Fanfic: O Brothers, where art thou??

schwarze Tischdecke und weiße Farbe. Die kannst du haben.“, seufzte Norman erleichtert und wenig später saß Bunny mit einem Eimer weißer Farbe und einem Pinsel bewaffnet über ein schwarzes Stück Stoff gebeugt und malte eifrig vor sich hin. Man konnte sehen, dass sie hoch konzentriert war, denn ihre Augen waren zusammengekniffen und ihre Zungenspitze, die sie zwischen die Zähne geklemmt hatte, schaute ihr leicht aus dem Mund.
„Und was soll das jetzt werden?“, fragte Joe zum wiederholten Male und versuchte ihr neugierig über die Schulter zu schauen.
„Das wirst du schon sehen wenn es soweit ist und jetzt lass mich in Ruhe arbeiten!“, zischte Bunny genervt und verdeckte ihr Kunstwerk so gut es ging mit den Händen.
„Künstler...“, brummte Joe und ging wieder hinüber zu Norman, der am Strand ein kleines Lagerfeuer entfacht hatte und jetzt dabei war über den Flammen ein paar Marshmallows zu rösten.
„Lass sie doch. Sie will uns eben überraschen.“, sagte Norman beschwichtigend und reichte Joe einen Stock mit einem gebräuntem Marshmallow. Joe ließ sich die duftende Köstlichkeit auf der Zunge zergehen. Er war sich bereits jetzt sicher, dass Norman’s Anwesenheit das Streitpotential der Mannschaft um einiges senken würde. Weisheit kommt eben doch mit dem Alter auch wenn man sie diesem Exemplar nicht sofort ansah. Diese Überlegung stellte er aber wieder in Frage als Norman plötzlich wie von der Tarantel gestochen aufsprang und begann wild auf der Stelle zu hüpfen.
„Da hinten ist ein Schiff. Ich glaube es kommt hier her!“, rief er aufgeregt und deutete hinaus aufs Meer.
Joe und Bunny hoben verwirrt die Köpfe und stellten fest, dass Norman wirklich Recht hatte. Nicht weit von ihrer Insel entfernt war ein Boot aufgetaucht und es hatte tatsächlich den Anschein als wenn es in ihre Richtung steuerte.
„Seltsam...Kommen öfter Boote in diese Gegend?“, fragte Bunny skeptisch.
„Nein, in den letzten drei Monaten ist hier kein einziges Schiff vorbeigekommen. Kein Wunder. Ich glaube diese Insel steht nicht mal auf irgendeiner Seekarte.“, erwiderte Norman und starrte angestrengt in die Ferne.
„Vielleicht haben sie sich verfahren...“, überlegte Bunny laut.
„Oder sie wollen uns ausrauben...“, fügte Joe ängstlich hinzu.
„Ach, wenn’s nach dir geht, sind doch alle Leute in Booten brutale Verbrecher, die uns abmurksen wollen. Außerdem gibt’s bei uns ja nun wirklich nichts zu holen.“, erwiderte Bunny und verpasste ihm eine Kopfnuss.
So standen nun alle drei wartend am Strand und sahen dabei zu wie das Schiff immer näher kam. Aus näherer Entfernung konnten sie erkennen, dass es sich um ein schneeweißes und ziemlich teuer aussehendes Motorboot handelte.
„WOW, das ist ja’ne richtige Luxusyacht!“, rief Joe mit hängender Kinnlade, als das Boot den Strand fast erreicht hatte.
Jetzt trat eine Person aus dem Führerhaus an Deck und winkte ihnen zu. Es war ein junges Mädchen mit kinnlangem, pinkfarbenen Haar, das ein blaues Matrosenkleidchen trug.
„Schau mal Yuki, da sind Leute auf der Insel!“, ertönte jetzt ihre Stimme.
Das Boot legte an und ein großgewachsener Mann mit blonden Haaren betrat das Deck. Er trug schwarze Shorts und unter seinem offenem weißem Hemd blitzte sein blasser aber muskulöser Oberkörper hervor.
Ohne Vorwarnung sprang jetzt das Mädchen vom Boot ins flache Wasser und rannte auf Bunny und ihre Crew zu. Nach Luft schnappend und mit leuchtenden Augen schüttelte sie Joe, der ihr am nächsten stand, die Hand.
„Musst du immer gleich alle Leute so anspringen, Shuichi?“, brummte der blonde Mann, der jetzt auch langsam auf die anderen zugeschlendert kam.
„Shuichi...?“, murmelte Joe verwundert und betrachtete das Mädchen genauer. Dann dämmerte es ihm langsam.
„DU BIST JA EIN JUNGE!!“, quiekte er erschrocken und zog schnell seine Hand weg.
„Ja, bin ich. Was dagegen?“, fragte sein männliches Gegenüber und zog eine gekränkte Schnute.
„A...aber du...du trägst doch ein Kleid!“, stammelte Joe jetzt völlig durcheinander.
Der Junge sah kurz an sich herunter und begann dann zu kichern.
„Ach das. Normalerweise lauf ich ja nicht so rum, aber Yuki gefällt’s...“, gluckste er und warf einen schmachtenden Blick auf seinen Begleiter.
„Das hab ich nie gesagt, Idiot...“, zischte dieser und blickte zu Boden.
„Doch, hast du, hast du, hast du!! Gestern Nacht. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern! Mmmmmmh....“, säuselte der Junge mit einem schelmischen Grinsen und strich mit seinem Finger spielerisch über die nackte Brust des anderen.
