Fanfic: Ein tripp in die Altewelt
Mädchen zulaufen. Sie dachte, die Gefahr wäre nun gebannt, doch Kimie schien das anders zu sehen. Sie rief Rin sofort zu: "Rin! Bleib sofort stehen!"
Abrup hielt Rin in ihrer Bewegung inne und wirkte auch ein wenig erschrocken. Sie verstand nicht, weshalb Kimie eben so reagiert hatte. Der Dämon war doch wieder weg, sie waren alle in Sicherheit. Doch kurz darauf war Schluss mit diesem trügerischen Schein.
Einer der tentakelähnlichen Arme schoss plötzlich direkt unter Kimie aus dem Boden hervor, umschlang ihre Hüfte und riss sie in die Luft.
"AAAAAH!!"
"Kimie-san!" Rin war völlig entsetzt. Dieser Dämon war wie zu Anfang mit einem Mal aus der Erde geschossen gekommen, hatte Kimie weit in die Luft gerissen und alleine konnte sie sich bestimmt nicht mehr befreien. Auch Inuki war machtlos. Er konnte nichts tun, dennoch griff er ein weiteres Mal den Dämon an. Doch schlug dieser mit einem weiteren seiner Tentakeln nach dem Hund, der gerade noch ausweichen konnte.
"Inuki! Nicht! Du darfst ihn nicht angreifen!", rief Kimie ihrem Hund zu, da sie wusste, dass er sonst hätte sterben können. Sie musste irgendwie versuchen, sich selbst zu helfen. Aber wie? Kimie musste sich eingestehen, dass sie ebenfalls völlig machtlos war. Unter sich sah sie das geöffnete Maul dieses Dämons und eine gewaltige Panik steg in ihr auf. Verzweifelt versuchte sie, sich aus dem Klammergriff des Tentakelarms zu befreien, aber ohne Erfolg.
>Oh nein! Das war's dann wohl endgültig!<, schoss es Kimie durch den Kopf und sie kniff ängstlich die Augen zusammen. Sie hatte schon mit dem Leben abgeschlossen, als sie plötzlich einen eigenartigen Ruck verspürte und kurz darauf schien es, als hinge sie lose in der Luft. Als sie ihre Augen öffnete, sah sie, dass der tentakelähnliche Arm, der sie bis eben festgehalten hatte, von dem Dämon abgetrennt worden war. Das nächste, was sie spürte, war eine etwas harte Landung im Gras.
"Sesshoumaru-sama! Wie gut, dass Ihr hier seid!", rief Rin erleichtert und auch Jaken atmtete auf. Bevor der riesige Dämonenwurm überhaupt so richtig mitbekommen hatte, was eigentlich passiert war, hatte Sesshoumaru ihn schon scheinbar mühelos mit einem Hieb seiner Klaue getötet. Jetzt lagen nur noch ein paar Überreste von dem Ungetüm im Gras, doch das war nicht das einizige. Rin lief nun auf Kimie zu, die regungslos auf dem Boden lag. Inuki war bereits bei seiner Herrin.
"Kimie-san?" Rin hockte sich auf den Boden und rüttelte das Mädchen leicht an der Schulter, was sich daraufhin wieder regte. "Herrje...", stöhnte Kimie gequält auf und hielt sich angeschlagen den Kopf. "Kann sich mal bitte jemand das Kennzeichen von dem Lastwagen aufschreiben...?" Tatsächlich fühlte sie sich, wie von einem 20-Tonner überrollt. Jaken blickte bei dieser Frage aber nur reichlich skeptisch drein. "Wovon redet die denn?"
"Vielleicht hat sie sich ja den Kopf gestoßen.", vermutete Rin. "Geht es dir gut, Kimie-san?"
Kimie wandte den Blick zu Rin und es schien, als müsste sie erstmal wieder ihre Erinnerungen ordnen. "Ich... glaube ja.", antwortete sie schließlich und richtete sich langsam auf. Sich noch immer den Kopf haltend ließ sie kurz ihren Blick schweifen. "Wo ist dieses Vieh hin?"
