Fanfic: O Brothers, where art thou??

Schulter und verschwand dann ohne weitere Wort aus der Küche.

Als er wieder an Deck trat, stieß er fast mit Bunny zusammen, die wohl gerade auf dem Weg in die Kombüse gewesen war.
„Das trifft sich ja gut. Dich hab ich gesucht.“, sprach sie ihn an.
Sofort war das breite Grinsen auf Jacks Gesicht wieder da.
„Ach wirklich? Hattest du solche Sehnsucht nach mir? Ich weiß.. ich hab manchmal diese Wirkung auf Frauen.“
„Deine Fantasie ist bewundernswert...“, seufzte Bunny theatralisch und knuffte Jack in die Seite, welcher ihr daraufhin den Arm um die Schulter legte.
„Aber ich hab dich auch gesucht, Liebes. Ich wollte mich von dir verabschieden. Die Black Pearl muss weiterziehen, sonst wächst sie noch im Hafen fest.“
Bunny sah ihn überrascht an.
„Schon? Aber ich wollte eigentlich noch was mit dir bereden..“
Sie hatte die Fragen über die Grand Line den ganzen Abend vor sich hergeschoben, denn irgendwie war der richtige Zeitpunkt dafür nie aufgekommen, aber jetzt drohte die letzte Hoffnung auf ein paar Informationen entgültig vor ihren Augen davonzuschwimmen. Das war ihre letzte Chance etwas aus Jack herauszukriegen.
Jacks Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig. Das breite Grinsen verschwand und er wirkte auf einmal sehr verschlossen.
„Ich weiß.. aber ich will nicht darüber reden!“ Seine Stimme klang plötzlich ungewohnt abweisend.
„Aber..“
So schnell wollte Bunny nicht aufgeben. Es musste doch möglich sein irgendetwas aus ihm herauszukitzeln! Wozu besaß sie schließlich ihren weiblichen Charme?
„Jack..?“, schnurrte sie und schmiegte sich mit einem tiefen Augenaufschlag an seine Seite.
„So schüchtern kenn ich dich ja gar nicht..“
Fast wäre sie hingefallen, als Jack sich unerwartet von ihr abwendete.
„Tut mir leid, aber ich kann nicht. Ist nicht persönlich gemeint.“
Jack umarmte die verdutzte Bunny ein letztes Mal und damit schien das Gespräch für ihn beendet zu sein. Er wandte sich zum Gehen und erst als er die Planke des Schiffes erreicht hatte, drehte er sich noch einmal um.
„Vielleicht hilft dir das weiter...“, rief er, zog etwas aus seine Jackentasche und warf es Bunny zu.
Bunny fing den Gegenstand mit beiden Händen und betrachtete ihn dann verwirrt. Es war eine kleine Glaskugel, die ein bisschen wie ein Kompass aussah.
„Dieser Lockport führt euch direkt auf die Grand Line. Was ihr damit anfangt, ist eure Sache.“, fügte Jack hinzu und sprang mit einem gekonnten Satz hinüber auf die Black Pearl, die neben der Fräulein Akyoo vor Anker lag.
„Leinen los, Jungs! Wir stechen wieder in See!“, brüllte er seinen Männern zu und kurz darauf war das Rasseln der Ankerkette zu hören.
„Jack! Warte! Kommen wir damit wirklich zum Rivers Mountain?“, rief Bunny ihm hinterher und rannte rüber zur Reling.
„Das hab ich nicht gesagt. Es gibt nicht nur einen Weg zur Grand Line... Pass auf dich auf, Liebes. Vielleicht sehen wir uns wieder!“, schrie Jack gegen die immer lauter werdende Geräuschkulisse an und zog seinen Hut um Bunny damit zum Abschied zu winken.
Bunny zog ihr Tuch vom Kopf und tat es ihm gleich. Die Black Pearl hatte sich bereits in Bewegung gesetzt und ein Großteil der Mannschaft stand an Deck um sich mehr oder weniger lautstark zu verabschieden.
