Fanfic: Ein tripp in die Altewelt
wollten." Damit warf er einen Blick auf Kimie und grinste. "Ich hoffe du wirst deinen Aufenthalt bei uns genießen, meine Kleine."
Kimie wurde der Mund mit einem Knebel verbunden, anschließend wurde sie ziemlich unsanft auf eines der Pferde der Räuber geschleift. Gleich darauf ritten die Männer wieder davon.
"Wo bleibt Kimie-san denn so lange?", fragte sich Rin verunsichert und wirkte auch etwas besorgt. Eigentlich wollte die Gruppe bald weiterziehen. Jaken gähnte aber nur gelangweilt. "Ach, die kommt schon klar. Außerdem hat sie ja ihren Hund bei sich. Der wird schon auf sie aufpa..."
In diesem Moment ertönte ein lautes Bellen. Rin drehte sich um und sah Inuki auf einer kleinen Erhöhung stehen. Der Hund bückte sich kurz nach etwas, was er zuvor wohl auf den Boden abgelegt hatte, und lief dann auf die Gruppe zu. Rin lief ihm sofort fröhlich entgegen. "Da bist du ja wieder, Inuki! Wo ist denn Kimie-san? Kommt sie nach?"
Der Hund blieb bei dem kleinen Mädchen stehen und stubste es die ganze Zeit nervös mit dem Kopf an. "Was hast du denn, Inuki?" Rin konnte sich das Verhalten des Mischlings, der unruhig vor ihr hin- und herlief, nicht erklären. Das alles kam ihr irgendwie eigenartig vor und sie wusste nicht so recht, wie sie darauf reagieren sollte. Dann ließ Inuki vor ihren Füßen etwas auf dem Boden fallen, was er bis eben im Maul getragen hatte. Das Mädchen bückte sich und hob es auf. "Ein Stück Stoff?" Nachdenklich drehte und wendete Rin den Fetzen hin und her, konnte aber nicht wirklich etwas mit ihm anfangen.
"Rin, gib mir das."
Als Rin sich umdrehte, stand Sesshoumaru direkt hinter ihr. Ohne Widerworte übergab sie ihm das Stoffstückchen und beobachtete ihn neugierig, wie er es sich einen Moment lang ansah. >Der Geruch von Menschen. Und er ist mir nicht unbekannt.<
Inuki beobachtete den Youkai erstmal nur und kam auch nicht näher. Er wirkte etwas verunsichert. Den Kopf leicht gesenkt, schaute der Hund seinen Gegenüber an.
"Ich glaube, ich weiß, was er hat.", sagte Sesshoumaru mit dem Blick auf den Mischling gerichtet. Auf die Fragen von Rin und Jaken, was denn nun eigentlich los sei, antwortete er nicht sondern ging geradewegs auf den Hund zu. Bei ihm angekommen, schaute Sesshoumaru prüfend zu Inuki hinunter. In dessen Blick waren mehrere Gefühle vereint. Es war, als wollte der Hund etwas sagen wie: "Ich habe dir noch nie vertraut und tue es auch jetzt nicht. Es ist wahr, dass ich dich angegriffen habe und du hast wirklich keinen Grund, mir zu helfen. Aber jetzt bin ich wohl oder übel darauf angewiesen. Nun stehe ich hier vor dir und bitte dich inständig um Hilfe."
Wie Inuki sich im Moment fühlte, konnte Sesshoumaru nur erahnen, aber der Youkai wusste mit Sicherheit, was dem Anschein nach geschehen war und was der Hund deshalb von ihm wollen könnte. Den Blick gesenkt und ohne ein Anzeichen von Aggressivität schien Inuki auf eine Reaktion zu warten.
Nach einem kurzen Moment traf Sesshoumaru eine Entscheidung.
