Fanfic: Linn
Kapitel: Kampf
Inu Yasha hatte sich also breitschlagen lassen. Womit hatte er nur solche Verräterfreunde verdient?? Einerseits freute er sich natürlich, dass Linn sie nicht gleich wieder verlassen hatte, aber er hatte auch Angst, dass ihr etwas zustoßen könnte. Und das wäre auf dieser gefährlichen Reise nun wirklich nichts ungewöhnliches. Aber nun waren sie zu siebt und für Inu Yasha bedeutete das eine noch größere Anspannung. Zwar hatten alle Mitglieder dieser Gruppe ihre eigenen Fähigkeiten- Sango konnte gut mit dem Bumerang umgehen und auch Kiara sorgte dafür, dass ihr nichts passierte, Miroku hatte sein schwarzes Loch und auch seine Fähigkeiten als Mönch, Shippo war klein und schnell und auch Kagome war mit dem Bogen immer besser geworden- aber trotzdem fühlte Inu Yasha sich als ihr Beschützer. Durch seine Stärke und auch mit Hilfe von Tessaiga hatte er es bis jetzt immer geschafft sie alle aus jeder gefährlichen Situation zu retten, aber langsam spürte auch er die Grenzen seiner Kraft. Würde er seine kleine Schwester beschützen können? Er versuchte diese Gedanken aus seinem Kopf zu verdrängen. Er musste es einfach schaffen! Niemand würde Linn auch nur ein Haar krümmen ohne seine gewaltige Rache zu spüren zu bekommen! Inu Yasha blickte sich um. Linn war in ein Gespräch mit Kagome vertieft. Doch als sie seinen Blick spürte, sah sie ihn an und lächelte. Sie schien überhaupt keine Angst zu haben. Machte er sich wirklich unnötig Sorgen? War Linn wirklich so stark wie sie vorgab? Er hätte sie testen sollen. Vielleicht sollte er Miroku ermutigen sie zu betatschen um ihre Abwehrreaktion zu testen...Nein, das ginge nun wirklich zu weit!
Plötzlich blieb Inu Yasha stehen. Irgendetwas war seltsam. Er schaute nach oben und bemerkte, dass sich der Himmel verdunkelt hatte. Was war los? Sein Gefühl sagte ihm, dass etwas Böses im Anmarsch war. Auch Kiara schien etwas gewittert zu haben und begann wütend zu knurren. „Was habt ihr beiden denn?“, fragte Linn doch die Frage erübrigte sich. Am Himmel tauchte eine große, dunkle Gestalt auf, die sich ihnen schnell näherte. Es war ein großes zweiköpfiges Ungetüm, auf dessen Rücken zwei weitere Gestalten ritten. Das Monster setzte auf dem Waldboden auf und die größere der beiden Gestalten sprang von seinem Rücken. „Sesshoumaru!“, fauchte Inu Yasha als er seinen Bruder erkannte. „Was willst du hier?“ –„Na na, Inu Yasha. So gar nicht erfreut mich zu sehen?“, säuselte Sesshoumaru giftig. „Du brichst mir das Herz.“ – „Lass deine dämlichen Sprüche du Großmaul und verschwinde von hier bevor ich dir Beine mache!“, bellte Inu Yasha. Jetzt war auch Yaku, der widerliche kleine Helfer Sesshoumarus, vom Rücken des Untiers gestiegen und zupfte seinen Meister am Gewand. Wütend beugte sich Sesshoumaru zu ihm hinunter und Yaku flüsterte ihm etwas zu. Dabei zeigte er mit seinen schleimigen Fingern auf Linn. Sesshoumaru sah in ihre Richtung und stutze. „Ein Neuzugang?“, fragte er. „Lass deine dreckigen Finger von ihr!“, fauchte Inu Yasha und stellte sich schützend vor Linn. „Ach, hast du etwa eine kleine Freundin? Ich dachte das Bogenmädchen wäre dein Augenstern. Du kannst wohl nie genug bekommen, was?