Fanfic: Ein tripp in die Altewelt

konnte man das mit dem Töten eines Menschen vergleichen? Sie musste sich eingestehen, dass sie es im Moment nicht wusste.
Inuki beteiligte sich weiterhin an dem Kampf. Er griff nun gezielt einen Räuber an, der gerade ebenfalls einen Bogen hervorholte und einen Pfeil aus seinem Köcher entnehmen wollte. Bevor er dies aber tun konnte, war der Hund bereits auf ihn zugesprungen und nagelte ihn auf dem Boden fest. Sesshoumaru erledigte währenddessen eine Gruppe von fünf Räubern mühelos mit seiner Lichtpeitsche.
"Du bist wohl völlig übergeschnappt!?", schrie der Räuberhauptmann, während er Sesshoumaru beobachtete. Sowas hatte er auch noch nicht erlebt. Innerhalb von wenigen Augenblicken wurden mehrere seiner Leute von einer einzigen Person niedergemacht.
"Das kann unmöglich ein Mensch sein!", rief plötzlich einer der anderen Räuber mit einem entsetzten Blick auf Sesshoumaru. "Das ist ein Monster!" Und das war der letzte Satz dieses Mannes, denn schon hatte der Youkai ihn einen Kopf kürzer gemacht.
Der Anführer der Räuber war so wütend, er ging scheinbar ohne Sinn und Verstand erneut auf Kimie los. Diese konnte seine Attacken jedoch erneut abweheren. Während des Duells bekam das Mädchen aus den Augenwinkeln mit, wie Sesshoumaru einige weitere Räuber ausschaltete, die versuchten, sich einzumischen. Dies bekam auch ihr Anführer mit und genauso plötzlich, wie er Kimie eben angegriffen hatte, brach er seine Attacken ab.
"Verdammter Mist! Wir ziehen uns zurück!", rief er dem Rest seiner Bande zu, die Sesshoumaru noch nicht zu Schaschlick verarbeitet hatte. Der Mann sprang auf sein Pferd und warf noch einen letzten bedrohlichen Blick auf Kimie und Sesshoumaru, ehe er seine Bande vom Kampfplatz wegführte. Im schnellen Galopp liefen die Pferde davon und verschwanden hinter den Büschen und Bäumen des Waldes.
"Idioten.", murmelte Kimie. Dass diese Kerle erst jetzt gemerkt hatten, dass Sesshoumaru für sie eine Numer zu groß war, verstand sie nicht wirklich. Sie dachte aber nicht weiter darüber nach, denn glücklicherweise war die Sache doch noch gut ausgegangen. Mit einem Seufzen senkte sie ihre Hand, in der sie ihr Schwert hielt und ließ ihren Blick über den Kampfplatz schweifen. Da lagen bestimmt 10 bis 15 tote Männer auf dem Boden. Einige Leichen lagen auch teilweise im Fluss, dessen Wasser sich von ihrem Blut rot färbte. Die Strömung spülte das Blut jedoch schnell fort.
Etwas verunsichert wandte Kimie den Blick nun zu Sesshoumaru um. Er hatte diese Männer ohne mit der Wimper zu zucken getötet, doch zu Anfang nicht sofort. Sie vermutete, dass das an Rin lag. Dem Anschein nach tötete Sesshoumaru keine Menschen in ihrer Gegenwart.
>Sieh mal an! Anscheinend ist er doch fürsorglich, auf eine gewisse Art und Weise jedenfalls.<, dachte sie.
Sesshoumaru zeigte keinerlei Emotionen, während er einen letzten prüfenden Blick auf seine Opfer warf. Sein Augenmwerk blieb bald darauf an Kimie hängen. Diese ahnte, was nun kommen würde.
"Wenn ich mich recht erinnere, wurden wir gestört. Wir waren noch nicht fertig." Mit diesen Worten zog Sesshoumaru eines seiner Schwerter. Sofort war erneut Inukis Aufmerksamkeit auf den Youkai gerichtet.
