Fanfic: Animus viam monstrat 17
kommen sich unsere Gesichter näher. Ich kann ihren Atem auf meinen Lippen spüren. Irgendetwas hält mich zurück, während etwas anderes in mir mich weiter vordrängt. Langsam schließe ich die Augen. <br />
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„Ich möchte euch bitten ins Bett zu gehen! Eure Körpertemperatur ist erhöht. Das könnte ein Anzeichen für Fieber sein!“ <br />
Wir fahren auseinander und starren das Licht an, das auf dem Balkon steht. Ohne etwas zu sagen gehe ich an ihm vorbei und lege mich ins Bett. Ich kann es nicht glauben. Nicht glauben, was ich gerade fast gemacht hätte. Warum? Ist es nur der Wunsch nicht alleine zu sein, oder ist es mehr? Ist es Liebe? Nein! Das kann nicht sein! Wahrscheinlich bin ich nur überanstrengt! Vielleicht waren das heute für mich einfach zu viele Informationen! Mein Kopf kann sie nicht richtig verarbeiten und spinnt rum. Obwohl ich noch nicht müde bin, falle ich in einen tiefen traumlosen Schlaf. <br />
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(Jennys Sicht) <br />
Das Essen war vorzüglich! Es war wirklich wundervoll endlich wieder etwas Gescheites essen zu können! Nun sitze ich mit Tala in unserem Zimmer und wir starren uns gegenseitig an. Worüber sollen wir reden? Mir fällt nichts ein. Also schweige ich. Aber das Schweigen ist nicht unangenehm! Es ist, als würde jeder seinen eigenen Gedanken hinterher laufen. <br />
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„Hast du schon mal gelogen?“, frage ich Tala nach einiger Zeit und reiße ihn aus seinen Gedanken. Er schaut mich überrascht an. <br />
„Ja, habe ich! Wenn man es mir befohlen hat! Aber nie meine Freunde, falls du auf Nini und Kai anspielen willst! Und du?“ <br />
„Notlügen! FÜR meine Freunde! Ich kann gut lügen, setze es aber nicht ein, weil ich es einfach nicht richtig finde! Außerdem kommt es nach einiger Zeit eh raus! Oder man verstrickt sich in ein ganzes Netz von Lügen!“, antworte ich nach langem Überlegen. Tala nickt zustimmend. <br />
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Eigentlich kenne ich Tala ja gar nicht richtig! Wir haben immer nur ein paar Worte gewechselt. Ja, ich habe mit keinem großartig gesprochen! Was macht diese Welt aus mir? Warum bin ich so still? <br />
Plötzlich erscheint ein Licht in unserem Zimmer: „Ihr dürft nicht kämpfen!“ Seine Stimme klingt hoch und leicht schrill. Wie die einer Frau. Gibt es bei den Lichtern auch zwei Geschlechter? <br />
„Warum sollten wir kämpfen? Gegen wen?“, fragt Tala etwas überrascht. <br />
„Die andere Seite ist nicht so schlimm! Sie sind genauso wie wir! Exercisotete!- Ich beschwöre euch! <br />
Nemo iudex in sua causo!- Niemand ist Richter in seinem eigenen Prozess! Doch beide Seiten nehmen es sich heraus! Sie wollen die anderen richten!“ Ihre Stimme klingt total gehetzt. Als würde sie uns gleich wieder verlassen müssen! Ich öffne gerade den Mund um etwas zu fragen, da tauchen zwei andere Lichter auf. <br />
„Entschuldigt, dass sie euch gestört hat!“ Mit diesen Worten verschwinden sie mit dem weiblichen Licht. <br />
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Tala und ich sehen uns nur verwirrt an. Was war jetzt los? Wieder taucht ein Licht auf. Langsam fängt das an zu nerven! Man kann diese Lichter einfach nicht auseinander halten! <br />
„Entschuldigt, dass sie euch gestört hat! Hört nicht auf ihre Worte! Ich muss leider zugeben, dass es auch bei uns Personen gibt, die etwas… ‚verwirrt’ sind! Aber keine Sorge, ihr werdet nicht mehr belästigt werden!“, meint das Licht. <br />
