Fanfic: Veränderungen im Leben- Teil 15
dann erst, dass Driger mehr war, als ein Bitbeast mit unglaublicher Macht. Ich will euch jetzt nicht unterstellen, es so zusehen, nur vielleicht geht ihr mehr auf eure Gefährten ein, befreit sie auch mal außerhalb der Spiele aus ihren Blades und kommuniziert?<br />
<br />
„Das ist ja unglaublich, was du da sagst!“ Ich drehte mich in die Richtung, aus der die Stimme kam und sah Ray, Max, Tyson und Kenny erstaunt und ungläubig dort stehen, ihre Münder fragend geöffnet. Sie sahen aus, als hätte ich grade eine besonders abenteuerliche Geschichte erzählt. Nun ja, in gewisser Weise hatte ich das auch, doch war sie wahr und zu verwirklichen. Ich erklärte es ihnen noch ausführlicher, denn ich wollte, dass sie sich mit ihren Bitbeasts auseinander setzten und einmal in sie hinein horchten, ihre Zuneigung und Freundschaft verstärkten. Ich wusste, dass sich so ungeahnte neue Kräfte und Stile auftun konnten. Ich gab kein Geheimnis preis, wenn ich den unterschiedlichen Jungen half, noch besser mit ihren Essenzen zusammenzuarbeiten. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Kommunikation zwischen Blader und Beast so unbekannt ist. Die Jungen hörten mir wachsam zu und langsam verschwand der kritische und überraschte Ausdruck von ihren Profilen. <br />
<br />
Als alles gesagt war, führte ich meinen Weg weiter fort gen Stallungen und versorgte die trächtigen Stuten mit Futter und ließ die anderen auf die Weiden. Da ich meinen Hüftknochen noch nicht wieder voll belasten wollte, longierte ich Lolandri und Khon Linor auf dem Sandplatz. Beide Pferde entwickelten sich prächtig. Es machte mich froh, ihnen zu zusehen, ihr glänzenden, weiches Fell zu fühlen, ihre Muskelnspiel zu beobachten, die intelligenten und ruhigen Augen zu spüren, wie sie alles aufmerksam beobachten und die zarten Nüstern zu fühlen, wie sie mich beschnuppern. Bei idealer und liebevoller Haltung waren diese Tiere so unsagbar sanft und vorsichtig, doch dennoch durfte man niemals vergessen, dass sie Fluchttiere waren und bei drohender Gefahr Reiß aus nahmen. Deswegen gab es auch jedes Mal dieses Theater mit Khon, wenn es um den Hufbeschlag ging. Ich schmunzelte darüber und schritt zurück in Richtung Haus. Ich wollte etwas zum Mittag kochen und überlegte, was wir noch an Lebensmittel gebunkert hatten. <br />
<br />
Ich hatte aber nicht mit Tyson gerechnet, der schon eifrig in den Schränken kramte und etwas Essbares suchte. „Ray und ich kochen schon. Das brauchst du gar nicht zu tun! Wir machen das gerne und wollen uns auch bei dir damit revanchieren!“ „Oh! Das ist aber nett von euch. Danke. Ich bin immer froh, wenn ich nicht die Kochlöffel schwingen muss. Ich bin nicht so der Fan von Kochen und Backen.“ Ich lachte, weil ich daran denken musste, wie ich mich schon immer gedrückt hatte, wenn es hieß, das Plätzchen oder Kuchen gebacken werden sollten. Grade zur Weihnachtszeit konnte mein Ideenreichtum an Ausreden nicht umfangreicher sein. Ganz zum Ärger meiner Backfantischen Großmutter. Ich selber schaute aber lieber zu, sog den Duft von Zimt, Vanille und Schokolade ein und lauschte den Erzählungen meiner Oma. Das war für mich das vorweihnachtliche Ritual. Es war einfach nur schön und entspannend. Wir saßen in der Küche, umhüllt von all den tollen Düfte in der Luft und knabberten selbstgebackene Kekse, tranken heiße Schokolade und meine Oma sang Weihnachtslieder. Irgendwie altmodisch, aber doch so beschaulich und schön, dass es mir warm den Rücken entlang kribbelte. <br />