“, grinste Sesshoumaru teuflisch. Gerade wollte Inu Yasha ihm etwas furchtbares an den Kopf werfen, doch da stellte sich Linn vor ihn und rief: „Ich bin mit Sicherheit nicht Inu Yasha’s Freundin, sondern seine Schwester. Damit du’ s nur weißt! Wer du bist weiß ich nicht, aber du gefällst mir jetzt schon nicht!“ Oh nein, das hatte gerade noch gefehlt! Wäre Linn für Sesshoumaru nur irgendein Mädchen gewesen, hätte sie sich vielleicht unbemerkt davonschleichen können, aber gerade hatte Sesshoumaru erfahren, dass es sich hier um Inu Yasha’s und damit gleichzeitig um seine Schwester handelte. Auch wenn er ihr diese Geschichte nicht glauben würde, war sie jetzt auf jeden Fall der Mittelpunkt seines Interesses. „Seine Schwester? So so... aber entschuldige meine Unhöflichkeit. Darf ich mich vorstellen. Mein Name ist Sesshoumaru. Ich bin Inu Yasha’s älterer Bruder. Die Welt ist doch wirklich klein, nicht wahr?“, stellte er böse grinsend fest. Linn schien verwirrt. Sie drehte sich zu Inu Yasha um und sah ihn fragend an. Dieser konnte nur wortlos nicken. „Ich habe noch einen Bruder?“, stammelte Linn und sah Sesshoumaru mit großen Augen an. „Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für Familienfeiern. Sesshoumaru ist gefährlich!“, rief Inu Yasha und versuchte Linn aus der Reichweite seines älteren Brunders zu ziehen. „Solltest du sie das nicht selber entscheiden lassen, Bruderherz? Ich glaube wir würden uns prächtig verstehen. Komm her und lass dich ansehen, Schwester.“, sagte Sesshoumaru süßlich. „Kagome, du musst mit Linn verschwinden!“, rief Inu Yasha und schob sich vor seine Schwester. Kagome packte die widerwillige Linn am Arm und rannte mit ihr in Richtung Wald. „Du willst uns schon verlassen? Das ist aber nicht sehr nett!“, fauchte Sesshoumaru und schoss an Inu Yasha vorbei. Er hatte die beiden Mädchen beinahe erreicht und holte mit seinen scharfen Krallen zum Schlag aus, doch auch Inu Yasha war schnell und konnte seinen älteren Bruder in letzter Sekunde abblocken. Kagome rannte weiter doch Linn war stehen geblieben. Inu Yasha lieferte sich einen harten Schlagabtausch mit Sesshoumaru. Fäuste flogen und die beiden bewegten sich so schnell, dass es schwer fiel ihren Kampf zu verfolgen. „Warum ziehst du dein Schwert nicht, Inu Yasha? Ist es dir vielleicht zu schwer geworden?“, rief Sesshoumaru hämisch. Woher wusste er das? Wie hatte Sesshoumaru erfahren, dass Inu Yasha immer noch Schwierigkeiten hatte Tessaiga zu führen seitdem es neu geschmiedet worden war? Bespitzelte er ihn? Inu Yasha’s Gedanken rasten. Darauf hatte Sesshoumaru spekuliert. Er nutze Inu Yasha’s kurze Unaufmerksamkeit und setzte zum Schlag an um seinen Bruder entgültig zu erledigen. Doch dazu kam er nicht. Er wurde zurückgeschleudert und ein stechender Schmerz durchzuckte seinen Körper. Linn war aus dem Hintergrund auf Sesshoumaru zugesprungen, hatte seinen Arm gepackt und ihm dann mit ihren scharfen Fangzähnen mit aller Kraft in die Hand gebissen. Beide Brüder standen einen Moment lang bewegungslos da. Sesshoumaru besah sich seine Hand. Aus der tiefen Wunde floss Blut seinen Arm hinunter und färbte den Ärmel seines Gewands rot. „Du wagst es...