Fanfic: O Brothers, where art thou??

gebrauchen.“, grölte der Riese und wischte sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln.
„Na ja, pink ist eben nicht jedermanns Fall...“, gab Bunny frech zurück und ihr großes Gegenüber verstummte. War sie zu weit gegangen? Hatte sie seinen Geschmack beleidigt? Jetzt wurde es sogar Bunny ein bisschen mulmig. Dieser Koloss könnte sie mühelos mit einem Finger zerquetschen.
„Hören Sie, das tut mir...“, wollte sie sich schnell entschuldigen, doch die dröhnende Lache des Kerls übertönte sie komplett. Jetzt lachte er aus vollem Hals und sein dicker Bauch wackelte dabei im Takt.
„Der war gut, Mädchen. Der war gut...“, keuchte er und nachdem er sich wieder ein wenig beruhigt hatte, fuhr er fort: „Stimmt schon. Die „Dainty Lady“ war auch nicht meine erste Wahl, aber man gewöhnt sich an die Farbe. Ist mal was anderes. Ach ja, mein Name ist Haggis. Haggis McMutton. Ich stamme aus einem alten schottischen Adelsgeschlecht.“, fügte er hinzu, als er das große Fragezeichen in Bunny’s Blick sah.
„Also, Kapitän McMutton, wir....“, begann Bunny erneut, aber wieder unterbrach sie der andere lachend.
„Nee nee Kleine, ich bin hier nicht der Kapitän. Ich und meine Jungs gehören nur zur stinknormalen Besatzung.“, kicherte er und zeigte mit einem seiner dicken Finger auf zwei weitere Männer, die etwas weiter rechts von ihnen an Deck standen und gerade in ein intensives Gespräch vertieft zu sein schienen. Der eine war dürr und hochgewachsen und trug eine schicke Uniform und der andere war klein und dicklich und hatte ein Holzbein.
„Das sind meine Kumpels Edward van Helgen und Halsabschneider Bill. Hey Männer, begrüßt unsere Gäste.“, rief er zu den beiden hinüber, die sogleich ihre Köpfe hoben und den Neuankömmlingen freundlich zuwinkten.
„Ach, das ist aber ein süßes Hündchen! Und er trägt so einen schicken Hut!!“, flötete Haggis begeistert. Er hatte Buster entdeckt und kraulte ihn nun hingebungsvoll hinter den Ohren, was dieser in vollen Zügen genoss.
„Für einen Piraten hast du aber ein ziemlich ausgeprägtes Modebewusstsein.“, giggelte Bunny.
„Na ja, eigentlich sind die Jungs und ich ja auch Friseure auf Plunder Island, aber jetzt haben wir endlich einen neuen Kapitän und da haben wir uns entschlossen wieder zur See zu fahren und Abenteuer zu erleben.“, erwiderte Haggis ausgelassen.
Das konnte doch alles nicht wahr sein! Joe kniff sich selber in den Arm um sicherzugehen, dass er nicht träumte. Er kam sich langsam vor wie in einer dieser „Versteckte Kamera“- Sendungen... Und dieses Gefühl verschlimmerte sich noch, als plötzlich die Tür zum Unterdeck aufging und ein weiterer Mann hinaustrat. Er war blass und schmächtig und trug sein blondes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sein Pony hatte er zu einer Tolle nach hinten gefönt. Auch er trug eine Uniform, die ihm allerdings nicht richtig zu passen schien.
„Ahoi Kapitän. Wir haben Besuch. “, wendete sich Haggis an den Mann.
Joe’s Kinnlade klappte nach unten. Das war der Kapitän dieses Schiffes??? Nach dem ersten Eindruck zu urteilen, wäre ihm eher die Beschreibung „Spargeltarzan“ in den Sinn gekommen.
„Wen habt ihr mir denn da wieder angeschleppt, Jungs? Ist bei denen überhaupt was zu holen??“, gab die Tolle zurück und sah die drei Neuen skeptisch an.
„Hallo, ich bin Kapitän Bunny D. Kate und das...“, begann Bunny ein weiteres Mal mit der Vorstellung doch zum wiederholten Mal an diesem Tag ließ man sie nicht ausreden.
„Ein Mädchen als Kapitän? Das soll wohl ein Scherz sein!“, rief der Chef der Dainty Lady abfällig.
„Hey Threepwood, deine Alte hat dich schließlich auch ganz schön unterm Pantoffel, oder?“, drang eine höhnische Stimme an ihr Ohr und dann rollte doch tatsächlich ein Totenschädel durch die offene Tür und kam aufrecht vor ihren Füßen zum stehen. Joe entfuhr ein entsetzter Schrei und auch Bunny machte einen Schritt zurück. Hatte dieses Ding gerade wirklich gesprochen? War das hier etwa ein Schiff der lebenden Toten??
„Halt’s Maul, Murray! Verflixt, warum hab ich mich nur breitschlagen lassen diese Nervensäge mit an Bord zu nehmen?”, seufzte der Mann und rieb sich entnervt die Schläfen.
„Weil ich euch sonst furchtbar verflucht hätte. Schließlich bin ich Murray, ein mächtiger Geist der Unterwelt!!“, rief der Totenkopf laut und ließ dabei seinen Kiefer klappern.
„Murray, die quasselnde Hohlbirne würde wohl eher passen. Und du bist so furchteinflößend wie ein kaputter Turnschuh.“, giftete der blasse Typ zurück und gab Murray einen Tritt, der ihn in hohem Bogen wieder durch die Tür beförderte.
