Fanfic: Ein tripp in die Altewelt
Da war doch tatsächlich ein riesiger Dämon hinter den beiden her! Wieder so ein Modell einer zu groß geratenen Echse. Kimie konnte sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal so schnell gelaufen war, zählte man ihre letzte halsbrecherische Flucht durch den Wald nicht dazu, doch bis sie endlich wieder mit Jaken unter dem Arm und Inuki im Schlepptau den Anschluss an die Gruppe wiederfand, schien für sie eine halbe Ewigkeit vergangen zu sein.
Hilfe!!", schrie Kimie, als der Dämon Jaken und sie fast erreicht hatte. Im nächsten Moment sah sie nur, wie ein Schatten an ihr vorbeischoss und dann war da nur noch ein schneidendes Geräusch. Als das Mädchen sich daraufhin umdrehte war der Dämon hinüber. Er lag tot im Gras und dirket vor ihm stand Sesshoumaru. Er hatte dieses Vieh mit nur einem Angriff erledigt. Völlig geschafft ließ Kime nun Jaken fallen und sank dann auf das Gras nieder. Inuki wirkte hingegen noch recht munter und beschnupperte neugierig den auf dem Boden liegenden Krötendämon.
"Ich habe dich gewarnt.", sagte Sesshoumaru in seinem üblich freundlichen Ton an Kimie gerichtet. Diese war zu erschöpft um was zu erwidern. Sie beließ es einfach dabei.
"Kimie-san! Jaken-sama! Ist alles in Ordnung?", fragte Rin besorgt und kam mit Ah-Un an den Zügeln auf die beiden zu. Jaken keuchte kurz und rappelte sich dann auf. "Mir ginge es besser, wenn dieses Weib mich nicht einfach in den Dreck fallen gelassen hätte!" Er klopfte sich etwas Staub von den Klamotten. Sofort schien es Kimie wieder besser zu gehen, denn sie sprang auf und war kurz davor, zu platzen. Mit einem Hieb ihrer Faust verpasste sie Jaken kurzerhand eine Kopfnuss. "So sagt man also danke, ja?!", fragte sie sarkastisch. "Ich habe dir gerade deine schleimige Froschhaut gerettet! Natürlich hätte ich dich auch einfach da stehen lassen und als Mittagsmenü enden lassen können!"
"Ich bin ein Krötendämon!", korrigierte Jaken das Mädchen und wandte sich ab. "Außerdem habe ich dich nicht darum gebeten, mich zu retten!"
"Hm!" Kimie verschränkte die Arme vor der Brust. "Dann erinnere mich daran, dass ich dich das nächste Mal nicht mehr retten werde!"
"Es war Sesshoumaru-sama, der uns gerettet hat!", korrigierte Jaken sie erneut. Kimie kochte. Anscheinend legte dieser Typ es wirklich darauf an. Gut, er hatte schon irgendwie recht gehabt, aber wenn sie ihn sich nicht geschnappt hätte, wäre Jaken jetzt Vergangenheit. Im nächsten Moment überlegte sie, warum sie ihm eigentlich helfen musste.
"Ach, denk doch was du willst! Das ist mir echt sowas von egal!", keifte sie schließlich. "Mal abgesehen davon hast du Inuki einen Köter genannt!" Und wieder gab es von Kimie eine Kopfnuss. "Merk dir eins: Mein Hund ist KEIN Köter! Klar?!"
Jaken rieb sich seine Beule und sah wütend zu ihr hoch. "Und ob er ein Köter ist! Er ist ein lausiger Köter, der...!"
Wieder eine Kopfnuss.
"Halt die Klappe! Ich hab's geschnallt! Du magst wohl keine Hunde!"
"Hunde sind nur dazu gut, dass man ihnen die Flöhe aus dem Fell fischt!", beschwerte sich Jaken. "Zu was anderem sind sie nicht..." Auf einmal hielt er aber inne und begann zu schwitzen. Unsicher drehte er sich dann zu Sesshoumaru um, der alles ruhig und kommentarlos mit angehört hatte.
