Fanfic: Ein tripp in die Altewelt
kleine Mädchen in diesem Punkt in der Tat Recht hatte. Sein Herr schien von Außen genauso zu sein, wie immer, aber ein wenig anders war er dennoch. Und eine weitere Sache stimmte den Krötendämon ebenfalls nachdenklich. >Ich wüsste zu gerne, was sich in diesem größeren, länglichen Bündel befindet, was Sesshoumaru-sama neuerdings immer bei sich trägt.<
Nach kurzem Zögern lief Jaken auf Sesshoumaru zu. Er wollte ihn jetzt direkt danach fragen.
Sesshoumaru saß schweigend und mit geschlossenen Augen im Schatten des Baumes. Allerdings schlief er nicht. Er nahm seine Umgebung durchaus wahr.
Nach einer Weile öffnete er seine Augen und ließ den Blick schweifen.
"Sesshoumaru-sama?" Die Stimme von Jaken erregte mit einem Mal Sesshoumarus Aufmerksamkeit und er schaute zu dem Krötendämon, der nun neben ihm stand. "Verzeiht mir, edler Herr. Ich will Euch bestimmt nicht stören, aber ich hätte da eine Frage an Euch." Jaken deutete auf das Bündel, das neben Sesshoumaru im Gras lag. "Es geht mich zwar nichts an, aber was ist da eigentlich drin? Ich meine, hättet Ihr die Güte, mir zu sagen, was es damit auf sich hat?"
Sesshoumaru richtete seinen Blick kurz auf das erwähnte Bündel, ehe er es an sich nahm und nun von seinem Ruheplatz aufstand.
"Was habt Ihr, edler Herr?", fragte Jaken irritiert. In der Tat kam ihm das Verhalten von Sesshoumaru nun doch reichlich merkwürdig vor. "Versteht mich bitte nicht falsch, aber in letzter Zeit seit Ihr irgendwie anders als sonst." Aber auf diese Bemerkung ging der Youkai gar nicht ein. Stattdessen wandte er sich nun von dem Krötendämon ab und ging davon.
"Mein Herr, wo geht Ihr denn hin?", fragte Jaken und kam sich ein wenig vor, wie bestellt und nicht abgeholt. Ebenso wie Rin konnte er dem Youkai nur schweigend nachschauen, während dieser sich etwas von der Gruppe absonderte. Schließlich blieb er auf einem kleinen Hügel stehen. Eine leichte Brise zog über das Land. Sesshoumarus Blick fiel auf den linken Ärmel seines Kimonos, der leicht im Wind wehte. Die Naht, die Inukis Angriff vertuschte, war bei genauerer Betrachtung leicht zu sehen.
>Eigenartiges Mädchen.<, dachte Sesshoumaru für einen kurzen Moment. >Ein gewöhnlicher, schwacher Mensch und dennoch...<
Kurz verharrte der Youkai noch auf der Stelle, dann wandte er sich wieder zum Gehen um.
Kimie erwachte mitten in der Nacht. Als sie auf die Uhr schaute, stellte sie fest, dass es gerade mal zwei Uhr morgens war. Doch irgendwie konnte sie nicht mehr einschlafen.
>Ich hasse es, wenn sowas passiert.<
Nach einer Weile des Wachliegens stand Kimie auf und ging zum Fenster. Sie schob die Vorhänge beiseite und öffnete das Fenster. Ein sanfter, milder Wind drang in das Innere des Zimmer. Kimie atmete die frische Luft ein und richtete ihren Blick dann zum nachtblauen Himmel hinauf, an welchem zahlreiche Sterne leuchteten und der sichelförmige Mond stand.
"Genau wie das Zeichen auf seiner Stirn...", murmelte Kimie verträumt, registrierte aber kurz darauf sofort, was sie da eben gesagt hatte. "Was denke ich denn hier?", fragte sie sich irritiert und schloss das Fenster wieder. "Die ganze Woche geht das schon so! Ich bin traumatisiert, das muss es wohl sein."
