Fanfic: Dem Schicksal entgegen

Untertitel: oder the long way to love

Kapitel: Nur ein Traum?

So, hier ist dann mal der nächste Teil. Freu mich über Commis^-^
Viel Spass beim Lesen^^

Nur ein Traum?

„Geh ruhig hinein.“ Ich nicke, öffne leise die Tür, trete ein. Sehe sie an. Ich kann ihn gut verstehen. Diese Augen voller Wärme, Fröhlichkeit. Ihr Lachen, das schönste der Welt. Ihre Gesten, die Mimik, die Körperhaltung. Alles gleicht einer Göttin. Selbst im Schlaf ist sie noch schöner als alles andere. Ein letztes Mal sehe ich zu ihr herüber. Dann drehe ich mich um, gehe aus dem Zimmer, hinaus auf die Straße. Es war schön sie seit so langer Zeit einmal wieder zu sehen. Ich beneide ihn. Er kann sie lachen sehen. Jeden Tag. Jeden Tag in ihre Augen sehen. Mir wurden nur 72 Stunden gewährt. Die Zeit ist kurz, vielleicht zu kurz. Ein allerletztes Mal bin ich hier. Sehe sie. Wie gerne würde ich es ihr sagen. Traue mich aber nicht. Es hätte eh keinen Sinn. Bald bin ich weg. Für immer. Sie lebt ihr Leben weiter. Wird mich vergessen. Der Gedanke sie nicht mehr zu shen, schmerzt, zerreißt mich fast. Mit gesenktem Blick gehe ich durch die Straßen.
Langsam öffne ich die Augen, blicke an die weiße Wand vor mir. Dieser Duft? Es ist seiner. Es kann nicht seiner sein. Er ist nicht da und wird es nie wieder sein. Einzelne Tränen suchen sich ihren Weg, bald ein ganzer Strom. Wie sehr ich ihn vermisse. Ich versuche meine Tränen zu unterdrücken. Mit viel Mühe schaffe ich es auch schließlich. Ich zwinge mcih nicht an ihn zu denken, ihn zuvergessen. Es gibt viele, viele andere. Wieso musste er es sein? Darauf werde ich wohl nie eine Antwort bekommen. Schon wieder hat er es geschafft. Ich drehe mich auf den Rücken, starre an die Decke. Schon wieder sind meine Gedanken bei ihm. Müdigkeit überkommt mich, lässt mich meine Augen schließen und mich in einen unruhigen Schlaf fallen.
Jemand ruft meinen Namen. Ich setzte mich auf, reibe mir die Augen. Er steht vor mir. Er, letzter und erster meiner Gedanken. Was will er hier? Wie kommt er überhaupt hier her? Die Müdigkeit, die mir eben noch die nAugen verschloss, wird jetzt durch Wasser ersetzt. Klares, salziges Nass kühlt meine Haut. Er steht da, regungslos. Wieso? Wieso kommt er nicht und tröstet mich wie all die anderen? Mir tut alles weh. Diese blöde Grippe hat mich wohl doch schlimmer erwischt. Er sieht mich an. Ohne Gefühl, ohne Wärme. Einfach nur an. Sein Blick scheint mich zu durchbohren. Vielleicht sieht er mich nicht einmal. Langsam versiegen die Tränen. Mein Blick wird schärfer. Ich will ihn sehen, ein letztes Mal. Doch er ist verschwunden. Vor mir wird alles schwarz.
Das Fieber ist gestiegen. Meine Hand ruht auf meiner glühenden Stirn. Ich atme tief durch. „Es war nur ein Traum..“ Ich versuche mich zu beruhigen, mein Herz klopft bis zum Hals. Wie ein Phantom sucht er mich heim, jede Nacht auf´s Neue. Ich sinke wieder in mein Kissen. Das ist zuviel, zu viel für mich. Wie lange soll ich das denn noch durchhalten? Meine Kräfte schwinden, die Dunkelheit in meinem Herzen wird stärker. Unaufhörlich und es gibt keinen, der das verhindern könnte. Du, du hast es geschafft, doch nun bist du weg, für immer. Ich torkel zum Fenster, sehe hinaus. Blau beherrscht den Himmel, die Sonne taucht alles in helles Licht. Ich suche aus meinem Kleiderschrank einen dicken Pullover, ziehe ihn an, obwohl es 22°C ist. Ich gehe hinaus ins Grün. Ein Spaziergang, genau das brauch ich jetzt. Die frische Luft tut gut. Ein dicker Schal verhüllt meinen Hals, spendet ihm Wärme. Meine Beine tragen mich kaum, immer wieder muss ich halten, mich stützen. Trotz allem tragen sie mich durch die Stadt. Immer weiter ins Stadtzentrum. Bei Yugis Haus bleibe ich stehen. Soll ich ihm 'Hallo' sagen? Ich sehe auf die Uhr. Die Schule ist längst aus. Ich nähere mich der Tür. Vielleicht ist er da. Ich klingle. Keiner macht auf. Ich drehe mich, gehe los. Früchte rollen über die Strasse. Ich bin mit jemandem zusammen gestoßen. Ich sammle sie zusammen, tu sie in die Tüte, drücke sie dem Mann vor mir in die Hand, gehe ohne ihn anzusehen vorbei. Ich will nach haus, sehne mich nach meinem Bett. Mein Herz klopf wie wild, ein Bienenschwarm bevölkert meine Magengegend. Wieso? Ich hatte doch noch nichtmal das Gesicht des Mannes gesehen. Ich gehe nach haus, verschwende keinen Gedanken mehr daran.
