Fanfic: Animus viam monstrat 18
Vergangenheit gesprochen habe. Ich mag sie wirklich gerne. Und da mir Nini so ähnlich ist, traue ich mich auch zu sagen, dass sie nie ohne Grund gelogen hätte. Niemals! Weißt du Jenny, das sind alles Erinnerungen an die beiden. Und obwohl ich sie für ihre Lüge verachte und verabscheue, sind die beiden trotzdem ein Teil von mir. Ich kann die Erinnerung nicht einfach so auslöschen. Und wenn ich ehrlich bin, will ich das auch nicht. Aber diese Lichter erzählen und so viele Dinge, so viele Sachen. Ich weiß einfach nicht, ob ich jedem und alles Glauben schenken soll und will. Natürlich werde ich diesen Lichtern helfen, alleine schon um Kai zu beweißen dass ich es auch ohne ihn schaffe, aber trotzdem....was dieses „weibliche“ Licht gesagt hat...das wirft schon wieder Fragen auf. Bitte versteh mich jetzt nicht falsch, aber irgendwie zweifle ich noch ein wenig.“ Ich hebe meinen Kopf und sehe Jenny aufrichtig an. Doch irgendwie habe ich Angst vor ihrer Reaktion. Was wird Jenny jetzt dazu sagen? Ich habe ihr jetzt meine Gedanken erzählt. Wie wird sie reagieren? Ich sitze da und sehe Jenny an. Aber irgendwie sieht sie nicht glücklich aus. Aber auch nicht sauer oder wütend.<br />
<br />
Und dann kehrt Stille ein. Keiner von uns beiden sagt etwas. Ich bleibe einige Zeit ruhig sitzen. Doch nach einer Weile wird mir diese Stille unerträglich und ich erhebe mich.<br />
<br />
„Ich sehe mich ein wenig um!“ sage ich und lasse Jenny alleine. Habe ich sie etwa so vor den Kopf gestoßen? Habe ich sie verletzt? Oder habe ich sie nun auch zum Zweifeln gebracht? Ich schüttle den Kopf und gehe einen langen Gang hinauf. Ich muss meine Gedanken endlich in Ordnung bringen. Es wird höchste Zeit! <br />
<br />
(Jennys Sicht) <br />
Ich sitze neben Tala auf dem Bett, lehne mich leicht an ihn und erzähle ihm, was das weibliche Licht gesagt hat, und wie sich die anderen verhalten haben. Als ich zu Ende gesprochen habe, sehe ich Tala an. Er hat so schöne Augen! So viele Blautöne. Nur Blau! Keine andere Farbe. Seine Augen strahlen so hell. Obwohl Blau eine kalte Farbe ist, erscheinen seine Augen so schön warm! Ich könnte sie sie stundenlang anschauen! Einfach nur darin versinken! In diesem Ozean aus Wärme. <br />
<br />
Abrupt wendet Tala seinen Blick ab. Was hat er? Warum kann er mir nicht in die Augen sehen? Hat er irgendetwas ausgefressen? <br />
„Glaubst du, dass dieses Licht die Wahrheit gesagt hat? Glaubst du an seine Worte?“, fragt er mich. Verwundert schaue ich ihn an. Wie kommt er denn jetzt darauf? <br />
„Ich weiß es nicht.....aber wieso fragst du mich das?“, meine ich. Ich weiß es absolut nicht! Weiß nicht, welche von den vielen „Wahrheiten“ ich glauben soll! <br />
„Weißt du.....obwohl wir jetzt hier sind, denke ich oft an Kai und Nini. Ich weiß dass sie gelogen haben, aber meine Gedanken kreisen trotzdem um sie“, sagt Tala. Ja, das verstehe ich! Mir geht es genauso! Ich kann die beiden einfach nicht aus meinem Kopf verbannen. Und hassen? Nicht wirklich! Ich hasse sie und doch liebe ich sie! Nie hätte ich gedacht, dass so etwas möglich ist, aber es ist nun mal so! <br />
Tala redet weiter: „Ich weiß nicht wie es den beiden geht, wo sie sind, was sie machen. Sie haben uns belogen, das mag wohl stimmen, aber Kai war mein bester Freund. Und Nini....ja Nini ist mir sehr ähnlich. Ich kann und will auch irgendwie nicht glauben dass sie uns grundlos belogen haben. Ich habe mit Kai soviel erlebt, soviel gemeinsam mit ihm durch gestanden. Und wir waren immer für einander da. Und bei Nini. Ja, sie war die Erste, mit der ich über meine Vergangenheit gesprochen habe. Ich mag sie wirklich gerne. Und da mir Nini so ähnlich ist, traue ich mich auch zu sagen, dass sie nie ohne Grund gelogen hätte.“ Ich spüre einen Stich in meinem Herz. Es tut weh! Auch verspüre ich Wut auf Nini. Es scheint, als würde Tala sie lieben! Warum enttäuscht mich das so? Weil ich nicht der Meinung bin, dass er ihr verzeihen sollte? <br />
