Fanfic: Ein tripp in die Altewelt

die Sache doch nochmal gut gegangen. Doch dann stutzte sie. Der Name, den Rin erwähnt hatte, kam ihr eigenartig bekannt vor. Sesshoumaru... War das nicht Inu Yashas Halbbruder? Abrupt musste Kimie schlucken. Das hatte ihr gerade noch gefehlt! Zwar kannte sie Sesshoumaru gar nicht, doch was sie am Fluss mitbekommen und gehört hatte, als sie noch bei Kagome und den anderen war, hatte ihr greicht. Sie war bestimmt nicht scharf darauf, jetzt auch noch diesem Youkai in die Arme zu laufen, nachdem sie bereits eine Hetzjagd mit einer Riesenechse hinter sich gebracht hatte. Innerhalb des Bruchteils einer Sekunde stand sie auf ihren Beinen und wollte sogleich das Weite suchen, als ihr aber jemand den Weg versperrte.
>Oh, shit!<, schoss es Kimie durch den Kopf, als sie in diese kühlen, goldfarbenen Augen starrte. Sofort trat sie ein paar Schritte zurück. Sessoumaru stand ihr nur stumm gegenüber und rührte sich nicht, ebenso wie Kimie selbst. Fast die selbe Situation, wie am Fluss. Da stand er ihr auch so gegenüber.
>Was mache ich jetzt?<, überlegte Kimie und von Rin war auch keine Spur zu sehen. Unsicher schaute sie sich um. Was sollte sie jetzt machen?
>Naja... Vielleicht sollte ich mich wenigstens bei ihm bedanken. Schaden kann es ja nicht.< Daraufhin holte sie einmal tief Luft und verbeugte sich dann vor Sesshoumaru. "Ich habe von Rin gehört, dass du mir geholfen hast, wegen dem Dämon. Danke."
Keine Antwort.
>Hm? ... Und jetzt?< Kimie stutzte und traute sich gar nicht wirklich, wieder nach oben zu schauen. Aber schließlich rang sie sich doch dazu durch und schaute vorsichtig hoch. Noch immer stand Sesshoumaru auf der selben Stelle, doch wirkte er irgendwie, als habe er ihr gar nicht wirklich zugehört. "Hallo? Äh... Ist jemand zu Hause?", fragte Kimie verunsichert und richtete sich wieder auf.
"Spar dir deinen Dank.", kam es plötzlich von dem Youkai zurück, so dass Kimie für einen kurzen Moment doch leicht erschrocken war. "Ich habe dich nicht aus Nächstenliebe, oder ähnlichem Unsinn gerettet."
Das Mädchen verstand im ersten Moment nicht so recht. "Und warum hast du es dann getan?", fragte sie, wenngleich es etwas genervt klang. Er musste sie ja nicht gleich so anblaffen, nur weil sie sich bei ihm bedankt hatte.
"Ganz einfach.", erwiderte Sesshoumaru und kehrte ihr auch wieder den Rücken zu. "Rin hat mich darum gebeten, dass ich dir helfe. Sie hat deine Hilferufe gehört. Und abgesehen davon bist du mitten in unseren Lagerplatz hineingerannt. Von daher war es ganz natürlich, dass ich den Dämon unschädlich gemacht habe."
Kimie hatte stumm zugehört. Sie war mitten in den Lagerplatz hineingerannt? Wer oder was war dann aber dieses andere Ding, dass sie so angestarrt hatte?
"Du bist das Mädchen, dass ich gestern bei Inu Yasha gesehen habe.", stellte Sesshoumaru mit einem kurzen Blick zurück fest, wenngleich er das schon in der Nacht erkannt hatte. Kimie nickte nur mit einem misstrauischen Blick und der Youkai sprach weiter: "Rin hat gefragt, ob du uns ein wenig begleiten kannst. Eigenartig, sie kennt dich so gut, wie gar nicht, scheint dich aber dennoch irgendwie zu mögen. Ich habe aber nicht vor, dich die ganze Zeit mit mir rumzuschleppen."
