Fanfic: Ein tripp in die Altewelt

ehrlich sein darf.", meinte sie trocken. "Wenn ich da an Inu Yasha denke, der sieht zwar auch irgendwie aus, wie ein Mensch, hat aber zumindest diese typischen Ohren."
"Das ist auch nicht meine wahre Gestalt, was du jetzt siehst.", erwiderte Sesshoumaru und wandte erneut den Blick von ihr ab. Allmählich kam im das alles nur noch albern vor. Was sollte das denn jetzt? Es sah aber nicht so aus, als würde Kimie nun mit der Fragerei aufhören. Im Gegenteil, jetzt wirkte sie erst richtig interessiert. "Äh... Wie jetzt? Siehst du etwa eigentlich anders aus?"
"Hai."
Das brachte Kimie nun wirklich zum Nachdenken. Wie sollte sie das denn jetzt wieder verstehen? Wie sah Sesshoumaru denn nun in Wirklichkeit aus? Nach einer Weile kratzte sie sich verunsichert an der Wange. "Ähm... Ich weiß ja nicht, wie deine wahre Gestalt so aussieht, aber ich muss dennoch sagen, so, wie du jetzt bist, gefällst du mir eigentlich ganz gut." Abrupt war Sesshoumarus Blick wieder auf das Mädchen gerichtet. Er zog prüfend eine Augenbraue hoch und wirkte auch ein wenig überrascht. Als sie bemerkte, was sie da eigentlich eben gesagt hatte, winkte Kimie hastig ab. "Jetzt guck nicht gleich so! Das meinte ich rein als Kompliment! Ich weiß ja nicht, was du gerade gedacht hast."
In diesem Moment kam Inuki dazu und stellte sich zwischen Sesshoumaru und Kimie. Der Hund drückte seinen Körper gegen seine Herrin und stupste sie immer wieder mit dem Kopf an, als wollte er sie von dem Youkai wegdrängen.
"Inuki! Was machst du? Was soll das werden?" Kimie streichelte ihren Hund beruhigend. Er benahm sich wirklich eigenartig. Nicht aggressiv, sondern völlig anders. >Ist er etwa eifersüchtig auf Sesshoumaru, weil ich mit ihm spreche?<, dachte Kimie irritiert. Möglich wäre das jedenfalls, zumal Inuki den Youkai wohl nie besonders gut leiden konnte.
"Dein Hund ist anders, als die anderen.", sagte Sesshoumaru und ruhte mit den Augen auf dem Mischling. Kimie, noch immer Inuki streichelnd, schaute auf. "Anders? Ich verstehe nicht."
"Zuvor hat es noch kein Hund gewagt, mir so offensichtlich zu drohen, geschweige denn, mich ohne zu Zögern anzugreifen.", erklärte Sesshoumaru. Kimie kraulte Inuki hinter einem seiner Ohren und überlegte. Vielleicht war Inuki wirklich ein bisschen anders, aber es war doch ganz natrülich, dass er seine Herrin beschützen wollte. Viel eigenartiger fand sie aber, dass sie sich das erste Mal eigentlich normal mit Sesshoumaru unterhalten hatte.
>Naja, vielleicht ende ich doch nicht so schnell als Tierfutter.<, dachte Kimie mit einer Spur Ironie, fühlte sich jetzt aber weitaus besser, als zu Anfang.

Auf dem weiteren Weg von Inu Yasha, Kagome und den anderen tat sich nichts weiter ungewöhnliches. Hin und wieder tauchte zwar mal ein Dämon aus dem nahe gelegenen Wald auf, aber der war dann auch ziemlich schnell Schnee von gestern gewesen.
Jetzt ging es für die Freunde in den Wald hinein und das änderte sich auch erstmal nicht.
"Mir will einfach nicht in den Kopf, was Sesshoumaru von Kimie wollen könnte.", überlegte Kagome angestrengt und war damit garantiert nicht die einzige gewesen.
"Wer weiß, vielleicht genießen die beiden ja nur in vollen Zügen ihre traute Zweisamkeit. Warum sonst sollte Sesshoumaru Kimie so lange am Leben lassen?", meinte Miroku daraufhin nachdenklich und legte sich eine Hand ans Kinn. Die anderen verzogen bei so einer Vorstellung aber nur ihre Gesichter.
Sango winkte sofort ab. "Ich glaube nicht, dass Kimie da mitspielen würde..." Und Inu Yasha pflichtete ihr bei: "Ebensowenig, wie Sesshoumaru. Bevor der sich auf einen Menschen einlässt, beißt er sich wohl lieber selbst die Zunge ab."
"Das muss doch wehtun.", meinte Shippo und legte sich prüfend die Hand auf den Mund. So eine Vorstellung behagte ihm gar nicht, doch etwas anderes beschäftigte ihn mehr. "Aber sag mal, Miroku, was meintest du denn mit 'trauter Zweisamkeit'?"
Mit einem unschulgigen Lächeln und belehrend den Zeigefinger emporgehoben, fing der Mönch an zu sprechen: "Tja, ich meine damit dass Kimie und Sesshoumaru vielleicht..."
"Stop!", mischte sich Kagome empört ein. "Bis hierhin und nicht weiter! Shippo ist noch zu klein und braucht sich sowas gar nicht erst anzuhören!"
Miroku setzte eine Unschuldsmiene auf, während Sango nur seufzend den Kopf schüttelte. Shippo schaute etwas irritiert von einer Person zur anderen, nur Inu Yasha schien mit etwas anderem beschäftigt zu sein. Prüfend hielt er seine Nase in die Luft.
"Inu Yasha? Was hast du?", fragte Kagome den Hanyou schließlich. "Hast du etwas entdeckt?"
"Ich rieche Blut.", antwortete Inu Yasha ernst und deutete mit der Hand nach geradeaus. "Es kommt aus der Richtung dort."
Die Gruppe beschleunigte ihre Schritte, bis alle das Rauschen einen Flusses hören konnten. An diesem endlich angekommen, bot sich ihnen kein sehr angenehmes Bild.
"Das ist ja furchtbar! Wie konnte sowas passieren?", fragte sich Kagome entsetzt, während ihr Blick über die toten Männer schweifte, die nun vor den Freunden auf dem Boden lagen.
"Das war Sesshoumaru, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.", sagte Inu Yasha überzeugt und Miroku fügte hinzu: "Mir scheint, das sind Räuber."
"Hier endet auch gleichzeitig die Spur.", sagte Inu Yasha weiter und trat direkt an den Fluss. "Sie müssen ihn überquert haben."
Sango schaute sich prüfend um. "Tja, dem Anschein nach haben sich diese Männer den falschen Gegner ausgewählt. Diesen Fehler haben sie mit ihren Leben bezahlt."
"Wir sollten sie begraben.", meinte Miroku ruhig. "Das waren zwar mit Sicherheit keine Heiligen, aber es wäre dennoch besser. Ist das in Ordnung für dich, Kagome?" Die anderen warfen dem Mädchen abwartende Blicke zu. Würde Kagome dem zustimmen, auch wenn sich der Vorsprung von Sesshoumaru dadurch wieder vergrößern könnte?
Nach kurzer Überlegung nickte sie aber einverstanden. "Sicher, natürlich."