Fanfic: Ein tripp in die Altewelt

nächsten Moment hätte sie sich dafür aber am liebsten laut verflucht.
"Du wagst es, einen Stein nach mir zu werfen?", fragte Sesshoumaru, der auf einem der umherstehenden Felsen stand, kühl, in der Hand den geschleuderten Stein haltend. Der Youkai drückte kurz zu, dann war der Stein nur noch ein Haufen Kies.
Kimie tauchte jetzt bis zum Hals ins Wasser, als sie nach dem kurzen Schock feststellte, dass sie bis eben in der Quelle gestanden hatte und das nur mit dem Handtuch vor ihrem Körper.
"Selbst Schuld! Sag mal, haben wir hier heute Tag der offenen Tür, oder was?!", keifte sie aufgebracht. Jetzt war es ihr so ziemlich egal, wie Sesshoumaru reagieren würde. Zwar rechnete sie jeden Augenblick damit, dass er sie sofort an Ort und Stelle einen Kopf kürzer machen würde, doch sah er zu ihrem Erstaunen davon ab. Vielleicht lag es daran, dass Rin da war.
"Zieh dich an! Wir reisen weiter.", sagte Sesshoumaru knapp und verschwand dann ebenso schnell, wie er aufgetaucht war. Rin hatte die ganze Zeit etwas irritiert an der Quelle gestanden und die Situation stumm beobachtet. "Warum warst du eben so wütend und hast dich im Wasser versteckt?", fragte sie Kimie. Diese aber schüttelte nur leicht den Kopf und seufzte. Woher sollte Rin sowas auch nachvollziehen können? Sie war ja schließlich noch ein Kind.

Kimie mied während des weiteren Weges und des restlichen Tages den erneuten Blickkontakt mit Sesshoumaru, soweit ihr das möglich war. Aber das war auch nicht weiter schwer, denn auf dem Weg lief sie ständig einige Meter hinter ihm und er drehte sich auch nie um. Mittlerweile hatte Sesshoumaru die Gruppe wieder in den Wald geführt und noch immer wusste Kimie nicht, wohin es gehen sollte.
Jaken rieb sich immer wieder seine dicke Beule auf dem Kopf, die er Kimie verdankte. Dabei hatte Sesshoumaru ihn lediglich beauftragt, nach den beiden Mädchen zu schauen und dann musste dieses Menschenweib ihm doch wirklich einen Stein an den Kopf werfen! Das hatte er Kimie noch lange vorgehalten, bis sie irgendwann aufgehört hatte zuzuhören. Sie blickte jetzt stattdessen verträumt und nachdenklich in den Himmel, sofern ihr das möglich war, da das Blätterwerk der Bäume nur wenig davon preisgab. Dabei achtete sie aber natürlich nicht auf ihren Weg, was sie jedoch erst bemerkte, als sie prompt in Sesshoumarus Rücken hineinlief.
"Hatschi!!" Kimies Nase kitzelte furchtbar, denn sie war mit dem Gesicht frontal in Sesshoumarus Fell geraten. Der Youkai drehte sich leicht zu Kimie um. Diese konnte den Blick ihres Gegenübers nicht so recht deuten und hob abwehrend die Hände. "Hey, sorry! Das war ein Versehen!"
Sesshoumaru zog prüfend eine Augenbraue hoch. "Sorry?"
"Ich meine damit 'entschuldigung'.", erklärte Kimie knapp. "Was ist denn los? Warum halten wir an?", fragte sie dann aber.
"Mach doch deine Augen auf, dann siehst du es!", murrte Jaken und spielte sich auf, wie ein allwissendes Genie. Kimie hob langsam die zur Faust geballte Hand. "Du kleiner..." Sie schluckte die Beleidigung, die ihr auf der Zunge lag, aber hinunter und wandte stattdessen den Blick nach vorne. "Ein Fluss?"