"AAH!!" Sofort kniete Jaken auf dem Boden und verbeugte sich zigmal vor dem Youkai. "Sesshoumaru-sama! Versteht mich bitte nicht falsch! Ich habe nur von Hunden geredet, nicht von Hundedämonen, geschweige denn von Euch! Wobei es ja nur dieser Hund hier ist, den ich für völlig nutzlos und überflüssig halte! Bitte glaubt mir!"
Kimie sah sich das Schauspiel mit hochgezogener Augenbraue an. Das war ja vielleicht ein Schleimer!
>Ob es heute Abend Froschschenkel geben wird?<, dachte sie amüsiert.
Noch immer entschuldigte sich Jaken bei Sesshoumaru, der sich irgendwann aber wieder zum Gehen umwandte. Jaken bemerkte erst etwas später, dass sein Herr längst wieder fort war.
"Ich glaube, ich habe mein Leben gerade um 100 bis 200 Jahre verkürzt...", murmelte der Krötendämon, während er Sesshoumaru nachsah.
"Tja, das war wohl nix!", meinte Kimie amüsiert lächelnd und folgte dem Youkai, ebenso, wie Inuki. Jaken schmollte. "Halt du dich da raus, Menschenweib! Was verstehst du denn schon dav..." Er hielt inne und schaute auf ein Gebüsch des nahe gelegenen Waldes. Es raschelte verdächtig und ein Knurren war zu hören. Jaken schluckte und spurtete dann eiligst hinter der Gruppe her. "Mein Herr! Wartet auf mich, Sesshoumaru-sama!"
Inzwischen befanden sich Inu Yasha, Kagome und die anderen noch immer in dem Wald. Kimie lebte noch, das war bis dahin erstmal sicher, doch was könnte Sesshoumaru von ihr wollen? Das war die Frage, die sich jeder momentan stellte.
"Das ergibt doch gar keinen Sinn.", meinte Sango skeptisch. "Sesshoumaru wird Kimie ja wohl kaum aus Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mitgenommen haben."
"Wie das Beispiel hier beweist.", meinte Shippo und schielte auf den von Sesshoumaru demolierten Baum. Kagomes Sorgen vermischten sich mit einem Anflug von Wut. "Wenn dieser Kerl es wagen sollte, Kimie etwas anzutun, dann wird er das bitter büßen!"
"Wohlbemerkt hast du gegen ihn aber keine Chance, Kagome.", warf Inu Yasha mit hochgezogener Augebraue ein und fing sich sogleich einen giftigen Blick von dem Mädchen ein. "Das ist mir doch gleich!", erwiderte sie aufgebracht. "Und überhaupt sollten wir jetzt lieber weitersuchen, anstatt hier rumzusitzen und Löcher in die Luft zu starren!"
"Hey! Du musst mich nicht gleich so anbrüllen! Ich versuche genauso sehr, wie du, Kimie zu helfen!", sagte Inu Yasha und Miroku fügte hinzu: "Jeder von uns will ihr helfen. Also sollten wir uns jetzt besser überlegen, wie wir weiter vorgehen wollen, anstatt uns zu streiten."
Daraufhin senkte Kagome den Blick. "Tut mir Leid, Inu Yasha.", entschuldigte sie sich bei dem Hanyou. "Das war nicht gegen dich gerichtet, ehrlich nicht."
"Schon gut." Inu Yasha konnte Kagome schon verstehen. Sie machte sich halt Sorgen und das wohl zu recht. "Wohin Sesshoumaru gegangen ist, können wir leicht herausfinden.", sagte er schließlich. "Ihm zu folgen wird kein Problem sein. Stellt sich nur die Frage, was wir dann machen. Entweder kämpfen wir oder wir versuchen auf eine andere Art und Weise, Kimie zu befreien."
