Fanfic: O Brothers, where art thou??
dass Ruffy im Umgang mit Küchengeräten mehr als nur zwei linke Hände hatte. Ihm war noch schmerzhaft in Erinnerung geblieben, dass es der Gummimann fast einmal geschafft hatte seinen früheren Arbeitsplatz, das Restaurantschiff „Baratié“, komplett auseinander zu nehmen als ihn Küchenchef Rotfuß Jeff zum Tellerwaschen verdonnert hatte. Er musste unter allen Umständen verhindern, dass so eine Katastrophe noch einmal passierte.
„Oh...oh halt Ruffy, warte. Das war doch nicht so gemeint. Du bist hier schließlich der Kapitän und es ist meine ehrenvolle Aufgabe als Schiffskoch dich zu bekochen. Mach’s dir doch solange bequem und ich brat dir gleich ein leckeres Steak, okay?“, rief er schnell um das drohende Unheil doch noch abzuwenden. Zu seiner Erleichterung stellte er fest, dass Ruffy anscheinend nichts gegen diesen Vorschlag einzuwenden hatte.
„Fein! Aber bitte gut durch und mit ganz viel Fleisch!!“, lachte der Strohhutjunge und ließ sich rücklings aufs Deck fallen um die vorbeiziehenden Wolken am Himmel zu beobachten. Das Leben als Kapitän auf einem Piratenschiff war wirklich fabelhaft.
„Komm sofort, der Herr...“, grummelte Sanji missmutig unter seiner Reparaturarbeit, doch da er einen ganzen Satz Nägel im Mund stecken hatte, verstand ihn eh keiner. Manchmal fragte er sich ernsthaft ob es die Suche nach dem legendären All Blue wirklich wert war, mit dieser Chaostruppe auf Reisen zu gehen.
Lysop war immer noch in ein Streitgespräch mit Chopper vertieft, da der Elch immer noch nicht einsehen wollte, dass er, der ehrenwerte Kapitän Lysop, niemals bei einer Wette schummeln würde.
„Glücksspielregel 67 besagt eindeutig, dass auch Wetteinsätze, die vom Gegner mutwillig überhört wurden, in einer offizielle Wettsituation volle Gültigkeit haben!“, rief die Langnase aufgebracht und versuchte sein Gegenüber mit ausschweifenden Gesten zu beeindrucken.
„Ach ja? Und wo steht das geschrieben??“, fragte Chopper, der von der Sache nicht gerade überzeugt zu sein schien. Er war zwar ein sehr gutgläubiger, kleiner Elch, aber man konnte ihm auch nicht jeden Mist auftischen.
„Du lügst doch!!“, sagte er und stemmte wütend die Hufe in die Hüfte.
„Ach... ich lüge also? Das hätte ich wirklich nicht von dir erwartet. Und ich dachte wir wären Freunde...“, keifte Lysop theatralisch, stolzierte beleidigt hinüber zum Hauptmast und kletterte dann hinauf zum Aussichtskorb. Von oben konnte er sehen, wie Chopper nach dieser preisverdächtigen Showeinlage völlig bedröppelt dastand und sich verwirrt am Geweih kratzte. Geschah diesem Ungläubigen ganz recht! Zufrieden ließ er seinen Blick über das blaue Meer schweifen. Von hier aus konnte er meilenweit sehen und mit seinen Adleraugen war er wirklich der perfekte Späher. Und auch als Scharfschütze war er unschlagbar genau wie sein Vater Yasopp, der Mitglied in der Piratenbande des Roten Shanks war und ihn und seine Mutter verlassen hatte, als Lysop noch ganz klein gewesen war. Die Erinnerungen an seinen Vater waren nur noch sehr vage, aber Lysop vergötterte ihn trotzdem und war fest davon überzeugt, dass er ihn eines Tages wiedersehen würde. Bis dahin wollte er ein mutiger Krieger der Meere werden, auf den sein tollkühner Vater stolz sein konnte. Dieses Ziel hatte er allerdings noch nicht ganz erreicht, denn er nahm immer noch sofort Reißaus wenn er auch nur die kleinste Gefahr witterte. Aber mit so starken Freunden im Schlepptau musste er sich darüber bis jetzt noch nie ernsthafte Sorgen machen. So eine clevere Strategie konnte auch nur einem Superhirn wie ihm einfallen...
Während er noch selbstzufrieden in sich hinein lachte, wurde er plötzlich auf einen dunklen Fleck am Horizont aufmerksam, der sich ihnen schnell näherte. Das war das Ende!
„HILFE!! Wir werden angegriffen! Die Marine will uns holen! Alle Mann von Bord! Rette sich wer kann!!“, kreischte er panisch und rannte wie ein aufgescheuchtes Huhn im Aussichtskorb im Kreis herum, wodurch er die Aufmerksamkeit der restlichen Crew auf sich zog.
„Was faselt du da wieder, du Spinner?“, knurrte Zorro in Richtung Ausguck.
„AAAHHH!! Nein ehrlich. Guck doch selber!“, schrie der Angesprochene und hielt sich ängstlich die zitternden Hände vors Gesicht.
Lysop’s „Entdeckungen“ waren zwar zu neunundneunzig Prozent nichts als Hirngespinste, aber trotzdem blickten die anderen jetzt auch hinauf aufs Meer und mussten erstaunt feststellen, dass er diesmal wirklich recht hatte. Von Westen näherte sich ihnen etwas mit hoher Geschwindigkeit. Noch konnte man allerdings nicht ausmachen ob es sich um ein fremdes Schiff oder etwas anderes handelte.
