Fanfic: Maiju- Hauptm. u. Komm. [K.7] (nachbearbeitet)
zufällig einer heraußen. Und jetzt sei stil, die Chiritaki sind scheu für zwei!“
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„Chiritaki?“
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„So nennen sie sich selbst.“
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Maiju musste lange suchen. Gerade als Loé anfing, ungeduldig zu werden, fand sie die ersten Spuren und zeigte sie ihm: in bestimmten Abständen gepflanzte junge Bäume, die wahrscheinlich als Reviermarkierung dienten. Sie machte ihm auch auf den typischen Geruch aufmerksam.
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Hinter der Markierungslinie verlief ein engmaschiges Netz aus so geschickt angelegten Wegen, dass sie kaum zu finden waren, und selbst wenn man sie fand, führten sie einen nie zum Versteck sondern liefen stets an den Eingängen vorbei. Im Revier nutzte einem auch der Geruch nichts, denn der war hier überall.
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Maiju nahm den erstbesten Weg und schlich auf ihm entlang, sorgfältig die Umgebung musternd, damit ihr nur ja nichts entging.
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Loé schlenderte hinter ihr her und sie musste ihn mehrmals leise anfahren, bis er sich dazu herabließ, leise zu gehen.
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Sie folgte den Wegen, von denen sie annahm, dass sie is Revierinnere führten. Es war so still, wie es auf Freezers Planeten nicht einmal in der nacht wurde, jedes leise Rascheln ließ Maiju sofort zu Regungslosigkeit erstarren, bis sie merkte, dass es unwichtig war.
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Dann, endlich, hörte sie etwas, das sie sofort stutzig machte: Schritte. Schnelle Schritte von zweibeinigen Wesen. Als sie genauer hinhörte, bemerkte sie ein leises Rauschen und zirpendes Gelächter.
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Sie machte einen, zwei vorsichtige Schritte zurück, zog Loés Kopf an seinem Ohr herunter und flüsterte ihm in selbiges: „Sei jetzt so leise wie nur möglich! Da vorne sind welche!“
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Er sah sie an. Als wäre sie nicht ganz dicht: „Woher willst du das wissen?“
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„Ich hör’s! Und wenn du mal ein Bisschen aufpassen würdest, würdest du’s auch bemerken!“
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Loé lauschte. Währenddessen schlich Maiju in die Richtung, aus der die Geräusche kamen, schlüpfte in die Büsche und bewegte sich vorsichtig und beinahe auf allen Vieren weiter.
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Das Lachen wurde lauter. Jetzt konnte sie durch das Blattwerk mehrere weißgefiederte Gestalten erkennen, die auf einer Lichtung fangen spielten. Chiritaki- Kinder.
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Maiju lächelte boshaft. Das war ja einfach gewesen! Sie musste die Kinder nur erschrecken, dann würden sie garantiert zu ihrer Höhle laufen und sie würde ihnen einfach folgen. Unbemerkt natürlich, sonst würden sie sie überallhin führen, nur nicht zu ihrem Versteck.
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Ihr Plan wurde allerdings durch das Eintreffen eines unerwateten Gastes jäh vereitelt.
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Maiju machte sich gerade zum Sprung bereit, als ein jäher Windstoß über die Lichtung fegte, die Chiritaki ihn der Bewegung erstarren und mit vor Schrecken weit aufgerissenen Augen nach oben blicken ließ. Maiju sah ebenfalls hoch, sah einen wirbelnden Haufen Federn auf sich zukommen, da drosch plötzlich ein harter Flügel auf sie ein und schleuderte sie zu Boden. Ihr Scouter piepste und zeigte eine unmögliche Kampfkraft an. Jetzt riss Maiju ihrerseits die Augen auf. Sie sah zu, dass sie außer Reichweite der Flügel kam.
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Von hinter einem Baum aus sah sie sich den Eindringling genauer an. Das Wesen machte den Eindruck, als hätte Freezer mit einem Geier gepudert und war so groß, dass Maiju sich fragte, wie sie es nur hatte übersehen können. Und dann diese Kampfkraft... der Scouter hätte sie doch registrieren müssen!
