Fanfic: Shadow
Kapitel: 2.
„Ständig kommt er zuspät, seit wir zusammen sind“, ärgerte sich Ken gerade.
„Vielleicht sollte ich mich mal erbarmen und ihm eine Uhr schenken.“
Grummelnd stapfte er in die Gruft hinunter und sah sich um.
„Shadow?“, rief er in die Gruft.
„Hier“, es klopfte von innen gegen Shadows Sarg, „Das verfluchte Ding klemmt“, hörte man aus dem Sarg.
„Vielleicht bräuchtest du einen neuen?“, schlug Ken vor, „Ich brauch vieles“, seufzte der Vampir.
Kopfschüttelnd machte Ken den Sarg nach einigen Mühen auf.
Shadow lag darin und sah ihn dankbar an.
„Ich weiß auch nicht, wie du dich darin wohlfühlen kannst“, sagte Ken kopfschüttelnd, „Da biste ja eingequetscht wie ne Sardine in der Sardinenbüchse.“
„Man gewöhnt sich an alles“, seufzte Shadow und stieg aus seinem Sarg.
Bewundernd sah Ken seinen Freund an, er konnte sich nie an ihm satt sehen.
Lächelnd kam Shadow zu ihm und nahm ihn in den Arm.
„So mein Kleiner, du legst dich jetzt brav ins Bett und schläfst, dieses ständige lange wach bleiben schadet dir, ich komm im Laufe der Nacht wieder und dann will ich dich schlafen sehen, klar?“, sagte der Vampir streng.
„Wenns denn sein muss“, seufzte der Braunhaarige, „Das muss es“, Shadow hob Ken hoch und brachte ihn nach oben in sein Zimmer, wo er ihn ins Bett legte.
„So und da bleibst du und schläfst brav“, sagte er zufrieden.
Ken nickte und schloß die Augen, Shadow begann ihn sanft zu streicheln, nach einigen Minuten hörte man nurnoch gleichmäßiges atmen, sodass Shadow leise aufstand und ging.
Um 1 Uhr kam er wieder, liebevoll sah er auf seinen Freund herab, plötzlich musste er lächeln.
„He du Simulant, ich sagte doch, dass du schlafen sollst“, sagte er lächelnd.
Verlegen öffnete Ken die Augen, „Wie hast du das denn gemerkt?“
„Ich bin lange genug Vampir um zu wissen ob jemand schläft oder nicht“, lächelte Shadow, Ken sah ihn verlegen an.
„Kannst du nicht schlafen oder hast du auf mich gewartet?“, fragte der Vampir, „Beides“, antwortete der Braunhaarige.
„Komm, rück mal en Stück“, sagte Shadow, erfreut rutschte Ken, es kam nicht oft vor, dass Shadow mit ihm im Bett kuschelte.
Shadow streckte sich neben ihm aus, der Kleinere kuschelte sich zufrieden an, lächelnd nahm Shadow ihn in den Arm und liebkoste ihn zährtlich.
Langsam vielen Ken die Augen zu, der Vampir blieb bis kurz vor Sonnenaufgag bei ihm und musste dann aber weg.
Gegen Mittag stieg Ken in Shadows Gruft herab und öffnete seinen Sarg, zährtlich sah er auf seinen Freund herab, der in seinem Vampirschlaf im Sarg lag.
„Mein Liebstes“, hauchte er und küsste sanft die vollen Lippen, auf einmal spürte er eine zarte Erwiederung, erstaunt lößte er sich von dem Vampir und sah ihn an.
„Shadow, du bist wach?“, fragte der Kleine verdutzt, Shadow nickte schwach.
„Du kannst Tagsüber also wach sein“, sagte Ken erstaunt, „Wusst ich garnicht.“
Der Vampir lächelte.
„Du hast aber anscheinend nicht sehrviel Energie?“, der Schwarzhaarige nickte wieder schwach.
„Hm, wart mal, ich komm gleich wieder“, sagte Ken und ging, nacheinander schleppte er zwei aufgeblasene Luftmatrazen, Decken und Kissen herein.
Als nächstes hob er den Vampir aus seinem Sarg, der darazfhin die Augen öffnete.
„Was soll das?“, fragte er, Ken gab ihm lächelnd einen Kuss, „Siehst du gleich.“
Vorsichtig legte er den Vampir in die Decken und kuschelte sich dann neben ihn.
Sanft begann er ihn zu streicheln, entspannt schloß der Vampir die Augen und kuschelte sich, indem er seine gesammten Kräfte mobilisierte an Ken, wo er dann schon bald erschöpf aber glücklich einschlief.
Lächelnd legte Ken ihm den Arm um.
„Du kannst wirklich niedlich sein“, hauchte Ken dem Schläfer ins Ohr, „Ach was, du bist einfach immer niedlich.“
Als es zu dämmern begann erwachte der Vampir wieder aus seinem Vampirschlaf, lächelnd sah er Ken an, der neben ihm schlief.
Vorsichtig, um Ken nicht aufzuwecken, stand er auf und zog sich leise um.
Ken wachte seufzend auf und öffnete blinzelnd die Augen, er starrte auf seinen Freund, der splitterfasernackt vor ihm stand und sich gerade wohl wieder anziehen wollte.
Sofort wurde er hochrot und drehte den Kopf weg.
Auf einmal spürte er zwei Hände auf seinen Schultern, er drehte den Kopf wieder und sah Shadows lächelndes Gesicht vor sich.
