Fanfic: Die vier Wächter

fährst du hin? So komme ich niemals nach Hause.“
Felix sah sie aus dem Augenwinkel kurz an und lächelte kurz. Dann antwortete er: „Ich habe seit einigen Stunden nichts ordentliches in den Magen bekommen. Nach dem Konzert haben ich zwei Schnitten Brot gegessen und nichts anderes. Und ich bin jetzt am verhungern.“ Er hielt auf einen Parkplatz und stieg aus. Er schaute noch mal zu ihr und meinte: „Willst du im Wagen bleiben oder lieber mit gehen?“
Sidney überlegte kurz und nickte zustimmend, denn sie wusste nicht, was auf dieser Raststätte passiert, wenn sie alleine im Wagen sitzt. Sie stieg aus und machte die Tür hinter sich zu. Felix schnappte sich noch schnell seine Kappe und setzte sie auf seinen Kopf. Anschließend gingen beide in die Fast-Food-Bude und bestellten sich etwas zum Essen. Während des Essens fragte Sidney ihn: „Warum trägst du denn diese Kappe?“
Felix sah unter seiner Kappe hervor und antwortete: „Sollen alle auf mich aufmerksam gemacht werden? Wenn mich die Menschen hier erkennen, dann wollen alle ein Autogramm haben und dann kommt es noch in der Zeitung: ‚Superstar isst in einer Imbissbude!’ Tolle Schlagzeile oder, Sid?“
Aber plötzlich spürte er nur einen stechenden Schmerz im linken Fuß. Er verzog sein Gesicht vor Schmerzen und sah Sidney fragend an. Sie aber nur sagte: „Merk’ dir eins: Keiner außer meinen Freunden darf zu mir ‚Sid’ sagen. Verstanden?“ Felix nickte mit verdrehten Augen, aber in Gedanken dachte er bei sich: >Frauen, ich werde sie niemals verstehen.< Es verging noch gut eine halbe Stunde bis sich die beiden fertig machten um weiter zu fahren. Doch bevor sie das Gebäude verließen, ging Felix noch zu einem der Angestellten und sprach etwas mit ihm. Anschließend verließen sie die Raststätte und fuhren nicht auf die Autobahn zurück. Sidney sah ihn verwirrt an und fragte: „Warum fährst du nicht mehr auf die Autobahn?“
Felix sah sie nicht an. Er sagte nur: „Wir um fahren den Stau. Ich habe keine Lust so lange im Stau zu stehen. Du etwa?“ Sidney schüttelte den Kopf und schwieg eine Weile. Es vergingen noch zwei Stunden bis die beiden endlich bei Sidney vor dem Haus standen. Sidney war in der Zwischenzeit eingeschlafen. Felix weckte sie sanft und sagte zu ihr: „Wir sind da. Du kannst ruhig aus dem Wagen aussteigen.“
Sie sah ihn verschlafen an und nickte kurz. Doch bevor sie aus dem Auto ausstieg, meinte sie zu ihm: „Willst du noch etwa jetzt zurückfahren?“ Felix sagte kein Wort. Er lächelte sie nur an. Darauf sagte sie: „Kommst du noch mit hoch um einen Kaffee zu trinken?“
Felix blickte kurz in ihre grünen Augen und nickte. Sie stiegen aus den Wagen und betraten das Gebäude. Nach einigen Treppen waren sie bei Sidney an der Wohnung angekommen und gingen hinein. Sidney zeigte ihm das Wohnzimmer und bat ihn Platz zu nehmen. Anschließend ging sie in die Küche um den Kaffee fertig zu machen. Während sie in der Küche stand und den Kaffee kochte, dachte sie nach: >Was ist in mich gefahren? Ich lade einen fremden Mann in meine Wohnung ein und biete ihn sogar noch Kaffee an. Ich muss wohl bekloppt sein. ... Aber irgendwie ist er anders. Ich weiß nicht warum, aber ich glaube, wir sind uns schon mal begegnet. Aber nur wo? ...<
Währenddessen im Wohnzimmer schaute sich Felix alles genausten an. Er fand es richtig schön hier. Es war richtig gemütlich eingerichtet. Er dachte bei sich: >Sid hat sich gut eingerichtet. Es ist sehr schön hier. ... Aber irgendetwas sagt mir, dass sie es ist, die ich suche. Ich habe kurz in ihre Augen gesehen und sie waren stolz. Ich muss sie näher kennen lernen, wenn ich hundertprozentig sicher sein will. Das kann aber sehr schwer werden.< Er schloss die Augen.
