Fanfic: O Brothers, where art thou??
strich sich über den Bauch.
„Ja, vielen Dank noch mal Mr. Gibbs. Ich geh dann mal gucken wo Jack sich rumtreibt.“, erwiderte Bunny fröhlich und schüttelte seine Hand. Die Aussicht etwas über ihre Freunde in Erfahrung bringen zu können, hatte ihre Laune schlagartig wieder aufgehellt und so schlenderte sie pfeifend über das Deck, wo die Besatzung schon damit beschäftigt war das Schiff festzumachen.
Mittlerweile war es schon recht dunkel geworden und so konnte Bunny außer dem von Fackeln beleuchteten Anlegesteg nicht viel von der fremden Insel erkennen. Während sie in die Dunkelheit spähte, wurde ihr plötzlich von hinten ein Arm um die Schulter gelegt und Jack Sparrow’s Gesicht tauchte neben ihrem auf.
„Na Schönheit? Fleißig gebüffelt?“, fragte er grinsend und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Natürlich. Mr. Gibbs war sehr zufrieden mit mir.“, gab Bunny stolz zurück und verkniff es sich Jack auf der Stelle über die Grand Line auszuquetschen. Wenn er nicht gerne darüber sprach, würde sie es langsam angehen müssen. Vielleicht konnten ein paar Krüge Rum seine Zunge ja ein bisschen lockern...
„Ich wusste doch, dass da’ne Menge Grips in dem hübschen Köpfchen steckt. Dafür lad ich dich jetzt auf’ne ordentliche Buddel Rum ein, Mädchen. Lasst uns feiern, Leute!!“, rief Jack seiner Mannschaft zu und schon war er von der Planke auf den Anlegesteg gesprungen. Bunny tat es ihm gleich und dann machten sich die beiden mit einem Großteil der Besatzung im Schlepptau auf den Weg zum Höllenloch.
Sie folgten einem mit Laternen abgegrenzten Pfad, der sie vom Hafen durch die Dunkelheit bis zu einer großen Holzhütte führte, deren Fenster durch ein schummriges, rotes Licht erleuchtet waren. Die windschiefe Konstruktion erinnerte Bunny ein bisschen an Norman’s Inselbehausung, doch dieser Ort verströmte irgendwie eine unheimliche Atmosphäre. Als sie nach oben blickte, entdeckte sie ein Schild, auf dem mit roten Buchstaben der Name „Highway to Hell“ geschrieben stand. Bunny hatte das ungute Gefühl, dass es hier nicht um rote Farbe sondern um Blut handelte. Wollte sie da wirklich rein?? Vielleicht wurden in dem Schuppen Ziegen geopfert...
„Jack, bist du sicher, dass das hier ein guter Ort zum Feiern ist?“, versuchte sie ihre Bedenken in Worte zu fassen.
„Keine Sorge. Von draußen sieht es vielleicht nicht gerade einladend aus, aber wenn man erst mal drin ist, kann man richtig Spaß haben!“, antwortete Käpt’n Sparrow und wie auf Kommando schwang auf einmal die Tür der Kneipe auf und ein Mann segelte in hohem Bogen an ihnen vorbei.
„Wer nicht bezahlen will, soll verrecken!!“, drang eine schrille Stimme zu ihnen nach draußen und der hinausbeförderte Gast rappelte sich wieder auf um dann laut fluchend von dannen zu torkeln.
„Definiere „Spaß“...“, brummte Bunny doch Jack hatte sie schon an der Hand gepackt und zog sie mit sich in das Innere des Höllenlochs.
