Fanfic: See der Träume
Kapitel: die geschichte spitzt sich zu
so, und hier der zweite, damit man sich was vorstellen kann :)
Nie hätte Claire gedacht, dass sie wieder nach Maryland zurückkommen würde, da sich dort einiges ereignet hatte, dass sie nicht einmal ihren Eltern erzählt hatte. Der Schmerz und der Scharm saßen noch immer in ihren Knochen, als sie die Grenzen des Dorfes erreichten. In all den Jahren hatte sie geschafft diese zu vergessen, doch nun musste sie sich zwingen, da es um ihre Eltern ging, sie zu ertragen. Gleich nachdem sie den Anruf mit der schrecklichen Nachricht erhalten hatte, schnappte sie sich ihre Sachen und machte sie sich auf den Weg. Der Regisseure hatte kein Mitleid mit ihr und schmiss Claire aus der Aufführung hinaus und auch Tim machte ein beleidigendes Gesicht als sie so einfach ging. Konnte denn keiner verstehen das es um Leben und Tod ging? Wieso waren sie so herzlos? Doch diese Gedanken verschwanden wieder, als sie vor dem kleinen Krankenhaus in Maryland anhielt. Claire hatte ein wenig angst auf die Nachricht, die sie darin erwarten könnte, doch sie musste hinein.
Von einer Krankenschwester erfuhr sie, dass ihre Eltern auf der Intensivstation liegen. Sofort ging sie zum Aufzug und fuhr in den 3. Stock. Da sie aber nicht genau wusste wo sie hinmüsse, sprach sie den nächsten Arzt an, der ihr entgegenkam. Leider hatte dieser gerade seinen Dienst angetreten und wusste noch nichts über diese Patienten, was Claire wütend machte. „Sie sind doch Arzt. Wo sind meine Eltern?“ Bevor der angesprochene etwas sagen konnte, kam ein Mann auf sie zu und sprach sie an. „Claire, sind Sie es?“ Fast sprachlos sah sie den Mann an. „Kennen wir uns?“ „Ich habe Sie angerufen. Mein Name ist Ryan Winter.“ „Ah Sie sind es. Wissen Sie vielleicht wo meine Eltern sind.“ Sein erzwungenes Lächeln wurde nun zu schmalen Lippen. „Ja, folgen Sie mir bitte.“ Wortlos gingen sie einen Gang entlang. Vor einer Türe blieben sie stehen. „Ihrem Vater geht es schon besser. Er wird durchkommen.“ „Und was ist mit meiner Mutter?“ Als sie ihm in die Augen sah, bemerkte sie, dass diese glänzten. „Es geht ihr nicht gut. Sie sollten mit ihrem zuständigen Arzt sprechen. Da drüben kommt er.“ Ohne zu zögern ging sie zu diesem hin. „Hallo. Mein Name ist Claire McLain. Wie geht es meinen Eltern?“ Bemitleidenswert blickte er ihr in die Augen. „Wenn ich ehrlich sein soll, nicht gut. Ihr Vater kommt zwar durch, aber er wird nicht mehr so sein wie früher. Sein Gehirn wurde schwer beschädigt bei dem Unfall. Deshalb wird er wahrscheinlich nicht mehr gehen können und vielleicht auch nicht mehr sprechen, aber das werden wir erst sehen.“ „Und..und wie geht es meiner Mutter?“ „Sie hat sehr viel Blut verloren. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen, so leid es mir für sie tut.“ „Oh mein Gott. Das darf doch nicht wahr sein. Wie lange wird sie denn noch ungefähr leben?“ „Schwer zu sagen. Einige Tage, Stunden, vielleicht sogar nur ein paar Minuten. Man kann es nicht sagen. Wenn sie wollen, dann können sie zu ihr hinein. Sie ist allerdings nicht bei Bewusstsein. Sie müssen jetzt stark sein. Entschuldigen Sie mich bitte.“ Wäre Ryan nicht hinter ihr gestanden, dann wäre sie jetzt schmerzvoll auf dem Boden gefallen, weil ihre Beine plötzlich nachgaben. „Weinen Sie ruhig, wenn sie wollen. Es braucht ihnen nicht peinlich zu sein.“ „Nein, ich muss mich zusammenreißen. Helfen Sie mir bitte zu meiner Mutter.“ Er hob sie in seinen starken Armen hoch, obwohl ihr das unangenehm war, doch sie hatte nicht die Kraft zu protestieren.