"Nicht, Inuki!", hielt Kimie ihren Hund zurück, der daraufhin zwar etwas irritiert wirkte, aber dennoch gehorchte. Sie selbst steckte ihr Schwert zurück in die Scheide. "Was ist jetzt?", fragte sie Sesshoumaru, der noch auf der selben Stelle stand, mit eigenartig gleichgültiger Stimme. "Wenn du mich töten willst, dann tu das bitte gleich. Und wenn nicht, dann lass es einfach. Aber ich möchte dich vorher noch bitten, dass du Inuki verschonst. Mit mir kannst du machen, was du willst."
Draufhin kam Sesshoumaru auf sie zu, in der rechten Hand das Schwert haltend. Er erhob es und setzte es direkt rechts an Kimies Hals an. Die kalte Klinge auf ihrer Haut jagte ihr für einen kurzen Moment einen Schauer durch den Körper. Sie musste sich eingestehen, dass sie doch Angst hatte, auch wenn sie das nach Möglichkeit nicht zeigte. Aber na gut, wenn sie jetzt eben sterben sollte, dann sollte es halt so sein. Kimie würde nicht versuchen, gegen Sesshoumaru zu kämpfen, das wäre eh sinnlos gewesen, und wegzulaufen hätte ihr auch wenig genutzt. Um Inuki machte sich Kimie keine Sorgen. Er würde sicher zurecht kommen. Da Kagome und die anderen mit Sicherheit nach den beiden suchten, würde Inuki bestimmt bald gefunden werden.
Kimie sah noch einmal kurz in Sesshoumarus Augen, bevor sie ihre eigenen nun schloss und abwartete. Währenddessen lief Inuki nervös hin und her. Er schien überhaupt nicht zu wissen, was er tun sollte. Er wollte seine Herrin natürlich schützen, doch hatte sie ihm ausdrücklich befohlen, nichts zu tun.
Kimie öffnete ihre Augen wieder, als sie völlig unerwartet ein Geräusch wahrnahm, das klang, als würde jemand ein Schwert zurück in die Scheide stecken. Tatsächlich hatte Sesshoumaru sein Schwert nicht gegen das Mädchen eingesetzt und es ungebraucht wieder eingesteckt.
"Gehen wir.", wies der Youkai sie mit kühler Stimme an, kehrte ihr den Rücken zu und machte sich auch schon auf dem Weg.
>Wie jetzt?< Kimie war zugegeben reichlich überrascht. Sie war eigentlich davon überzeugt gewesen, Sesshoumaru würde sie jetzt töten. Sein Verhalten konnte sie sich nun überhaupt nicht erklären. Inuki hingegen schien mächtig erleichtert gewesen zu sein und lief erfreut auf seine Herrin zu.
>Den soll mal einer verstehen.<, dachte Kimie, während sie dem Youkai nachsah. Schließlich folgte sie ihm in einem gewissen Abstand. Während sie aber an den Leichen der von Sesshoumaru getöteten Räuber vorbeiging, beschleunigte sie etwas ihren Schritt. Der Weg war aber schnell wieder zu Ende, denn der Fluss war natürlich noch immer da und eine Brücke fehlte nachwievor.
>Und jetzt?<, dachte Kimie und schaute unsicher zu Sesshoumaru, der links neben ihr stand. Sie wusste nicht, was jetzt kommen würde und wie die beiden und Inuki über diesen Fluss kommen sollten.
Plötzlich spürte Kimie, wie Sesshoumaru ohne jegliche Vorwarnung seinen Arm um ihre Hüfte legte und sie festhielt. Anschließend sprang er scheinbar mühelos über den Fluss und landete sicher auf der anderen Seite, wo er wieder von ihr abließ. "Du wartest hier.", wies der Youkai das Mädchen an, als er noch einmal auf die andere Seite des Flusses zurückkehrte. Er wollte dem Anschein nach noch Inuki rüberholen, doch der Hund wirkte wenig begeistert, als er ahnte, was Sesshoumaru vor hatte. Immer, wenn dieser einen Schritt auf den Mischling zumachte, trat dieser zwei Schritte zurück, dabei immer ein leises Knurren verlautend.
