Fanfic: Veränderungen im Leben- Teil 21

Was war in ihn gefahren? Ließen ihn die Ereignisse letzte Nacht nun so Gefühlsduselig werden? Bildete er sich ein, er könnte etwas für diese junge Frau empfinden? Er nahm die Hände vor das Gesicht und schüttelte den Kopf. Nein, das konnte ja nicht sein, er war nur gestern so von seinen Emotionen erschlagen, da brauchte er ihren Halt, ihren Trost, den sie dadurch gab. Mehr nicht. Sein Herzschlag beruhigte sich auch wieder und er atmete erleichtert auf. Gut, hatte er sich das klargemacht, dass da einfach nichts war. „Kai?“ Der angesprochene zuckte mit einem leisen Aufschrei zusammen. „Whaa.....ja, ist was?“ „Du bist schon auf? Guten Morgen erst mal. Weißt du, wie spät es ist? Aber, das ist ja auch egal.....ich muss erst mal ins Haus und den.....den Abdecker anrufen, damit er das Fohlen abholt.....“ Sie seufzte auf und strich sich ihre Haare aus dem Gesicht. „Jaaa, .....äh, guten Morgen. Tu das.“ „Ist irgend etwas, Kai? Du machst mir so einen Eindruck, als wenn du durch den Wind wärst? Hast du schlecht geschlafen oder so?“ <br />
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Was war denn mit Kai los, dachte ich. Er sah ja völlig verwirrt aus, als habe er schlecht geträumt. Oder liegt ihm die bedrückende Stimmung immer noch im Magen? Er sagte doch aber, dass es ihm besser ginge, da er das erzählen konnte? <br />
Ich legte ihm eine Hand auf die Schulter und fragte, ob bei ihm wirklich alles in Ordnung wäre. Er zuckte zusammen und stand hektisch auf. „Ja, ja, alles o.k. bei mir. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das ich deine Umarmung gestern erwidert habe, lag nur daran, dass es mir ziemlich dreckig ging, sonst hätte ich dir das auch gar nicht erst erzählt!“ Daher wehte der Wind! Jetzt wurde mir das erst klar! Er hatte wohl Angst, dass ich ihm jetzt einen „Heiratsantrag“ machen würde! „Schon klar, Kai! Hätte mir ja denken können, dass so etwas jetzt kommt. Gut, ich werde nie wieder nett zu dir sein, dir zuhören und mitfühlen und beim Anblick eines so geschundenen Körpers anfangen zu weinen! Hast du daran gedacht, dass es mich schockierte, dass ich es grausam finde, weil du so etwas furchtbares durchstehen musstest? Aber eher bangst du um deine Fassung, deinen Stolz, dein Eremitentum. Du, der starke, unabhängige Kai, angehört und geherzt, noch dazu von einer Frau! Das geht ja auch nicht! Tu mir einen Gefallen und lass mich nächstes mal in Ruhe, wenn du wieder den Drang verspürst, jemanden etwas anzuvertrauen! Ach Quatsch, du berichtest ja nur, weil du ja nie Vertrauen entgegen bringst, hatte ich komplett vergessen! Ich bin ja nur jemand, der euch Jungen hier eine Falle stellt!“ <br />
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Ich funkelte diesen aufgeblasenen Typen mit zusammengekniffenen Augen an. Ich schnaubte vor Wut, packte die Decken und marschierte aus dem Stall. Was dachte der sich eigentlich? Merkte er denn gar nichts? Ich wollte ihm doch nur zuhören und ihm Mut zusprechen, sein vorheriges Leben abzuschließen. Auf ihn wartet ein anderes, neues Leben, dass gelebt werden möchte, er sollte es nicht sich selbst überlassen. Diese Reaktion von ihm war verletzend. Als wenn ich ihn anmachen wollte, seine deprimierte Stimmung für eine Verführungsattacke ausnutzen wollte! Andersrum war diese Denkweise ja typisch für ihn. Vor allem, da ich nun wusste, wo sie herrührte. Er hatte einfach Angst, jemanden nah an sich zu lassen. Die Sorge, wieder enttäuscht, ausgenutzt und entsorgt zu werden, war zu gigantisch in ihm. Ja, er wurde regelrecht entsorgt. Nach Gebrauch wieder in sein Kellerloch zurückgeschmissen. Einsam, ängstlich dort hockend, in Ungewissheit über sich und seiner Herkunft. Das hatte ihn geprägt, so wie meine Vergangenheit mich beeinflusste. Aber trotzdem war er ein Blödmann! Sah ich denn so finster aus, wirkte ich so Vertrauensunwürdig und wie eine, die eine Situation schamlos ausnutzen würde? Ich ging zurück ins Haus und suchte im Adressbucher nach der Telefonnummer des Abdeckers. Mit zittriger Stimme schilderte ich mein Anliegen und legte den Hörer auf. Eine warme Dusche konnte mir jetzt gut tun und ich musste unbedingt noch einmal mit Kai reden. Irgendwann später. <br />
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Bis dann ihr Süssen!