Fanfic: O Brothers, where art thou??

Untertitel: How to enter the Grand Line in a Nutshell

Kapitel: Lesson No. 1

Lesson No. 1

Dieser Geruch... Buster kannte ihn genau. Es war der Geruch von „Snickles“, seinen Lieblingshundesnacks. Allein beim Gedanken an diese kleinen Köstlichkeiten lief ihm das Wasser im Maul zusammen. Langsam öffnete er die Augen. Im ersten Moment stutzte er ein bisschen über die seltsame Farbe des Himmels über ihm. Er blickte sich um und sah, dass die gesamte Umgebung irgendwie einen Tick zu rosa für seinen Geschmack war. Aber die Farbe war nicht das Außergewöhnlichste an der ganzen Sache. Alles um ihn herum war irgendwie nicht ganz normal. Er erblickte große Bäume, die man auf den ersten Blick für Äpfelbäume hätte halten können, doch bei näherer Betrachtung trugen sie anstelle von Früchten wunderbar duftende Würstchen an ihren Ästen. Und wenn er sich nicht täuschte, hatte die große rosa Wolke, die gerade über seinen Kopf hinweg schwebte, gewisse Ähnlichkeit mit einem Knochen...

Was ihn aber am meisten verwirrte, war die Tatsache, dass er nicht mehr in seinem gemütlichen Hundekörbchen sondern auf einer Art Floß lag, das in gemächlichem Tempo über einen schmalen Fluss glitt.

Bevor er sich ernsthaft fragen konnte wo zum Teufel er sich befand und wie er hierher gekommen war, stach ihm noch etwas ins Auge. Dort am rechten Ufer des Flusses unter einem besonders großen Baum mit Ästen, die fast bis ins Wasser ragten, saß jemand. Buster erkannte sie sofort. Es war Susie, die schärfste Pudeldame der ganzen Stadt und seine Ex-Freundin. Für alle anderen Hunde in der Gegend war eine Welt zusammengebrochen als sich dieses Prachtexemplar ausgerechnet für einen Mischlingsrüden wie ihn entschieden hatte. Leider hatte diese Verbindung nicht sehr lange gehalten. Susie war einfach zu anspruchsvoll gewesen. Während Buster schon auf Wolke sieben schwebte wenn sie zusammen aus dem selben Napf fraßen, hatte sie darauf bestanden, dass er gefälligst jeden Tag ein Bad nehmen sollte. Baden! Wenn er dieses Wort schon hörte, wurde ihm ganz anders. Immer öfter hatten sie sich deshalb in die Wolle gekriegt und eines Tages hatte Susie trotzig verkündet, dass sie jetzt mit Winston, dem Hund des Bürgermeisters zusammen wäre. Das kränkte Buster’s Stolz besonders, denn Winston war ein kleiner, eingebildeter Pekinese, der sich auf Grund seines langen Stammbaums für einen ganz tollen Hecht hielt, obwohl Buster genau wusste, dass er sogar Angst vor seinem eigenen Schwanz hatte. Jedes Mal wenn Buster die beiden zusammen sah und ihn dieser Schnösel wieder einmal so herablassend angrinste während Susie ihn keines Blickes würdigte, versetzte es ihm einen Stich ins Herz.

Doch genau diese Hundedame saß dort im Schatten des Baumes und lächelte ihn verführerisch an. Ihr weißes Fell schimmerte wie Seide, was auch kein Wunder war, wenn man bedachte wie viel Geld ihr Besitzer im Jahr beim Hundefrisör ließ. Und diese Beine.... Buster musste sich schwer zusammenreißen um nicht sofort auf sie zuzustürmen, aber auch er hatte seinen Stolz. Sie hatte ihn eiskalt sitzen gelassen. Nein, er würde standhaft bleiben!

Als sie allerdings ihr wohlgeformtes Schnäuzchen öffnete und mit ihrer lieblichen Stimme seinen Namen rief war es entgültig um ihn geschehen. Seine Pfoten entwickelten plötzlich ein Eigenleben und trugen ihn mit einem gekonnten Satz vom Floß über den Fluss und in Windeseile hinüber zu seiner Angebeteten. Diese sah ihn mit ihren tiefgründigen Augen an und beugte sich dann zu ihm hinüber. Buster schloss die Augen und spitze die Lippen. Ja, er hatte immer gewusst, dass sie eines Tages zur Vernunft und wieder zu ihm zurückkommen würde. Sie waren sich jetzt ganz nah und Buster konnte schon ihren süßen Atem auf seinem Gesicht spüren. Von irgendwoher hörte er ein dumpfes Klopfen. Das musste sein Herz sein, das ihm gerade bis zum Hals schlug. Wie lange hatte er sich danach gesehnt!...

„BUNNY!! Verdammt, steh endlich auf oder du kommst schon wieder zu spät zur Schule!!“, dröhnte eine furchtbar laute Stimme an sein Ohr und riss ihn auf grausame Weise aus seinem Traum.

Bunny’s Mutter hatte ihren Kopf ins Zimmer gesteckt und versuchte jetzt schon zum zweiten Mal an diesem Morgen ihre Tochter aus dem Bett zu kriegen. Das Mädchen lag allerdings immer noch in den Federn und machte keinerlei Anstalten aufzustehen.

„Na los Buster, vielleicht schaffst du es ja diesem Siebenschläfer Beine zu machen.“, rief sie dem schwarz-weiß gefleckten Mischling zu, der sie mit verschlafenen Augen anstarrte. Wenn sie es nicht besser wüsste, hätte sie schwören können eine Spur Feindseligkeit in seinem Blick zu entdecken.

