so einem Blick widerstehen? Komm mit. Ich bringe dich zu ihm.“, entgegnete Miroku und hakte sich bei dem verdutzen Mädchen ein. „Wie unhöflich von mir,“ begann er. „Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Miroku. Ich bin ein Mönch. Und wie heißt du, meine Schönheit?“ Sein Gegenüber blieb stehen und sah ihn skeptisch an. „Du bist Mönch?? Hast du dich etwa im Beruf vergriffen?“ fragte sie ihn zweifelnd. „Ich gebe zu, dass ich eine große Schwäche für das weibliche Geschlecht habe, doch das hängt mit meinem schweren Schicksal zusammen. Ich bin trotz alledem ein sehr fähiger Mönch.“, antwortete Miroku ernst. „Tut mir leid. Ich wollte dir nicht zu nahe treten. Mein Name ist Linn.“, entschuldigte sie sich. „Linn...was für ein wunderschöner Name für eine wunderschöne...“- „Oh, hallo Miroku. Wer ist denn das?“, unterbrach ihn Shippo. Die beiden hatten die kleine Waldlichtung bereits erreicht. Auch Kagome und Sango sahen jetzt von ihren Beschäftigungen auf und musterten den Neuankömmling. Shippo war bereits auf Linn zugehüpft und zupfte an ihrem Gewand. „Wer bist du? Wo kommst du her? Was willst du? Du bist auch ein Dämon, stimmt’ s? Das hab ich gleich gesehen...“, sprudelte es aus ihm heraus. Linn schien das ganze wirklich unangenehm zu sein und sie wich zurück. „Lass sie sofort in Ruhe, Shippo! Sie ist doch gerade erst angekommen.“, rügte ihn Miroku, packte den kleinen Fuchsdämon am Kragen und zog ihn von ihr weg. „Aber die Frage ist berechtigt,“ warf Sango ein. „Wer bist du und warum bist du hier?“ –„Ihr Name ist Linn und sie ist auf der Suche nach Inu Yasha.“, antwortete Miroku. Er blickte sich um. „Wo steckt Inu Yasha eigentlich?“ –„Er erkundet die Gegend.“, entgegnete Kagome. „Warum suchst du nach Inu Yasha? Kennst du ihn? Du siehst ihm irgendwie ähnlich...“- „Ich glaube das liegt an den Ohren.“, raunte Sango. „Ich kenne Inu Yasha nicht. Ich habe von ihm gehört und habe mich dann auf die Suche nach ihm gemacht.“, erwiderte Linn bestimmt. „Und was willst du von ihm?“ fragte Kagome misstrauisch. „Du bist doch nicht etwa auch hinter den Juwelensplittern her oder hat Naraku dich geschickt?“ –„Welche Juwelensplitter und wer ist Naraku? Nein, mit diesen Dingen hat das nichts zu tun. Ich musste ihn nur einfach finden! Und was geht dich das überhaupt an?“ sagte Linn patzig. „Du musst das Verhalten der anderen entschuldigen, Linn. Wir sind im Moment alle ein bisschen misstrauisch gegenüber Fremden...“ begann Miroku. - „Genau, Miroku ist so misstrauisch, dass er jede Fremde erst eingehend überprüfen muss...“ flüsterte Sango. Kagome konnte ein Glucksen nicht unterdrücken. Miroku sah die beiden drohend an und fuhr dann fort:“...Wir sind auf der Suche nach den Splittern des Juwels der vier Seelen und haben es dabei mit vielen Feinden zu tun. Darum kannst du vielleicht verstehen warum dich hier alle so genau unter die Lupe nehmen wollen.“ -„Vom Juwel der vier Seelen habe ich schon einmal gehört und ich habe auch gehört, dass es zerbrochen ist. Aber warum sucht ihr nach den Splittern?“, fragte Linn ratlos. „Weil die Splitter Böses anrichten. Vor allem wenn sie in den falschen Händen sind.“, erwiderte Sango bitter. „Deshalb müssen wir alle Splitter finden.“ –„Und was macht ihr dann damit?“ hakte Linn nach. Alle sahen sich verdutzt an. „Ja, was machen wir eigentlich wenn wir alle Juwelensplitter gefunden haben?“ begann Shippo. „Wir müssen es zerstören!“ sagte Sango. „Das wird Inu Yasha nicht gefallen. Er will doch das Juwel benutzen um ein vollwertiger Dämon zu werden.“ gab Miroku zu bedenken. „Man kann das Juwel benutzen um ein vollwertiger Dämon zu werden?“ fragte Linn fasziniert. „Ja, aber ich glaube Inu Yasha ist sich nicht bewusst, dass jeder, der das Juwel bis jetzt benutzt hat, damit nur Schaden angerichtet hat. Sollte Inu Yasha das Juwel wirklich bekommen, wird er danach vielleicht nicht mehr der Selbe sein.