Tala reißt mich aus meinen Gedanken: „Niemals! Weißt du Jenny, das sind alles Erinnerungen an die beiden. Und obwohl ich sie für ihre Lüge verachte und verabscheue, sind die beiden trotzdem ein Teil von mir. Ich kann die Erinnerung nicht einfach so auslöschen. Und wenn ich ehrlich bin, will ich das auch nicht. Aber diese Lichter erzählen und so viele Dinge, so viele Sachen. Ich weiß einfach nicht, ob ich jedem und alles Glauben schenken soll und will. Natürlich werde ich diesen Lichtern helfen, alleine schon um Kai zu beweißen dass ich es auch ohne ihn schaffe, aber trotzdem....was dieses „weibliche“ Licht gesagt hat...das wirft schon wieder Fragen auf. Bitte versteh mich jetzt nicht falsch, aber irgendwie zweifle ich noch ein wenig.“ <br />
<br />
Ich kann Tala voll und ganz verstehen! Und doch bin ich traurig! Warum? Liegt es damit zusammen, was er über Nini gesagt hat? Bin ich etwa eifersüchtig? Aber wenn ich das bin, müsste ich ja erstmal in Tala verliebt sein! <br />
„Ich sehe mich ein wenig um!“, meint er plötzlich und geht aus dem Raum. Nun bin ich allein. Ob es hier irgendwo Musik gibt? Wenn ich mich zudröhnen lasse, kann ich besser nachdenken! Nein, keine Musikanlage in Sicht. Und jetzt eines der Lichter zu rufen, will ich nicht! <br />
<br />
Meine Gedanken wandern wieder zu Tala. Erst jetzt, bei den grauen Lichtern lerne ich ihn immer besser kennen. Er ist nicht so verschlossen wie Kai. Die beiden haben doch die gleiche Vergangenheit, oder? Vielleicht kann Tala auch besser mit der Situation umgehen! Er verheimlicht nicht, wenn er jemanden mag. Kai würde nie zugeben, Freunde zu haben! Höchstens bei Tala! Ob die beiden auch fröhlich sein können und lachen können? Wie gerne würde ich es mal bei Tala probieren! Er scheint mir irgendwie eine Herausforderung zu sein. So einen Jungen wie ihn habe ich noch nie kennen gelernt! Aber ist es wirklich nur mein Ehrgeiz? Oder ist es mehr? Langsam aber sicher glaube ich, dass ich in ihn verliebt bin! Dieses Prickeln auf meiner Haut, wenn ich ihn berühre, dieses Kribbeln in meinem Bauch, wenn ich ihm nur in die Augen schaue. Ja, das sind alles Anzeichen für die Liebe! Und er liebt Nini. Da kann man anscheinend nichts machen! Soll ich es ihm trotzdem sagen? Aber was bringt das, wenn er doch in eine andere verliebt ist? Ja, ich bin eifersüchtig auf Nini! Kai unterstützt sie, Tala liebt sie. Und irgendwie fühle ich mich allein. <br />
<br />
Heimweh überfällt mich. Wie es meiner Familie wohl geht? Und meinen Freunden? Wie schön wäre es, wenn sie jetzt hier wären! Seufzend lege ich mich aufs Bett und starre an die Decke. <br />
<br />
(!!!!! Sicht) <br />
Freundschaft ist ein starkes Band! Doch es kann auch reißen! Ihr seht, wie die 4 hin und her gerissen sind. Sie zweifeln an den Dingen, die ihnen erzählt wurden. Zu Recht? Was meint ihr? Man sollte sich immer eine objektive Meinung bilden! Um das machen zu können, braucht man aber zwei Sichten! Audiatur et altera pars! (Es möge auch die andere Seite gehört werden). <br />
Ja, damals war Frieden zwischen den Lichtern! Damals handelten sie noch nach dem Grundsatz: Audi, vide, tace, si tu vis vivere in pace! (Höre, sehe, schweige, wenn du Frieden willst!) Nun, ihr werdet noch sehen, wie es sich entwickelt! <br />