„Wir sehen uns wieder! Danke Jack!“, rief Bunny, auch wenn sie nicht wusste, ob er sie noch hören konnte.
Eine ganze Weile stand sie an der Reling und beobachtete wie Jack und sein Schiff sich immer weiter von der Insel entfernten und irgendwann nicht mehr als ein kleiner Punkt am Horizont waren. Ihr Kopftuch hatte sie an die Brust gepresst und erst Norman, der von hinten an sie herantrat und ihr durch die blonden Haare wuschelte, schreckte sie aus ihren Tagträumen.
„Du siehst ja so andächtig aus..“, bemerkte er schmunzelnd und sah ebenfalls aufs Meer hinaus.
„Meinst du? Na ja, ich bin einfach froh wieder hier zu sein und ich kann’s gar nicht mehr erwarten, dass es endlich wieder losgeht!“, erwiderte Bunny grinsend und schloss die Hand um den Lockport.
„Und ich hab das Gefühl, dass es ab jetzt nur noch bergauf geht...“

Die nächsten Tage verliefen eher ereignislos. Wenn Bunny nicht gerade im Ausguck saß und dabei immer wieder den Lockport an ihrem Handgelenk studierte, brütete sie über Normans Atlas und versuchte sich die Worte von Mr. Gibbs wieder ins Gedächtnis zu rufen um ihre Reiseroute ordnungsgemäß zu protokollieren. So saß sie auch an diesem Nachmittag in der Küche und kritzelte fleißig Notizen in ihr Logbuch während Joe neben ihr mit dem Kopf auf der Tischplatte schlief. Sein verändertes Verhalten machte Bunny langsam ein bisschen Sorgen. Seit ihrem Wiedersehen wirkte Joe häufig abwesend und unkonzentriert und anscheinend schlief er nachts sehr schlecht, denn tagsüber gähnte er in einer Tour und nickte ständig ohne Vorwarnung ein. Doch jedes Mal wenn sie ihn darauf ansprach, winkte Joe nur ab und murmelte irgendwas von Frühjahrsmüdigkeit. Auf anderen Schiffen hätte man vielleicht auf Skorbut oder ähnliches tippen können, aber durch Normans ausgewogene Kost hatten Vitaminmangel oder sonstige Mangelerscheinungen erst gar keine Chance auf der Fräulein Akyoo.
Wie aufs Stichwort kam plötzlich der füllige Smutje durch die Küchentür gestürmt und hielt mit finsterem Blick einen braunen Jutesack in die Höhe.
„Wer vergreift sich eigentlich ständig ungefragt an unseren Vorräten? Als wir losgefahren sind, war der Sack noch voller Äpfel und jetzt fehlt schon fast die Hälfte!!“, polterte er und erschreckte den armen Joe damit fast zu Tode.
„Gib’s zu! Du schleichst dich nachts heimlich in den Vorratsraum und frisst dich dick und rund. Darum bist du tagsüber auch immer so müde!“, fuhr er Joe an, der ihn völlig entgeistert ansah.
„Jetzt komm mal wieder runter, Norman. Warum sollte Joe denn so was machen? Und dick und rund sieht er ja nun wirklich nicht aus, oder?“, schaltete sich Bunny ein und zog so Normans Aufmerksamkeit erst mal auf sich.
„Dann warst du’s! Oder der Hund! Oder..“, wetterte Norman weiter doch Bunny schnitt ihm erneut das Wort ab.
„Du bist ja paranoid! Ich hab die Äpfel auch nicht geklaut! Warum auch? Du versorgst uns schließlich reichlich mit Essen. Und Buster steht auch eher auf Steaks als auf Obst..“
„Aber wer war’s denn dann? Die Äpfel sind doch nicht von alleine abgehauen.“, gab Norman zu bedenken, ließ sich seufzend auf der Küchenbank nieder und nahm sich einen der saftigen, roten Äpfel aus dem Beutel.
