Fanfic: Dive in, into another World

Kapitel: 7

Am nächsten Morgen ist grad Pause im Klassenraum und Lórellin hat ihre Nase in einem selbstangelegen Hefter zu stecken: „Was willst du von mir?“
Gil schreckt auf und tut dann so, als ob nichts wäre: „Was?! Nichts, gar nichts will ich von dir?!“
„Und warum schleichst du dann um mich herum, wie eine Katze um ihr Spielzeug?“
„Nun ja, mich interessiert es, was du dir dort durchliest.“, antwortet Gil.
Lórellin legt ihren Hefter offen hin: „Dies ist das Skript von unseren Theaterstück. Ich spielte die königliche Katze, die zwei Prinzessinnen helfen soll. Vielleicht habt ihr ja mitbekommen, wie wir gestern alle den Text gelesen haben. Leider fehlen uns noch Leute. Selbst in der Parallelklasse will keiner so recht mitspielen...“
Gil schaut träumend auf: „Theater... Ich habe es geliebt, vor unseren Familien zu spielen... Unsere altertümlichen Tänze, die Inu und ich immer aufführten, wurden von allen geliebt...!“
Lórellin: „Na perfekt! Dann spielt doch bei unseren Theaterstück mit!”
Gils Augen erstrahlen: „Wirklich???“
Lórellin: „Na klar, wieso nicht?... Hier, schau dir mal das Skript an und such dir was aus.“
Sie reicht ihr den Hefter. Gil holt sich einen Stuhl an Lórellins Tisch und liest dich das Skript durch.
Lórellin: „Einige kleinere Rollen sind schon vergeben, das erkennst du an den Namen und Klasse neben den Rollen.“, sie zeigt ihr das Register der Rollen: „Da schau, Kittekat die Katze, das ist meine Rolle.“
Gil: „Süßer Name, Kittekat.“
Lórellin verstummt und lässt Gil etwas in Ruhe lesen. Sie bemerkt, das Gil ihre Nase rümpft. Doch es bleibt nicht nur bei dem Naserümpfen. Sie rückt den Hefter vor ihrer Nase hin und her, vor und zurück und dreht es immer wieder zur Seite. Plötzlich legt Gil den Hefter ruckartig auf den Tisch: „Puh...!“ gibt sie erschöpft von sich. Lórellin schaut sie interessiert an. Gil erwidert ihre Blicke: „Ich kann nichts lesen.“
Lórellin trifft der Schlag: „Das hättest du mir schon früher sagen sollen und dich nicht hier ewig abquälen müssen!“
Gil: „Ich weis, aber ich dachte, ich könne doch noch ein oder zwei Wörter lesen, aber es sagt mir nichts... Was ist das für eine Schrift?“
Lórellin: „Es ist die Schrift, deren Sprache wir sprechen.“
Gil schaut sie entgeistert an und Lórellin fährt fort: „Schau und hör mir zu.“, sie fährt mit ihren Finger die einzelnen Wörter ab, während sie die Textpassagen vorliest. Gil folgt ihr aufmerksam mit Auge und Ohr: „Ich verstehe. Es ist ziemlich simpel. Jeder Buchstabe hat einen Laut der je nach folgenden Buchstaben gekürzt oder verlängert wird... Hier zum Beispiel“, sie zeigt auf ein Wort: „Betrug. Der Buchstabe mit den zwei Bäuchen wird so nur als ein bh betont aber mit diesem kleinen Kringel daneben wird es als be betont.“
Lórellin: „Du lernst verblüffend schnell. Dieser Kringel dort ist ein kleines E. Ein E gehört zu den Vokalen im Alphabet. Vokale betonen Buchstaben. Hm, wir brauchten als Kinder ungefähr 4 Jahre um sicher mit unserer Schrift umgehen zu können, du hast es in wenigen Minuten gelernt. Perfekt!“
RING RING RING
Lórellin: „Los, ab auf deinen Platz, jetzt haben wir zum Glück grad Sprachunterricht, da kannst du wieder was lernen!“
Die Stunde vergeht schnell und sobald die Schulglocke ertönt, setzt sich Gil wieder zu Lórellin: „Und? Hast du dir schon was ausgesucht, Gil?“
Gil: „Nein... ich bin mir nicht so recht sicher.“
Lórellin: „Hast du schon mit Inu darüber gesprochen?“
„Stimmt ja!“, erwidert Gil: „Mit ihr hab ich ja noch gar nicht drüber geredet. Warte, ich werde mal mir ihr reden.“
Sie steht auf und geht rüber an Inus Tisch