„Ist okay!“, meint Tala. Was soll daran okay sein? Ich stehe auf und meine mit fester Stimme: „Ich will sie sprechen!“ <br />
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Irgendwie fühle ich mich stark. Ich weiß was ich will und will es durchsetzen! Endlich bin ich wieder ich selbst! Ich setze mich oft über Regeln hinweg. Nicht so wie Tala. Er scheint jeder Regel zu folgen, jeden Befehl sofort auszuführen. Vielleicht liegt es an seiner Vergangenheit. Aber ich lasse mir nicht so schnell den Mund verbieten! Ich will wissen, was dieses Licht wollte! Will seine Beweggründe kennen lernen! <br />
Ich weiß nicht warum, aber dieses weibliche Licht war mir irgendwie sympathisch! Ich will es näher kennen lernen! Vielleicht kann ich von ihm mehr über diese Welt erfahren! <br />
„Du willst was?“, fragen Tala und das Licht gleichzeitig. <br />
Doch ich schweige und schaue sie fest an. Mein Entschluss steht fest! Ich will dieses Licht sprechen! <br />
„Das geht nicht! Du setzt dein Leben aufs Spiel!“, meint das Licht. <br />
„Falsch, das habt ihr aufs Spiel gesetzt, als ihr zugelassen habt, dass sie überhaupt zu uns kann! Außerdem: Wenn Lichter auf mich aufpassen, werde ich sicher unbeschadet mit ihr reden können!“, antworte ich. So schnell lasse ich mich nicht davon abbringen! <br />
Das Licht seufzt. Ein Lächeln kann ich nicht unterlassen. Ich habe gewonnen! <br />
„Sequite me!- Folge mir!“, sagt das Licht und setzt sich schon in Bewegung. Und was ist mit Tala? Fragend schaue ich ihn an, doch er nickt mir nur aufmunternd zu. Okay, dann werde ich ihm wohl nachher alles erzählen! <br />
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Ich sitze auf einem harten Holzstuhl. Mir gegenüber das Licht. Wir sind von 4 anderen Lichtern umgeben. <br />
„Stell deine Fragen! Wenn wir mit ihnen nicht einverstanden sind, sagen wir es!“, meint eines von ihnen. Ich nicke zustimmend. <br />
„Woher kennst du die andere Seite? Woher willst du wissen, dass sie nicht anders ist?“, fange ich an. <br />
„Mein Freund ist einer von ihnen! Doch wir….“ <br />
„Die Antwort reicht schon!“, unterbricht sie eines der Lichter. Was soll das? Wollen diese Lichter mir etwas verheimlichen? <br />
„Wie konntet ihr euch denn kennen lernen, wenn ihr doch verfeindet seid?“, frage ich weiter. <br />
„Diese Frage können wir leider nicht zulassen!“, sagt ein Licht. <br />
„Waass?? Was ist an dieser Frage denn schlimm? Wollt ihr mir etwas verheimlichen? Was soll das? Ich will das wissen!“, schreie ich. Das finde ich echt bescheuert. Das gibt es doch nicht! Die wollen mir wirklich was verheimlichen! <br />
„Früher war Frieden zwischen unseren Völkern!“, höre ich die ‚Frau’ noch sagen und dann sind alle fünf weg. Allein sitze ich in diesem kahlen Raum. Allein mit meinen ganzen Fragen. <br />
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Es dauert eine ganze Weile, bis wieder ein Licht auftaucht: „Es tut mir Leid! Aber ihr habt euch beide nicht an die Regeln gehalten, deshalb mussten wir das Gespräch beenden! Aquae mutae non poterunt extinguere charitatem!- Auch viele Wasser mögen die Liebe nicht auslöschen! Leider! Ich werde dich nun wieder zu Tala zurück bringen!“ Kaum hat es diese Worte ausgesprochen, stehe ich auch schon in unserem Zimmer. Tala schaut mich fragend an. <br />
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(Talas Sicht)<br />