„Ich werde mich fürchterlich rä...“, erhob sich Murray’s Protestgeschrei, doch dann stieß Halsabschneider Bill die Tür mit seinem Holzbein zu und so wurde der Rest des Geschimpfes vom Holz verschluckt.
„Also, wo waren wir?“, fragte der Kapitän erschöpft und besah sich wieder seine Gegner.
„Schön, da wir ja jetzt schon ausgiebig über mein Privatleben geplaudert haben, kann ich mich auch gleich vorstellen. Mein Name ist Guybrush Threepwood und ich bin ein mächtiger Pirat! Ich weiß nicht warum meine beschränkte Mannschaft euch eingesammelt hat, denn bei euch gibt’s sicher keine sagenhaften Schätze zu holen, aber so kann ich jedenfalls mal wieder ein bisschen fechten üben. Du da! Lass uns kämpfen!“, rief er an Joe gewandt und zückte einen Säbel, der an seinem Gürtel gehangen hatte.
Dem armen Joe blieb fast das Herz stehen. Wie sollte er mit diesem Kerl kämpfen? Er hatte nie gelernt zu fechten und vor allem besaß er nicht einmal ein Schwert.
„Sir,...ich....ich kann nicht... Sie....Sie...können alles von mir haben, was Sie wollen, aber bitte...verschonen Sie mich!!“, bettelte er stockend und begann panisch in seinen Taschen zu wühlen. Er fand nur die kleine grüne Schildkröte aus Porzellan, die ihm seine Mutter vor ein paar Jahren zum Geburtstag geschenkt hatte. Sie war so eine Art Glücksbringer für ihn und er trug sie immer bei sich. Sie hatte sicher keinen großen materiellen Wert, aber sie bedeutete Joe sehr viel und so fiel es ihm unsagbar schwer diesen Besitz so einem fiesen Kerl zu überlassen. Aber er wollte weiterleben und so hielt er seinem Kontrahenten die Schildkröte mit zitternden Händen hin.
Kapitän Threepwood trat näher an ihn heran und beäugte die mögliche Beute argwöhnisch.
„Die ist doch nicht etwa aus...?“, knurrte er.
„Aus feinstem Porzellan, Sir!“, vollendete Joe hoffnungsvoll seinen Satz. Vielleicht war der Typ ja ein Sammler und würde ihn aus lauter Freude über so ein schönes Stück einfach laufen lassen.
„Urgh, ich hasse Porzellan! Nimm das Ding weg! Schnell! Ich krieg schon’ne Gänsehaut.“, würgte Threepwood und zog eine angewiderte Grimasse.
Schnell ließ Joe die Schildkröte wieder in seiner Tasche verschwinden. Okay, Freude sah irgendwie anders aus...
„Lassen Sie gefälligst mein Crewmitglied in Ruhe! Ich bin der Kapitän, also müssen Sie’s schon mit mir aufnehmen!“, rief Bunny mutig und stellte sich schützend vor Joe, der sich durch diese Aktion zwar ein bisschen erniedrigt fühlte, denn schließlich musste er sich von einem Mädchen beschützen lassen, aber das war ihm jetzt lieber als aufgeschlitzt zu werden.
„Jedenfalls hat die Kleine Mumm in den Knochen. Hast du denn überhaupt ein Schwert, Mädchen?“, fragte Threepwood grinsend.
„Äh,...also,...nein, aber...“, erwiderte sie wenig schlagfertig. Jetzt geriet auch Bunny ins Stottern. Das hätte sie sich wirklich vorher überlegen sollen. Ihr loses Mundwerk brachte sie immer nur in Schwierigkeiten.
„Ha, große Klappe und nichts dahinter! Hätte ich mir ja denken können. Aber ich will mal gnädig sein und dir einen Säbel leihen. Damit werde ich dir dann eine Lektion erteilen!“, tönte der Kapitän und wies van Helgen an Bunny sein Schwert zu reichen.
Sofort packte Bunny die Waffe und rannte entschlossen auf ihren Gegner zu, bereit sich zu verteidigen. Doch Threepwood wich ihr gekonnt aus und Bunny rammte den Säbel mit voller Wucht in die Tür. Ihn dort wieder herauszuziehen war weitaus schwieriger und so rüttelte sie eine Weile vergebens an dem Ding ohne es auch nur einen Zentimeter zu bewegen.
„Hey, fuchtel damit nicht so unkontrolliert in der Gegend herum, sonst stichst du noch jemandem ein Auge aus! Du hast wohl keine Ahnung vom Beleidigungsfechten, was?“, kicherte Threepwood belustigt.
„Um Ihnen eins überzubraten reicht’s allemal und außerdem...sagten Sie gerade Beleidigungsfechten???“, stutzte Bunny und ließ kurz von ihrem Säbelproblem ab.
„Ganz genau. Ich trainiere die hohe Kunst des Beleidigungsfechtens, bei dem es nicht nur um Muskelkraft sondern vor allem um Verstand geht. Man wirft seinem Gegner während des Kampfes fiese Beleidigungen an den Kopf und der Kontrahent muss versuchen eine möglichst treffende Antwort zu geben, die sich aber auf das Vorhergesagte reimen muss. Ganz schön ausgefallen, was?“, erklärte Threepwood stolz.
„Kann man so sagen. Aber da ich jetzt weiß wie’s funktioniert, würde ich es gerne noch mal versuchen.“, antwortete Bunny und zerrte erneut an ihrer indisponierten Waffe.
Haggis kam ihr zur Hilfe und zog das Schwert mit einer