„Willst du nicht gleich unser gesamtes Privatleben an die nächste Klatschzeitung verkaufen, du Tratschweib? Mir reicht’s jetzt schon! Warum hab ich mich nur breitschlagen lassen mit dir einen ganzen Tag alleine zu verbringen, obwohl ich doch eigentlich an meinem Buch arbeiten müsste??“, fauchte der Blondschopf entnervt und drehte sich wütend um.
„Aber Yuki... Wir wollten doch einen schönen Bootsausflug und dann ein romantisches Picknick machen. Mein Manager K hat mir fast eine Kugel in den Kopf gejagt, als ich ihn um den einen Tag Urlaub gebeten hab. Ich müsste jetzt doch eigentlich auch mit Hiro und den anderen im Studio arbeiten. Schließlich wollen wir nächsten Monat unser neues Album rausbringen. Aber ich hab das Risiko auf mich genommen. Und zwar weil ich dich sooooo sehr liebe!! Und jetzt meckerst du schon den ganzen Tag an mir rum.“, regte Shuchi sich auf und seine Unterlippe begann gefährlich zu zittern.
„Du bist so gemein, YUKIIIII!!“, schluchzte er und nun flossen ihm ganze Tränenbäche über die Wangen.
„Oh mein Gott, Sie sind es wirklich...Shuichi Shindou von der megaerfolgreichen Popband „Bad Luck“!“, meldete sich jetzt zum Erstaunen aller Norman zu Wort.
So plötzlich in seinem Heulkrampf unterbrochen, sah Shuichi ihn nun mit roten Augen überrascht an.
„Ja, das stimmt.“, sagte er weinerlich und zog lautstark die Nase hoch.
„Hast du schon mal was von denen gehört??“, flüsterte Joe Bunny zu, die nur stumm den Kopf schüttelte.
Doch Norman schien so einiges von dieser Band gehört zu haben, denn er war völlig aus dem Häuschen und sprang nun aufgeregt um den verdutzten Jungen herum und überhäufte ihn mit Komplimenten.
„Ich kann es gar nicht fassen, dass ich Sie wirklich hier treffe. Das ist der Wahnsinn!! Ich bin ja so ein großer Fan von „Bad Luck“!! Ihre Musik ist einfach Weltklasse!! „Spicy Marmalade” ist mein absoluter Lieblingssong! Danach hab ich sogar mal eins meiner Rezepte benannt. Würden Sie mir ein Autogramm geben??“, sprudelte es nur so aus ihm heraus.
Angesteckt von so viel Freude, grinste der Bengel schon wieder übers ganze Gesicht.
„Aber klar doch. Wir von „Bad Luck“ lieben unsere Fans. Ich glaube ich hab noch ein paar Autogrammkarten auf dem Boot... Yuki kannst du nicht mal schnell rüberflitzen und sie holen? Dann könntest du auch gleich den Picknickkorb holen.“, strahlte er und legte seinem neuen Fan begeistert den Arm um die Schulter.
„Rüberflitzen?? Bin ich dein persönlicher Butler? Reicht es nicht schon, dass ich jeden Abend für dich kochen muss, weil du bei deinen Kochkünsten wohl schon längst verhungert wärst? Hol dir deinen Mist gefälligst selber!!“, zischte der Angesprochene, doch als er damit nur ein erneutes „BITTE YUKIIIII!!!“ auslöste, drehte er sich grummelnd um und schlurfte Richtung Yacht, wobei er etwas wie „Muss sowieso noch meinen Laptop holen...“ vor sich hinbrummte.
„Ist das dein Bruder??“, mischte sich jetzt auch Joe zaghaft in das Gespräch ein, woraufhin Bunny sich nur seufzend an die Stirn fasste.
„Das ist Eiri Yuki, der berühmte Romanautor! Er und Shuichi sind seit ein paar Monaten DAS Traumpaar. Die Zeitschriften sind voll von diesen Geschichten.“, schwärmte Norman und es wurde deutlich, dass er nicht nur ein Fan von „Bad Luck“ war.
„Also, solche Zeitungen les ich nicht...“, raunte Joe.
„Ich auch nicht.“, sagte Yuki, der gerade vollbepackt mit Picknickkorb und Laptop unterm Arm bei ihnen ankam, und warf Shuichi einen Stapel Autogrammkarten vor die Füße.
„Danke Yuki-chan. So, was soll ich denn schreiben?“, flötete Shuichi an Norman gewandt, welcher ihn immer noch fasziniert anstarrte. Ganz im Gegensatz zu Yuki, der sich jetzt mit seinem Laptop und einer äußerst düsteren Miene an einen Platz neben dem Lagerfeuer verzog.
„Für Norman, bitte.“, kicherte Norman und spielte verlegen mit seinen Fingern.
„Für Norman, wird gemacht. Wollt ihr beide auch eins?“, fragte Shuichi freundlich. Er war mal wieder völlig in seinem Element. Und auch wenn ihm der Rummel in den Medien und die aufdringlichen Paparazzi , die ständig versuchten Fotos von ihm und Yuki zu erhaschen, manchmal gehörig auf den Geist gingen, wusste er doch in Momenten wie diesen, dass er mit Leib und Seele ein Popstar sein wollte.
Auch Bunny nahm dankend eins seiner Autogramme an. Schließlich würde ihr sonst bestimmt nie jemand glauben, dass sie so einen Star hautnah getroffen hatte. Dass sie selber noch nie etwas von „Bad Luck“ gehört hatte, war dabei eher nebensächlich. Shuichi drückte auch Joe eine Karte in die Hand, welcher währenddessen schon überlegte wie viel Geld er für so was wohl bei Ebay bekommen würde.
„Hach, ist das herrlich hier. Wie im Paradies! Wohnt ihr etwa hier??“, schwärmte Shuichi und