Von dem plötzlichen Lärm erwachte Inuki aus seinem Schlaf und warf seiner Herrin einen neugierigen Blick zu. Kimie, jetzt wieder ruhiger, setzte sich währendessen wieder auf ihr Bett.
"Mache ich mir die ganze Zeit etwas vor? Beschäftigt mich das in Wahrheit doch so sehr? Das ist doch irgendwie verrückt.", murmelte sie in sich hinein. Sie hatte dieses eigenartige Gefühl, nicht zu wissen, was sie tun sollte. Aber was konnte sie dagegen unternehmen?
Aufmerksam beobachtet von Inuki stand Kimie schließlich wieder von ihrem Bett auf, zog ihren Pyjama aus und schlüpffte in ihre normalen Sachen. Anschließend öffnete sie leise die Tür ihres Zimmers. Als sie aber spürte, wie Inuki sie leicht mit dem Kopf anstieß, hielt sie in ihrer Bewegung inne. "Ich komme gleich wieder, Inuki.", flüsterte Kimie ihrem Hund zu. "Warte hier auf mich, in Ordnung?" Doch Inuki schien unbedingt mit seiner Herrin mitgehen zu wollen. Immer wieder stubste er sie an und winselte leise. Schließlich willigte Kimie ein. "Na gut, dann komm mit.", sagte sie und verließ dann zusammen mit dem Mischling das Zimmer.
Jaken und Ah-Un schliefen bereits tief und fest, nur Rin konnte nicht wirklich einschlafen. Irgendwann setzte sie sich auf und schaute leicht verunsichert zu Sesshoumaru, der auf dem Ast eines Baumes in der Nähe saß. Ob er schlief? Das fragte sich Rin, während sie nun aufstand und langsam auf den Baum zuging. An diesem angekommen schaute sie fragend hoch. "Sesshoumaru-sama?"
"Rin. Du solltest eigentlich schlafen.", kam es sofort von Sesshoumaru zurück. Er hatte nicht geschlafen, das tat er so gut, wie nie, auch wenn seine Augen geschlossen waren. Jetzt öffnete er diese aber und schaute auf das kleine Mädchen hinunter, das an dem Baum stand. "Ja, ich weiß.", erwiderte Rin auf die Aussage des Youkai. "Aber irgendwie kann ich nicht einschlafen."
Sesshoumaru sprang nun von dem Baum hinunter und landete lautlos direkt vor dem Mädchen, das leise weitersprach: "Mir fehlen Kimie-san und Inuki. Fehlen sie Euch denn nicht, Sesshoumaru-sama?"
Auf diese Frage war Sesshoumaru nicht wirklich gefasst gewesen, er zeigte aber kein Anzeichen von Unsicherheit oder ähnlichem, stattdessen antwortete er ruhig aber mit gleichgültigem Unterton: "Über sowas mache ich mir keine Gedanken."
Rin senkte den Blick. Darauf wusste sie nicht wirklich etwas zu erwidern und schwieg daher. Irgendwann brach Sesshoumaru die Stille, die zwischen den beiden herrschte. "Geh wieder zurück und versuch zu schlafen, Rin.", wies er das Mädchen an, das einverstanden nickte und dann zu Jaken und Ah-Un zurückging. Nachdem Rin sich wieder hingelegt hatte, richtete Sesshoumaru seinen Blick zum nachtblauen Himmel hinauf. Erneut kam ein leichter Wind auf.
>Eigentlich absurd, dass sie mich wirklich dazu bringt, dass ich auch nur einen Gedanken an sie verschwende. Sie ist schließlich nur ein Mensch.<
Sesshoumaru nahm das längliche Bündel zur Hand, was er bei sich trug. Lange ruhte sein Blick darauf.
