Fanfic: Vergessen
Kapitel: Krankenhaus
Sarah öffnete ihre blauen Augen. Ein stechender Schmerz mitten auf der Stirn ließ sie sogleich zusammenzucken. Als sie die schmerzende Stelle berührte, spürte sie, das sich dort ein Verband befand. „W-wo bin ich? Was ist hier los“, flüsterte sie leise vor sich hin. Langsam richtete sie sich auf und sah sich im Raum, in dem sie sich befand, um. Sie lag in einem Metallbett und war mit einem weißen Laken zugedeckt. Neben dem Bett stand ein kleiner Nachttisch, auf dem ein Telefon stand. An der weißen Wand hing ein Fernseher und darunter befand sich ein viereckiger Tisch mit einem Stuhl. Über ihrem Kopf befand sich ein kleines Kästchen. Sarah streckte ihren Arm nach oben und betrachtete das Kästchen genauer. Es war mit einem Alarmknopf ausgestattet, mit dem man in Krankenhäusern die Krankenschwestern ins Zimmer rufen konnte. „Im Krankenhaus bin ich also...aber warum...?“ Sie drückte den besagten Alarmknopf.
Kurz nach ihrem drücken erschien auch schon eine Schwester und sagte freundlich: „Schön das sie aufgewacht sind. Wie geht es Ihnen?“ „Meine Stirn schmerzt ein bisschen, aber sonst ist alles OK. ...Ähm... könnten sie mir vielleicht sagen, wieso ich hier bin?“ „Wissen sie das denn nicht mehr?“, fragte die Krankenschwester erstaunt. „Nein... ich...ich kann mich nur noch daran erinnern, das ich Sarah heiße... sonst ist alles weg... .“ „Dann haben sie also eine Amnesie... Das war nach dem Schlag auf den Kopf ja auch zu erwarten...“ „Schlag auf den Kopf?“ Sarah sah die Schwester fragend an. „Ach ja, du erinnerst dich ja nicht mehr. Ich erkläre dir kurz, was passiert ist. Im großen Einkaufscenter wurde ein Beybladematch veranstaltet. Du warst anscheinend in der ersten Zuschauerreihe. Ein gewisser Tyson hat gegen einen gewissen Kai gekämpft. Dabei muss dieser Kai das Kreiseldingsbums von diesem Tyson so hart getroffen haben, dass es aus dem Stadium flog und dich am Kopf traf. Du bist danach bewusstlos zusammengebrochen. Die Jungs haben dich hierher ins Krankenhaus gebracht und sind jeden Tag vorbeigekommen um zu sehen, wie es dir geht“ erklärte die Schwester das vergangene Geschehen. „Jeden Tag? Wie lang war ich dann nicht bei Bewusstsein?“ „Eine Woche bist du jetzt schon hier. Aber am besten ich hole mal einen Arzt, der dich durchcheckt. Schließlich wurdest du ziemlich hart getroffen.“ Mit diesen Worten verließ die Krankenschwester den Raum.
Nachdem der Arzt sie untersucht hatte, machte er eine erleichterte Miene. „Gottseidank ist außer dem Gedächnis alles so weit ich sehen kann OK. Nach harten Schlägen auf den Kopf kann es zu einer leichten Amnesie kommen. Normalerweise kehrt das Gedächnis allerdings in einigen Monaten wieder zurück. Versuch bis dahin, soviel wie möglich in der Stadt herumzukommen. Vielleicht erinnern sie sich dann möglicherweise schneller“, riet ihr der Doktor, bevor er ihr Zimmer verließ.
Eine ganze Woche war sie im Koma gelegen. Und das nur weil sie irgend so ein Kreiseldings getroffen hat. Eigentlich konnte sie sich nicht vorstellen, dass so ein kleiner Kreisel, eine solche Wucht haben konnte. Ein klopfen an der Tür riss sie aus ihren Gedanken. Die Tür wurde geöffnet und die Krankenschwester trat ein. Ihr folgten fünf Jungs in den Raum. „Sarah, darf ich dir vorstellen: Das ist der Junge namens Tyson, der dich ins Koma befördert hat mit seinen Freunden.“ Dabei deutete sie auf einen schwarzhaarigen Jungen mit einer Schildkappe. Zu den Jungs gewandt sagte sie ermahnend : „Regt sie bitte nicht auf. Schließlich ist sie gerade erst aufgewacht.“ „Ist gebongt“, grinste Tyson und die Schwester verließ zufrieden den Raum.