"Sesshoumaru-sama hat es besiegt!", verkündete Rin sofort erfreut und lächelte. Jetzt fielen Kimie auch die Überreste des Dämon ins Auge, die überall verstreut lagen, als sie auch Sesshoumaru erblickte. Dieser stand ein paar Meter entfernt von den anderen auf der Wiese und schaute prüfend zu ihnen rüber. Kimie zögerte kurz, dann ließ sie aber ein kleines "Danke." verlauten. Irgendwie war ihr dieser Youkai noch immer nicht ganz geheuer, selbst, wenn sie gestern noch einigermaßen normal mit ihm gesprochen hatte. Doch kurz danach war Sesshoumaru wieder wie immer gewesen.
"Mir scheint, dein Schwert hat weitaus mehr abbekommen als du.", sagte der Youkai plötzlich und Kimie horchte auf. Sofort fielen ihr die Bruchstücke ihres Schwertes, die im Gras lagen, ins Auge. Sie stand nun auf und sammelte zuerst die eine, dann die andere Hälfte ihres Schwertes auf. "Herrje! Das ist ja wirklich perfekt!", seufzte Kimie mit ironischem Unterton auf. Im Grunde bestand das Schwert, oder zumindest das, was noch von ihm übrig war, nun aus insgesamt vier Teilen. Einmal aus der zerteilten Schwertscheide und dann noch aus der zerteilten Klinge.
"Das ist doch nicht zu fassen! So ein verdammter Mist!", fluchte Kimie wütend. Erst jetzt konnte sie sich so richtig darüber aufregen, davor war für sowas ja keine Zeit gewesen. Jaken aber verstand die Aufregung nicht wirklich. "Wieso regst du dich denn so auf?", fragte er gleichgültig. "Das ist doch nur ein ganz gewöhnliches Schwert!"
"Mit dem ich es nur zufälligerweise geschafft habe, den Dämon so lange in Schach zu halten, bis Sesshoumaru kam!", widersprach Kimie aufgebracht und war kurz davor zu platzen. Sie besann sich aber eines besseren, das hätte eh nichts gebracht. Die Bruchtücke in ihren Händen haltend seufzte sie auf. "Das kann ich ja dann wohl zum Altmetall bringen. Das taugt ja nicht mal mehr als Brotmesser."
Die Gruppe setzte kurz nach diesem Zwischenfall ihren Weg fort. Kimie, jetzt ohne Schwert, trottete grübelnd hinter den anderen her. Noch mehr konnte an diesem Tag eigentlich nicht schiefgehen. Sie setzte ihre Grübeleien fort, als die Gruppe etwa um die Mittagszeit eine kleine Rast einlegte. Inuki saß die ganze Zeit vor Kimie im Gras und legte den Kopf schief. Von dem ganzen Rumsitzen schien das Mädchen aber nur Depressionen zu kriegen, also entschloss sie sich zu einem kleinen Spaziergang, während die anderen rasteten.
"Wo gehst du hin?", drang Sesshoumarus Stimme an Kimies Ohr vor, woraufhin sie in ihrer Bewegung inne hielt. "Ich gehe nur etwas spazieren.", antwortete sie knapp und drehte sich um. "Oder darf ich das nicht?" Sie war noch immer etwas angefressen, wie man an ihrer Stimme hören konnte. Sesshoumaru warf ihr einen kurzen Blick zu, dann antwortete er kühl: "Wenn du willst, dann geh."
Und das tat Kimie dann auch und ging zusammen mit Inuki weg. Rin sah den beiden etwas ratlos nach. Ihr war nicht entgangen, dass Kimie schon die ganze Zeit über irgendwie schlecht gelaunt war.