Wie lange dieser unbequeme Ritt gedauert hatte, konnte Kimie nicht abschätzen. Ihr kam es aber wie eine Ewigkeit vor. Als die Pferde aber endlich anhielten, wurde Kimie grob von dem Pferd, auf dem sie lag, runtergezerrt und in eine Höhle, in der Nähe eines Waldes, geschleift. Dort wurde sie erst von dem Knebel befreit, dann warf man sie auf ein kleines Lager aus Stroh.
"Au!" Mit hasserfüllten Augen schaute Kimie die Männer an, die sich vor ihr aufgestellt hatten. Der Anführer trat hervor. "So, meine Kleine! Ich glaube kaum, dass dein Macker uns bis hierher folgen wird. Also haben wir jetzt alle Zeit der Welt."
"Und wie entscheiden wir, wer zuerst seinen Spaß haben darf?", fragte einer der Männer, woraufhin sein Boss ihm sofort die Antwort gab: "Ich bin es natürlich! Ich bin euer Anführer!"
Kimie konnte sich nur zu gut denken, was diese Kerle vorhatten. Die Panik stieg in ihr auf. Es gab für sie keine Möglichkeit zu fliehen und ängstlich kroch sie bis zur Wand der Höhle. Aber sofort ergriff der Anführer der Räuber sie an ihrem Fussgelenkt und zog sie wieder von dort weg. Dann drückte er sie auf den Boden und hielt sie grob fest.
"Nein! Nimm die Dreckpfoten weg! Lass mich los!" Verzweifelt versuchte Kimie sich zu wehren, doch es half alles nichts. Sie schien diesen Männern hilflos ausgeliefert zu sein und das jagte ihr eine unheimliche Angst ein. So alleingelassen und unfähig, etwas zu tun, hatte sie sich in ihrem ganzen Leben noch nicht gefühlt.
Plötzlich bemerkte Kimie, dass der Räuber ihr die Jacke abstreifte. Wieder versuchte sie, ihn wegzustoßen, aber wieder ohne Erfolg. Es schien alles keinen Sinn zu haben, egal wie sehr sie auch versuchte, sich zu wehren, und die Verzweiflung in ihr wuchs.
"Hilfe!!", schrie Kimie aus Leibeskräften, inständig darauf hoffend, dass sie jemand hören und ihr helfen würde. Aber wer hätte ihr denn jetzt helfen können?
Der Räuber grinste dreckig und schaute triumphierend auf das Mädchen herab. "Schrei nur! Hier hört dich ja doch keiner!"
Für einen kurzen Moment hörte Kimie abrupt auf zu atmen, als müsste sie für sich selbst realisieren, dass dieser Kerl wohl Recht hatte. Sie spürte die Tränen in sich aufsteigen, Tränen der Angst und Verzweiflung. Jetzt wünschte sie sich nur noch, dass sie nichts von alldem mitbekommen würde, dass sie einfach das Bewusstsein verlieren würde. Also kniff sie ihre Augen zusammen und fing an zu beten. Eine wohlbekannte Stimme ließ sie aber mit einem Mal aufhorchen. "Seit ihr euch da wirklich so sicher?"
Sofort ging ein Raunen durch die Reihen der Räuber und alle wandten sich zum Eingang der Höhle um. Auch der Anführer ließ für diesen Moment von Kimie ab, um sich selbst ein Bild von der Lage zu beschaffen. "Du?!", fragte er ungläubig und mit einem leichten Schock in der Stimme. "Wie hast du uns hier gefunden?!"
Kimie riskierte einen Blick und wandte den Kopf ebenfalls zum Eingang der Höhle. Da sie aber noch nichts genaueres erkennen konnte, setzte sie sich vorsichtig auf... und war sichtlich überrascht. >Das ist doch Sesshoumaru!?< Also, hatte sie es sich doch nicht eingebildet, dass sie seine Stimme gehört hatte. Sesshoumaru ließ seinen Blick durch die Höhle schweifen und wirkte auch dann nicht beeindruckt, als die Räuber ihre Waffen zur Hand nahmen.
