Fanfic: Veränderungen im Leben- Teil 22
zumindest. Seelisch schwankte er hin und her, wie Seegras im seichten Wind, schwankte auf die bewölkte oder auf die verregnete und stürmische Seite. Eine sonnige Seite gab es nicht, dazu war er zu aufgewühlt, zu verletzt, hatte zu viele Fragen zu sich, seiner Vergangenheit und seinen Eltern. Er gestand sich das nie ein, spielte den Harten, den Unnahbaren, den Einzelgänger, schottete sich von den anderen immer bis zu einem gewissen Grad ab, tat überlegen, selbstbewusst und kühl. Als wenn ihn nichts aus der Bahn werfen würde, ihn nichts ängstigen könnte, als wenn alles, was er tat, so lief, wie er es wollte. Doch immer mehr wurde ihm klar, dass es so nicht war, dass er sich selbst all die Jahre belogen hatte, sich mit einem Schein umgab, all seine Ängste , Wünsche und Hoffnungen tief in sich verbuddelte, somit ihr Aufbegehren stoppte, aber nie vollends unterband und ausradierte. Latent waren sie immer da, zeigten in den Momenten ihr Gesicht, in denen er es zuließ, seelisch einen Zusammenbruch erlitt. Ray, Tyson, Max und Kenny, sie hatten ihn einiges über das Leben gelehrt. Man sollte nie aufgeben, an sich und seine Fähigkeiten glauben, sich Träume schaffen und irgendwann einmal soweit gehen, dass sie sich erfüllten, dass man das erreicht, was man sich erhoffte. Das wichtigste aber, was diese vier ihn lehrten, war die Freundschaft, der Zusammenhalt eines Teams. Gemeinsam konnte man auch Träumen hinterher jagen und sie erreichen. Jeder hielt zu dem anderen und baute ihn auf, wenn derjenige grade einen schlechten Tag hatte. Immer standen sie zu ihm, egal wie unfair oder gemein er wieder zu ihnen gewesen war. Sie waren es, die auf ihn zugingen und ihn aufmunterten, ihm sagten, dass auch wieder andere Zeiten kämen, dass man gemeinsam schon alles in den Griff bekommen würde. Durch sie lernte er, dass er nicht der sture Einzelkämpfer sein musste, so wie in der Abtei, er konnte sich auf sie verlassen und er wollte bald, dass sie auch auf ihn bauen konnten, er wollte ebenso für sie da sein. <br />
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Ray verabschiedete den Fahrer und wollte grade in Richtung Wald schlendern, als Kai auf ihn zutrat. „Hi! Hä? Wie siehst du denn aus? Du hast Stroh im Haar!“, lächelte der sensible Blader seinen Freund an. „Ja, ich weiß“, sagte dieser und zupfte in seinen Haaren nach Stroh, „ ich habe ja mit Lyn im Stall geschlafen. Sie war so fertig, nachdem sie das tote Fohlen im Arm hielt und wollte die Nacht über hier bleiben, falls noch was mit der Mutterstute gewesen wäre.“ „Oh, ja, das arme Tierchen habe ich grade gesehen. Tut mir leid, wegen Lyn.“, sagte Ray leise. „Hey, komm doch mit zu dem See, ich wollte schwimmen gehen.“ Der schwarzhaarige Charmeur blinzelte aufmunternd seinen Freund an. Dieser nickte nur und folgte ihm. „Ich kann mich ja einfach in die Sonne legen.....“, murmelte er. <br />
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Ich hörte den Wagen vom Hof fahren und schaltete die Musik wieder ab. Nun musste ich aber schleunigst in den Stall, die Tiere füttern. Außerdem brauchte Elisa nun eine intensivere Betreuung. Ich putzte sie, bis ihr Fell schimmerte und ihre Mähne seidig über den Hals fiel. Ich verbrachte einige Zeit bei ihr und ritt anschließend Lolandri. Sie brauchte dringend Bewegung und so stürzte ich mich auf die Arbeit mit ihr und Khon Linor. So verging der Nachmittag und ich ließ mir kaum Luft. Ich wusste, warum ich das tat. Als ich vorhin an dieser Box vorbei ging, lag das Fohlen nicht mehr dort, dennoch sah ich es deutlich vor mir, aber diese Erinnerung schmiss ich gleich fort und konzentrierte mich auf anderes. Ich wollte nicht mehr daran denken. Auf einmal schreckte Lola auf und sprang in die Luft. Es kam so überraschend und ich verlor beinahe den Halt. Darüber musste ich lachen, wie ich wie eine Erbse im Sattel hockte und versuchte, nicht die Balance zu verlieren. Ich sah hoch in die Luft, in die Richtung, aus der ein lautes Schwirren ertönte und erblickte einen großen Hubschrauber. Er stand in der Luft. Seltsam, dachte ich, spinnen die? Hier ist eine Pferdehof, wieso fliegen die so tief? Was machen die hier? Ich grübelte. Kurz darauf wendete der Hubschrauber und flog in eine andere Richtung, über den Wald. Ich atmete erleichtert auf und auch Lola beruhigte sich merklich. Ich ritt noch ein paar fliegende Galoppwechsel und ließ die feurige Stute im Schritt auslaufen. Danach schickte ich sie zurück auf die Weide und nahm Tysons Einladung zum Essen an. Ich schmunzelte, als ich ihn an den Kochtöpfen werkeln sah. <br />
Ich half dem aufgeweckten Plappermaul noch beim Abwasch, bevor ich in mein Zimmer hoch ging und mich auszog. Im Schrank suchte ich nach einem Rock und einem lässigem Top, als hinter mir sanftes, dunkelblaues Licht aufleuchtete. „Oh, entschuldige bitte!“, rief eine männlich-herbe Stimme erschrocken hinter mir. Ich lächelte. „Schon in Ordnung. Jetzt tu mal nicht so, als hättest du noch nie eine halbnackte Frau gesehen. Ausgerechnet du!“ Ich streifte mir Rock und Top über, drehte mich um und setzte mich auf mein Bett. Er strich sich seine langen schwarz- blauen Haare aus dem Gesicht und grinste mich ungeniert an. „Dachte ich es mir doch!“, zwinkerte ich. <br />
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Bis dann! Am Mittwoch gibt es nochmal einen Teil. So als Weihnachtsgeschenk ;)