„Los Lysop, mach dich gefälligst mal nützlich und sag uns was das ist!“, rief Nami, die immer noch angestrengt in die Ferne starrte. War das wirklich die Marine? Sie hatte wirklich keine Lust schon wieder in einen Kampf verwickelt zu werden. Ihr Kapitän schien das allerdings etwas anders zu sehen. Wie ein Stehaufmännchen sprang er auf die Füße und spurtete hinüber zur Reling um sich selbst ein Bild der Lage zu machen.
„JUHU, endlich mal wieder ein bisschen Action! Die werden wir mal ordentlich verdreschen! Auf geht’s Jungs!!“, jubelte er Zorro und Sanji zu.
„Klar Boss!“, riefen die beiden grinsend, denn ihnen war jetzt alles recht was sie von ihrer Arbeit ablenken könnte.
„Männer....“, zischte Nami unwirsch. Diesen unreifen Kerlen ging es wirklich immer nur ums Kämpfen und Saufen. Eine echte Zumutung für eine kultivierte Frau wie sie.
„Wenn ihr euch schon unbedingt kloppen wollt, dann macht das gefälligst da drüben. Ich will nicht, dass ihr wieder unser schönes Schiff zertrümmert!“, fauchte die Navigatorin und marschierte dann wutschnaubend in ihre Kabine.
„Kein Problem. Festhalten Leute...“, grinste Ruffy und dann ging alles sehr schnell.
„Hey Ruffy, was zum Teufeeeee.....“, war das einzige was Zorro noch hervorbringen konnte, als der Kapitän seinen rechten Arm wie ein übergroßes Gummiband dehnte, ihn blitzschnell übers Wasser sausen ließ um sich dann an dem Objekt in der Ferne festzukrallen.
„Gum-Gum-Schleuder!“, schrie der Gummimensch, klemmte sich seine beiden Crewmitglieder unter den noch freien Arm und noch bevor sie etwas dagegen unternehmen konnten, flitzten sie zusammen in einem Affenzahn übers Meer wobei sich ihre Gesichter unter der hohen Geschwindigkeit auf skurrilste Weise verformten.
„Da! Ich kann es sehen. Es ist ein Schiff!“, brüllte Ruffy gegen den enormen Fahrtwind. Während sie dem angepeilten Objekt immer näher kamen, konnten sie bald erkennen, dass dieses Schiff viel kleiner war, als sie es zuerst vermutet hatten und auch eher Ähnlichkeit mit einem etwas zu groß geratenen Surfbrett hatte. Auch Ruffy hatte sich dadurch in seinen Berechnungen leicht vertan und so schossen sie im hohen Bogen über ihr Ziel hinaus.
„WAAAAHH! Ich kann doch nicht schwimmen!“, kreischte Ruffy außer sich und seine zwei Beifahrer fürchteten bereits, dass der Strohhutbengel sie vor lauter Schreck mitten über dem Ozean fallen lassen könnte, doch dann erreichten sie plötzlich die berechneten Koordinaten und wurden ohne Vorwarnung wie an einem Jojo zurückgeschleudert. Mit voller Wucht prallten sie gegen den Mast des fremden Schiffs, der dem Aufprall auf wundersame Weise standhielt, doch das kleine Boot kam dadurch dermaßen ins Wanken, dass Zorro und Sanji gleich über Bord gingen. Als sie prustend und vor Wut schäumend wieder auftauchten, sahen sie wie ihr Kapitän ohnmächtig auf dem Boden des Schiffes lag, seinen rechten Arm immer noch um den Mast gewickelt. Und sie sahen noch eine weitere Person, die sich auf dem Boot befand und sich jetzt langsam über Ruffy beugte.
„Pfoten weg, Dreckskerl oder du kriegst es mit uns zu tun!“, rief Sanji und es hätte wie eine Drohung geklungen, wenn er dabei nicht Wasser geschluckt und einen mittelschweren Hustenanfall erlitten hätte.
Zorro war bereits wieder zum Schiff geschwommen und zog sich jetzt mit einiger Mühe daran hoch. Er würde auch alleine mit dem Typ fertig werden.
„Hey Zorro, schön dich zu sehen. Das nenn ich’ne Begrüßung!“, sprach ihn der Fremde an.
Moment, woher kannte ein Fremder denn seinen Namen?? Zorro blickte auf und sah in das Gesicht eines großen Kerls mit pechschwarzen Haaren, der ihn jetzt frech angrinste.
„Ace!“, rief der Schwertkämpfer verblüfft. „Was zum Teufel machst du denn hier??“
„Mce??...“, drang es dumpf vom Boden des Schiffs hinauf. Anscheinend hatte Ruffy seine Ohnmacht bereits überwunden, denn jetzt rappelte er sich langsam auf und strahlte seinen großen Bruder mit leuchtenden Augen an.
„Hey Ace!. Das ist ja vielleicht ein cooler Zufall.“, lachte er und klopfte dem Älteren ausgelassen auf die Schulter.
„Allerdings. Hätte auch nicht erwartet euch so bald wiederzusehen und vor allem nicht so...“, erwiderte Puma D. Ace lachend und entblößte dabei seine makellosen Zähne.
„Und was machst du jetzt hier?“, klinkte sich Zorro wieder in das Gespräch ein.
„Erzähl ich euch gleich. Lasst uns erst mal zur Flying Lamb fahren. Da ist es doch etwas gemütlicher als hier.“, winkte Ace ab und warf mit seiner Feuerkraft, die er einst durch eine Teufelsfrucht erlangt hatte, den Motor seines kleinen Speedboots an.
„Auf geht’s!“, jubelte Ruffy als sie über die Welle rauschten und die Gischt neben ihnen hochspritzte.
„Hey, ihr Vollidioten! Nehmt