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Das Essen war köstlich. Doch kaum hatte ich den letzten Bissen hinunter geschluckt überfielt mich die Müdigkeit. Nun sitze ich gemeinsam mit Jenny auf dem weichen Bett und starre ins Leere. Tausend Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Und alle Gedanken kreisen um Kai, Nini und um diese Lichter. Ich sitze neben Jenny und schweige. Ich will nicht sprechen. Es ist so viel passiert, was ich lieber vergessen möchte. Aber sind Erinnerungen nicht ein Teil von uns? Was wäre wenn ich plötzlich in der Abtei aufwachen würde und das hier alles niemals geschähen wäre? Aber die Erinnerung dennoch vorhanden ist? Würde ich Kai dann mit anderen Augen sehen? Würde ich mein Leben mit anderen Augen sehen? Würde ich mich verändern? Ja, ganz bestimmt, wäre ich nicht mehr derselbe. Aber wie würde ich mich Kai gegenüber verhalten? Ich spüre noch immer den Schmerz und den Hass auf meinen besten Freund. Besten Freund? Wohl eher, ehemaligen besten Freund.<br />
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„Hast du schon mal gelogen?“ durchbricht Jennys Stimme die Stille. Ich hebe meinen Kopf und sehe in ihre Augen. „Ja, habe ich! Wenn man es mir befohlen hat! Aber nie meine Freunde, falls du auf Nini und Kai anspielen willst! Und du?“ antworte ich ihr. „Notlügen! FÜR meine Freunde! Ich kann gut lügen, setze es aber nicht ein, weil ich es einfach nicht richtig finde! Außerdem kommt es nach einiger Zeit eh raus! Oder man verstrickt sich in ein ganzes Netz von Lügen!“ meint Jenny. <br />
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Ich muss Jenny zustimmen. Sie hat recht, mit dem was sie sagt. Aber war es bei Kai und Nini eine Notlüge? Haben sie gelogen um uns zu schützen? Nein! Sie haben uns angelogen weil sie uns verletzen wollten. Nie mehr werde ich mich verletzen lassen. Nie mehr. Und schon gar nicht von Kai und Nini. <br />
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Plötzlich erscheint ein Licht vor uns. Überrascht weiten sich meine Augen.<br />
„Ihr dürft nicht kämpfen!“ die Stimme des Lichtes klingt anders. Irgendwie weiblicher. Sie ist hell, freundlich und sanft. Irgendwie freundlicher als die tiefen Stimmen der anderen Lichter. <br />
„Warum sollten wir kämpfen? Gegen wen?“, frage ich mit ruhigem Ton. Ich bin total überrascht. Was soll dass alles hier? <br />
„Die andere Seite ist nicht so schlimm! Sie sind genauso wie wir! Exercisotete!- Ich beschwöre euch! Nemo iudex in sua causo!- Niemand ist Richter in seinem eigenen Prozess! Doch beide Seiten nehmen es sich heraus! Sie wollen die anderen richten!“ Die Stimme des Lichtes klingt ängstlich und irgendwie panisch. Mir scheint es so als würde sie sich selbst hetzen. Als hätte sie nur wenig Zeit und wolle uns so viel sagen. Ich sehe wie Jenny etwas sagen will, doch da wird der Raum wieder erleuchtet und zwei andere Lichter erscheinen. <br />
„Entschuldigt, dass sie euch gestört hat!“ Mit diesen Worten verschwinden sie mit dem dritten Licht. <br />
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Nun bin ich total verwirrt. Was war dass denn jetzt? Was sollte dass? Gibt es sogar unter den Lichter Streitereien? Uns wollen sie erzählen wie gut sie sind und selber streiten sie sich? Und was meint das Licht mit der hellen Stimme bloß? Jenny und ich sehen uns verwirrt und überrascht an.<br />
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Plötzlich erscheint wieder ein Licht. Langsam aber