Jemand sammelt meine Einkäufe auf, drückt sie mir in die Hand, würdigt mich keines Blickes. Ich erkenne sie trotzdem. Die Hummeln in meinen Bauch verraten sie. Am Liebsten hätte ich sie festgehalten, sie niemehr losgelassen. Mein Herz schmerzt. Sie war bei ihm. Ich habe keinen Platz in ihrem Leben, werde auch nie einen haben. Er hatte mich zum Einkaufen geschickt, vielleicht um sie nicht zu treffen. Er weiß von meinen Gefühlen, ich von seinen. Mir war klar, dass sie sich nie ihn mich verlieben würde. Klar, wir waren Freunde. Ich habe immer einen Platz in ihrem Herzen, doch nicht so. Ich wünschte ihn mir anders. Einen besonderen, genau wie sie bei mir. Ich verwarf diesen Wunsch aber sofort, als ich bemerkte, dass ich eh keine Chancen bei ihr habe. Ein allerletztes Mal wollte ich sie sehen. Hätte ich es doch lieber gelassen. Die Zeit ist knapp. Ich wollte mit ihr reden, ihr alles erklären. Ich bin kein Teil mehr von ihrem Leben. Vielleicht hat sie mich schon vergessen. Die Tür vor mir geht auf. „Da bist du ja!“ Ich drücke ihm die Tüte in die Hand, wende mich ab und gehe. Die Zeit verfliegt. Noch 10 Stunden. Ich muss sie finden, will mich wenigstens noch verabschieden. Ich erreiche ihr Haus. Ihre Mutter öffnet. „Noch einen Versuch?“ Sie lächelt. Ich lächle gezwungen zurück, gehe an ihr vorbei in ihr Zimmer. Sie schläft. Vielleicht träumt sie von ihm. Ich zwinge mich im Zimmer zu bleiben, gehe auf sie zu. Ich werde mich endlich verabschieden. So wie ich es hätte tun sollen vor langer Zeit. Leise sage ich ihren Namen. Murmelnd dreht sie sich um, öffnet langsam die Augen.
Ich öffne meine Augen, traue ihnen aber nicht. Wahrscheinlich ist es wieder einer dieser Träume. Träume, die nie Wirklichkeit werden. Ungläubig sage ich seinen Namen. Er kommt auf mich zu, setzt sich zu mir aufs Bett. Mein Puls rast und der Bienenschwarm ist wieder da. Ich fange an zu bezweifeln, dass es ein Traum ist. Es tut gut seine Nähe zu spüren, auch sei es nur ein Traum. Er sieht mir in die Augen. Ich erkenne ihn fast nicht wieder. Er ist weicher, wärmer geworden. So einen Blick habe ich noch nie bei ihm gesehen. Er beugt sich zu mir runter. Ich spüre seinen Atem auf meiner Haut. „Es tut mir Leid.“ Seine Stimme ist fast nur ein Hauch. Ich sehe ihn an. Was tut ihm Leid? Es scheint, als könnte er Gedanken lesen. „Ich hätte mich noch von dir verabschieden müssen. Tut mir Leid.“ Ich nicke nur. Ein Hustenanfall überkommt mich, schnürt mir die Luft ab. Besorgt sieht er mich an. Unsinnige Gedanken schwirren mir durch den Kopf, behindern das normale Denken. Ich sehe auf den Boden, kann seinen Blick nicht ertragen.
Was hat sie denn? Wie soll ich ihr helfen? Sie sieht zu Boden. Wieso weiß ich nicht. Sanft dreh ich sie am Kinn zu mir, zwinge sie mir in die Augen zusehen. Mein Körper gehorcht mir nicht mehr, macht was er will. Ihre roten Augen, es tut weh sie so zusehen. Wieso weint sie? Hat er sie dazu gebracht? Am Liebsten würde ich denjenigen, der dafür verantwortlich ist, eine reinhauen. Doch ich kann nicht. Ich hab sie schon einmal alleingelassen, als es ihr nicht gutging, ein zweites Mal nicht. Stattdessen lege ich meine Arme um sie, halte sie fest. Sie krallt sich in mein Hemd, fängt an zu weinen. Was soll ich bloß tun? Wie kann ich ihr helfen?
Ich muss ihn ansehen. Weshalb tut er das? Macht es ihm Spass mich zuverletzen? Scheinbar schon. Er nimmt mich in den Arm, hält mich fest. Bitte, bitte lass mich nicht mehr los. Es tut gut nach solanger Zeit deine Nähe zuspüren. Vielleicht ist es nur ein Traum. Ich wünsche mir, dass es echt ist. Dass ich dich nocheinmal sehen darf. Auch wenn es nur ein Traum ist, die Nähe zu dir, deine Wärme, tut gut. Ich fange an zu weinen, kann die Tränen nicht länger unterdrücken. Wie sehr ich dich vermisse. Jetzt bist du bei mir, doch wenn ich aufwache ist alles wie immer. Dein Hemd ist schon ganz durchnässt. Langsam kommt mir der Traum doch etwas zu echt vor. Ich schaue auf, sehe direkt in deine Augen. Wie lange habe ich sie schon nicht mehr gesehen. Ich werde von ihnen eingesogen, verliere mich in ihnen. Er lächelt. Wieso lächelt er? Reicht es ihm nicht mich immer wieder zu verletzen? Muss das auch noch sein. Es ist kein Traum! Dieses Lächeln, es ist wirklich kein Traum. Wie sehr habe ich mir dieses Lächeln gewünscht. Dass er mich einmal so anlächelt, wie er es jetzt gerade tut. Seine Worte reißen mich aus meinen Gedanken. „Geht es wieder?“ Ich bringe ein halbwegs verständliches „Ja“ zustannde, sehe ihm weiter in die Augen.
Dieser Blick. Ich muss es ihr sagen, bin es ihr schuldig. Ich bin gefangen in ihren Augen, komme nicht