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Hatte er aber nicht! Vielleicht hatte er ja einen Wackelkontakt.
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Zu weitern Überlegungen kam sie jedoch nicht, denn in diesem Moment tauchte Loé am anderen Ende der Lichtung auf. Er blieb verblüfft stehen als er das Monster in seiner ganzen Größe erblickte, erhob sich aber dann in die Luft und- Maiju traute ihren Augen nicht- startete einen Angriff. Er griff das Riesenvieh doch tatsächlich an! Sah er denn nicht, was sein Scouter anzeigte? Er musste ihn ausgeschaltet haben, das war die einzige Erklärung. So verrückt, ein Biest mit einer solchen Kampfkraft anzugreifen, war doch nicht einmal er!
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Maiju beobachtete aus der relativen Sicherheit des Baumes heraus, wie Loé einen ersten Schlag landete, das Monster herumfuhr und ihn mit dem Schnabel voll erwischte. Beim Aufprall schlug er einen Krater.
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Sollte sie ihm helfen? Allein war er verloren. Mit ihrer Hilfe wahrscheinlich auch. Aber mit der des ganzen Kommandos?
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Maiju stellte den Scouter auf Turnus’ Frequenz ein, hoffte, dass sie ihn erwischte und funkte.
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„T1 hier, was gibt’s?“ erklang die Stimme des Hauptmanns im Lautsprecher.
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„Hier ist T6.“ antwortete Maiju „Hauptmann, wir brauchen ihre Hilfe! Wir sind hier auf ein unerwartet starkes Tier gestoßen. Loé kämpft grade mit ihm, aber“ sie sah noch einmal auf die Zahlenreihe, die der Scouter nach wie vor anzeigte, „die Kampfkraft dieses Tiers beträgt 99000!“
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„Scheiße aber auch!“ hörte sie Turnus murmeln. Dann fragte er: „T6, wo seid ihr?“
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„Das weiß ich nicht genau. Folgen sie meinem Signal!“
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Sie erhielt keine Antwort. Hoffentlich kamen sie rechtzeitig! Der Vogel hatte gerade wieder einen Treffer gelandet und Loé sah nicht so aus, als ob er noch viel mehr einstecken könnte. Zum wiederholten Male landete er auf dem Boden und diesmal kam er nicht wieder hoch. Maiju konnte erkennen, dass sein linker Arm gebrochen war. Er stützte sich auf den rechten, konnte aber nicht mehr aufstehen. Ein Fuß des Vogels schwebte gefährlich über ihm.
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Ohne auch nur annähernd nachgedacht zu haben schoss Maiju auf das Tier los, Sekunden, bevor Loé unter seinem Fuß zerquetscht wurde rammte sie es mit ihrem ganzen Körper von der Seite. Es wankte, um nicht hinzufallen musste es seinen Fuß senken. Loé war einstweilen außer Gefahr.
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Maiju flitzte vor dem Schnabel des Vogels hin und her und entfernte sich dabei immer weiter von ihrem angeschlagenen Teampartner. Und tatsächlich folgte ihr der Riesenvogel. Sie lockte ihn immer weiter weg, sorgfältig darauf achtend, außer Reichweite zu bleiben.
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Als sie fand, sie wäre weit genug weg, flog sie hinauf, um aus dem Blickfeld des Vogels zu verschwinden und hoffte inständig, dass er nicht fliegen konnte.
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Er konnte. Jetzt hatte sie ein echtes Problem. Er attackierte und sie flog Schleifen, Loopings und halsbrecherische Sturzflüge, aber er ließ sich nicht abschütteln.