Am Krankenbett setzte Ryan Claire auf einen Sessel und sie berührte die Hand ihrer Mutter. „Hörst du mich? Bitte mach die Augen auf, ich bin es, deine Claire. Mam, wach auf. Bitte!“ Ryan beobachtete die Szene und fing beinahe an seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und zu weinen. Aber er nahm sich vor stark zu sein, wenn es auch Claire war. Immer wieder hörte er ihr Flehen, doch ihre Mutter bewegte sich nicht. So vergingen einige Minuten. Doch plötzlich wie durch ein Wunder öffnete diese ihre Augen. „Mam, du bist aufgewacht. Ich liebe dich so.“ Obwohl sie sehr schwach war und das Reden ihr sehr schwer fiel, lächelte diese. „Claire, mein Engel. Schön dich wieder zu sehen. Ich liebe dich auch. Kümmere dich um deinen Vater, bitte. Versprichst du es mir?“ Claire konnte nur nicken. Ihre Stimme hätte versagt, wenn sie ihr versucht hätte zu antworten. „Danke, ich werde immer bei euch sein.“ Nach diesen Worten schloss sie ihre Augen und hörte auf zu atmen. In Panik schrie Claire Ryan an. „Holen Sie einen Arzt, schnell!“ Dieser tat wie ihm geraten und stürmte los auf der Suche nach einem Arzt. Als endlich einer erschien, konnte er nur noch den Tod ihrer Mutter feststellen. Nun war ein Punkt angelangt an dem Claire ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Unschlüssig was er machen sollte, nahm Ryan sie in den Arm und spürte ihre heißen Tränen auf seiner Brust. „Weinen Sie ruhig. Es wird ihnen danach viel besser gehen.“ So standen sie eine Weile da, bis sie sich ein bisschen beruhigte. „Bringen Sie mich bitte zu meinem Vater.“ „Der Arzt meinte aber, dass ich Sie nach Hause bringen sollte. Man hat uns nämlich verboten zu Ihrem Vater hineinzugehen.“ „Warum? Geht es ihm schlechter?“ „Nein, es ist nur eine Vorsichtsmaßnahme. Wenn sie wollen bringe ich sie ins Haus ihrer Eltern und Sie ruhen sich dort aus. Ich werde bei Ihnen bleiben und falls sich etwas am Zustand ihres Vaters ändert, sollen die Ärzte anrufen.“ Obwohl sich Claire gegen diesen Vorschlag sträubte, brachte er sie doch von dem Krankenhaus weg.
Die Fahrt dauerte vom Krankenhaus in das Elternhaus eine halbe Stunde. In Claires Augen war das eine von den längsten Zeiten in ihrem Leben. Sie fuhren vorbei an bekannten Häusern, Feldern und Wiesen, doch darauf achtete sie nicht. Immer wieder musste sie an das Bild im Krankenhaus denken. Das warme Lächeln, das ihr ihre Mutter noch gezeigt hatte, und daraufhin starb. Die wichtigste Frau in ihrem Leben hatte sie einfach alleine gelassen. Noch immer konnte Claire es nicht fassen.
Ryan parkte seinen Wagen und half ihr auszusteigen. Nach all den Jahren bin ich also wieder hier, dachte Claire. So viele Erinnerungen waren mit einem Mal in ihrem Kopf. Die ganzen Guten, aber auch welche, an die sie sich nie wieder erinnern wollte. Diese waren kurz vor ihrem Schulabschluss passiert, während ihre Eltern nicht daheim waren. Keine Menschenseele wusste etwas davon, nur sie und noch jemand.