Tatsächlich erstreckte sich vor der Gruppe jetzt ein etwas breiterer Fluss, der auch nicht wirklich flach wirkte. Wollte man rüberkommen, so brauchte man entweder eine Brücke oder man musste schwimmen. Kimie ließ suchend den Blick schweifen. "Hier gibt es nicht zufällig eine Brücke, oder?"
"Wir brauchen keine Brücke.", sagte Sesshoumaru, ohne eigentlich auf die Frage geantwortet zu haben. Kimie wirkte irritiert und starrte dann zum Fluss. Die Strömung wirkte auch nicht wirklich vertrauenswürdig. "Du verlangst doch jetzt nicht etwa, dass wir da durchschwimmen?" , fragte sie ungläubig und sah den Youkai ebenso an. Doch wie schon zuvor, gab es auf diese Frage keine klare Antwort: "Wir werden hier einen Moment rasten."
"Hey! Kannst du vielleicht einmal klar und deutlich auf eine meiner Fragen antworten?", fragte Kimie etwas aufgebracht und sofort fing sie sich wieder einen dieser eiskalten Blicke ein. "Nimm dich lieber in Acht, Menschenweib, sonst bereust du es später vielleicht noch."
Doch Kimie machte nur eine wegwerfende Handbewegung. "Ach! Weißt du was? Deine Drohungen und dieses Pokerface stehen mir mittlerweile bis oben hin! Du nervst unheimlich! Du bist schlimmer, als ein Sack Flöhe! Und außerdem ist mein Name Kimie, ist das jetzt endlich mal angekommen? Ki-mi-e!"
Es wurde abrupt still, man hätte eine Stecknadel fallen hören.
>Hat der jetzt seine Zunge verschluckt?<, fragte sich Kimie unsicher, während sie Sesshoumaru gegenüber stand. Er sagte nichts und es war absolut nicht klar, was er gerade dachte.
Irgendwann wurde es Kimie scheinbar zu blöd, mit dem Youkai den Wettberwerb im Salzsäulestehen fortzuführen und sie wandte sich zum Gehen um.
"Kimie-san, wo gehst du denn hin?", rief Rin ihr verunsichert nach, woraufhin das Mädchen sich noch einmal kurz umdrehte. "Nur ein wenig spazieren, wenn der große Sesshoumaru-sama nichts dagegen einzuwenden hat!" Man konnte ganz deutlich den sarkastischen Unterton heraushören, besonders als sie seinen Namen ausgesprochen hatte. Jaken wollte sogleich wieder anfangen, rumzuzetern, doch Kimie hatte der Gruppe schon wieder den Rücken zugekehrt. "Das Schweigen deute ich als 'nein'. Komm, Inuki!"
Der Mischling folgte seiner Herrin sofort und damit blieb die restliche Gruppe am Fluss zurück.
"Warum ist Kimie-san denn so sauer?", fragte sich Rin etwas irritiert. Sie verstand nicht, weshalb Kimie plötzlich so mit Sesshoumaru geredet hatte und dann einfach weggegangen ist. Der Youkai hatte das Weggehen von Kimie und Inuki nur kommentarlos beobachtet. Dennoch schien er noch darüber nazudenken.
"Wie gesagt, wir rasten hier einen Moment. Wartet hier.", wies Sesshoumaru Rin und Jaken an und ging dann in die selbe Richtung, in die Kimie und Inuki verschwunden waren.
Die beiden waren inzwischen etwas weiter von den anderen entfernt. Kimie stützte sich schließlich mit der Hand genervt an einem Baum ab. "Meine Güte! Jetzt habe ich echt große Probleme. Wenn ich jetzt zurückgehe, dann macht der mich doch ohne wenn und aber auf der Stelle kalt. Ich und meine große Klappe! Das war ja mal wieder typisch!", fluchte sie vor sich hin.
Inuki stubste sie mit dem Kopf an, woraufhin sie sich umdrehte und ihn leicht lächelnd ansah. "Hey, Inuki! Was meinst du? Ob wir einfach 'ne Fliege machen sollten?"