"Ihr erbärmlichen Kreaturen seid wirklich eine Schande!", sagte der Youkai mit eiskalter Stimme und ließ anschließend seine Lichtpeitsche für sich weitersprechen. Innerhalb von wenigen Augenblicken und ohne, dass die Räuber sich irgendwie hätten verteidigen können, beförderte Sesshoumaru einen nach dem anderen ins Jenseits. Den Anführer nahm er sich zuletzt vor und alles Winseln um Gnade brachte nichts. Kurz darauf war auch mit ihm Schluss gewesen.
Kimie hatte das alles schwiegend mit angesehen und als es vorbei war, lehnte sie sich erleichtert gegen die Wand. Das war gerade nochmal gut gegangen. Doch wollte sie sich nicht ausmalen, was alles passiert wäre, wäre Sesshoumaru nicht rechtzeitig aufgetaucht.
Irgendwann kam der Youkai auf sie zu und beugte sich zu ihr hinunter. Etwas scheu senkte Kimie den Blick und traute sich zuerst nicht wirklich, ihn anzusehen.
Lange herrschte Schweigen. Weder Sesshoumaru noch Kimie sagten etwas. Doch irgendwann konnte Kimie nicht mehr anders, als zu weinen. Sie war schrecklich erleichtert, dass Sesshoumaru rechtzeitig aufgetaucht war, und das zeigte sie ihm auch auch, indem sie sich nun an ihm festhielt.
"Du bist hier... Dem Himmel sei Dank! ... Ich bin so froh, dass du mich gefunden hast... Sesshoumaru..."
Zwar wusste sie nicht, wie er sie gefunden hatte oder warum er überhaupt wusste, dass sie hier war, aber das war ihr gleich. Jegliche Angst oder Unsicherheit gegenüber dem Youkai, die sie zuvor hin und wieder verspürte, war plötzlich wie weggefegt. Und auch, wenn diese Gefühle später wieder zurückkehren sollten, im Moment war das Kimie völlig egal. Eine Reaktion von seiner Seite konnte Kimie aber nicht mehr wahrnehmen, denn sie verlor ihr Bewusstsein. Das war alles doch zu viel gewesen.
Langsam erwachte Kimie wieder, doch etwas kam ihr komisch vor. Sie lehnte an irgendetwas; es war weich und flauschig.
"Du bist wach, wie ich sehe."
Sie schaute auf und erkannte nun, dass sie direkt neben Sesshoumaru saß und mit dem Kopf an seinem Fell lehnte. Abrupt setzte sie sich kerzengerade auf. Das war doch zugegeben ein leichter Schock für sie. Niemals hätte sie gedacht dass sie mal neben Sesshouamru aufwachen würde. Die Erinnerungen an die letzten Geschehnisse waren aber durchaus noch in ihrem Kopf vorhanden. Dennoch konnte Kimie es nicht vermeiden, dass sie einen Moment lang leicht errötete. Schnell wandte sie ihren Blick ab. Das musste Sesshoumaru ja nicht unbedingt sehen. Hätte ihr jemand vor ein paar Tagen erzählt, dass ihr sowas mal passieren würde, sie hätte denjenigen für komplett verrückt erklärt.
Nach einer Weile, in der niemand etwas gesagt hatte, schaute Kimie sich um. Dem Anschein nach befanden sich die beiden irgendwo in diesem Wald, wohin die Räuber das Mädchen verschleppt hatten.
"Wie... lange habe ich geschlafen?", fragte sie zögerlich und wagte nur einen flüchtigen Blick zu Sesshoumaru.
"Vier Stunden.", antwortete er knapp und stand auf. "Gehen wir. Es ist schon genug Zeit verloren gegangen." Damit ging er auch schon voran.
Sofort war Kimie auf den Beinen und folgte dem Youkai in einem gewissen Abstand. Nachdenklich ging sie hinter ihm her. Er hatte kein Wort mehr über diese Sache verloren.
>Warum hat er mich eigentlich gerettet?<, fragte sich Kimie. >Zum wiederholten Mal sogar. Dazu hat er doch gar keinen Grund