“, zischte Sesshoumaru bebend vor Zorn. Gerade wollte Inu Yasha die Verletzung seines Bruders ausnutzen um anzugreifen, als er einen Schrei hörte. Er drehte sich um und sah Kagome, die von Yaku in die Enge getrieben worden war. Er hatte sie heimlich verfolgt und zielte jetzt mit seinem Stab auf sie. Er würde dieses nervige Menschenmädchen ein für alle mal vernichten! Dann würde sein Meister Sesshoumaru endlich stolz auf ihn sein und ihn vielleicht nicht mehr so herablassend behandeln. „KAGOME! NEIN!!“, schrie Inu Yasha und rannte so schnell er konnte auf die beiden zu. Doch Yaku hatte bereits einen gewaltigen Feuerball aus seinem Stab abgefeuert. Todesmutig sprang Inu Yasha dazwischen und wurde von der vollen Wucht des Feuerballs getroffen. Besinnungslos prallte er auf den Boden. Linn stieß einen Schrei aus und rannte zu ihrem Bruder. Gerade wollte Yaku seine Waffe erneut einsetzen, doch plötzlich wurde ihm der Stab aus der Hand geschlagen. Sango hatte ihn mit ihrem Bumerang getroffen und schleuderte ihn so einige Meter durch die Luft. Der jetzt hilflose Yaku rannte nun so schnell ihn seine Stummelbeine tragen konnten davon und Sango hinter ihm her. Miroku sah seine Chance gekommen. Er würde die Mädchen beschützen und so Pluspunkte bei Linn sammeln. Mutig baute er sich vor Sesshoumaru auf. „Du wirst ihnen nichts tun, Sesshoumaru!“, rief er laut. Sesshoumaru sah ihn verächtlich an und betrachtete dann wieder seine blutenden Hand. „Mit dir werde ich nicht meine Zeit verschwenden, Mönch. Aber ich lasse dir ein kleines Geschenk da.“, erwiderte er und pfiff einmal kurz durch die Zähne. Plötzlich ertönte ein lautes Zischen und eine riesige Schlange kam aus dem Unterholz gekrochen. „Komm, Nabiki, hier sind ein paar kleine Appetithappen für dich.“, säuselte Sesshoumaru dem Dämon zu und die Schlange kam bedrohlich näher. „Ich werde euch jetzt verlassen. Viel Spaß noch!“, rief Sesshoumaru, sprang auf sein Reitungetüm und hob damit ab. „Du Feigling!“, brüllte ihm Miroku hinterher doch einen Augenblick später war Sesshoumaru bereits verschwunden. Dafür begann die Schlange jetzt langsam Miroku zu umkreisen und ihn mit ihren funkelnden gelben Augen anzustarren als wenn sie ihn hypnotisieren wollte. „Weiche du Ungetüm oder du machst Bekanntschaft mit meinem schwarzen Loch!“, rief Miroku. „Pass auf Miroku!“, fiepte Shippo. „Dieses Viech ist bestimmt giftig. Weißt du nicht mehr, was mit dir passiert ist, als du letztes Mal Naraku’s giftige Rieseninsekten in dein schwarzes Loch gesogen hast?“ Miroku erinnerte sich noch sehr gut an die Schmerzen, die er damals ertragen musste und auch an die Gefahren, die damit verbunden gewesen waren, aber er hatte jetzt keine andere Wahl. Er musste diesen Dämon vernichten um die anderen zu retten. Schon stürzte sich das Biest auf ihn und Miroku war kurz davor sein schwarzes Loch zu öffnen um es einzusaugen als ein grelles Licht ihn blendete und er ein schlitzendes Geräusch hörte. Als seine Sicht nicht mehr beeinträchtigt war, sah er vor sich Inu Yasha und den Schlangendämon, der tot vor ihm lag. Wie hatte Inu Yasha das nur wieder geschafft? Gerade hatte er noch bewusstlos am Boden gelegen und jetzt besiegte er mit einem Schlag eine Riesenschlange. Dieser Halbdämon hatte wirklich unerschöpfliche Reserven und einen eisernen Kampfgeist. „Danke Inu Yasha, aber das hätte ich auch noch alleine geschafft. Ich dachte du wärst verletzt.“, sagte Miroku