Der Mischling legte den Kopf etwas schief und Kimie streichelte ihn sanft. "Schade, dass du nicht sprechen kannst. Ich wüsste zu gerne, was du über all das denkst."
Sesshoumaru brauchte nicht lange um die beiden zu finden. Jetzt stand er an einem Baum gelehnt und ließ verborgen hinter den Ästen eines Busches und aus einiger Entfernung seinen Blick auf Kimie und Inuki ruhen. Nun, der Tag neigte sich allmählich dem Ende entgegen und Inu Yasha war noch immer nicht aufgetaucht.
Sesshoumaru wartete noch einen Moment, dann näherte er sich weiter.
Kimie bekam davon nichts mit. Noch immer überlegte sie, was sie am besten tun sollte.
Als Sesshoumaru nun doch sehr nah gekommen war, wandte Inuki den Blick in seine Richtung um. Er hatte den Youkai natürlich gehört und begann nun, leise und warnend zu knurren. Es schien, als ahnte der Hund, was Sesshoumaru vor hatte. Dieser blieb kurz stehen. Keinesfalls aus Vorsicht oder geschweige denn Angst, aber er wollte doch wissen, was dieser Hund nun tun würde.
"Inuki? Was ist denn los?" Kimie konnte den Grund für Inukis Verhalten nicht erkennen. Hier war alles so voll gestellt mit Büschen und Bäumen, dass es schwer fiel, überhaupt was zu sehen. Man sah wirklich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Sie bemerkte erst, was Inuki beunruhigte, als Sesshoumaru schließlich hinter einem Baum hervorkam. Wieder begann Inuki zu knurren, doch Sesshoumaru wirkte wenig beeindruckt. Kimie war eher überrascht, aber auch etwas nevös. "Du?! Aber was...?"
Doch sie konnte ihre Frage nicht zu Ende stellen. Denn plötzlich sprang Inuki mit einem lauten Bellen auf den Youkai zu und biss sich oberhalb des linken Ärmels an dessen Kimono fest. Kimie war völlig geschockt.
Inuki! Lass das! Hör auf!"
Sie schaffte es, Inuki zu packen, doch er wollte dennoch nicht loslassen.
"Inuki! Lass ihn los!"
Allmählich begann die Panik in Kimie aufzusteigen. Was, wenn Sesshoumaru wegen Inuki so wütend werden würde, dass er ihn vielleicht töten würde? Das konnte sie sich sehr gut vorstellen. Und was würde ihn schon daran hindern?
Inuki zog weiter am Ärmel des Kimonos und erst jetzt bemerkte Kimie das, was ihr an Sesshoumaru die ganze Zeit über nicht aufgefallen war. >Sein... Sein Arm...<
In diesem Moment zerriss Inuki den Ärmel des Kimonos.
"Jetzt ist aber Schluss!"
Kimie schaffte es doch noch, Inuki wegzuziehen und hielt ihn fest. Wütend starrte der Hund Sesshoumaru an und knurrte noch immer. Der Youkai warf einen kurzen Blick auf seinen etwas mitgenommenen Kimono, ehe sein Blick wieder auf den Hund fiel, der es gewagt, hatte ihn anzugreifen. Dieser wurde inzwischen von seiner Herrin wieder beruhigt. "Ruhig, Inuki! Es ist ja alles gut." Sanft streichelte Kimie den Kopf des Hundes.
Sesshoumaru schwieg und bedachte die beiden nur mit einem kühlen Blick. Mit diesem Angriff hatte selbst er nicht gerechnet.
Eine unheimliche Stille lag in der Luft.
Als der Youkai schließlich einen Schritt auf die beiden zumachte, dabei immer den Blick auf Inuki gerichtet, und seinen rechten Arm wie zum Angriff hob, drückte Kimie ihren Hund schnell nach hinten, sodass sie sich nun