Sofort drang der Klang von lauten Stimmen und Gesang und der starke Geruch von Alkohol auf Bunny ein und benebelte ihre Sinne. Auch ihre Augen mussten sich erst an das schummrige Licht gewöhnen, doch wenig später wünschte sie sich bereits, sie hätten es nicht getan. Denn nun entdeckte sie haufenweise Schrumpfköpfe mit hässlichen Fratzen, die überall von der Decke hingen und Totenschädel, die mit Kerzen ausgeleuchtet waren und so den Anschein erweckten als würden ihre Augenhöhlen in einem schaurigen gelb funkeln. Jack schien das Ganze alles andere als beängstigend zu finden. Genüsslich sog er die alkoholgeschwängerte Luft ein und strahlte übers ganze Gesicht,
„Wie ich das vermisst habe!“, rief er und breitete die Arme aus als wenn er am liebsten alle Gäste auf einmal umarmt hätte.
„Jack Sparrow! Ich werd verrückt!!“, ertönte plötzlich eine Stimme hinter ihnen und sofort verschwand das Grinsen von Jack’s Lippen.
„Oh nein...“, stöhnte er und verdrehte die Augen.
Bevor er sich auch nur umdrehen konnte, wurde er bereits von hinten angesprungen und stürmisch begrüßt.
„Ja ja, ich freu mich auch dich zu sehen, Luzi und jetzt geh runter von mir!“, knurrte Jack und versuchte den menschlichen Rucksack abzuschütteln.
Nachdem sie ihre Beute nur sehr widerwillig losgelassen hatte, konnte Bunny endlich einen Blick auf die Unbekannte werfen. Neben Jack stand ein Mädchen, dass ungefähr in ihrem Alter sein musste. Sie war fast komplett in schwarz gekleidet und nur unter ihrem Rock lugten ein paar schwarz-rot gestreifte Strümpfe hervor. Ihre kurzen braunen Haare standen ihr wild vom Kopf ab und ihr düsteres Make-up passte sehr gut zu dem silbernen Ring, der in ihrer Nase steckte.
„Ich dachte schon du lässt dich gar nicht mehr hier blicken, nachdem du letztes Mal so beleidigt abgezogen bist...“, feixte das Mädchen und kniff Jack in den Arm.
Jack’s Gesichtsausdruck wurde zunehmend grimmiger, doch dann zwang er sich ein schiefes Grinsen auf und erwiderte zwischen zusammengepressten Zähnen hindurch:
„Ach, vergiss doch die alten Geschichten... wir sind nur hier um ein bisschen zu feiern.“
„Schon klar. Endlich wird der Laden mal wieder richtig voll. Lass mal sehen wen du alles mitgebracht hast...“, erwiderte sie und sah sich suchend um. Als ihr Blick an Bunny hängen blieb, verdunkelte sich ihre Miene sofort.
„Wer ist das denn?“, knurrte sie.
„Das ist Bunny...“, setzte Jack an, doch dann hielt er mitten im Satz inne und strich sich nachdenklich über den Bart. Dann schien er einen Geistesblitz zu haben und sprang wie von der Tarantel gestochen an Bunny’s Seite und zog sie stürmisch an sich.
„Bunny ist meine...Verlobte! Und das muss schließlich ausgiebig gefeiert werden!“, rief er und drückte der völlig perplexen Bunny ein Küsschen auf die Wange.
„Sie ist was??“, zischte das Mädchen in schwarz und wenn Blicke töten könnten, wäre die arme Bunny wohl genau in diesem Moment aus den Latschen gekippt.
„Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass du so ein Küken heiraten willst! Ist das so’ne Art Midlifecrisis??“, gab Jack’s Gesprächspartnerin verächtlich zurück und bedachte auch Sparrow mit einem ihrer tödlichen Blicke.
Langsam wurde es Bunny zu bunt. Sie befreite sich aus Jack’s Umarmung und baute sich vor der anderen auf. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie beide ungefähr die gleiche Größe hatten...