"Von mir aus! Dann gehe ich eben wieder.", meinte Kimie gleichgültig, drehte ihm den Rücken zu und wollte sich auch sogleich verabscheiden, als sie aber im Weggehen wieder Sesshoumarus Stimme hörte: "Wenn du gefressen werden willst, dann tu dir keinen Zwang an. Hier gibt es nicht gerade wenige Dämonen."
Kimie blieb stehen. Das hatte sie im Moment völlig vergessen! Aber... was sollte sie dann jetzt machen? Sie drehte sich zu dem Youkai um, sagte aber nichts. Ihr Blick wirkte etwas geknickt und eingeschnappt, aber auch abwartend, was er ihr eventuell deswegen vorschlagen würde. Tatsächlich sprach Sesshoumaru weiter, jedoch präsentierte er ihr keine wirkliche Lösung ihres Problems: "Früher oder später wird Inu Yasha wohl auftauchen, um dich zurückzuholen. Du scheinst ja besonders zu diesem Menschenmädchen aus der anderen Zeit eine gewisse Bindung zu haben. Umso mehr Grund für ihn, dich zu suchen und wenn er erst hier ist, dann kannst du ja wieder zu ihm gehen. Bis das aber passiert, verlange ich von dir, dass du mich nicht noch einmal duzt! Wenn du schon mit mir sprechen musst, dann heiße ich für dich 'Sesshoumaru-sama'."
Dieser kalte Blick und allein schon die Art, wie er redete. Kimie musste schlucken. Angst hatte sie eigentlich selten, zählte man Dämonen nicht mit, und schon gar nicht vor Fremden, aber in diesem Fall hätte sie sich am liebsten auf der Stelle in Luft aufgelöst. Sesshoumaru war zwar auch ein Dämon, doch wirkte er im Gegensatz zu vielen anderen auf dem ersten Blick alles andere als furchterregend.
"Wenn ich du wäre, würde ich inständig hoffen, dass Inu Yasha nach dir sucht. Falls er jedoch, wider erwarten, nicht auftauchen sollte und du es wagen solltest, mir in irgendeiner Form auf die Nerven zu gehen, werde ich dich über kurz oder lang töten. Wie gesagt, ich will kein lästiges Gepäck.", fuhr Sesshoumaru fort.
"Bitte?!" Kimie fiel aus allen Wolken. Dass dieser Typ nicht gerade ein Samariter war, war ihr mittlerweile schon klar, aber dass er so krass drauf ist, war für sie dann doch etwas zu viel des Guten. "Kannst du mir mal verraten, was ich dir getan habe, dass du mich um die Ecke bringen willst? Du spinnst wohl!? Hast du einen Knall?!", erwiderte sie teils geschockt, teils empört. Aber sie hätte wohl besser geschwiegen. Ehe sie sich versah, schoss Sesshoumaru auf sie zu, so dass sie vor Schreck einen Schritt nach hinten machte und mit dem Rücken nun gegen einen Baum stieß. Kimie schrie kurz entsetzt auf und kniff reflexartig ihre Augen zu, als der Youkai die Krallen seiner rechten Hand in ihre Richtung schlug. Neben ihrem Gesicht nahm das Mädchen erst ein lautes Geräusch war, das klang, als würde etwas unter einer gewaltigen Kraft zerbersten. Dann war es wieder still...
"Hast du mich eben nicht ganz verstanden? Oder bist du wirklich so besessen darauf, möglichst schnell zu sterben?", hörte man Sesshoumaru mit eisiger Stimme, die einem das Blut in den Adern hätte gefrieren lassen können, fragen.
Kimie glaubte, sich gründlich verhört zu haben. Hatte dieser Typ denn total ein Rad ab?
