Fanfic: Ein tripp in die Altewelt
Seite um. Zuerst sah sie nur das helle Fell, welches sie noch festhielt, dann wanderte ihr Blick weiter und plötzlich sah sie direkt in Sesshoumarus Augen, die sie mit einem undefinierbaren Blick anschauten. Kimie glaubte, dass das ein schlechter Traum war. Da hielt sie doch allen Ernstes Sesshoumarus Fell, welches er stets über der Schulter trug, in der Hand! Abrupt sprang sie auf, wobei sie das Fell losließ, stolperte dabei aber nach hinten, woraufhin sie sofort wieder auf dem Boden saß.
"Himmel! Erschreck mich doch nicht so!", sagte sie atemlos und spürte, wie ihr Herz gegen ihre Brust hämmerte. Das war mit Sicherheit der Schock ihres Lebens gewesen und es verging ein kleiner Augenblick, bis sie sich wieder erholt hatte. "Naja, trotzdem guten Morgen.", fügte sie anschließend wie nebenbei hinzu.
Sesshoumaru stand nun wieder auf.
>Was hat er denn jetzt wieder?<, fragte sie Kimie unsicher, als er sie so anstarrte. >Mann, ist das kalt hier...< Tatsächlich hätte Sesshoumarus Blick wohl selbst die Sahara in eine Eiswüste verwandeln können. Doch entegegen Kimies Erwartungen hatte Sesshoumaru scheinbar keinerlei Absichten, sondern wandte sich nur wortlos um. Innerlich atmete sie erleichtert auf. >Uff! Keine Morddrohungen. Aber wirklich besser fühle ich mich ehrlich gesagt trotzdem nicht...<
Kimie wurde nun freudig von Inuki begrüßt und sofort schienen ihre Bedenken wie weggeblasen zu sein. "Guten Morgen, mein Süßer! Na? Geht's dir gut?" Der Mischling bellte und sprang um das Mädchen, das jetzt aufstand, herum. Ihr Blick fiel nun auf Rin. "Guten Morgen, Rin."
"Guten Morgen, Kimie-san." Rin lächelte fröhlich. Kimie streckte sich und fragte dann: "Reisen wir gleich weiter?"
"Nein, Sesshoumaru-sama meinte, wir bleiben noch einen Moment hier."
"Schön, dann müssen wir uns ja nicht so abhetzen, wegen dem Früshstück und so." Dann wurde Kimie aber nachdenklich. "Apropos Frühstück, was können wir eigentlich essen?"
Rin deutete in den Wald. "Da gibt es bestimmt viele Beeren und Früchte. Wir müssen sie nur sammeln."
Irgendwie gefiel Kimie der Gedanke. Das war mal was anderes und machte sicher auch Spaß. Rin schien ihre Gedanken lesen zu können, denn sie ergriff das Mädchen bei der Hand. "Wollen wir nach ein paar Früchten suchen, Kimie-san?"
Kimie nickte einverstanden. "Gerne!" Doch bevor sie mit Rin in den Wald ging, fügte sie im Flüsterton hinzu: "Aber dürfen wir einfach so gehen? Ich meine, ist Sesshoumaru dann nicht...?"
"Ihr dürft.", drang die Stimme des Youkais an die Ohren der beiden Mädchen. Kimie starrte reichlich überrascht in seine Richtung. >Der hat mich gehört? Meine Güte...<
Tatsächlich stand Sesshoumaru einige Meter von den beiden entfernt und ein normaler Mensch hätte Kimies Aussage bestimmt nicht hören können. Tja, aber Sesshoumaru war halt kein Mensch. Rin machte sich darüber aber scheinbar überhaupt keine Gedanken, sondern lief nur fröhlich in den Wald hinein, mit Kimie im Schlepptau. Beide kamen an Jaken vorbei, woraufhin Kimie kurz stehen blieb. Irgendwie wirkte der Krötendämon angeschlagen, als wäre er in eine Prügelei geraten.