„Hör mal zu! Ich weiß ja nicht was hier läuft, aber ich bin 16 und sicher kein Küken und außerdem bin ich nicht seine Verlobte!! Wir kennen uns ja kaum!“, rief sie und zog damit für einen kurzen Moment ein paar vereinzelte Blicke auf sich. Doch schnell wendeten sich die Gäste wieder spannenderen Dingen wie Prügeleien oder ihrem Krug Rum zu und so wurde sie jetzt nur noch von Jack und dem anderen Mädchen angestarrt. Jack sackte sichtlich in sich zusammen und murmelte etwas unverständliches in seinen Bart. Aber auf den Höllenlochnachwuchs schien ihr Ausbruch eine recht positive Wirkung zu haben denn schon grinste sie wieder von einem Ohr zum anderen.
„16? Wie süß. Ja, damals war noch alles so einfach... Und ich wusste natürlich sofort, dass du nicht seine Verlobte bist! Ich bin Luzi. Willkommen im Höllenloch.“, grinste sie und schlug Bunny freundschaftlich auf die Schulter.
Bunny war von der ganzen Situation zwar noch immer ziemlich verwirrt, aber sie war froh nicht mehr direkt in der Schusslinie zu stehen.
„Und ich bin Bunny. Luzi ist ein schöner Name. Ist das eine Kurzform für irgendwas?“, fragte sie freundlich, in der Hoffnung ein bisschen gepflegte Konversation führen zu können.
„Luzifer.“, antwortete diese trocken und Bunny musste merklich schlucken. So jemand hatte sie wirklich noch nie getroffen, aber so schnell wollte sie noch nicht aufgeben.
„Und...äh...wie kommst es, dass du in so einem...Laden rumhängst?“, hakte sie weiter nach.
„Sie ist hier Kellnerin. Aber sie hält sich auch für die Partnervermittlung...“, warf Jack immer noch grimmig ein.
„Du arbeitest hier?? Aber wie alt bist du denn??“, entfuhr es Bunny und sie starrte Luzi an als wenn sie sich dadurch erhoffte irgendwelche versteckten Falten in ihrem Gesicht zu entdecken. Das konnte doch nur ein Scherz sein!
„Ich bin fast 18 und als Mädchen auf dieser Insel hat man eigentlich eh nur die berufliche Wahl zwischen Kellnerin in diesem Laden oder menschliche Opfergabe am Höllenfürstgedenktag...“, sagte Luzi gelassen und wendete sich dann wieder Jack zu.
„Und jetzt erklär mir mal was der ganze Schwachsinn von wegen Verlobte und Heirat gerade sollte! Du kannst mich nicht verarschen, Jack Sparrow! Du bist ja nur noch sauer, wegen der Sache mit John. Ich versteh wirklich nicht, was dir an ihm nicht gepasst hat...“, fuhr sie ihn an, doch Jack unterbrach sie.
„Fledermausohr John ist’ne verdammte Fummeltriene und wie oft soll ich’s dir noch sagen? ICH BIN NICHT SCHWUL!!!“, brüllte er wütend und Bunny verstand mittlerweile wirklich nur noch Bahnhof.
„Ach ja? Und was war dann mit dir und Will Turner??“, setzte Luzi triumphierend nach.
„Will?? Der Junge war wie ein kleiner Bruder für mich!“, fauchte Jack.
„Na und? Ich steh auf Liebe zwischen Brüdern!“, konterte Luzi und ihre Augen wurden plötzlich ganz glasig.
„Er hat Elisabeth geheiratet!!“, keifte der Piratenkäpt’n und raufte sich die Haare.
„Ach, deswegen bist du so mies drauf...“, folgerte sein Gegenüber messerscharf und brachte Jack damit dazu einen verzweifelten Schrei auszustoßen.
„Ich geb’s auf! Ich geh mir jetzt einen ansaufen!“, stöhnte er und schlurfte hinüber zur Bar.
„Tz, armer Kerl. Noch so verdammt unreif für sein Alter...“, seufzte Luzi und sah ihm mit einem mitleidigen Blick hinterher.
„Ähm...glaubst du wirklich, dass Jack schwul ist? Ich kann mir das irgendwie gar nicht vorstellen.“, ergriff Bunny das Wort.