„Hi ich bin Tyson. Sorry das mein Blade dich ins Koma befördert hat.“ Dabei hielt Tyson Sarah die Hand hin. „Ich bin Sarah. Das mit dem Koma ist nicht so schlimm. Mach dir keine Gedanken. Soviel ich gehört habe, wart ihr mitten in einem Kampf. Da hätte ich wohl besser aufpassen müssen...“ Sarah schüttelte Tysons Hand. Danach stellte er ihr seine Freunde vor. „Der mit den blonden Haaren ist Max. Der mit dem Jing Jang Stirnband und den schwarzen Haaren ist Ray. Dahinter steht, mit der Brille, den braunen Haaren und dem Laptop, Kenny und der, der dahinten an der Wand lehnt und so grimmig dreinschaut ist Kai.“ Der Reihe nach schüttelte sie die Hände der neuen Bekanntschaften. Nur Kai machte keine Anstalten ihr in irgendeiner Weise die Hand zu geben. Mit verschränkten Armen lehnte er an der Wand neben der Tür und sah mit seinen kalten, grauen Augen aus dem Fenster. „Du musst Kai entschuldigen. Er ist immer so,“ versuchte Max Kai`s Verhalten zu Rechtfertigen. „Ja, ein richtiger Mr. Eisblock,“ fügte Tyson lautstark hinzu. „Ich habe gehört, du leidest seit dem Schlag auf dem Kopf an einer Amnesie?“, fragte nun Kenny. Bevor Sarah antworten konnte plapperte Tyson dazwischen. „Amisi? Was ist denn das?“ „Nicht Amisi sondern Amnesie. Das ist, wenn man sein Gedächnis verliert,“ versuchte Kenny Tyson das Wort zu erklären. „Und das nur wegen meinem Blade... Das tut mir ja so leid!“ Tyson verbeugte sich mehrmals vor Sarah. „Aber Tyson, lass doch die Verbeugerei sein. Ist doch nicht so schlimm. Sicher erinnere ich mich bald wieder an alles.“ „Dann weißt du also nicht mehr, woher du kommst und wo du wohnst, oder?“ fragte nun Ray. „Nein, das weiß ich wirklich nicht mehr. Ich erinnere mich nur noch an meinen Namen. Sonst hab ich alles vergessen.“ Sarah seufzte leise auf. „Du kannst solange bis du dich wieder erinnerst bei mir wohnen. Schließlich bin ich Schuld, das du in dem Zustand bist. Und Opa hat bestimmt nichts dagegen. Ich frag gleich mal die Schwester, wann du das Krankenhaus verlassen kannst.“ Mit diesen Worten stürmte Tyson aus dem Zimmer. „Das ist sehr nett von ihm, aber es ist doch nicht nötig. Er braucht sich doch wegen mir keine Umstände machen...“ „Ach was, Sarah. Das macht Tyson doch keine Umstände. Außerdem hat er sich das in den Kopf gesetzt. Und was Tyson sich in den Kopf setzt, das treibt ihm so schnell keiner aus,“ erklärte Max. „Na dann werde ich eben vorerst du Tyson ziehen. Ich gebe mich geschlagen.“ „Das ist eine gute Entscheidung, Sarah. Schließlich wohnen wir zur Zeit auch alle bei Tyson, weil sich das mit dem Training dann besser ausgeht,“ sagte Ray. „Training? Was trainiert ihr denn?“ wollte Sarah nun wissen. „Wir sind die Bladebreakers und haben die Beyblademeisterschaft gewonnen. Wir sind eine der besten Blader, die es zur Zeit gibt“, verkündete Max stolz. „Entschuldigt meine Frage... Aber was genau ist eigentlich ein Blade? Die Krankenschwester sagte was von einem Kreisel, oder so...“ Max sah Sarah fassungslos an. „Wie konntest du nur so was wichtiges vergessen?“ „Ach Max, lass doch die arme Sarah in Ruhe. Hier, das ist ein Blade.“ Ray holte seinen Drigger aus der Tasche. „Es ist wirklich ein Kreisel. In meinem wohnt ein sogenanntes Bitbeast. Meines heißt Trigger. Was ein Bitbeast ist erkläre ich dir dann bei Tyson zu Hause. Da kann ich es dir sogar zeigen.“ Mit diesen Worten überreichte Ray Sarah sein graues Blade. „Wow. Ist ja cool... Ich freu mich schon wahnsinnig auf deinen Drigger.“ In diesem Moment kam Tyson wieder zurück und brachte gute Nachrichten mit: Er sagte, Sarah könne das Krankenhaus sofort verlassen. Allerdings solle sie am nächsten Tag zur Kontrolle noch mal wieder herkommen. Ray half Sarah aus dem Bett und die kleine Truppe setzte sich in Bewegung. Alle hatten es lustig, bis auch Kai. Er trottete in einem gewissen Abstand hinter den anderen her und sagte kein Wort.