<br />
Ich stellte fest, dass ich noch in die Stadt fahren musste, denn die Lebensmittel waren fast aufgebraucht und Getränke mussten auch wieder her. So schnappte ich mir Ray und Max, die mich begleiten sollten. Ich rechnete innerlich wieder mit Tala und Boris und malte mir aus, wie sie seit Tagen dort auf dem Supermarktparkplatz auf uns warteten. Deswegen hielten wir schon auf dem Parkplatz Ausschau nach Leuten der Biovolt Organisation und beobachteten argwöhnisch jeden Winkel der Gegend. Es war zum Glück nichts zu sehen und langsam entspannten sich unsere Nerven wieder. Ich atmete tief ein und aus und betrat das Geschäft. Auch Max und Ray waren erleichtert, dass wir unsere Einkäufe schnell und ohne unangenehme Zwischenfälle tätigen konnten. Zuhause holte ich erleichtert Luft, es war tatsächlich niemand da gewesen oder uns gefolgt. Max war beim Auto geblieben und hatte alles in Augenschein genommen, hatte aber niemanden von der Biovolt Corporation erspäht. Mittlerweile hatte Tyson eine Reis- Fleischpfanne gezaubert, die köstlich riechend in der Nase lag. Wo hatte er denn die Zutaten dazu gefunden? Ich hatte doch alle Schränke durchwühlt? Aber bei Tyson wunderte mich nichts mehr, wenn es um Essen ging, hatte er den berühmten sechsten Sinn. Die Fleischpfanne schmeckte auch richtig gut, dass musste ich Tyson lassen, vom Kochen verstand er etwas! <br />
<br />
Gemütliches Beisammensein gab es aber nicht lange, da Kai wieder zum Training aufrief und alle vom Tisch scheuchte. „Ray, heute bist du wieder dran, ist das okay für dich? Bist du schon bereit?“ Kai fragte vorsichtiger und wollte seinem guten Freund nicht zuviel zumuten, da er Driger doch erst seit drei Stunden wieder hatte. „Kein Problem Kai. Driger und ich brennen darauf! Tyson, wir machen dich fertig!“ In dem Blick des schwarzhaarigen Powerpaketes lag stürmische Entschlossenheit. Seine Augen blitzen auf. <br />
<br />
Kai drehte sich weg, damit man sein Lächeln nicht sah. Wie lange hatte er darauf gewartet, Ray wieder so zu sehen! Diese Freude und wilde Kampfeslust, die früher immer zu ihm gehörte, war nachdem Driger verschwand, auch erloschen. Nun war sie zurück, ging vom ihm aus, wie der Geruch seiner Haut, der Duft seiner Haare. Gehörte wieder zu ihm, aufs Neue, schien ausgeprägter denn je. Er wollte wieder kämpfen, seine Stärke und Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Und doch lag ein Ausdruck flüchtiger Angst, Misstrauen in seinem Blick. Kai sah es deutlich, erkannte, was dies hieß. Ray fehlte es an Vertrauen. Vertrauen zu sich und zu Driger. Sie mussten wieder harmonisch miteinander arbeiten, sich gegenseitig ergänzen, Glauben schenken. Nur so konnten sie ihre Perfektion erreichen. Kai vermutete, dass Ray sich dessen bewusst war, grübelte, wie es werden würde, ob es ihm und Driger nach all der Zeit gelang, ein Team zu bilden, dass wie eine Einheit dachte, zusammenspielte, ohne Worte. Um dies rauszufinden, musste Ray es angehen, musste er es in einem Übungsspiel rausfinden. Da konnte ihm der unbändige Blauhaarige nicht bei helfen. Dieser Schritt stand allein Driger und Ray zu.<br />
<br />
So, das wars mal wieder, mal wieder ein Teil, wo ich einen Durchhänger hatte. <br />
Schöne Woche euch allen!<br />