Fanfic: Ein tripp in die Altewelt
lassen."
"Na, hoffentlich lässt er Kimie aber auch in Ruhe.", sagte Kagome verunsichert und mit einem letzten Blick auf den toten Dämon. >Kimie, stell bitte nichts Blödes an!<, flehte das Mädchen in Gedanken. >Mit Sesshoumaru ist wirklich nicht zu spaßen. Sie dich vor!<
Wenn Kagome geahnt hätte, wie sehr Kimie das Schicksal schon herausgefordert hatte, hätte sie wohl sofort an Ort und stelle einen Herzstillstand erlitten. Aber auch Kimie selbst schien mittlerweile gemerkt zu haben, dass sie bis jetzt unwahrscheinlich viel Glück gehabt hatte. In Zukunft wollte sie es daher vermeiden, Sesshoumaru in irgendeiner Form zu reizen. Wer weiß, ob er beim nächsten Mal nicht wirklich ernst machen und sie doch noch töten würde.
Die Nacht war für Kimie sehr unruhig gewesen. Kurz nachdem sie, Inuki und Sesshoumaru wieder Anschluss an Jaken, Rin und Ah-Un gefunden hatten, schlug die Gruppe ihr Nachtlager auf. Kimie konnte aber die ganze Nacht kein Auge zutun und schlief erst bei Anbruch des nächsten Morgens für einen kurzen Moment ein, als sie aber von Rin wieder geweckt wurde.
Jetzt führte der Weg der kleinen Gruppe aus dem Wald hinaus und auf einen Weg, der den Wald entlang- und an ein Dorf vorbeiführte. Zum ersten Mal, seit sie sich in dieser Epoche befand, sah Kimie nun auch andere Menschen, die in diesem Land lebten. Einige Bauern arbeiteten auf den Feldern und ein paar Kinder spielten in der Nähe des Dorfes.
In einiger Entfernung, am Waldrand rastete die kleine Gruppe nun. Rin wollte sich gerne kurz etwas in dem Dorf umsehen, was Sesshoumaru ihr auch gestattete. Das kleine Mädchen spannte dabei auch noch gleich Kimie und Inuki ein, mit ihr zu kommen, was diese auch bereitwillig taten.
Die drei waren bestimmt eine halbe Stunde fort gewesen, als sie bald darauf wieder zurückkamen. Das Dorf war sehr klein und es gab nicht wirklich viel zu sehen, aber die Dorfbewohner hatten Rin aus Freundlichkeit ein paar Früchte mitgegeben und Kimie konnte etwas Fleisch für Inuki ergattern. Sie konnte ihn schließlich nicht nur mit Beeren und sowas füttern. Aber sie hatte auch etwas anderes bekommen, um was sie eine ältere Frau gebeten hatte.
Mit einem etwas mumligen Gefühl kam Kimie nun auf Sesshoumaru zu, der an einem Baum saß und sich mit dem Rücken an den Stamm angelehnt hatte.
"Störe ich?", fragte sie zögerlich, erhielt aber keine Antwort. Er sah sie nichtmal an. Kimie fuhr sich kurz verunsichert mit der Hand durch die Haare, dann sprach sie weiter: "Soll ich mich darum kümmern?"
Auf diese Frage hin sah Sesshoumaru zu ihr hoch. Das Mädchen deutete auf den zerissenen linken Ärmel seines Kimonos. "Ich meine deinen Kimono.", erklärte sie. "Soll ich mich darum kümmern? Eine Frau aus dem Dorf hat mir Nähzeug mitgegeben. Ich habe sie darum gebeten."
Der Blick des Youkai wirkte sehr gleichgültig und genauso war auch die Antwort von ihm: "Mach, was du willst." Und schon schaute er wieder weg.
