Fanfic: Linn

ein Scherz sein!“, entgegnete Inu Yasha ungläubig. Schon allein die Vorstellung, dass sich Sesshoumaru mit irgendjemand super verstehen könnte, war mehr als verrückt.
„Nein, im Ernst. Er war fromm wie ein Lamm!“, sagte Linn besonnen.
Nun gut, das war nicht ganz die Wahrheit, doch Linn wollte ihrem Bruder einfach nicht die Genugtuung gönnen, wenn sie ihm die ganze Geschichte erzählte. Außerdem sprach die Tatsache, dass Sesshoumaru sie nicht in Streifen geschnitten hatte, doch eigentlich schon für sich selbst. Das Bild des friedlich schlafenden Sesshoumarus kam ihr wieder ins Gedächtnis. Es war wirklich nur eine kleine Abwandlung der Realität...
„Das kann doch alles nicht war sein!“, grummelte Inu Yasha. „Gib’ s zu. Du hast ihn um die Ecke gebracht als er noch bewusstlos war.“
„Ach halt doch die Klappe! Du kannst es ja nur nicht ertragen, dass ich mich viel besser mit ihm verstehe als du!“, fauchte Linn aufgebracht zurück.
„Ha, wer will sich schon mit so einem Stinkstiefel verstehen? Da küss ich ja lieber einen schleimigen Krötendämon!“, keifte der Halbdämon und schnitt eine angewiderte Grimasse.
„Passt zu dir!“, giftete Linn und streckte ihrem Bruder die Zunge raus, worauf der sie kräftig an den Haaren zog.
„Unreife, kleine Halbdämonen haben hier nichts zu suchen,...“
Die beiden Streithähne drehten schlagartig die Köpfe.
„Wer war das?“, fauchten sie wie aus einem Munde, doch ihre Freunde sahen sie nur verunsichert an.
„Das war niemand von uns.“, flüsterte Kagome beunruhigt.
Auf einmal schien es als wären alle Geräusche um sie herum verstummt. Kein Vogel sang, kein Windhauch regte sich mehr in den Zweigen. Alles was sie hörten war eine kalte Stimme, von der sie nicht ausmachen konnten aus welcher Richtung sie kam.
„So lange seid ihr mir erfolglos nachgerannt. Jedes Mal habt ihr kläglich versagt. Zu lange habt ihr meine Geduld strapaziert. Doch heute ist euer Glückstag. Ich werde diesem Trauerspiel jetzt ein für alle Mal ein Ende setzen.“
Linn lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Sie hatte eine böse Ahnung. Diese Stimme konnte nur einem gehören...
„Naraku!“, zischte Inu Yasha und in seiner Stimme lag der pure Hass.
„Du wagst dich also wirklich hierher. Du wirst hier gar nichts beenden, aber du kannst dich schon mal auf deinen eigenen Abgang vorbereiten. Los, zeig dich endlich, du Feigling!“, knurrte er und umfasste mit der rechten Hand Tessaiga’s Griff.
„Unwissender! Es hat bereits begonnen.“, ertönte die körperlose Stimme erneut und nun schwebte eine ihnen bereits bekannte Gestalt langsam von Himmel herab. Nur ein Blick auf das Fell des weißen Pavians mit dem blauen Gesicht ließ Inu Yasha’s Blut vor Wut kochen. Er war bereits im Begriff sich auf ihn zu stürzten, doch dann hielt er plötzlich inne. Naraku trug etwas bei sich. Als er vor ihnen auf dem Boden aufsetzte, konnten alle erkennen worum es sich handelte. Inu Yasha blieb vor Schreck der Mund offen stehen und aus Kagome’s Kehle drang ein erstickter Schrei.
„Sango!“, rief Mirkoku als er deren leblosen Körper in Naraku’s Armen liegen sah.
„Du mieses Schwein! Was hast du mit ihr gemacht?“, brüllte er und stürmte auf Naraku zu.
„Das Gleiche was ich gleich mit dir machen werde, du nutzloser Schwächling“, erwiderte Naraku und mit diesen Worten hob er seine rechte Hand.
In Sekundenbruchteilen materialisierte sich dort eine bläulich schimmernde Energiekugel, die zwar keinen sehr großen Durchmesser dafür aber eine umso stärker Durchschlagskraft besaß. Miroku hatte keine Chance auszuweichen. Die Kugel traf ihm mitten im Lauf und schleuderte ihn hoch in die Luft. Mit einem dumpfen Schlag kam er wieder auf dem Boden auf und blieb regungslos liegen. Aus seinem Mund lief Blut.
Linn war vor Schreck wie gelähmt. Das konnte alles nur ein böser Traum sein. Hatte sie wirklich gerade in kürzester Zeit zwei ihrer besten Freunde verloren?
„Verschwindet hier!“, zischte Inu Yasha ihnen zu wobei er Naraku jedoch keinen Moment aus den Augen ließ.
„Aber...“, begann Linn doch Inu Yasha unterbrach sie sofort.