“, sagte Miroku nachdenklich. „Ach, darüber können wir immer noch nachdenken wenn es soweit ist.“, sagte Kagome unbehaglich. „Willst du uns jetzt nicht endlich sagen was du von Inu Yasha willst?...“ –„Wer will was von mir?“ Alle fuhren herum. Niemand hatte bemerkt wie Inu Yasha auf der Lichtung aufgetaucht war. „Du hast Besuch, Inu Yasha.“, flötete Shippo und kicherte. Linn war aufgestanden und stand jetzt wie vom Blitz getroffen vor Inu Yasha. Dieser sah sie prüfend an. „Wer bist du?“, fragte er misstrauisch. Für einen Moment starrte Linn ihn nur an, dann stammelte sie: „Ich... ich...ich bin deine Schwester!“ Es schien als hielten alle den Atem an. Kein Laut war zu hören bis plötzlich: „WAS???“ rief Kagome verdattert. „Deine Schwester? Aber das...Inu Yasha! Warum hast du uns nie erzählt, dass du auch eine Schwester hast? Ich hab die Ähnlichkeit doch gleich bemerkt!“ Inu Yasha sagte gar nichts. Wie erstarrt stand er da und rührte sich nicht. „Inu Yasha, willst du deine Schwester denn nicht begrüßen?!“, fragte Miroku vorwurfsvoll. Erst jetzt wandte Inu Yasha sich um. „ABER ICH HABE DOCH GAR KEINE SCHWESTER!!“, brüllte er mit funkelnden Augen. Linn sah ihn geschockt an und rannte dann schluchzend davon. „Mach Platz!“, rief Kagome und Inu Yasha küsste den kalten Waldboden. „Mmpf, was sollte das denn jetzt schon wieder, Kagome?“, schimpfte Inu Yasha aufgebracht nachdem er das Gras aus seinem Mund gezupft hatte. „Du blöder Holzkopf. Jetzt hast du ihre Gefühle verletzt!“, fauchte Kagome wütend. „Ich...aber...ich habe doch wirklich keine Schwester.“, maulte Inu Yasha. „Aber sie sah dir doch so ähnlich!“, fiepte Shippo. Inu Yasha warf ihm einen bedrohlichen Blick zu. „Ob Schwester oder nicht. Du hast sie zum Weinen gebracht. Geh zu ihr und bring das wieder in Ordnung!“, fauchte Kagome. „Kagome hat Recht. Das arme Ding war völlig verstört. Und wenn du nicht gehst, such ich sie eben.“, sagte Miroku. „Typisch...“, zischte Sango. Inu Yasha schnaubte entnervt durch die Nase doch dann drehte er sich um und stapfte in Richtung Wald. Warum musste Kagome ihm immer sagen was er tun sollte? Und warum ließ er sich auch noch darauf ein? Ihr Einfluss hatte ihn schon völlig verweichlicht. Es wurde Zeit, dass er endlich wieder das einsame Leben eines echten Dämons führte. Gleich nachdem er das Juwel der vier Seelen gefunden hätte... Und wie sollte er überhaupt im dunklen Wald ein völlig fremdes Mädchen finden? Er versuchte sich ihr Bild vor seinem inneren Auge vorzustellen. Vielleicht sollte er ihre Witterung aufnehmen. Aber woher sollte er wissen wie sie roch? Inu Yasha begann trotzdem zu schnüffeln. Eine Weile lief er so durch den Wald ohne etwas auffälliges wahrzunehmen. Doch plötzlich stieg ihm ein ungewöhnlicher Geruch in die Nase. Er kam ihm irgendwie bekannt vor. Er war sich sicher, dass es sich nicht um den Geruch einer seiner Freunde handelte. War es sein eigener? Das konnte nicht sein! Er begann dem Geruch zu folgen und nach einiger Zeit vernahm er aus der Nähe ein leises Schluchzen. Es war ein weibliches Schluchzen. Und dann sah er sie. Wie ein Häufchen Elend saß Linn an einen Baum gekauert, hatte ihren Kopf in die Hände gestützt und schluchzte. Und wieder einmal rührte sich Inu Yasha’s weiches Herz, wie immer wenn er ein Mädchen weinen sah. Er schlich leise zu ihr hin und baute sich dann mit verschränkten Armen vor ihr auf. „Nun hör endlich auf zu heulen!“, sagte er schroff. Linn sah erschrocken auf um daraufhin noch herzzerreißender zu schluchzen. Das war nun wirklich zu viel! Inu Yasha kniete sich neben sie auf den Boden. „Ach, ..., jetzt hör doch auf zu weinen, bitte. Ich ertrag es nicht wenn ein Mädchen weint. Was hast du denn?“, stammelte er hilflos. „Du glaubst mir nicht!“, wimmerte Linn und warf sich schluchzend in seine Arme. Inu Yasha war völlig überrumpelt und wusste beim besten Willen nicht was er mit diesem zitternden Etwas anfangen sollte. Und dann war da schon wieder dieser Geruch. Er löste