Fanfic: Die vier Wächter
und sprach: „Du und deine Fantasie. Aber du hast recht. Solange er uns nichts tut, ist alles in Ordnung.“ Wieder herrschte Stille im Raum. Beide arbeiteten wieder an ihren Sachen und versuchten so viel wie möglich zu schaffen.
Im Rest der Woche geschah nichts großartiges und der Tag des Konzertes rückte näher und um Punkt 12:00 Uhr stand May mit ihrem Freund vor Sidneys Tür. Der junge Mann war schwarzhaarig und trug sein Haar kurz. Er war auch relativ groß im Gegensatz zu normalen Menschen. May meinte zu Sidney: „Kommst du, Sid? Wir wollen los. Jack bringt uns zum Bahnhof.“ Sie zeigte auf ihren Freund. Sidney nickte kurz und ging mit ihnen mit. Sie gingen die Treppe runter und verließen das Gebäude. Alle drei stiegen einen blauen Wagen ein und fuhren zum Bahnhof. Dort stiegen sie in den Bus ein und fuhren endlich nach Dortmund zum Fantics-Konzert.
Sie waren sehr früh da und konnten sich daher einen guten Platz ganz vorne ergattern. Es dauerte noch einige Stunden bis das Konzert anfing. Und endlich um 18:30 Uhr ging das Licht aus und die Musik erklang in der Halle. Alle fingen an zu kreischen als der Leadsänger Felix auf die Bühne trat und seinen ersten Song sang. Lied auf Lied und Song auf Song folgte. Es gab kaum eine Pause für die Gruppe. Die Fans wollten immer mehr und mehr haben.
Alle hörten diese Musik sehr gerne. Aber eine hörte noch etwas anderes in den Liedern. Eine geheimnisvolle Stimme sprach zu ihr. Erst ignorierte Sidney diese Stimme, aber je länger sie der Musik zuhörte, desto mehr hörte sie diese Stimme. Diese Stimme sagte: >Wo bist du nur? Du, die mein Herz vor langer Zeit gestohlen hat. Ich suche dich schon so lange. Ich brauche dich. Nur für dich singe ich meine Lieder, damit du mich endlich erhörtst. Keiner kann dir deinen Stolz nehmen, denn du verkörperst den Stolz. Wo bist du nur? Du, die den Stolz aller in den Augen trägst. Du, die mein Herz gestohlen hat. Du, die am stolzesten von uns ist und doch innerlich sehr schwach. Wo bist du nur? Du, die ich über alles auf der Welt liebe. Du bist meine Hoffnung und mein Stolz. Sag’ mit bitte, wo ich dich finden kann, denn ohne dich ist das Leben eine Qual. Nur für dich singe ich diese Lieder. Wo bist du nur? Du stolzer Falke am Himmel, die mein Herz gestohlen hat. Ich brauche dich doch so sehr.< Sidney war es ziemlich unheimlich und versuchte diese Stimme im Inneren zu verdrängen. Nur mit Mühe konnte sie der Musik richtig zuhören.
Nach fünf Stunden war das Konzert vorbei. Fantics gab noch einige Autogramm und weit nach Mitternacht fuhr der letzte Bus aus Dortmund fort. Doch im Gerangel haben sich Sidney, May und Jack aus den Augen verloren und so wusste keiner von dem anderen Bescheid. May und Jack trafen sich noch am Bus, aber Sid blieb verschwunden. Der Bus fuhr los und hinter ihm lief Sidney so schnell sie konnte hinter her. Doch der Bus war zu schnell. Nur aus dem Augenwinkel konnte May sehen, wie ihre Freundin verzweifelt hinter den Bus herlief.
Der letzte Bus, der nach Hause fuhr, war abgefahren. Jetzt saß Sidney alleine an der Bushaltestelle und dachte nach. Sie hatte kein Geld für ein Taxi und ihr Handy hat sie zu Hause gelassen, damit keiner ihr es stahl. Jetzt saß sie auf den Boden und schaute auf ihn. Ihre Beine waren am Körper angezogen, da es sehr frisch wurde. Sie spürte, wie der Herbst die Nächte rasch abkühlte.
Während sie da so saß hörte sie plötzlich eine Stimme von hinten: „Wenn das nicht die Kleine ist, die uns vorhin fast umgerannt hätte.“
Sidney drehte sich um und erschrak zu gleich. Hinter ihr standen drei muskelbepackte Typen. Sie erinnerte sich sofort an diese Typen. Sie hatte sie Ausversehen vorher angerempelt, als sie zum Bus rannte. Sie hatte sich aber bei ihnen entschuldigt. Sie stand auf und wich einige Schritte zurück. Doch sie stieß an etwas großem an. Sie schaute nach oben und sah einen der drei Typen hinter sich. Einer hatte sich hinter ihr gestellt und versperrte ihr den Weg. Er packte sie an den Schultern und hielt sie fest während die anderen beiden ihr langsam an die Wäsche gingen.
Sidney schrie um Hilfe, doch keiner kam zu ihr. Sie wehrte sich, doch durch das Zappeln hielt der Eine sie immer fester. Dann meinte einer der anderen beiden: „Na, wie gefällt dir das?“ Er wollte sie eben im Schritt packen, als der Typ hinter ihr sagte: „Lasst uns verschwinden. ... Da ist wieder der Mistkerl.“ Er schaute zu einer Laterne. Die anderen beiden sahen auch dahin und verstanden sofort. Sie ließen von Sidney ab und verschwanden in der Dunkelheit.