Noch hatte sie ihre Augen geschlossen, öffnete sie jetzt aber langsam. Das erste, was sie daraufhin sah, war, dass sich die Krallen Sesshoumarus direkt links neben Kimies Gesicht sich tief in den Stamm des Baumes geschlagen hatten. Er hatte sie nur knapp verfehlt, wobei das aber wohl Absicht gewesen war. Als sie daraufhin in sein Gesicht sah, erschrak sie. Das Gold seiner Augen war einem unheimlichen Rot gewichen, welches beide Augen völlig ausfüllte. Es war beängstigend und beunruhigte sie sehr.
Nichts tat sich weiter...
Es schien eine halbe Ewigkeit zu vergehen, ehe Sesshoumaru aber dennoch wieder von Kimie abließ und seine Hand nun wieder aus dem Baumstamm zurückzog. Der Baum selbst sah reichlich mitgenommen aus. Ein Wunder, dass er überhaput noch stand. Kimie hingegen war aber noch immer so geschockt, dass sie unfähig war, sich irgendwie zu rühren. Nur ihren Blick senkte sie nach einem kurzen Moment.
"Ich rate dir, in Zukunft besser auf das zu achten, was du sagst.", sagte Sesshoumaru kühl. Erneut sah sie zu ihm hoch. Seine Augen sahen wieder aus, wie vorher, aber wohler war ihr deshalb noch lange nicht. Ohne noch ein weiteres Wort zu sagen, drehte Sesshoumaru ihr aber endgültig den Rücken zu und ließ sie zurück. Als er fort war, sank Kimie zu Boden und brauchte eine Weile um den Schock zu verdauen.
"Oje... Ich bin Hundefutter...", murmelte sie schließlich wenig begeistert und dachte doch noch intensiv über eine mögliche Fluchtgelegenheit nach. Obwohl, würde sie dann einem anderen Dämon über den Weg laufen, wäre es mit ihr weitaus früher aus gewesen.
>Das ist eine verdammte Zwickmühle... Was mache ich jetzt bloß?<
Kimie starrte in die Richtung, in der Sesshoumaru wieder verschwunden war.
Plötzlich schüttelte sie den Kopf und stand auf. "Ach was! Pah! Der kann mich mal! Da lasse ich mich doch lieber von einer zu groß geratenen Echse fressen, als dass ich diesem Irren die Möglichkeit gebe, mir das Licht auszuknipsen! Ich soll ihn nicht nerven! Bitte! Wenn er das so haben will, dann mache ich mich eben vom Acker!" Und damit wollte Kimie auch schon verschwinden, wurde aber sogleich daran gehindert.
Hallo!" Die fröhliche Stimme von Rin ließ sie in ihrer Bewegung inne halten und sie drehte sich um. "Oh... Hallo."
"Worüber haben Ihr und Sesshoumaru-sama geredet, Kimie-sama?", fragte das kleine Mädchen, das auf einmal wieder hinter einem Baum aufgetaucht war, neugierig und lief auf Kimie zu.
"Äh... Nichts besonderes! Ich habe mich lediglich bei ihm bedankt."
>Und dafür eine Todesdrohung bekommen...<, schob Kimie gedanklich hinterher. Dann lächelte sie aber und sah Rin freundlich an. "Aber hör mal, du kannst mich ruhig duzen."
Rin lächelte. "Okay! Dann nenne ich dich Kimie-san!"
Kimie nickte einverstanden. Rin war ihr sehr sympatisch und unheimlich süß. Kaum zu glauben, dass sie tatsächlich mit Sesshoumaru unterwegs war.
Kimie zögerte noch ein wenig, musste dann aber doch fragen: "Sag mal, Rin, hast du eigentlich gar keine Angst vor Sesshoumaru?"
Rin wirkte überrascht. "Nein. Warum?"
"Äh... Ich meine, du weißt, dass er ein Dämon ist, oder?"
Das kleine Mädchen lächelte fröhlich. "Ja, aber ich komme echt gut mit ihm aus und er ist wirklich nett."
>Nett?!< Kimie machte ein Gesicht, als hätte man ihr soeben