Kimie trat nun an Sesshoumarus Seite und setzte sich links neben ihm auf den Boden. Dann nahm sie den linken Ärmel des Kimonos in die Hand und sah ihn sich an. Inuki hatte wirklich ganze Arbeit geleistet, aber sie würde das schon hinkriegen. Nach einem kurzen Moment setzte Kimie den ersten Stich mit der Nadel in den Stoff und hatte sich recht schnell eingearbeitet.
Währenddessen döste Ah-Un friedlich im Gras, neben ihm saß Jaken und genehmigte sich ebenfalls eine kleine Schlafpause. Rin pflückte mit sichtlich viel Spaß ein paar Blumen und Inuki saß ein paar Meter von dem Baum, an dem Sesshoumaru nun mit Kimie saß, im Gras und beobachtete den Youkai genau.
Kimie und Sesshoumaru schwiegen sich scheinbar nur an. Worüber hätten sie auch reden sollen? Mal abgesehen davon, dass er wohl gar nicht mit ihr reden wollte. Aber da brannte ihr diese eine bestimmte Frage auf der Zunge, die sie unbedingt loswerden wollte. Jedoch war sie sich nicht sicher, wie er darauf reagieren würde. Ob er vielleicht wütend werden könnte, oder so. Schließlich rang sich Kimie aber doch noch zu der Frage durch, sprach aber sehr vorsichtig: "Ähm... Da gibt es etwas, was ich gerne wissen würde. Darf ich dich fragen, wie das passiert ist? Ich meine, das mit deinem Arm."
Keine Antwort.
Sofort senkte Kimie den Blick. "Entschuldige. Du musst es mir natürlich nicht sagen, wenn du nicht willst. Vergiss, dass ich gefragt habe."
Sie wollte nicht weiter auf das Thema eingehen und bereute es auch bereits, dass sie überhaupt damit angefangen hatte. Doch zu ihrer Überraschung kam nach einer Weile doch eine unerwartete Antwort zurück: "Inu Yasha hat das zu verantworten."
Kimie schaute auf und sah Sesshoumaru mit einer Mischung aus Überraschung und Irritation an. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er doch antworten würde, doch was er gesagt hatte, kam doch sehr unerwartet. "Inu Yasha?", fragte sie ungläubig. "Aber wie...?"
"Mit Tessaiga.", antwortete der Youkai im üblichen Ton, noch bevor Kimie ihre Frage zu Ende stellen konnte. Dann sprach er mit gleichgültigem Unterton weiter: "Aber was soll's? Das liegt schon eine längere Zeit zurück."
"Aber... schränkt dich das nicht ein?", fragte das Mädchen vorsichtig. Sesshoumaru sah sie noch immer nicht an, antwortete aber erneut: "Ich bin immerhin ein Dämon. Euch Menschen würde sowas wohl beeinträchtigen, doch mich garantiert nicht."
Kimie wandte langsam ihren Blick von ihm ab. "Hmm... Wenn du meinst." Und mit diesem Thema war auch ihre Arbeit beendet. Den Ärmel des Kimonos hatte sie wieder hinbekommen und das Ergebnis war auch durchaus ansehnlich. Sie trennte nun den restlichen Faden ab. "So, fertig. Nimm es Inuki bitte nicht übel."
Und während Kimie noch darüber nachdachte, was sie jetzt mit der Nadel anstellen sollte, beobachtete Inuki weiterhin misstrauisch, was gerade bei seiner Herrin und Sesshoumaru ablief. Der Mischling hatte alles bis jetzt ziemlich genau in Augenschein, wobei sein Blick stets auf den Youkai gerichtet war. Diesem blieb das natürlich nicht verborgen.
"Dein Hund ist entweder ziemlich mutig oder aber ziemlich leichtsinnig, dass er es gewagt hat, mich anzugreifen. Und das nur, um dich zu schützen.", sagte Sesshoumaru mit einem prüfenden Blick auf den Hund. Kimie horchte auf und schaute zu Inuki rüber. "Inuki kennt mich, seit er ein Welpe war. Er beschützt mich, wie ich ihn beschützen würde.", erwiderte sie ruhig. "Wo wir gerade dabei sind, würde ich gerne noch eine Frage loswerden." Abrupt nahm ihre Stimme wieder diesen vorsichtigen Unterton an und mit einem leichten Blick zu Sesshoumaru fragte sie: "Wolltest du mich töten?"