„Bin ich so hässlich, dass man sich bei meinem Anblick wegdrehen muss?“, lächelnd streichelte er Kens Wange, dieser wurde noch eine Spur röter.
„N- nein, natürlich nicht, a- aber....“, der Vampir lachte,, „Du bist mir vielleicht einer, die Kerle früher hätten einiges darum gegeben, wenn ich mich nackt vor sie gestellt hätte und du drehst dich weg.“
„D- die haben dich nie....?“, Nackt gesehen?“, lächelte Shadow, „Für was hällst du mich, glaubst du, dass man mir nur schöne Augen zu machen braucht und ich hüpf zu jedem ins Bett?“, sagte der Vampir gespielt aufgebracht.
„Nein, so war das nicht gemeint“, sagte Ken verlegen, der Vampir gab ihm lächelnd einen Kuss, „Weiß ich doch, ich finds nur niedlich von dir.“
Der Braunhaarige wurde noch eine Spur röter.
Der Vampir lächelte, „So ich muss weg und außer dir wird mich auch weitherhin niemand nackt sehen.“
Der Kleine lief wieder rot an, Shadow stand lächelnd auf und zog sich an, dann ging er mit einem Handkuss.
An diesem Tag kam Shadow nicht zurück, Ken saß fast krank vor Angst um ihn zuhause.
Als Shadow auch nach einem Monat nicht wieder erschien, musste Ken sich der Wahrheit stellen, der Vampir war tot, er musste tot sein.
Weinend dachte er an ihre letzte gemeinsame Zeit.
„Shadow“, wimmerte er, „Mein Shadow.“
Mehr tot als lebendig fühlte er sich seit diesem Zeitpunkt.
Er schlängelte sich durchs Leben, machte das Abi nach und wurde Bibliothekar.
Jahr um Jahr verging, aus dem jungen Mann von damals wurde ein 50 Jähriger Mann, besitzer einer kleinen Ortsbibliothek.
„Verzeihen Sie, führen Sie hier auch Vampirbücher?“, schreckte ihn eine Stimme auf.
„Ganz hinten links“, sagte er und sortierte weiter seine Bücher ein.
„Haben sie auch welche über Shadow?“, „Ein ganzes Regal voll dahinten“, sagte er und sortierte weiter ein.
„Danke, sagen sie, glauben sie, dass es ihn gegeben hat?“
„Ja“, sagte er, „Aber er ist tot.“
„Meinen Sie?“
„Ja“, sagte er.
„Glaubst du das wirklich, Ken?“
Genervt drehte der Mann sich um, er weitete die Augen.
„Shadow“, stammelte er, der Andere nickte und sah ihn aufmerksam an.
„Wie?“, fragte der alte Mann nur, „Ich bin wieder hier“, sagte Shadow nur.
„Und wo warst du vor zehn Jahren, vor zwanzig Jahren? Wo warst du als ich noch jung war, als ich noch ein hübscher junger Mann war? Wie kannst du es wagen? Wie kannst du es wagen jetzt zu mir zukommen, jetzt wo ich das bin?“, der Braunhaarige schluchzte.
„Ken ich....es tut mir leid“, sagte Shadow und senkte den Kopf.
„Junge, geh, hier gibt es nichts für dich, da ist nur ein alter Mann mit einem gebrochenen Herzen“, sagte der andere.
„Ich sehe noch immer meinen süßen Ken von damals“, sagte der Vampir, „Süß?“, der Braunhaarige lachte freudlos.
„Das war einmal, geh jetzt“, er drehte sich um und ging in sein Büro, der Vampir sah auf die geschloßene Türe und ging leise.
Am Abend konnte Ken das alte Flötenspiel hören, er dachte zurück, wie der den Vampir vor mehr als dreißig Jahren getroffen hatte, er schloß das Fenster und setzte sich vor den Fernseher.
Er konnte den Vampir draußen auf einem Baum sitzen und Flöte spielen sehen.
Er seufzte der Schwarzhaarige hatte sich nicht verändert, er war noch immer wie früher.
Er sah ihn wieder an, der Jüngling hatte die Augen geschloßen, Tränen rannen seine Wangen herunter, dieser Anblick brach dem Braunhaarigen fast das Herz, doch er blieb hart und sah weiter fernseh.
Als er wieder zum Fenster sah war der Vampir verschwunden, seufzend schaltete er den Fernseher aus und schritt hoch in sein Schlafzimmer.
„Ken“, der Vampir stand in seinem Zimmer, „Shadow, mach das du verschwindest, draußen gibt es genügend junge Männer“, sagte Ken.
Shadow sah ihn verzweifelt an, „Was soll ich denn noch tun? Soll ich vor dir auf die Knie fallen? Sieh ich tue es“, der Schwarzhaarige fiel auf die Knie.
„Sag mir was ich tun soll, ich tu alles, ich tu alles für dich, Ken“, verzweifelt und unendlich traurig sah der Vampir zu ihm auf.
Ken sah den Jüngling an, der vor ihm auf die Knie gefallen war, er sah ihn traurig an.
„Shadow, geh“, er wollte sich umdrehen und gehen.
Auf einmal spürte er wie der Jüngling sich an ihn klammerte und haltlos zu weinen begann.
„N..Nein,...i..ich...gehe....n...nicht....“, schluchzte Shadow, „Ken...i..ich..liebe....dich...doch...so...sehr.“
„Shadow sieh mich doch an, ich bin alt geworden“, sagte Ken, „U..und w..wenn..d..du...dreifach...so...alt..wärest...liebe...ich...dich...immer...n..noch“, schluchzte