"Was ist denn mit dir passiert?", fragte sie Jaken, der sie sofort anfunkelte, da er genau wusste, was sie meinte. "Das warst du!", schimpfte er aufgebracht. "Du hast mich im Schlaf geschlagen, als ich dich wecken wollte!"
"Ups! Tut mir Leid.", antwortete Kimie, wenngleich es nicht wirklich mitleidsvoll klang. Dann erinnerte sie sich ganz schwach daran, dass sie das Gefühl hatte, etwas hätte sie im Schlaf immer wieder gepiekt. Ihr Blick fiel daraufhin auf den Kopfstab und sie zog skeptisch eine Augenbraue hoch. >Wenn meine Vermutung stimmt, dann tut es mir jetzt gleich viel weniger Leid.<, dachte sie mit einem Anflug von Schadenfreude.
"Kimie-san! Komm schon!", rief Rin zog an der Hand des Mädchens. Kimie folgte ihr sogleich, ebenso wie Inuki, der so gut wie nie von der Seite seiner Herrin wich.
Sesshoumaru verfolgte den Hund, der nun hinter einem Busch verschwand, mit einem prüfenden Blick.
In diesem Wald gab es wirklich viele Beeren und Früchte, die auch wirklich gut schmeckten, wie Kimie feststellte, als sie mal zur Probe welche kostete. Nach einer Weile hatten die beiden Mädchen schon reichlich viel gesammelt, als Kimie plötzlich Rins Stimme hörte, die sie rief: "Kimie-san! Hier ist eine heiße Quelle!"
Kimie horchte auf und kam auf Rin zu, die aber inzwischen etwas außer Sichtweite war. Nachdem sie sich etwas durch die Büsche gekämpft hatte, entdeckte Kimie das kleine Mädchen, welches an einer heißen Quelle stand.
"Wow! Das ist echt toll!" Irgenwie überkam Kimie jetzt die Lust nach einem Bad. Das wäre jetzt wirklich nicht schlecht gewesen. Und wieder schien Rin in ihren Gedanken gestöbert zu haben, denn sie sprach genau das aus, was Kimie durch den Kopf ging: "Ich werde Sesshoumaru-sama nachher fragen, ob wir ein Bad nehmen dürfen. Hast du Lust darauf, Kimie-san?"
"Sicher! Glaubst du, er erlaubt es?"
"Ich denke ja. Komm! Wir gehen wieder zurück. Was wir gesammelt haben, dürfte erstmal reichen."
Und damit folgte Kimie Rin wieder zum Lager. Allerdings fragte Rin Sesshoumaru nicht sofort wegen der heißen Quelle, zunächst aßen sie und Kimie die mitgebrachten Früchte. Rin gab Ah-Un welche ab. Dabei dachte Kimie unweigerlich an Sesshoumaru. Aß der eigentlich nie was? Es fiel ihr jetzt erst auf, dass sie ihn bis jetzt noch was hat essen sehen. Doch dachte sie nicht lange groß darüber nach. Sesshoumaru würde ja wohl nicht darauf warten, dass man ihm einen Napf hinstelllen würde. Doch dieser Gedanke brachte Kimie kurz zum Schmunzeln.
Als sowohl Rin, als auch Kimie mit ihrem provisorischen Frühstück waren und auch Inuki von Kimie etwas von den mitgebrachten Früchten abbekommen hatte, wandte sich Rin an Sesshoumaru: "Sesshoumaru-sama, dürfen Kimie-san und ich zu der heißen Quelle gehen, die wir vorhin entdeckt haben?"
Der Youkai nickte nur stumm und kurz darauf waren Kimie und Rin auch schon wieder verschwunden. Inuki machte natürlich sogleich Anstalten, die Mädchen zu begleiten.
"Du!"