„Also entweder bist du Schlafwandler und hast die Äpfel selber gegessen oder wir haben einen blinden Passagier...“, überlegte Bunny und kratzte sich nachdenklich am Kinn.
„Blinder Passagier?“, wiederholten Norman und Joe wie aus einem Mund.
„Kann doch sein.. Das Schiff ist zwar nicht besonders groß, aber irgendwo findet man immer Orte, an denen man sich verstecken kann. Vielleicht sollte sich mal einer von uns nachts auf die Lauer legen um rauszufinden was hier läuft. Wie wär’s mit dir, Joe? Du kannst doch nachts eh nie schlafen.“, wendete sich der Kapitän an seinen ersten Maat, doch dessen geschockter Gesichtsausdruck verriet sofort was er von diesem Vorschlag hielt.
„Aber.. was wenn der Typ gefährlich ist? Wenn er mich abmurksen will..“, stammelte Joe und krallte seine Fingernägel in die Tischplatte.
„Ein Grund mehr ihn schnell zu finden, bevor er uns alle im Schlaf erwürgt. Du packst das schon! Und wenn was ist, schreist du einfach und wir sind sofort bei dir.“, erwiderte Bunny seelenruhig.
„Genau, ich leih dir auch meinen Fleischklopfer wenn du willst.“, meinte Norman, doch auch dieses Angebot schien Joe nicht wirklich zu beruhigen.
Aber alles Heulen und Zähneklappern half nichts und so hockte Joe in dieser Nacht, als alle anderen schon friedlich in ihren Kojen schlummerten, zitternd unter dem großen Eichentisch in der Küche und spähte ängstlich in die Dunkelheit. Eine ganze Weile passierte gar nichts und Joe hatte langsam wirklich Probleme noch seine Augen aufzuhalten, doch dann öffnete sie plötzlich leise quietschend die Tür der Kombüse und durch das hereinfallende Mondlicht konnte Joe erkennen wie jemand hereingeschlichen kam. Anhand der Größe erkannte Joe sofort, dass es sich hierbei nicht um einen Menschen handeln konnte und der Piratenhut auf dem Kopf des Verdächtigen verriet ihm, dass es entweder Buster oder dessen böser Zwillingsbruder sein musste. Ohne einen Laut von sich zu geben, tapste der Hund hinüber zum Kühlschrank und öffnete mit erstaunlicher Leichtigkeit die Tür mit seiner Pfote. Einem Moment verharrte er davor als wenn er darüber nachdenken würde was er wohl am liebsten hätte und dann schnappte er sich die Dose, in der Norman immer die Reste vom Mittagessen aufbewahrte. Während Buster die Tür sanft wieder zufallen ließ, sich noch einmal prüfend umsah und dann mit der Dose im Maul so leise wieder aus der Küche schlich wie er gekommen war, überlegte Joe fieberhaft wie er ihm am besten das Handwerk legen konnte. Sollte er ihn sofort schnappen oder ihm lieber heimlich folgen und so vielleicht sein Geheimversteck ausfindig machen? Unser Detektiv entschied sich für letzteres und wagte sich dann aus seinem Versteck um sogleich die Verfolgung des Übeltäters aufzunehmen. Als er vorsichtig aus der Küchentür lugte, konnte Joe gerade noch erkennen wie Busters gefleckten Schwanz in der Vorratskammer verschwand. Aha! Da hatte der Schlawiner also seine Beute gebunkert. Er würde ihn richtig schön auffliegen lassen und dafür sicher ein fettes Lob vom Rest der Mannschaft einheimsen. Er war eben doch nicht so ein Weichei wie alle dachten! Auf Zehenspitzen schlich Joe vorwärts und legte dann behutsam sein Ohr an die Tür der Vorratskammer. Dieses Detektivspiel machte ihm langsam richtig Spaß. Vielleicht sollte er doch lieber umschulen und die Sache mit