Fanfic: O Brothers, where art thou??

alles dafür tun sie wieder hier rauszuholen.
Plötzlich stieß seine Hand auf etwas festes, das vor ihm im Wasser schwamm und er hielt sich instinktiv daran fest. Sofort begann sich der Gegenstand zu bewegen und Joe spürte wie sie vorwärts gezogen wurden. Immer deutlicher hörte er jetzt Norman’s Stimme, die ihm befahl sich am Rettungsring festzuhalten. Doch die nächste große Welle war bereits im Anmarsch und brach über Joe’s Kopf zusammen. Eine große Menge Meerwasser fand den Weg in seine Luftröhre und der darauf folgende Hustenanfall schüttelte seinen Körper so sehr durch, dass Bunny’s Hand aus seiner glitt und die Strömung sie davon trieb.
Joe schrie entsetzt auf und versuchte verzweifelt nach ihr zu greifen doch er spürte nur wie das Wasser durch seine Finger rann.
Selbst als Norman ihn an Bord gezogen hatte, konnte er nicht aufhören zu schreien obwohl er seine Stimme bereits fast verloren hatte. Doch sie antwortete ihm nicht.
Norman stand wortlos neben ihm und starrte aufs Wasser hinaus. Er fühlte sich wie in einem Albtraum. Das Meer musste verflucht sein. Warum riss es jetzt schon zum zweiten Mal einen geliebten Menschen aus seinem Leben?
***
„Da haben wir aber einen hübschen Fang gemacht, was Jungs?“, dröhnte eine raue Stimme in ihrem Kopf, die von einem mehrstimmigen, dreckigen Lachen gefolgt wurde.
„Aye Käpt’n. Ganz frische Beute...“, ertönte jetzt eine weitere Stimme.
Bunny versuchte die Augen zu öffnen, doch obwohl die Umgebung nur vom schummrigen Schein einiger Laternen erhellt wurde, brannte ihr das Licht in den Augen und so kniff sie sie schnell wieder zu. Das Schwindelgefühl ließ sich dadurch leider nicht beseitigen. Alles um sie herum schien sich zu drehen und ihr war wahnsinnig schlecht. Außerdem fror sie wie ein Schneider, der nachts im tiefsten Winter nackt beim Eisfischen sitzt und dabei gefrorene Himbeeren futtert.
Doch ihre Regungen waren nicht unbemerkt geblieben.
„Sieh an, unser Dornröschen kehrt zurück aus dem Reich der Träume. Da waren wohl zu viele Erbsen unter ihrer Matratze...“, giggelte einer der Anwesenden.
„Das mit der Erbse war nicht bei Dornröschen, du Trottel!“, giftete jemand anders ihn an.
Als Bunny sich dazu entschloss ein weiteres Mal die Augen zu öffnen, blickte sie direkt in das Gesicht eines Mannes, dessen Bart unterm Kinn zu zwei kleinen Zöpfen geflochten war. Die Enden hatte er sogar mit zwei Perlen fixiert.
„Hallo Missy.“, raunte er ihr zu und sein dreckiges Grinsen entblößte eine gehörige Portion Edelmetall, dass sich zwischen seinen Zähnen breit gemacht hatte.
„Wie schön, dass du dich zu uns gesellst. Die Jungs und ich waren schon etwas einsam...“, fuhr er in einem leicht lallenden Tonfall fort und aus so unmittelbarer Nähe stieg Bunny sein stark nach Rum riechender Atem in die Nase.
„Hallo...“ erwiderte Bunny zögerlich.