Noch immer sah sie Sesshoumarus Gesicht nur von der Seite, auch, als er ihr erneut antwortete: "Lass mich dir mal eine Gegenfrage stellen: Was, wenn ich die Frage bestätige und dir sage, dass ich es gegebenenfalls noch einmal versuchen werde?"
"Hm, dann kann ich mich wohl kaum dagegen wehren. Dann frage ich mich aber auch, warum du mich diesmal noch verschont hast.", meinte Kimie und wandte ihren Blick wieder ab. "Ich bin sicher nicht stark genug, um dich zu besiegen, ebenso wenig, wie Inuki dich nicht besiegen könnte."
Und das stimmt auch. Warum sollte sie sich auch was vormachen? Kimie wusste genau, dass sie im Ernstfall nichts unternehmen konnte. Aus dem Augenwinkel schaute Sesshoumaru kurz prüfend zu dem Mädchen. "Deine Angst mir gegenüber scheint sich in Grenzen zu halten, wenn ich daran denke, was du bei den anderen Dämonen immer für einen Aufstand gemacht hast.", meinte er plötzlich. "Jedenfalls konnte ich bei unserem ersten Treffen am Fluss keine Angst von deiner Seite aus wahrnehmen. Ich spüre, dass du momentan etwas unsicher bist, aber Angst hast du nicht wirklich. Woran liegt das?"
Daraufhin starrte Kimie ihn reichlich ungläubig an. "Dafür fand ich unser zweites Treffen erschreckend genug. Ich hätte fast einen Herzinfarkt bekommen, als du mich so plötzlich attackiert hast. Trotzdem noch zu deiner Frage: Hast du schonmal in einen Spiegel geschaut?"
Sesshoumaru drehte nun doch seinen Kopf zu dem Mädchen. Sein Blick war der selbe, wie üblich, dennoch machte er den Eindruck, als wäre er ein wenig irritiert. "Wie soll ich die Frage verstehen?"
Zuerst wollte Kimie antworten, sah dann aber davon ab und schüttelte den Kopf. "Ach, vergiss es. Ist nicht so wichtig." Als ob das nicht auf der Hand lag! Sesshoumaru wirkte wirklich alles andere als furchterregend, wenn man ihn sich so ansah. Wenn man dagegen ein paar andere Dämonen unter die Lupe nahm. >Aber an sowas denkt er wahrscheinlich gar nicht.<, überlegte Kimie mit einem Anflug von Müdigkeit.
Inuki saß noch immer auf der selben Stelle und wirkte äußerst skeptisch. Vielleicht lag es daran, dass seine Herrin bereits so lange mit diesem Youkai gesprochen hatte.
"Er misstraut mir.", stellte Sesshoumaru fest und Inuki spitze aufmerksam die Ohren. Er hatte seinen Namen genau gehört. Kimie schaute zuerst zu Inuki, dann zu Sesshoumaru. "Kannst du seine Gedanken lesen, oder was?"
"Nein, aber ich sehe es in seinen Augen."
Dabei kam dem Mädchen eine neue Frage in den Sinn. "Sag mal, du bist doch ein Hundedämon, nicht wahr?"
"Ja, das ist richtig."
Kimie kam nun nicht mehr drum herum, sie musste sich den Youkai genauer ansehen. Also stand sie auf und hockte sich anschließend direkt vor ihm wieder auf den Boden. Sie musterte Sesshoumaru genau, was diesen aber mit der Zeit ein wenig auf die Nerven zu gehen schien. "Was ist?", fragte er kühl. Kimie stützte den Kopf auf die Hand. "Wie ein Hund siehst du aber wirklich nicht aus, wenn ich mal ganz