Nach einigen Minuten kam Sidney mit dem Kaffee ins Wohnzimmer. Sie stellte die Tassen auf den Tisch und drehte sich zu Felix um. Sie sah in überraschend an. Sie berührte ihn an der Schulter, doch er machte keine Reaktion. Sie sagte leise zu sich: „Er schläft? Ich dachte, er wollte heute noch zurück fahren. Egal. Dann lasse ich ihn lieber schlafen.“ Sie holte eine Decke und deckte ihn zu. Dann nahm sie die Tassen und brachte sie in die Küche. Anschließend ging auch sie zu Bett.
Am nächsten Morgen wachte Sidney auf. Sie schaute auf die Uhr und stellte fest, dass es schon nach Mittag war. Sie stand auf und zog sich an. Sie ging ins Wohnzimmer um zu sehen, ob Felix noch schlief. Doch er war nicht mehr auf dem Sofa. Die Decke war ordentlich zusammengelegt. Ein kleiner Zettel lag auf dem Tisch. Sidney nahm ihn und las: ‚Es hat viel Spaß bei dir gemacht. Das Sofa war richtig weich. Also, ich wünsche dir einen schönen guten Morgen, Sid. PS: Ich habe mir etwas zum Essen mitgenommen.’ Und laut sagte sie: „Super. Kann er nicht warten, bis ich wach bin. Dann kann ich ihn auch richtig frühstück machen.“
In diesem Augenblick klingelte das Telefon. Sie ging dran und schon kam die Stimme von May: „Endlich gehst du dran. Wir dachten schon, du würdest noch immer in Dortmund sein. ... Aber sag’ mal, seit wann hast du eigentlich einen Anrufbeantworter und dazu noch die Stimme von Felix von Fantics?“
Sidney musste erst mal kurz nachdenken. Sie setzte sich in der Küche auf einen Stuhl, auf dem eine Jacke noch hing. Sie sah sie an und dachte bei sich: >Ach ne. Jetzt hat er auch noch seine Jacke bei mir vergessen.< Zu May meinte sie: „Ich habe keinen Anrufbeantworter. Und wann hast du denn angerufen? Ich bin ungefähr schon seit vier Uhr nachts zu Hause.“
„So gegen neun Uhr war es. Es kam mir schon so seltsam vor, als dein Anrufbeantworter sagte: ‚Ich bin leider nicht zusprechen, rufen Sie bitte gegen Mittag wieder an. Vielleicht ist sie dann endlich wach.’“
Sidney dachte kurz nach und schrie wütend: „Dieses Schwein!!“ Ihre Freundin erschrak erst und fragte vorsichtig: „Hast du mit mir geredet?“ Sidney meinte: „Nein. Ich verfluche gerade jemanden, den ich umbringen würde.“ Sie legte sofort ohne sich zu verabschieden auf und murmelte: „Wenn ich ihn in die Finger bekomme, dann lebt er nicht mehr lange. Er nimmt sich was zu essen, dann geht er ohne seine Jacke. Aber am schlimmsten finde ich, dass er einfach mein Telefon nahm und so tat, als sei er mein AB.“ Sie ärgerte sich noch eine Weile.
Sie ging unter die Dusche und konnte ihn einfach nicht vergessen. Sie war so sauer auf ihn. Dann ging sie ans Fenster im Wohnzimmer und schaute raus. Es regnete in Strömen. Und auf ein Mal war der Zorn auf ihn verschwunden. Sie sagte zu sich leise: „Hoffentlich ist er gut angekommen. ... So schlimm war er auch nicht. Er hat mich nach Hause gebracht ohne dass ich mich bedankt habe. Er ist anders als die anderen Männer. Irgendein Geheimnis hat er vor mir und den anderen. Ich weiß nur nicht welches. Aber ich habe so ein Gefühl, dass ich es bald erfahren werde. ...“ Ein Seufzer ging über ihre Lippen. Sie lehnt ihren Kopf gegen die Scheibe. Ein kleines Lächeln machte sich auf ihren Lippen breit. Sie wusste, dass sie Felix wieder sehen wird und mit ihm reden konnte. Aber wann dieser Tag sein wird wusste sie nicht. Aber sie wartete auf diesen Tag. Und noch leiser sagte sie zu sich: „Felix, warum ausgerechnet du? Warum musst du es sein? Du bist so beliebt und alle schwärmen von dir und ich? Und ich musste ...“