>Was war das letzte Nacht?<
„... inu?...“
>Ich wollte das doch gar nicht...<
„... Inu?“
>Was hab ich getan?<
„Hey Inu!?“
„Äh was?! Eh ja, ja... was ist denn?“
Gil: „Das sollte ich dich wohl fragen, Inu. Du warst so geistesabwesend.“
„Tut mir leid. Was gibt es denn?“
Gil hockt sich zu ihr an den Tisch und legt Lórellins Hefter auf ihren Tisch: „Schau mal, die Klasse hier lernt grade ein Theaterstück. Wir können zwar die Schrift nicht so recht lesen, aber ich hab mir gedacht, das wir hier mitmachen. Immerhin lieben wir Tanz und Spiel. Und ich hab mir überlegt, den Text ins Elbische zu übersetzen damit wir ihn auch wirklich verstehen. Na wie findest du den Vorschlag?!“
Sie schaut Inu hoffnungsvoll an, doch sie schweigt. Ihr verträumter Blick ist auf die Tischplatte gerichtet.
„Inu?“ fragt Gil noch mal. Als wieder keine Antwort von ihr kam, stupste sie Inu an: „Jetzt sag doch mal was Inu!“
Sie erwacht aus ihren Tagtraum und guckt Gil fragend an: „Was?“
Gil: „Sag mal, was ist den mit dir los? Du bist schon den ganzen Tag so abwesend!“
Inu legt ihre Hand auf Gils Schulter: „Es tut mir leid, aber mir geht es heute nicht so gut, das musst du verstehen.“
Gil wird hellhörig: „Ich muss gar nichts verstehen, wenn ich nicht will. Dir geht es also nicht gut, sagst du?“, sie legt ihre Hand auf Inus Stirn: „Fieber hast du nicht. Ist dir schlecht?“
Inu: „Nein... Mir ist nicht schlecht.“
Gil setzt sich mit einen Stuhl vor Inu an den Tisch und hält ihre Hände: „Was bedrückt dich Inu?... Wir müssen in solch einer schweren Zeit zusammen halten Inu! Sag mir was du hast.“
Inu wird etwas nervös: „Na ja, ich mag es nicht erzählen...“
Gil schaut Inu tief in die Augen und streicht mit ihren Händen über die Arme von Inu bis hoch zum Gesicht. Sie berührt Inu zaghaft forschend, als würde Inu zerbrechlich sein. Inu versucht sie davon abzubringen: „Nein... Hör auf!“. Sie wehrt sich und nimmt Gils Hände von ihrem Gesicht.
Plötzlich wird es Gil klar: „Oh mein Gott.“. Sie reißt vor Schreck die Augen auf und zuckt zurück.
Inu: „Was? Was ist? Willst mich wirklich durchschaut haben?“
Gil: „Du weist das ich und auch du, die Signale des Körpers erkennen können... Und ich habe deine Signale durchschaut... In dir sind Gefühle für Kai.“
Inu läuft rot an: „Ich weis es nicht.“
Gil: „Etwas geschah letzte Nacht, was dich innerlich schwer beschäftigt... Was war gestern?“
Inu: „Nichts! Gar nichts war gestern!“
Gil hebt drohend den Finger: „Lüg mich nicht an!“
Inu: „Wir haben uns geküsst., weiter nichts.“
Gils Ton wird aggressiver: „Weiter nichts?!“
Inu: „Ich konnte nicht... Etwas in mir blockte ab, zum Glück. Ich entriss mich ihm und lief nach oben in unser Zimmer, wo du schon geschlafen hast. “
Gil: „Bist du denn wahnsinnig? Verlieb dich nicht in ihn! Wenn wir zurück nach Caras können, wirst du elendig an Herzensbruch zu Grunde gehen.“
Inu: „Wer weis, ob ich überhaupt zurück nach Caras gehen werde.“
KLATSCH
In Zeitraffer fällt Gils Stuhl um. Eine unheimliche Stille hat sich Klassenraum ausgebreitet. Die Blicke der Schüler sind auf die beiden Elben gerichtet. Inu schaut seitlich weg. Vor ihr steht Gil mit erhobener Hand. Ihr Gesicht ist nach unten gerichtet, sie atmet erzürnt und lässt dann ihre Hand langsam sinken.
Inu schaut langsam auf. Ihre rechte Wange ist errötet. In einen seltsamen Ton, nicht ganz belustigt, nicht ganz verletzt spricht sie: „Das hat weh getan...“
Gil ballt wütend ihre Hände: „So etwas wist du nie wieder sagen!“, ihr Körper zittert vor Erregung. Inu steht auf und geht um den Tisch. Gil steht immer noch zitternd da, mit dem Blick auf den Tisch. Sie hebt ihre Arme und drückt dann Gil fest an sich: „Es tut mir leid.“
Gil dreht sich zu ihr und umarmt sie schließlich auch. Die brennenden Luft im Klassenraum wird von dem zaghaften Klatschen eines Schülers gebrochen. Nach und nach steigen die restlichen Schüler in dem Beifall ein. In den Augen einiger Schüler sieht man Tränen, auch Lórellin ist von Tränen gerührt: „Das war Filmreif.“
Einige Schüler stimmen dem zu: „Ja, macht bei unserem Theaterstück mit!“
Gil und Inu bemerken erst jetzt, das sie beobachtet werden und lösen sich langsam aus der Umarmung. Lórellin steht auf und wischt sich auf den Weg zu ihnen die letzten Tränen aus den Augen: „Wollt ihr nicht die Hauptrollen in unseren Theaterstück spielen? Die zwei Prinzessinnen?“
Inu: „Theater? Davon wusste ich ja noch gar nichts. Klar machen wir da mit, oder Gil?“
Sie schlägt sich verzweifelt vor den Kopf: „Oh man, Inu... Aber natürlich sind wir dabei, Lórellin!“
RING RING RING
Die letzte Stunde beginnt und bevor sich Lórellin setzt, fragt sie Gil: „Kann ich nach der Schule mit zu euch kommen?“
Gil zögert anfangs noch etwas: „Hm... Na gut.“

Nach Schulende haben sich die Mädchen endlich vor der Eingangstür von Hitaris Familienhaus eingefunden. Gil schließt mit einen Schlüssel, den sie unter einem Blumenkasten herholte, die Tür auf: „Hallo?!“
Inu: „Es ist niemand da.“
Lórellin: „Kein Wunder, er ist bestimmt noch auf der Arbeit. Immerhin arbeitet er grade an einer Holzplastik.“
Inu: „Woher weist du das schon wieder?“
Lórellin: „Ich habe halt meine Quellen.“
Gil: „Kommt, wir gehen in die Wohnstube, da können wir für das Theaterstück üben.“

Nach einiger Zeit sind alle mitten im Theaterspiel. Inu und Gil haben sich den Marmortisch als Bühne zurecht gestellt und stolzieren