„Keine Diskussionen! Das hier ist kein Spiel. Ich werde dieses Schwein vernichten, koste es was es wolle. Kagome, nimm die beiden und dann bringt euch in Sicherheit. Sofort!“
Kagome nickte und nahm Shippo auf den Arm, der wie Espenlaub zitterte während sein Blick starr auf die beiden leblosen Körper vor ihm gerichtet war. Linn war bereit sich dagegen zu wehren. Sie würde ihren Bruder jetzt nicht allein lassen. Doch als sie in seine Augen sah, erschrak sie. Sie waren kalt und abweisend geworden. Sie konnte keinen Funken Gefühl mehr in ihnen erkennen. Er schien bereit alles zu tun um seinen Gegner zu vernichten, ohne Rücksicht auf Verluste.
Fassungslos ließ sie sich von Kagome am Arm packen und stolperte hinter ihr her. Sie entfernten sich immer weiter vom Ort des Geschehens doch Linn konnte ihre Augen nicht von Inu Yasha abwenden, der dort seinem bisher stärksten Kontrahenten gegenüberstand.
Nach einer Weile blieb Kagome endlich stehen. Sie hatte Shippo an sich gedrückt, der leise schluchzte.
„Was ist mit ihm passiert?“, fragte Linn und man konnte ihr deutlich ansehen wie verwirrt sie war.
„Inu Yasha verändert sich.“, erwiderte Kagome leise. „Wenn er von seiner Wut beherrscht wird, tritt die dämonische Seite in ihm hervor. Dann wird er unberechenbar und kennt keine Gnade mehr. Er macht mir wirklich Angst wenn er so ist, aber vielleicht ist das die einzige Möglichkeit Naraku zu besiegen.“ Bei den Worten traten auch ihr Tränen in die Augen, die sie aber tapfer mit ihrem Ärmel wegwischte.
„Wir müssen einfach an ihn glauben!“, sagte sie mit brüchiger Stimme und sah wieder zum Schauplatz des Kampfes hinüber. Dort standen sich Inu Yasha und der weiße Pavian immer noch gegenüber und machten keine Anstalten miteinander zu kämpfen. Was war da bloß los??

„Du hast mir gerade zwei weitere Gründe geliefert dich zur Strecke zu bringen, Naraku.“, knurrte Inu Yasha und er fühlte wie sein Körper und auch sein Geist langsam eine Veränderung durchmachten. Er spürte wie das dämonische Blut durch seine Adern gepumpt wurde und wie seine animalischen Instinkte immer mehr über ihn Besitz ergriffen, wobei seine Gefühle immer weiter in den Hintergrund zu rücken schienen. Eine wachsende Kraft baute sich in ihm auf und er wusste genau wozu er sie nutzen würde. Sein einziges Ziel war es nun seinen Gegner zu töten. Diesem schien Inu Yasha’s Verwandlung nicht entgangen zu sein.
„Ich spüre wie deine Kraft wächst, Halbdämon. Du willst es mir heimzahlen. Willst dich für alles rächen, was ich dir und deinen Freunden angetan habe, nicht wahr? Versuch dein Glück, wenn du dich traust.“, drang seine emotionslose Stimme unter seiner Verkleidung hervor.
Es schien als hätte Inu Yasha nur auf dieses Stichwort gewartet. Er verstärkte seinen Griff um Tessaiga und zog es heraus. Man konnte die Macht der Klinge förmlich spüren. Wie erwartet bereitete es ihm in diesem Zustand keinerlei Schwierigkeiten mehr das Schwert zu führen.
„Mach dein Testament, du Bastard!“, brüllte er und hieb auf seinen Gegner ein.
Doch Naraku wich dem Schlag mühelos aus. Er war so schnell, dass es aussah als könne sich von einem Ort zum anderen teleportieren.
„Ich will mich ein bisschen amüsieren, also werde ich dich nicht sofort töten, aber ein paar Manieren muss ich dir schon beibringen.“, sagte Naraku und zog blitzschnell eine lange Klinge unter seinem Umhang hervor, der Inu Yasha nur im letzten Moment ausweichen konnte. Der Halbdämon war kurzzeitig überrascht darüber, dass sich ein Feigling wie Naraku auf einen Schwertkampf mit ihm einließ. Doch als ihm nur um Haaresbreite ein Energieball um die Ohren flog, hatte er seine Meinung bereits wieder geändert. Trotzdem schien Naraku ein fähiger Kämpfer mit einer erstaunlich mächtigen Klinge zu sein. Inu Yasha hatte merklich Mühe seine schnellen Schläge zu parieren und kam weniger als ihm lieb war selber zum Zug.
Ein weiteres Mal blockte er das Schwert mit Tessaiga ab. Der Schlag war so heftig, dass die Funken stoben und Inu Yasha gezwungen war leicht in die Knie zu gehen. Ihm war als kannte Naraku seine Schritte bereits bevor er sie machte. Konnte er vielleicht seine Gedanken lesen?
„Keine Sorge, Halbblut. Bald ist alles vorbei.“, hörte er die gehässige Stimme Narakus in seinem Kopf.
Es stimmte also. Das machte die Sache nicht einfacher, doch er würde sich mit der Situation arrangieren müssen. Aufgeben war einfach keine Option!
Naraku’s Geschwindigkeit schien im Laufe des Kampfes sogar noch zuzunehmen und Inu Yasha wusste, dass er diesem Tempo nicht mehr lange standhalten können würde. Er musste etwas unternehmen um ihn zu stoppen. Nur was???
„Du Narr...“
Plötzlich spürte Inu Yasha einen stechenden Schmerz und sah wie Blut aus einer Wunde an seinem rechten Arm floss. Wie aus dem Nichts war