Inuki blieb sofort stehen und wandte sich zu Sesshoumaru um. Der Mischling wusste genau, dass der Youkai gerade ihn angesprochen hatte. "Nichts gegen deine bedingungslose Treue zu deinem Menschen, aber du solltest in Zukunft lieber vorsichtiger sein.", sagte Sesshoumaru mit mahnendem Unterton an den Hund gerichtet. "Bilde dir nicht ein, ich hätte eventuelle Hemmungen, dich schnell und einfach aus dem Weg zu räumen." Ein eiskalter Blick traf Inuki, doch wirkte dieser davon wenig beeindruckt, obgleich er genau zu wissen schien, was Sesshoumaru zu ihm gesagt hatte. Der Hund knurrte einmal kurz und mit einem letzten misstrauischen Blick folgte er Rin und Kimie, die bereits vorausgegangen waren, in den Wald. Sesshoumaru sah ihm prüfend nach.
>Eigenartiger Hund. Er ist nicht, wie andere, das steht fest.<
"Fragt sich nur, weshalb er so ist."
"Hm? Was habt Ihr gesagt, mein Herr?" Jaken kam sofort auf Sesshoumaru zu und sah ihn fragend an. Dieser antwortete aber nur kühl und ohne den Krötendämon dabei anzusehen: "Nichts, ich habe nur laut gedacht."
Jaken legte den Kopf etwas schief, fragte aber nicht weiter nach.
"Das nenn ich Leben.", meinte Kimie zufrieden.
Mittlereile war bestimmt eine halbe Stunde vergangen seit sie und Rin zu der heißen Quelle gegangen waren. Während Kimie die Zeit nutzte und sich entspannte, planschte Rin fröhlich im Wasser. Irgendwann hüpfte sie jedoch hinaus, schnappte sich eines der beiden von ihr mitgebrachten Handtücher und schlüpfte dann in ihren Kimono.
"Darf ich ein wenig mit Inuki spielen?", fragte sie schließlich und sah Kimie bittend an. Diese nickte lächelnd. "Natürlich. Ich bleibe währenddessen noch etwas hier."
Kurz darauf war Rin auch schon mit Inuki, der die ganze Zeit wartend unter einem Baum gesessen hatte, verschwunden, doch Kimie konnte noch das Lachen des kleinen Mädchens hören. Zufrieden schloss sie ihre Augen und ließ sich weiter in das Wasser gleiten. "Ich war lange nicht mehr so entspannt, wie heute. Da könnte man gleich jeglichen Ärger und Stress vergessen.", murmelte sie. Bald kam ihr aber der Gedanke, dass sie und Rin auch mal wieder zurückgehen mussten. Zum Abschluss tauchte sie einmal ganz ins Wasser und schwamm, sofern das bei dem niedrigen Wasserstand möglich war, auf die andere Seite der Quelle. Dort tauchte sie wieder auf und fuhr sich mit den Händen über die Haare. Die Augen hatte sie noch geschlossen, doch als sie sie jetzt öffnete, blieb ihr die Luft weg.
Ein lauter Schrei ertönte und erregte die Aufmerksamkeit von Rin und Inuki, die sich noch in der Nähe befanden. "Das war Kimie-san!", stellte Rin fest und sofort lief Inuki zurück zu der heißen Quelle. Rin folgte ihm, doch als sie ihn eingeholt hatte, stand der Hund etwas planlos in der Gegend rum. Das kleine Mädchen folgte seinem Blick und sah nun Kimie, die in der Quelle stehend, das verbliebene Handtuch vor ihrem Körper hielt und mit der anderen Hand einen faustgroßen Stein umklammert hatte. Direkt vor ihr auf dem Boden lag ein ziemlich mitgenommener Jaken. Auf seinem Kopf thronte eine dicke Beule und direkt neben ihm befand sich ein ähnlicher Stein, wie Kimie ihn im Moment in der Hand hielt.
"Kimie-san! Was...?" Doch ehe Rin die Frage zu Ende stellen konnte, ertönte eine andere Stimme: "Was geht hier vor?"
Kimie drehte sich reflexartig um und schleuderte den noch vorhandenen Stein in die Richtung, aus der die Stimme kam. Im