Ihre Stimme krächzte bereits bei diesem einen Wort und machte ihr erst jetzt richtig bewusst wie sehr ihr Hals schmerzte. Wahrscheinlich hatte sie sich bei ihrem Bad im Meer eine Lungenentzündung geholt. Viel mehr wunderte es sie aber, dass sie überhaupt noch lebte. Wieder drangen ihr die Bilder der letzten Ereignisse ins Gedächtnis. Was war mit den anderen? Nachdem sie ins Wasser gefallen war, konnte sie sich an nichts mehr erinnern. Im Moment blieb ihr allerdings keine Zeit weiter darüber nachzudenken, denn der Rumtrinker verlangte wieder nach ihrer Aufmerksamkeit. Er kam mit seinem Gesicht noch ein Stück näher an sie heran und seine Augen sahen aus, als hätte er etwas zu tief in die Kiste mit den schwarzen Kajalstiften gegriffen.
„Du zitterst ja, Liebes. Kein Wunder bei den nassen Klamotten. Soll ich dir beim Umziehen helfen?“, fragte er immer noch grinsend und versuchte ihr am Körper klebendes T-Shirt hochzuziehen.
Wie aus Reflex stieß Bunny seine Hand zurück und gab ihm obendrauf noch eine gepfefferte Ohrfeige. Die Umstehenden, die bis eben noch munter gegrölt hatten, verstummten plötzlich. Wie zur Salzsäule erstarrt glotzte der Kerl sie mit seinen Schwarzgeschminkten Augen überrascht an. Dann drehte er sich langsam um.
„Hab ich die wirklich verdient?“, fragte er und hielt sich die gerötete Wange.
Einen Augenblick herrschte Schweigen und man sah viele verwirrte Gesichter.
„Na auf jeden Fall, du Lustmolch!“, platzte plötzlich eine dunkelhäutige Frau in der ersten Reihe heraus und erntete damit allgemeines Gelächter und anspornenden Applaus.
„Ja, ich bin ein Flegel. Aber bei so hübschen, jungen Dingern kann ich mich einfach nicht zurückhalten...“, erwiderte er gespielt verlegen und wendete sich dann wieder seinem Gast zu.
„Und Manieren hab ich auch keine. Ich hab mich noch nicht mal vorgestellt. Na ja, einem Piraten kann man das verzeihen. Man kennt mich als den gefürchteten Kapitän Jack Sparrow. Dem Herrscher über die sagenumwobene Black Pearl samt ihrer verfluchten Besatzung. Und wer bist du, mein schönes Kind mit der Hammerfaust?“, fragte er und wedelte dabei ein wenig unkoordiniert mit den Armen.
Bunny überlegte einen Moment lang und sah ihr Gegenüber dabei forschend an. Den Piraten schien ihr Blick leicht zu irritieren und sein Grinsen wurde langsam kleiner.
„Jack Sparrow? Nie gehört.“, gab sie zu und dem berüchtigten Freibeuter der Meere fiel die Kinnlade runter.
„KAPITÄN Jack Sparrow! Soviel Zeit muss sein! Und wieso hast du noch nie was von mir gehört? Hast du vielleicht die letzten zehn Jahre hinterm Mond gelebt?“, fragte er mit leicht beleidigtem Unterton als er sich wieder gefangen hatte.
„Tut mir leid. Eigentlich kenn ich mich mit Piraten ziemlich gut aus. Sind Sie denn wirklich so bekannt?“, erwiderte Bunny und das Kichern aus dem Hintergrund wurde langsam immer lauter.
Ohrfeigen war eine Sache, aber er würde sich doch nicht hier vor versammelter Mannschaft von so einem jungen Ding veralbern lassen. Dem musste schnellst möglich ein Riegel vorgeschoben werden.
„Wer hat dich denn nach deiner Meinung gefragt? Halt gefälligst dein vorlautes Mundwerk oder ich schick dich gleich über die Planke! Und jetzt herrscht sofort Ruhe auf den billigen Plätzen, oder ich führe auf diesem Kahn die Prügelstrafe wieder ein, klar soweit?“, fauchte Kapitän Sparrow aufgebracht und funkelte seine Crew böse an.
„Aber die hast du doch nie abgeschafft, Chef!“, warf ein kleinwüchsiger Kerl mit Augenklappe ein.