Kimie überlegte einen Moment, dann rief sie ihrem Hund zu: "Inuki! Es ist gut! Sei brav und tu, was er von dir will!"
Inuki hatte dem Mädchen aufmerksam zugehört. Er wirkte daraufhin zwar wenig begeistert, ließ es dann aber dennoch zu, dass Sesshoumaru ihn nun ebenfalls über den Fluss trug. Der Hund war aber sichtlich erfreut, als der Youkai ihn wieder losließ, und lief auf seine Herrin zu.
"Brav, Inuki.", lobte Kimie ihren Hund. Sesshoumaru ging an den beiden vorbeiund wies sie in seinem üblichen Ton an, ihm zu folgen. Mit gemischten Gefühlen tat Kimie das dann auch, dicht gefolgt von Inuki. Im Weggehen schaute sie aber noch einmal zum Fluss zurück.
Die Sonne ging allmählich unter und ihre Strahlen fielen durch das Blätterdach der Bäume auf den Kampfschauplatz, dessen Spuren die friedliche Atmosphäre dieses Waldes mit einem dunklen Schatten überzogen.

"Hier haben sie Rast gemacht.", sagte Inu Yasha und schaute auf die Überreste eines Lagerfeuers. Zwar sind die Asche und weitere Überreste von Holz zuvor beseitigt worden, dennoch waren die Spuren des Lagerfeuers für ein geübtes Auge noch zu sehen. "Ich vermute, sie haben etwa einen Tag Vorsprung."
Die Nacht hatte inzwischen Einzug gehalten und die Gruppe würde wohl erst morgen ihren Weg fortsetzen. Sie mussten sich aber beeilen, wollten sie nicht ewig hinter Sesshoumaru herhängen.
"Sobald die Sonne aufgeht, gehen wir weiter.", entschied Inu Yasha und erntete zustimmendes Nicken. Der Hanyou nahm die Umgebung kurz genauer unter sie Lupe und nahm einen neuen Geruch wahr. "Hier muss irgendwo ein Dämon sein.", sagte er und entdeckte diesen auch schnell. Hinter einem Gebüsch am Waldrand lag ein Schlangendämon im Gras.
Die anderen folgten Inu Yasha und warfen ebenfalls einen Blick auf dessen Entdeckung.
"Der sieht aber ziemlich tot aus, wenn ihr mich fragt.", meinte Shippo mit einem prüfenden Blick.
"Sesshoumarus Wege sind gepflastert mit toten Lebewesen.", sagte Inu Yasha mit einem Unterton von Sarkasmus. "Wir sind ohne Zweifel auf dem richtigen Weg."
Sango nahm den toten Dämon genauer in Augenschein. "Sieht nach einem gezielten Schwerthieb auf den Kopf aus.", meinte sie und deutete auf den Kopf des Schlangendämons. Inu Yasha beäugte diesen noch einmal prüfend. "Seltsam..."
"Was findest du seltsam, Inu Yasha?", fragte Kagome neugierig. Der Hanyou verschränkte die Arme vor der Brust und antwortete ruhig: "Dieser Dämon riecht nicht nach Sesshoumaru, was aber eigentlich logisch wäre, hätte dieser in erlegt. Dafür riecht er aber irgendwie nach Kimies Schwert."
Die anderen starrten ihren Freund ungläubig an und besonders Kagome wirkte ziemlich aus der Bahn geworfen. "Willst du damit etwa sagen, dass Kimie diesen Dämon getötet haben soll?"
Inu Yasha nickte leicht. "Ist zumindest anzunehmen, wenn ich mir das hier so anschaue. Hoffentlich kommt sie deshalb aber nicht auf die dumme Idee, sie könnte etwas gegen Sesshoumaru ausrichten. Ihn sollte sie besser in Frieden