„Claire, hören Sie mich?“ Wie von weit hörte sie Ryans Stimme und wurde aus ihren Gedanken gerissen. „Mir geht es gut, danke.“ Seinen Augen blickten sie eindringlich an und er kam zu dem Entschluss, dass es wohl stimmte. Gemeinsam standen sie einige Minuten und beobachteten das wunderschöne und stille Bild, was sich ihnen zeigte. Die Sonne war bereits am untergehen und spiegelte sich in dem kleinen See, der vor dem Haus war. Der Wind wehte in den Bäumen, das war ein Zeichen, dass es in der Nacht stürmisch werden könnte. Claire spürte eine neue Böe und sie begann zu frösteln. Ryan hatte diese bemerkt und führte sie deshalb zu dem Haus. Auf der Veranda blieb sie noch einmal stehen und sah auf den ruhigen See. Hier war sie oft mit ihren Eltern oder Freunden gewesen. Es ist eine schöne Zeit gewesen, bis zu einem gewissen Tag.
Als Ryan Claire berührte, schreckte sie leicht aus ihren Erinnerungen, aber sie wollte sich dies nicht anmerken lassen. Doch er hatte es gesehen. Schon zum zweiten Mal seid sie hier angekommen sind, war sie einfach so in ihren Gedanken versunken. Was hatte das wohl zu bedeuten? Da aber gerade ihre Mutter gestorben war, wollte Ryan nicht nachfragen. Wie überall in Maryland war auch diese Türe mit dem selbstgemachten Willkommensschild von Marge McLain nicht abgeschlossen. Claire konnte es noch nie glauben, dass alle ein großes Vertrauen ineinander haben. Für sie stand immer fest das eine Türe verschlossen gehört.
Das Haus war ordentlich aufgeräumt und nach Claires Ansicht wirkte es, wie in einem Spielfilm. Im Wohnzimmer lag auf dem Lieblingssessel ihrer Mutter eine Zeitschrift mit dem Titel „Mirror“ und daneben ihr Strickzeug. Claire berührte es sanft mit ihren Fingern und wünschte sich, dass ihre Mutter doch nur hier wäre und alles ein böser Traum gewesen wäre. Doch das war es nicht. Schließlich führte ihr Blick zum Kamin hinüber. Dies war der Platz an dem sie im Winter oft mit ihren Eltern gesessen ist und zusammen Äpfel gebraten hatten. Ihre damalige Katze Tiger, weil ihr Fell rötlich war, hat daraufhin immer versucht diese zu erwischen und selber zu verzehren. „Ja, so wird es nie wieder sein“, sprach Claire ihm Flüsterton und spürte wie ihre Füße nachließen. In Zeitlupe sank sie zu Boden und sie kauerte sich wie ein kleines Kätzchen zusammen, wobei ihre aber Tränen über die Wange liefen.
Ryan stand die ganze Zeit in der Türe und beobachte Claire. Seine Kehle war ausgetrocknet. „Ich würde ihr so gerne irgendwie helfen, oder etwas tröstendes sagen, aber mir fällt nichts ein. Was soll ich nur machen?“, fragte er sich im Gedanken immer wieder. Noch nie war er in so einer Situation gewesen und sogleich auch hilflos. Sein Atem stockte und er hatte das Gefühl, als ob ihm jeden Moment das Herz stehen blieb.
Nachdem Claire zusammengekauert am Boden saß, ging Ryan zu ihr und versuchte sie in den Arm zu nehmen. Beide blieben in der Position einige Minuten lang und genossen die Anwesenheit des jeweils anderen. In der Ferne hörten sie einen Hund bellen. Ryan war der erste, der sich wieder rührte. „Wollen Sie einen Kaffee haben?“ Mit einem Nicken teilte sie ihm ihre Antwort mit und er ging schweigend in die Küche. Alles war hier auf seinem Platz. In einer Vitrine standen schön sortiert die Tassen, die damals ein Hochzeitgeschenk an das frischverheiratete Paar waren. Marge