„Ach ja? Na dann werde ich sie eben verschärfen. Und jetzt halt die Klappe oder ich fang gleich mit dir an!“, zeterte sein Chef und man konnte förmlich sehen wie es in ihm brodelte.
Der Zwerg schien das allerdings nicht bemerkt zu haben, denn er quasselte munter weiter.
„Ui, da zittern mir aber schon die Knie. Wie gut, dass ich nicht so weit über den Fußboden rage. Da tut’s nicht so weh wenn ich in Ohnmacht falle...“, witzelte er und auch der Rest der Crew amüsierte sich köstlich.
„Okay, Schluss mit lustig!“, brüllte Sparrow und zog blitzschnell eine Pistole aus seiner Jacke, die er dem Witzbold jetzt bedrohlich nah an den Kopf hielt.
„Du weißt wohl nicht wann es besser ist den Mund zu halten...“, zischte er und legte genüsslich seinen Zeigefinger auf den Abschuss.
Mit Genugtuung sah er zu wie dem Kerl der Schweiß ausbrach und auch die anderen ehrfürchtig verstummten.
„’Tsch...’Tschuldigung B...Boss...“, stammelte der Kleine und blickte ängstlich zu Boden.
„So, jetzt tut es dir also leid... Wir rührend.“, säuselte der Kapitän verächtlich und wollte gerade fortfahren den Missetäter weiter einzuschüchtern als er von einem lauten Niesen hinter sich unterbrochen wurde. Blitzschnell drehte er sich um und zielte mit seiner Waffe jetzt direkt auf Bunny, die sich die laufende Nase rieb und beim Anblick der Pistole einen spitzen Schrei ausstieß.
„Ich hab doch gesagt, du sollst still sein, du dumme Göre!“, brüllte er jetzt völlig außer sich und hielt sich die Ohren zu.
„Es reicht!“, zischte er und sein Flüstern klang in Bunny’s Ohren noch viel bedrohlicher als sein Gebrüll. Dann packte er sie grob am Arm und zog sie mit sich an den anderen vorbei und aus der Kabine hinaus. Die völlig perplexe Bunny stolperte wortlos hinter ihm her.
Als sie an Deck traten, konnte Bunny erkennen, dass das Unwetter in der Zwischenzeit nachgelassen hatte, obwohl immer noch ein eisiger Wind wehte, der bei ihr Zähneklappern verursachte. Sie wusste nicht einmal wie lange sie schon hier war. Aber da sie alleine im Meer nicht lange überlebt hätte und ihr Klamotten immer noch nass waren, konnte es noch nicht sehr lange her sein, dass sie über Bord gegangen war. Doch dieser Pistolenschwingende Pirat ließ ihr einfach keine Zeit über ihre Situation nachzudenken, denn schon schubste er sie in eine kleine Kajüte auf der anderen Seite des Schiffes und drückte sie in einen Sessel, der am Fenster stand. Wieder funkelte er sie mit seinen dunklen Augen an, die auf Bunny so unberechenbar wie die eines wilden Tieres wirkten. Wahrscheinlich würde er sie gleich anfallen...
„Du willst dich also über mich lustig machen.“, raunte Sparrow und wieder wehte Bunny seine Rumfahne entgegen.
„Aber ich hab doch nur geniest!“, versuchte sie sich zu rechtfertigen, doch ihr war schon vor seiner Antwort klar, dass ihn das nicht besänftigen würde. Und wieder hob er seine Pistole und ließ Bunny einen Blick in deren pechschwarzen Lauf werfen. Langsam aber sicher wurde ihr die ganze Sache zu ungemütlich. Sie könnte ihn zwar immer noch mit einem Stromstoß außer Gefecht setzen, aber sie zweifelte schon jetzt daran, dass so eine Aktion ihre Lage wirklich verbessern würde. Deswegen blickte sie Sparrow nun direkt in die Augen und versuchte mit so ruhiger Stimme wie gerade möglich auf ihn einzureden.
„Es tut mir wirklich leid, wenn ich Sie irgendwie beleidigt haben sollte. Das war bestimmt nicht