Eigentlich lag Buster seine Familie sehr am Herzen, aber in diesem Moment hätte er alles für einen großen Knochen gegeben, den er dieser Frau an den Kopf werfen könnte. Das Leben war einfach unfair! Und das alles nur weil sein Frauchen so ein verdammter Morgenmuffel war. Missmutig erhob er sich aus seinem Körbchen, sprang aufs Bett und knuffte dessen Insassin ein wenig heftiger als eigentlich nötig in die Seite. Für diese Aktion erntete er ein genervtes Knurren bevor er mit einem Tritt wieder auf den Boden befördert wurde. Das war jetzt wirklich zuviel! Mit erhobenem Haupt stolzierte er aus dem Zimmer, allerdings nicht ohne der Frau an der Tür noch einen bösen Blick zuzuwerfen.

„Du solltest deine Laune wirklich nicht an dem armen Hund auslassen, junge Dame!“, rügte die Mutter ihre Tochter.

„Zieh dich jetzt gefälligst an und komm runter! Dein Frühstück ist schon längst kalt.“, schimpfte sie während sie zum Fenster lief und die Gardinen aufzog um das strahlende Sonnenlicht ins Zimmer zu lassen.

„Jaha.... ich bin ja schon wach. “, brummte Bunny und krabbelte mühselig unter der Decke hervor.

„Außerdem hab ich doch noch ewig Zeit!“, fügte sie gähnend hinzu und streckte ihre müden Glieder.

„Hast du mal auf die Uhr gesehen?“, fragte ihre Mutter.

Bunny folgte ihrem Rat und warf einen Blick auf den Wecker auf ihrem Nachttisch. Es war 7:55 Uhr und das hieß, dass ihr noch knapp 5 Minuten blieben bevor die erste Stunde anfing.

„Verdammt, ich hab verschlafen! Das schaff ich doch nie! Warum hast du mich denn nicht früher geweckt, Mama??“, kreischte Bunny aufgebracht und sauste ins Bad.

„Dieses Kind macht mich fertig...“, seufzte ihre Mutter und schüttelte resigniert den Kopf.

Nachdem Bunny sich im Eiltempo gewaschen und angezogen hatte und danach hastig ein Stück kalten Toast hinuntergeschlungen hatte, rannte sie nun den gesamten Weg zur Schule als wenn der Teufel höchstpersönlich hinter ihr her wäre. Und in gewisser Weise stimmte das auch... Trotz der ganzen Rennerei war sie mittlerweile schon eine halbe Stunde zu spät dran und leider kam das in letzter Zeit häufiger vor. Die Bulldogge würde sie killen.

Völlig außer Atem kam Bunny in die Klasse gestürmt und hätte dabei fast ihre Lehrerin über den Haufen gerannt. Im letzten Moment schaffte sie es noch ihren Lauf abzubremsen, was jedoch dazu führte, dass sie über ihre eigenen Beine stolperte und sich mit einem dumpfen Knall auf den Hosenboden setzte. Mit hochrotem Kopf und schmerzendem Hinterteil rappelte sie sich auf und blickte direkt in das dicke Gesicht ihrer Englischlehrerin Miss Bullworth, eine stämmige, ältere Dame mit einem etwas merkwürdigen Modegeschmack, die von allen Schülern nur „Die Bulldogge“ genannt wurde. Außerdem verströmte sie irgendwie den Geruch von Mottenkugeln...

„How very kind of you to join us after all, Miss Bunny. Would you please stop disturbing the class with your jokes and sit down quietly…NOW!!”, zischte Miss Bullworth und ihr vornehmer, englischer Akzent schaffte es kaum ihren Zorn zu verbergen. Bunny murmelte eine flüchtige Entschuldigung und setzte sich so schnell sie konnte auf ihren Platz.

„Na, wieder verpennt?“, kicherte ihre Sitznachbarin Hina leise, doch Bunny nickte nur stumm. Sie war mal wieder in Gedanken.

Ihr ging dieser ganze Mist so auf die Nerven! Sie hatte sich noch nie viel aus Schule gemacht, aber in letzter Zeit war es wirklich unerträglich.

Als ihre beiden Brüder noch zu Hause waren, hatte sie jedenfalls nach dem Unterricht was zu lachen gehabt und Ace hatte es sogar irgendwie geschafft sie dazu zu bringen ihre Hausaufgaben zu machen. Aber nachdem sich vor einem halben Jahr auch Ruffy verabschiedet hatte um Pirat zu werden, kam Bunny ihr eigenes Leben wie leergefegt vor. Die Leute aus der Schule waren zwar nett, aber sie hatten einfach andere Interessen. Während die anderen Mädchen aus ihrer Klasse sich für schicke Klamotten und süße Jungs interessierten, träumte Bunny schon seit ihrer frühsten Kindheit davon zur See zu fahren und Pirat zu werden. Den Floh hatten ihr natürlich auch ihre großen Brüder ins Ohr gesetzt, wovon ihre Eltern alles andere als begeistert waren. Ihrer Meinung nach sollte ihr kleines Mädchen eine gute Ausbildung bekommen und später einmal eine angesehene Ärztin werden. Bunny liebte ihre Eltern und es tat ihr weh ihre enttäuschten Gesichter zu sehen wenn sie wieder mal eine schlechte Note nach Hause brachte, aber sie konnten ihren Wunsch einfach nicht nachvollziehen. Eines Tages würde es soweit sein. Dann würde sie ihrer Heimat den Rücken kehren um selbst Abenteuer zu erleben und ihre Eltern würden es nicht schaffen sie davon abzuhalten.

Und