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Einem Schlag mit dem Flügel entkam sie um Haaresbreite, geriet aber damit vor den Schnabel, erhielt einen Hieb, der alle ihre Knochen, und besonders die des Brustkorbs, knacken ließ. Beim Absturz fällte sie einen Baum. Wieder fuhr der Schnabel des Geier- Verschnitts auf sie herab, er hackte auf sie ein mit einer Geschwindigkeit wie ein Pressluftbohrer, hämmerte sie richtiggehend in den Boden. Keine Chance, auszuweichen. Maiju schrie vor Schmerz, aber langsam wurden die Schreie zu einem schmerzerfüllten Keuchen. Aus der angespannten, zusammengekrümmten Haltung erschlaffte sie. Bald war ihr Alles egal. Sie würde sterben, das war ihr klar. Aber sie fühlte keine Verzweiflung. Nur die Hiebe des Vogels, mit einer solchen Wucht, dass sie eigentlich schon längst tot sein müsste. Sie wünschte, sie würde endlich bewusstlos werden damit sie den Schmerz nicht mehr spürte, die Zeit der Mutation war nichts gewesen dagegen.
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Der Vogel hielt inne.
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Mach weiter, bring’s zu Ende!
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Das Geräusch eines wuchtigen Schlages über ihr, ein verblüfftes Kreischen.
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Maiju schaffte es nicht einmal mehr, die Augen zu öffnen. Alles an ihr, ihr ganzer Körper brannte, als wäre sie in Lava gefallen.
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Dumpfe Schläge, das Zischen von reiner Energie, wütende Stimmen verdickten sich zu einem Geräuschbrei, aus dem sie ab und zu ein schwächer werdendes Kreischen heraushörte.
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Krachen und Splittern, ein Aufprall, der die Erde beben ließ. Dann Stille. Maiju kriegte die Augen einen Spalt auf, aber Alles was sie sah war verschwommenes Grün.
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Leise Schritte. Sie fühlte sich aufgehoben, hörte eine Stimme, die sie nicht zuordnen konnte: „Maiju? Hörst du mich?“
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Irgendwie schaffte sie es, die Augen ganz zu öffnen, nickte mühsam.
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Turnus fragte weiter: „Wo ist Loé? Was ist eigentlich passiert?“
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„Er ist... da drüben...“ flüsterte sie und deutete mit den Augen in die Richtung, in der sie Loé vermutete.
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Der Hauptmann nickte jemandem zu, der sich daraufhin geräuschvoll entfernte. Dann sah er wieder sie an und schien etwas zu sehen, was ihm gar nicht gefiel, denn er runzelte die Stirn, setzte sie vorsichtig wieder ab, legte seinen Umhang ab und zerriss ihm zu Streifen, mit denen er Maiju das Blut aus dem Gesicht wischte.
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Die Berührung tat höllisch weh. Maiju biss die Zähne zusammen, sonst hätte sie laut aufgeschrien.
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Turnus schien zu überlegen.
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Maiju merkte, wie sich jemand neben sie kauerte, sah hin und erkannte Fir.
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„Na, du siehst ja hübsch aus! Wieso hast du mit dem Viech gekämpft und bist nicht einfach abgehauen?“ fragte er sie geradeheraus.
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„Konnte... doch Loé... nicht sterben lassen!“ antwortete sie so leise, dass er sie kaum verstand.
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„Er hätte sich schon zu helfen gewusst!“
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Sie schüttelte den Kopf „War... am Boden! Konnte nicht... mehr!“
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Turnus hatte fertig überlegt. Er brach Maijus Panzer auf, sodass sie nur mehr den Kampfanzug anhatte.
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„Was soll das werden Hauptmann?“ wunderte sich Fir.
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„Wirst du gleich sehen!“ sagte Turnus. Und zu Maiju: „Achtung, Kleine, das wird jetzt wehtun!“ Damit ging er extrem vorsichtig an die Säuberung einer Wunde unter dem Schlüsselbein. Maiju fuhr heftig zusammen, ihre Hände krallten sich in die Erde, sie wandte mit zusammengebissenen Zähnen das Gesicht ab.
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Turnus schien eine Ewigkeit zu brauchen, und als er