Sid konnte es kaum glauben, dass die Typen endlich weg waren. Ihr rollten vereinzelt die Tränen über ihr Gesicht. Aber ganz verstehen konnte sie es nicht. Sie setzte sich wieder auf den Boden und zog ihre Beine an sich. Sie musste erst mal verkraften, was eben vorging. Und je länger sie da saß, desto mehr spürte sie die Kälte der Nacht. Sie rieb sich an den Armen, aber dennoch spürte sie die Kälte.
Plötzlich spürte sie, wie jemand etwas über ihre Schulter legte. Eine ruhige männliche Stimme sagte zu ihr: „Es wird noch sehr kalt werden heute Nacht. ... Warum gehst du nicht nach Hause?“
Sidney sah zu der Person hin, die sich eben neben ihr gesetzt hatte. Sie musste zweimal hinsehen, bis sie begriff, wer neben ihr saß. Sie konnte es nicht glauben, dass sich der Leadsänger Felix von Fantics neben ihr saß. Sie sah sofort wieder weg und schwieg erst noch. Aber Felix meinte: „Du bist wohl sehr schüchtern. ... Du hattest eben viel Glück gehabt, dass ich in der Nähe war, sonst hätten mit dir die Typen sonst was angestellt.“
Sidney sah ihn an und sagte verdutzt: „Sie waren doch gar nicht in der Nähe. Also, warum sagen Sie dann so etwas?“ Sie sah wieder weg. Sie war ziemlich verärgert über Felix. Sie meinte noch: „Sie können ruhig Ihre Jacke wieder mitnehmen. Und außerdem: Ich komme auch ganz gut alleine zurecht. Sie können gehen.“
Felix sah sie einwenig verwundert an und schaute schließlich zum Himmel hoch zu den funkelnden Sternen. Ein kleines Lächeln wich ihm über die Lippen und er sagte: „Ich mag es nicht, wenn man mich Siezt. Warum sagst du nicht einfach zu mir ‚du’. Es ist viel angenehmer für mich und für dich. Glaub’ mir. Ich kann es einfach nicht haben, wenn jemand mich andauernd Siezt.“ Er schaute wieder zu Sidney, aber sie erwiderte nicht seine Blicke. Er sah, wie sehr sie noch immer fror. Er stand auf und reichte ihr die Hand mit den Worten: „Komm’. Ich bringe dich nach Hause. Es ist sinnlos auf den Bus zu warten, da jetzt je keiner mehr kommt.“
Sidney sah zu ihm hinauf und dann zu seiner Hand. Sie zögerte. Sie wollte nach Hause, aber mit ihm? Doch schließlich ergriff sie die Hand und stand auf. Felix führte sie zu seinem silbernen Porsche und beide stiegen ein. Felix setzte die Kappe ab, die er bis dahin getragen hatte, und startete den Wagen. Jetzt konnte Sidney seine Haare sehen. Sie waren dunkelbraun und kurz und zottelig. Auf der Bühne waren so viele Farben, da konnte man nicht sagen, welche seine richtige Haarfarbe war.
Erst schwiegen beide, aber dann redeten beide, als ob sie sich schon sehr lange kannten. Sidney erkannte langsam, dass sie ihm vertrauen konnte und sagte ihm ihre Adresse. Es war ein ganz schönes Stück von Dortmund bis zu Sidney nach Hause. Und während sie auf der Autobahn fuhren, wurde der Verkehr immer dichter und dichter. Und schließlich standen sie ihm Stau. Sie hatten die Verkehrslage im Radio überhört. Jetzt saßen sie fest.
Nach einer halben Stunde des Stehens fragte Sidney ihn: „Sag’ mal. Warum hast du gesagt, dass du in der Nähe warst als die drei Typen von mir ließen. Sie hätten dich eigentlich auch verprügeln können.“
Felix sah zu ihr und grinste ihr ins Gesicht. Mit einem Grinsen sagte er: „Die drei Typen und ich sind alte Bekannte. Bei unserem letzten Zusammentreffen hatte ich ein blaues Auge, blutige Lippe und fast eine gebrochene Nase gehabt. Ich war eine Nacht im Krankenhaus. ... Sag’ bloß nicht, du hast vor zwei Monaten es im Fernsehen nicht bekommen? Es wurde überall ausgestrahlt.“ Sid sah Felix erschrocken an und wollte etwas dazu sagen, aber schon meinte er: „Aber dafür lagen diese drei fünf Tage im Krankenhaus und können es bis heute nicht verstehen, wie ich es geschafft habe, die drei fertig zu machen.“ Sidney machte immer größere Augen und war nur noch sprachlos. Felix sagte weiter: „Ich bin nur ausgewichen und sie haben sich gegenseitig geschlagen. Ich kann nichts dafür, wenn sie so blöd sind, die eigenen Kumpels zu verprügeln.“
Felix sah aus dem Fenster. Neben ihm auf der linken Seite stand ein Bus. Er schaute sich genau den Bus an und sprach schließlich: „Sag’ mal, Sidney. Du bist doch mit einem Bus herkommen oder? Du könntest rein theoretisch jetzt umsteigen und in den fast vollen Bus steigen. ... Neben uns steht gerade einer aus deiner Heimatstadt.“ Er zeigte mit dem linkten Daumen nach draußen.
Doch Sidney sah an ihm kurz vorbei und sagte hartnäckig: „Um einen Sitzplatz in einem schönen warmen, schnellen, bequemen Porsche aufgeben? ... Niemals! ... Du hast mir angeboten, mich nach Hause zu bringen, als halt dein Angebot.“
Felix nickte kurz. Es ging endlich weiter. Doch sehr weit kamen sie nicht. Wieder standen sie eine Weile. Nach dem dritten Halten sah Felix eine Abfahrt auf eine Raststätte. Er fuhr auf die Spur und Sidney fragte ihn verwirrt: „Wo