Während des Weges dachte Kimie über verschiedene Sachen nach. So machte sie sich zum einen Gedanken darüber, wie es jetzt wohl weitergehen würde und zum anderen, wann Kagome, Inu Yasha und die anderen sie wohl finden würden. Na gut, so schlimm, wie sie zu Anfang gedacht hatte, war es zwar nicht, bei Sesshoumaru zu sein, aber diese ganzen anderen Dämonen gingen ihr mittlerweile doch arg auf die Nerven.
Kimie und Inuki liefen eine ganze Weile durch die Gegend, bis sie einen kleinen Fluss erreichten.
"Hmm... Wir scheinen schon ziemlich weit weggegangen zu sein.", meinte Kimie nachdenklich und drehte sich um. "Gehen wir lieber wieder zurück, Inuki." Doch gerade, als die beiden sich auf den Rückweg machen wollten, hörte das Mädchen ein Geräusch, dass sich sehr nach dem Donnern von Pferdehufen anhörte. Kimie blieb stehen und wandte den Blick zur Seite. Da kam ein Reitergruppe geradewegs auf sie zu und hatte sie auch recht schnell erreicht. Als sie die Männer nun genau sah, stockte Kimie der Atem. Der Tag konnte doch noch schlimmer werden, als bisher, das war hiermit eindeutig bewiesen!
"Na, meine Kleine? So allein unterwegs?", fragte einer der Männer das Mädchen und grinste selbstsicher. Nachdem er sich kurz umgesehen hatte, fuhr er fort: "Dein Leibwächter ist ja diesmal wohl nicht in der Nähe."
Kimie wollte es nicht glauben. Das waren tatsächlich die Räuber vom letzten Mal! Oder besser gesagt, der klägliche Rest, den Sesshoumaru nicht zu Hackfleisch verarbeitet hatte. Und der Kerl, der sie angesprochen hatte, war ihr Anführer. Kimie erkannte ihn eindeutig, auch wegen der Verletzung in seinem Gesicht, die sie ihm zugefügt hatte. Vermutlich wollte er sich dafür an ihr rächen, aber kampflos würde sie sich jedenfalls nicht ergeben. Kimie wollte sogleich ihr Schwert ziehen, doch musste sie sich sogleich daran erinnern, was damit geschehen war. >Verdammt! Es ist ja kaputt gegangen!<, fiel es ihr schlagartig wieder ein und sie hätte am liebsten sofort laut losgeflucht. >Shit! Jetzt stecke ich aber wirklich in der Klemme!<
Ihre Gedanken konnte sie aber nicht weiter fortführen, denn einer der Räuber packte Kimie nun von hinten und hielt ihr den Mund zu. So konnte sie unmöglich um Hilfe rufen, doch dafür schaltete sich Inuki plötzlich ein. Er sprang auf den Räuber zu und verbiss sich in dessen Arm. "Argh! Schon wieder diese blöde Köter!", fluchte der Mann, der Kimie dennoch nicht losließ, bis der Hund schließlich ein großes Stück Stoff von dessen Kleidung riss. Als Inuki erneut angreifen wollte, schoss ein Pfeil haarscharf an ihm vorbei.
>Inuki!< Kimie, noch immer nicht in der Lage zu sprechen, ahnte, dass dies für ihren Hund böse hätte enden können. Sie musste was tun. Aber was? In einem letzten verzweifelten Anlauf gelang es dem Mädchen doch noch die Hand des Räubers von ihrem Mund abzuschütteln und ehe sie wieder zum Schweigen gebracht werden konnte, rief sie Inuki zu: "Inuki, lauf weg! Los!"
Der Mischling schaute kurz zu Kimie, gehorchte aber sofort, nachdem ein weiterer Räuber einen Pfeil auf ihn abschoss. So schnell er konnte lief er über das Gelände und war bald aus der Sicht der Räuber verschwunden.
"Der Köter ist abgehauen!", rief einer der Männer, doch dem Anführer war dies dem Anschein nach egal. "Lass ihn! Es ist nur ein Hund und wir haben eh, was wir