"Na, du würdest doch sicher kämpfen wollen, oder?", fragte Shippo den Hanyou. Inu Yasha grummelte leicht vor sich hin. Immer diese vorlauten Bemerkungen!
Die anderen schienen sich aber nicht sicher zu sein, ob ein direkter Angriff eine gute Idee gewesen wäre.
"Denken wir darüber nach, wenn wir sie gefunden haben.", schlug Sango schließlich vor und erntete einstimmiges Nicken. Die Gruppe lief nun weiter durch den Wald, wobei Inu Yasha an der Spitze ging. Ein Rascheln im Gebüsch ließ alle jedoch abrupt aufhorchen.
"Was war das?", fragte Kagome unsicher. "Da ist doch etwas."
Und tatsächlich tauchte hinter einem großen Busch nun ein riesenhafter Dämon auf. Shippo starrte ihn völlig entsetzt an. "WUAH! Der will uns doch nicht etwa fressen?!"
"Pah! Der wird schnell Geschichte sein." Inu Yasha sprang direkt auf das Ungetüm zu und holte mit der rechten Hand zum Schlag aus. "Sankon Tessou!"
Kurz darauf waren von dem Dämon nur noch Streifen übrig.
"Davon gibt es hier bestimmt noch einige andere.", vermutete Inu Yasha.
Nach ein paar Stunden Fußmarsch wurde Kimie sichtlich müde und nahm daher dankend das Angebot von Rin an, wie sie ebenfalls auf Ah-Un zu reiten. Sie setzte sich hinter das Mädchen. Mit der Zeit schien Rin aber mehr von der Müdigkeit eingenommen zu sein, als Kimie, denn das kleine Mädchen lehnte schon sehr bald friedlich schlafend an ihr.
"Wir rasten hier.", sagte Sesshouamru plötzlich woraufhin Ah-Un stehen blieb. Der Drache ließ sich vorsichtig nieder, doch Kimie konnte im Moment aber schlecht absteigen, denn Rin schlief noch tief und fest. So blieb sie also sitzen und wartete ab. Sie hätte natürlich auch einfach Sesshoumaru fragen können, ob er ihr die Kleine kurz abnahm, doch diesen Gedanken verwarf sie ganz schnell wieder.
>Bevor der mir einen Gefallen tut, schaffe ich es wohl eher, ihm Stöckchenholen beizubringen.<, dachte Kimie ironisch und musste bei dieser Vorstellung nun doch leicht amüsiert grinsen.
"Was ist denn so lustig?", holte die kühle Stimme von Sesshoumaru Kimie wieder in die Realität zurück. "Was? Äh... Gar nichts!" Sie senkte den Blick und versuchte, sich abzulenken. Plötzlich regte sich Rin und öffnete verschlafen die Augen. "Was ist denn los?", fragte sie müde.
"Nichts, wir rasten nur.", antwortete Kimie lächelnd. Rin sprang auf und kletterte von Ah-Uns Rücken hinunter. Kimie tat es ihr gleich und sofort kam Inuki auf sie zugelaufen.
"Na, Inuki? Wie wäre es mit einem kleinen Spiel?", fragte sie den Mischling, während sie ihre helle Jacke auszog und sie sich um die Hüften band. Mittlerweile war es doch ganz schön warm geworden.
"Ein Spiel?" Rin sah sie neugierig an. "Darf ich zuschauen?"
"Sicher." Und so ging Kimie zusammen mit Rin und Inuki etwas weiter auf die Wiese. Im Gras fand sie einen Stock, den sie aufhob. Rin beobachtete sie aufmerksam, als sie dem Hund den Stock präsentierte. "So, Inuki. Den Rest kennst du ja."
Kimie holte aus und warf den Stock weit weg. Sofort spurtete Inuki hinter ihm her und trug ihn anschließend wieder zu dem Mädchen zurück.