>Warum mache ich mir überhaupt Gedanken?<, fragte sich der Youkai und schaute wieder zum Himmel hinauf. Die Sterne standen in großer Zahl an diesem und das Licht des Mondes fiel auf die Erde. Eine vereinzelte Sternschnuppe fiel vom Himmel.
Noch eine Weile blieb Sesshoumaru so stehen, bis er seinen Blick letztendlich abwandte.
Kimie stand nachdenklich am Brunnen und schaute hinein. Es war aber viel zu dunkel, als dass sie den Boden hätte sehen können. Den Kopf auf die Hand abgestützt träumte sie scheinbar nur so vor sich hin.
>Was mache ich hier überhaupt?<, dachte Kimie nach einer Weile. >Ich habe mich entschieden nicht mehr in die andere Epoche zurückzugehen. Was soll ich da überhaupt? Die Sache ist doch erledigt!<
"Aber eigentlich..." Irgendwie hatte Kimie das Gefühl, hin- und hergerissen zu sein. Sie schaute zu Inuki, der direkt neben ihr saß. "Inuki, was meinst du? Verhalte ich mich dumm?" Der Mischling legte den Kopf etwas schief. Kimie pausierte kurz, dann sprach sie weiter: "Irgendwie komme ich mir im Moment ziemlich idiotisch vor. Einerseits sage ich mir immer wieder, dass diese Sache für mich abgeschlossen ist, aber auf der anderen Seite würde ich gerne noch einmal zurückgehen." Und das war die Wahrheit. Gerne würde Kimie noch einmal ins Mittelalter zurückkehren. Es gab da etwas, weswegen sie das tun wollte und es gab jemanden, wegen dem sie sich dazu entscheiden wollte, selbst, wenn sie das bisher immer versucht hatte zu leugnen.
"Ich möchte ihn noch einmal sehen.", sagte Kimie schließlich leise und mit einem leicht traurigen Unterton. "Ich möchte noch einmal mit ihm sprechen können. Wenn ich das jetzt nicht tue, habe ich vielleicht nie mehr die Möglichkeit dazu. Nur noch einmal und selbst, wenn es auch nur für einen kurzen Augenblick wäre..."
Inuki schien genau zu wissen, was Kimie soeben für sich entschieden hatte. Er stubste sanft ihre Hand an, als wollte er sie in ihrer Entscheidung bestärken. Kimie lächelte leicht. "Also bist du auch der Meinung, ich sollte noch einmal zurückgehen? Obwohl du ihn nicht leiden kannst?", fragte sie mit einem prüfenden Unterton, woraufhin Inuki seine Vorderpfoten auf den Rand des alten Brunnens legte und sie auffordernd ansah. Das war für Kimie Antwort genug.
Plötzlich hörte sie, wie die Schiebetür zum Schrein geöffnet wurde und eine Stimme drang zu ihr vor: "Kimie, es ist doch mitten in der Nacht. Ich habe dich gesehen, wie du hergekommen bist. Was machst du denn hier?"
Kimie hatte sich sofort umgedreht und war im ersten Moment doch etwas erschrocken gewesen. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie um diese Zeit von jemandem im Schrein überrascht werden würde. Doch als sie sah, wer sich nun an der Tür befand, beruhigte sie sich schnell wieder. "Kagome, du bist das.", stellte Kimie erleichtert fest und atmete auf. Dann schaute sie noch einmal zum Brunnen und senkte den Blick. "Ach, nichts besonderes. Ich denke nur nach."
Kagome wirkte doch überrascht über diese Aussage und wollte ihre Cousine gerade etwas fragen, als Kimie aber weitersprach: "Obwohl... Eigentlich ist das nur die halbe Wahrheit."
"Wie meinst du das?", fragte Kagome ruhig und kam auf sie zu. Kimie zögerte zunächst, doch rang sie sich dann doch dazu durch, eine Frage an ihre Cousine zu richten: "Kagome, ich möchte dich etwas fragen. Wäre es möglich, dass ich dich